ERF Gottesdienst

Nur plastikfrei reicht nicht


Listen Later

© Jordan Beltran / Unsplash.com
Weniger Müll zu produzieren ist ein neuer Trend. Von der wiederverwendbaren Coffee-to-Go-Tasse bis hin zum festen Shampoo gibt es viele Möglichkeiten, Müll und ganz besonders Plastikmüll zu vermeiden. Doch was bringt etwas und was bringt nichts? Diese Frage ist nicht immer leicht zu beantworten, daher habe ich einige Tipps, Hindernisse und Fehlinformationen zusammengefasst, die man zum Thema Plastikverzicht wissen sollte.
 
5 Mythen, die du in Bezug auf Plastikvermeidung am besten vergessen solltest
 
1. Einmalbesteck aus Bambus, Holz oder Mais ist eine ökologische Alternative zu Plastikgeschirr
Wenn dir auch einmal dieser Gedanke gekommen ist, dann hast du dich an der Nase herumführen lassen. Denn auch wenn man es glauben mag: Weder ist die Herstellung dieses Bestecks klimaneutral, noch lassen sie sich einfach so kompostieren. Die ökologischste Alternativ zu richtigem Geschirr ist vielmehr wiederverwendbares Plastikgeschirr. Jede Einweglösung − so ökologisch sie auch klingen mag − ist letztlich schlecht für die Umwelt. Übrigens besteht auch wiederverwendbares Bambusgeschirr oft nur zu einem Teil aus Bambus, der Rest besteht aus Kunststoffen, die durch die Verbindung mit dem Bambus nur schwer wiederverwertbar sind und damit kaum besser sind als Alternativen aus Plastik.
 
2. Produkte aus Glas sind ökologisch und nachhaltig
Tatsächlich ist Glas ein super Rohstoff, der sich einschmelzen und wiederverwerten lässt. Aber alle Einwegartikel aus Glas sind trotzdem pfui. Es wird viel Energie benötigt, um eine Glasflasche herzustellen. Außerdem fließt noch einmal viel Energie ins Einschmelzen und Recyceln von Glas. Daher sind Gläser und Glasflaschen nur dann ökologisch, wenn sie per Mehrwegsystem gereinigt und neu befüllt werden. Selbst hier gibt es Ausnahmen: Da Milchflaschen sehr aufwändig gereinigt werden müssen, haben sie auch als Mehrwegflasche eine schlechte Ökobilanz. Hier ist der Tetrapak die bessere Wahl.
 
3. Unverpackte Kosmetik ist teuer, als Konzept nicht ausgereift und kann mit verpackter Kosmetik nicht mithalten
Diese Annahme ist völliger Blödsinn. Wahr ist allerdings, dass es oftmals noch an guten unverpackten Kosmetikprodukten mangelt. Auch verhält sich „nackte“ Kosmetik oft völlig anders als verpackte Kosmetik. Bei Sommertemperaturen etwa kann unverpackte Kosmetik leiden – besonders solche, die einen hohen Anteil an Ölen enthält, wie es bei Gesichts- oder Körpercremes der Fall ist. Auch die Anwendung kann abweichen zu dem, was man kennt.
Ich  rate jedem dazu, sich im Vorfeld über die genaue Anwendung unverpackter Produkte zu informieren und diese erstmal zu testen, bevor man gänzlich darauf umstellt.  – Rebecca Schneebeli
 
Daher rate ich jedem dazu, sich im Vorfeld über die genaue Anwendung zu informieren und unverpackte Produkte erstmal zu testen, bevor man gänzlich darauf umstellt. Auch der Preis ist kein Argument. Feste Shampoos etwa findet man mittlerweile immer häufiger auch in Drogerien. Ein festes Kosmetikprodukt bekommt man übrigens nahezu überall. Es ist nicht teuer und ist seit weit über 2000 Jahren erprobt – die Seife. Schon wer von Flüssigseife auf richtige Seife umstellt, spart im Jahr einiges an Verpackung.
 
4. Ich brauche kein Plastik einzusparen, schließlich wird Plastikmüll in Deutschland recycelt
Generell wird Plastikmüll in Deutschland tatsächlich recycelt. Aber wusstest du, dass nur etwa 40 Prozent des Plastikmülls wirklich recycelt und damit wiederverwertet werden? Der Großteil unseres Plastiks wird verbrannt. Das geschieht zur …
...more
View all episodesView all episodes
Download on the App Store

ERF GottesdienstBy ERF - Der Sinnsender