Mit der Philosophin Dr. Claudia Dorchain führt Axel Voss ein weiteres Gespräch zum Thema „Mythen, Macht und Missbrauch“ in dem es um eine Kritik und Weitung des campbellschen Monomythos bzw. der Heldenreise mit gutem Ausgang geht. Claudia Dorchain bezeichnet diese als „Persephones Passage“, die den Mythos von Demeter und Kore als auswegloses zyklisches Trauma beschreibt - Zeus hilft nicht, es gibt keinen Mentor oder Retter ausser der Mutter, die in der Verhandlung aber versagt. Kore ist keine Heldin, sondern Opfer. Missbrauch beginnt damit, dass allem ein Sinn unterstellt wird und über Sinnkonstrukte Abhängigkeiten erzeugt werden - und da kommt dann auch der Mentor ins Spiel. Verführender Verrat eines toxischen Narzissten läßt einen in kognitive Dissonanz stürzen. Es gibt keine Hoffnung mehr, nur Schmerz. Wieviel Heldenreise ist also Wunschdenken, Machbarkeitsideologie, Renaissance-Kultur- und Menschenideal? Und was geschieht, wenn der Mentor ganz eigene Interessen verfolgt..?