Pixelsuppe

PixelKids – Kreativität mit dem Smartphone


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Mit Simone Naumann: Wie Kinder fotografisch die Welt entdecken

Simone Naumann ist Profifotografin, Autorin und Expertin für kreative Smartphone-Fotografie.

Sie lebt und arbeitet in Oslo und verbindet in ihrer Arbeit visuelle Kommunikation mit moderner Bildgestaltung.

Nach vielen Jahren klassischer Profifotografie hat sie sich intensiv mit dem kreativen Potenzial der Smartphone-Kamera beschäftigt. Heute zeigt sie in Workshops, Trainings und Online-Formaten, wie bewusstes Fotografieren gelingt – mit Fokus auf Perspektive, Licht, Bildsprache und Haltung.
Sie ist Gründerin der Smartfotoschule und Autorin mehrerer Bücher zur Smartphone-Fotografie, darunter:
Das Geheimnis kreativer Smartphone-Fotos
Kreative Smartphone-Fotografie
weitere Praxisbücher rund um visuelle Gestaltung mit dem Smartphone
Website:
https://die-smartphotoschule.com
Neuestes Buch: Das Geheimnis kreativer Smartphone-Fotos
https://dpunkt.de/produkt/das-geheimnis-kreativer-smartphone-fotos/

TRANSKRIPTION

Katja: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge der Pixelsuppe. Heute kochen und rühren wir gemeinsam mit Simone Naumann – Profifotografin und Expertin für Smartphone-Fotografie. Simone hat mehrere Bücher zu diesem Thema geschrieben, unter anderem „Das Geheimnis kreativer Smartphone-Fotos“. Seid gespannt – viel Spaß!
Katja: Herzlich willkommen zur neuen Pixelsuppe. Diesmal machen wir einen digitalen Ausflug – von ganz unten in Deutschland einmal hoch, hoch und immer weiter, übers Meer … und landen in Oslo. Liebe Simone, schön, dass du da bist! Ich freue mich riesig. Wir kennen uns schon lange – von den Digital Media Women, meine Tochter war bei dir im Praktikum, und ich habe dich auch schon in Oslo besucht. Danke, dass du heute dabei bist.
Ich starte direkt mit der ersten Frage: Wo erwischen wir dich gerade – zwischen Fjord, Schnee oder Smartphone?
Simone: Danke für die tolle Begrüßung! Ich freue mich total, euch beide zu sehen und zu hören. Ihr erwischt mich am Oslofjord, aber eher ländlich – ich wohne ein Stück außerhalb. Mit dem Zug bin ich in zehn Minuten in der Stadt, aber ich schaue hier aus dem Fenster direkt in den Wald. Es liegt viel Schnee, manchmal kommen sogar Tiere vorbei. Und ja: Um mich herum stehen Kameras – und natürlich Smartphone-Kameras. Das ist gerade mein Wirkungsbereich, digital und online.
Katja: Super – da ist das Stichwort schon gefallen: Smartphone.
Annette: Hallo Simone auch von meiner Seite! Schön, dass du da bist. Und Katja – mal schauen, ob du heute unsere Namen auseinanderhalten kannst.
Katja: (lacht) Okay, ich versuche es! Simone, stell dich doch kurz vor: In welchem Bereich arbeitest du genau – und was ist dein Themenfeld?
Simone: Sehr gern. Mein Thema ist visuelle Kommunikation: Alles, was du mit Bildern erzählen kannst. Ich sage immer: Bildsprache ist eine der wichtigsten Sprachen, die wir haben. Wir sehen zuerst – und das wirkt sofort. Mir geht’s darum, Menschen beizubringen, Bilder so zu gestalten, dass sie wirklich etwas vermitteln.
Ich bin Profifotografin und habe lange mit klassischem Profi-Equipment gearbeitet. Am Anfang war ich ehrlich gesagt eher skeptisch gegenüber Smartphone-Fotografie. Aber mich hat fasziniert, was in diesem kleinen Gerät steckt – und wie sehr es Kreativität herausfordert. Dadurch habe ich mich intensiv damit beschäftigt, mehrere Bücher geschrieben und die Smartfotoschule gegründet. Wir geben Workshops und Trainings im deutschsprachigen Raum.
Katja: Die Smartphone-Kamera hat ja eine enorme Entwicklung gemacht. Was fasziniert dich daran – trotz Profi-Equipment?
Simone: Der kurze Moment. Situationen, die du sofort einfangen kannst. Ich sitze hier am Schreibtisch, schaue in den Wald – kommt ein Reh vorbei, ist es mit dem Smartphone schnell fotografiert. Bis die große Kamera bereit ist, ist das Motiv oft weg. Ich kombiniere auch beides, je nach Auftrag.
Außerdem liebe ich Makro: Ganz nah ran ans Motiv. Früher war das oft viel Aufbau – heute geht’s mit dem Smartphone oft schnell und überraschend gut.
Katja: Gab es einen Moment, wo du dachtest: „Okay, das Smartphone kann mehr, als wir ihm zutrauen“?
Simone: Das Gefühl habe ich ständig. Du denkst: Weiter geht’s nicht – und dann kommt das nächste Update oder Modell mit neuen Möglichkeiten. Die Hersteller machen vieles leichter: Erkennung von Situationen, Vorschläge für Modi, mehr Werkzeuge direkt in der Kamera. Und genau diese „Aha“-Momente sehe ich auch in meinen Trainings: Wenn Menschen merken, was sie schon alles können – und was noch drinsteckt.
Katja: Viele drücken einfach drauf. Was macht gute Smartphone-Fotografie aus: Technik, Blick, Haltung?
Simone: Alles davon – aber vor allem der Blick. Hinter jeder Kamera steht ein Mensch, der das Bild macht. Mein Tipp: Überlass die Gestaltung nicht komplett der Automatik. Setz bewusst den Fokus, achte auf Licht, wähle den Bildausschnitt. Und: Das Smartphone ist oft entspannter für Porträts, weil es weniger einschüchtert als eine große Kamera – dadurch wirken Menschen schneller natürlich.
Annette: Kannst du dich an deine erste Kamera erinnern – ganz analog?
Simone: Ja! Ich habe analog angefangen, Filme selbst entwickelt und Abzüge gemacht. Meine erste Kamera war eine analoge Spiegelreflex aus der DDR – mit einem tollen Objektiv. Ich habe die wirklich geliebt.
Annette: Und gehst du manchmal wieder zurück zu analog?
Simone: Eher nicht. Ich habe mal eine Wegwerfkamera ausprobiert – das war als Gag ganz lustig, aber ich bin froh über die Möglichkeiten, die wir heute haben.
Katja: Wenn Kinder selbst fotografieren – verändert das etwas? Viele kennen ja „Stell dich hin, lächel“-Fotos, das war früher oft Zwang.
Simone: Absolut. Kinder sind oft viel entspannter, wenn sie selbst gestalten dürfen. Ich habe gemerkt: Manche Kinder lassen sich ungern fotografieren – aber wenn es um etwas geht wie „Freundschaft fotografieren“, sind sie plötzlich dabei. Wichtig ist: Kinder dürfen auch selbst an die Kamera, den Auslöser drücken, durchs Display schauen. Das nimmt Druck raus.
Und sie lernen extrem schnell. In Workshops verwenden sie nach kurzer Zeit ganz selbstverständlich Begriffe – einfach durchs Tun.
Katja: Wir machen in Kitas manchmal Foto-Challenges: „Alles in Rot“, „alles Rundes“, solche Dinge. Da kommen richtig starke Bilder raus.
Simone: Genau! Das erweitert den Blick. Und ich empfehle oft: Smartphone + Taschenlampe + Selfiestick – raus in die Natur. In Baumhöhlen leuchten, unter einen Pilz leuchten, Perspektiven wechseln, die Welt neu erkunden. So bekommst du Kinder auch wieder begeistert in Bewegung.
Auch toll: kleine Foto-Geschichten mit Playmobil oder Lego – oder Flatlays, also Dinge flach anordnen und von oben fotografieren.
Katja: Apropos Funktionen: Panorama, Slow-Mo, Porträt – das Smartphone kann ja alles. Was sind typische Fehler?
Simone: Bei wenig Licht: Smartphone ruhig halten. Manche Unschärfen kommen einfach von Bewegung. Und: Nutzt die Objektive! Viele Smartphones haben echtes Tele – damit werden Porträts oft deutlich schöner.
Und Blitz: Den nutze ich selten. Lieber mit Taschenlampe arbeiten und gezielt Licht setzen – da entstehen richtig schöne Effekte.
Katja: Und ein wichtiges Thema bei uns ist: „Darf ich dich fotografieren?“ Das Recht am eigenen Bild.
Simone: Ja, das ist zentral – bei Kindern und Erwachsenen. Immer fragen, Grenzen respektieren. Das gehört zur Bildkultur heute dazu.
Katja: Norwegen interessiert uns auch: Was inspiriert dich dort fotografisch?
Simone: Ganz klar: das Licht. Ich fotografiere oft Licht und Schatten – manchmal ist das Motiv zweitrangig. Dazu kommen Strukturen, Kontraste, Farben. Und natürlich: Polarlichter – die lassen sich mit dem Smartphone erstaunlich gut fotografieren.
Katja: Und wie erlebst du den Umgang in Norwegen mit Digitalität, Kindern und Natur?
Simone: Ich erlebe viel Vertrauen im Miteinander und klare Leitplanken. Kinder sind viel draußen – in der Schule gibt es regelmäßig Tage im Wald. Digitale Medienkompetenz ist früh Thema, aber nicht „einfach machen“, sondern eingebettet in Regeln und Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern.
Annette: Das klingt sehr stimmig – und gleichzeitig spannend, was wir davon mitnehmen können.
Katja: Zum Schluss unsere Rubrik: „Kommt in die Suppe oder fliegt raus?“ Du sagst kurz ja/nein, gern mit Mini-Begründung.
Dauerfeuerfotos?
Simone: Ja – spannend, besonders für Bewegung.
Filter über alles?
Simone: Nein.
Perspektivwechsel?
Simone: Unbedingt ja.
Unperfekte Bilder?
Simone: Ja – wenn sie etwas erzählen.
Katja: Simone, ganz lieben Dank! Es war total schön. Und wenn wir demnächst einen Minecraft-Club starten, bist du dabei.
Simone: Sehr gern! Danke euch – das Gespräch hat Spaß gemacht.
Annette: Danke, Simone!
Katja: Danke, macht’s gut!

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PixelsuppeBy Annette Wagner und Katja Bröckl-Bergner