Podcastliteratur

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  • Extra: Revolution von Lesen und Literatur

    Pünktlich zur Frankfurter Buchmesse präsentiert podcastliteratur.de eine absolut revolutionäre neue Erfindung für Literatur und Lesen, die auch die nächsten Jahrhunderte dominieren wird.

    Besser als alle asozialen Medien, als Computer, IPads, Smartphones, Kindle und KI.
    Preiswerter. Nachhaltiger. Einfacher. Anwendungsfreundlicher. Umweltschonender. Energielos benutzbar. Jahrhundertelang haltbar.
    Ohne Updates und Abos nutzbar. Künftiger Vorreiter einer neuen Welle der Unterhaltung. Intuitiv verständlich für Menschen allen Alters und aller Kulturen.

    Aber sehen Sie selbst!

    podcastliteratur.de zum ersten Mal als Video.

    4 min
  • Extra: Do de Dom/Do de Mond/Do de Dodzum Tod von Michael Bauer am 3.6.2026

    Michael Bauer und ich habe uns mehr als 50 Jahre gut gekannt. Deshalb müsste dieses Extra eigentlich ein sehr persönlicher Abschied sein. Aber ich habe auch seine Texte durch all die Jahrzehnte gelesen und gut gekannt. So gut, dass ich, sozusagen post mortem, noch eine literarische Überraschung versprechen kann. Denn das Beste kommt zum Schluss.

    Daher an dieser Stelle als Todesanzeige nachfolgendes super schöne und (fast) umfassende „Extra“ von Kerstin Bachtler.

    Doch vorab noch einige biografische Skizzen: Michael Bauer wurde 1947 in Kaiserslautern als Jüngster (?) einer kinderreichen katholischen Familie, die gottseidank Kondome wohl nur sparsam benutzte, geboren. Sorry, diese durchaus liebevolle Ironie muss sein! Erklärt sie doch entscheidend seine vielleicht schönste Eigenschaft: Versöhnlich zu sein, deeskalierend, nachdenklich, abwägend, verzeihend, von höchstem EQ; insofern ganz anders als der etwas hitzköpfige kleene Pälzer, den er erfunden hat. Denn als jüngstes Kind konnte er sich gegen die älteren und stärkeren Geschwister nur behaupten, wenn er cleverer, diplomatischer, biegsamer, sanfter, geschickter war als die andern.

    Nach dem Abitur hat Michael Bauer Literaturwissenschaften studiert, aber machte sehr bald in den 70er Jahren Karriere als Kabarettist und Liedermacher. Zwei Langspielplatten gibt es aus dieser Zeit und den Grund für ein anderthalb Jahrzehnte langes Schweigen. Denn wie viele hat auch Michael Bauer das Tingeltangel der Reisen und Auftritte nur schlecht verkraftet und wurde dabei zum Alkoholiker.

    Er gewann gegen die Sucht. Wurde trocken. Machte eine Lehre und arbeitete als Buchhändler, kämpfte sich langsam wieder in die Literatur und Kultur zurück. Mit seinem berühmtesten Gedicht „Do de Dom“ trat er 1991 wieder an die Öffentlichkeit. Es folgten kontinuierliche zahlreiche Veröffentlichungen (etwa mit seiner vielleicht wichtigsten erfundenen Figur, dem „kleene Pälzer“) in überregionalen Tageszeitungen oder (rund 20) Büchern.

    Im Brotberuf kam Michael Bauer bald darauf zum Spdwestfunk, war Autor, Kritiker, Moderator und Redakteur der Kultur in Hörfunk und Fernsehen. Später arbeitete er auch als Theaterautor und -dramaturg für das Chawwerusch-Theater in Herxheim, wohin ihn die Liebe verschlagen hatte.

    Er war Autor, Liedermacher, Journalist, Moderator, Journalist, Kritiker, Redakteur, Dramaturg, vor allem aber ein Mensch. Einer meiner Lieblingsmenschen. Ich werde ihn vermissen solange ich lebe.

    Biografie und Bibliografie

    Umfangreiche Informationen zu Michael Bauer finden Sie bei Wikipedia unter https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Bauer_(Schriftsteller)

    18 min
  • Extra: Die Vielfalt des EinfältigstenZum 350. Todestag von Hans Jakob Grimmelshausen am 17.8.2026

    Gestorben ist er am 17. August 1676 in Renchen bei Straßburg. Ungewiss ist dagegen sein genaues Geburtsdatum: um 1622 in Gelnhausen bei Frankfurt. Die verarmte Adelsfamilie stammte aus dem thüringischen Grimmelshausen, daher also der Name.

    Er wuchs in Gelnhausen bei seinem Großvater auf und besuchte dort die Lateinschule. Darüber hinaus scheint er keine formelle Ausbildung genossen zu haben. Was sehr erstaunlich ist: Denn es bedeutet, dass er sein umfangreiches vielfältiges Wissen im Laufe seines Lebens durch eigene Inititative und Lektüre erworben haben muss, obwohl er keine eigene Bibliothek besaß. Die Bücher fand er in den Häusern seiner Herren, bei denen er angestellt war:

    Er war Guts-und Schlossverwalter, Burgvogt, Gastwirt und zuletzt Schultheiß in Renchen.

    Vor allem aber war er Militärangehöriger von früher Jugend an, mit Unterbrechungen auch, aber immer wieder, und in wechselnden Diensten: Troßjunge, Soldat, Schreiber, Sekretär.

    Unter verschiedenen Herren und in verschiedenen Heeren des 30jährigen Krieges; gemeinsam war ihnen nur die Parteinahme für die katholische Seite.

    Und hier, in den schrecklichen, unsagbar grausamen, wirren, willkürlichen Kriegen, Kämpfen, Belagerungen, Plünderungen, Folterungen, Mißhandlungen und Morden des 30 Jahre andauernden, immer wieder neu aufflammenden Irrsinns in der Mitte Europas..hier fand Grimmelshausen Stoff und Material für sein berühmtestes Buch und seine Fortsetzungen:

    Den Simplizissimus

    Oder um korrekt zu zitieren:
    „Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch“

    Erschienen ist das Buch 1668/69. Es ist das Hauptwerk von Grimmelshausen, weitere Bücher folgten, ähnlich in Thematik und Stil diesem ersten Werk.

    „Zwischen Grimmelshausen und seiner Hauptfigur gibt es nachweisbar einige Parallelen, aber keine völlige Übereinstimmung. Selbst eindringliche Kampfszenen lassen sich oft als Lesefrüchte des Autors auf ihre literarischen Quellen zurückführen. Gelehrte Exkurse und derbkomische Szenen, Belehrung und Unterhaltung wechseln einander ab, im jeweils dazu passenden Sprachgestus. Häufig werden bittere Wahrheiten in kurzweilig satirischer Form präsentiert.“

    Doch seine Sprache aus dem 17. Jahrhundert ist für heutige Leser nur schwer konsumierbar und stand lange einer breiten Rezension entgegen. Doch dann gab es eine wunderbare Lösung: Nämlich eine Übersetzung: Vom barocken ins gegenwärtige Deutsch von Reinhard Kaiser. 2009 als Extradruck im Verlag „Die Andere Bibliothek“ erschienen.

    Von der Kritik hochgelobt und als beste Übersetzung des Jahres 2009 ausgezeichnet.

    Also kaufen und lesen!

    27 min
  • Extra:Dem Dichter: Ein Grab in den LüftenSeinem Lied : Ein Grab in der ErdeZum 140. Geburtstag des jüdischen Dichters und Dramatikers Jizchak Katzenelson

    Als Jizchak Katzenelson am 21. Juli 1886 geboren wurde, gehörte die Kleinstadt Karelicz im Gouvernement Minsk zum russischen Kaiserreich, heute zu Belarus. Schon sein Vater war ein hebräischer Schriftsteller, der mit der Familie ein Jahr später ins polnische Lodz zog. Er selbst begann schon mit 13 Jahren Lieder zu schreiben. Er hat Theaterstücke und Gedichte verfasst, übrigens auch das „Buch der Lieder“ von Heinrich Heine ins Hebräische übersetzt. In Warschau gründete er das hebräische Theater und organsierte die jiddische Kulturarbeit.

    Als die deutsche Wehrmacht 1939 Polen überfiel zog Katzenelson mit seiner Familie nach Warschau, wo sie im Ghetto strandeten. Seine Frau und zwei seiner Söhne wurden nach Treblinka deportiert und dort ermordet. Er selbst war aktiv am Aufstand des Warschauer Ghettos beteiligt und konnte Dank gefälschter Papiere zunächst aus dem Ghetto entkommen, wurde bald darauf aber von der Wehrmacht in ein Sonder-KZ nach Vittel am Rande der Vogesen deportiert.

    In Vittel schrieb er auch sein wichtigstes Werk: „Dos Lied vunem ojsgehargetn jidischn Volk“ Dieser „Grosse Gesang vom ausgerotteten jüdischen Volk“ umfasst 15 Gesänge in 225 langzeiligen Strophen. Es ist die die bekannteste Dichtung der Shoah. Die auf wundersame Weise gerettet und überliefert wurde. Jizchak Katzenelson hatte das Manuskript in Flaschen verpackt und unter einem Baum vergraben.

    Jizchak Katzenelson wurde im Mai 1944 in Auschwitz vergast. Das Manuskript wurde nach der Befreiung des Lagers gefunden, bereits im Jahr darauf im jiddischen Original veröffentlicht und seitdem in viele Sprachen übersetzt.

    1994 erschien im Verlag Hoffmann und Campe Wolf Biermanns Übertragung mit dem Faksimile von Katzenelsons Handschrift sowie ausführliche Beträge zu historischem Kontext und Entstehung und Übersetzung.

    9 min
  • Extra: Haute Cuisine am Tiefpunkt in luftiger Höhe –Richard Pietraß zum 80. Geburtstag

    Wenn er schweigt sieht er aus wie ein gemütlicher Brummbär. Macht er den Mund auf sprudelt er wie ein Wildbach aus Quecksilber.

    Der Dichter Richard Pietraß wird am 11. Juni achtzig Jahre alt.

    Geboren wurde er 1946 in Lichtenstein/Sachsen. Nach dem Abitur machte er eine Facharbeiterlehre als Metallhüttenwerker, war Hilfspfleger und leistete seinen Wehrdienst in der DDR. 1968 bis 1975 studierte er Klinische Psychologie an der Humboldt Universität in Berlin.

    Danach war er Lyriklektor im Verlag Neues Leben, Redakteur der Zeitschrift „Temperamente“ und Herausgeber der Lyrikreihe „Poesiealbum“ bis man ihn zwangsweise entließ.

    Seit 1976 ist Richard Pietraß freier Schriftsteller. Fast 40 Titel umfasst die Liste seiner Publikationen. Die meisten davon sind Gedichte.

    Er wurde u. a. mit dem Erwin-Strittmatter-Preis und dem Literaturpreis der Deutschen Wirtschaft ausgezeichnet.

    Und er fuhr oft zu seiner Liebsten in Paris, mit der er auf den Eiffelturm essen gehen wollte.
    Davon erzählt das folgende Gedicht.

    Richard Pietraß

    Curriculum Vitae

    - Geboren am 11. Juni 1946 in Lichtenstein (Sachsen)

    - 1965 Abitur und Facharbeiterbrief als Metallhüttenwerker – Hilfspfleger – Wehrdienst
    - 1968-75 Studium der Klinischen Psychologie und Forschungsstudium an der Humboldt-Universität zu Berlin
    - 1975-79 Lyriklektor im Verlag Neues Leben, zugleich Redakteur der Zeitschrift „Temperamente“
    - 1977-79 Herausgeber der Lyrikreihe „Poesiealbum“
    - 1978/79 Ablösung der Redaktion und erzwungenes Ausscheiden – seither freier Schriftsteller
    - 1989 Wahl ins P.E.N.-Zentrum (DDR)
    - 2000 Aufnahme in die Sächsische Akademie der Künste
    - 2019 Wahl in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung

    Auszeichnungen

    - Ehrengabe der Schiller-Stiftung (1992)

    - Literaturpreis der deutschen Wirtschaft(1994)
    - Wilhelm-Müller-Preis des Landes Sachsen-Anhalt (1999)
    - Erwin-Strittmatter-Preis (2004)
    - ver.di Literaturpreis Berlin-Brandenburg (2009)

    Eigene Schriften:

    - Poesiealbum 82. Gedichte. Berlin 1974

    - Notausgang. Gedichte. Berlin und Weimar 1980
    - Freiheitsmuseum. Gedichte. Berlin und Weimar 1982
    - Spielball. Gedichte. Berlin und Weimar 1987
    - Was mir zum Glück fehlt. Ausgewählte Gedichte. Frankfurt/M. 1989
    - Ostkreuz. Prosa. Mit Radierungen von Ursula Strozinsky. Berlin 1990
    - Frau Naseweis. Kinderbuch. Berlin 1990
    - Weltkind. Ausgewählte Gedichte. Leipzig 1990
    - Letzte Gestalt. Gedichte. Warmbronn 1994
    - Randlage. Gedichte. Warmbronn 1996
    - Grenzfriedhof. Gedichte. Mit Lithografien von Liz Mields-Kratochwil. Berlin 1998
    - Kolonnenweg. Ausgewählte Gedichte. Aschersleben 2000
    - Die Gewichte. Hundert Gedichte. Ebenhausen 2001
    - Schattenwirtschaft. Gedichte. Leipzig 2002
    - Totentänze. Gedichte. Mit Holzschnitten von Karl Georg Hirsch. Leipzig 2002
    - Vorhimmel. Liebesgedichte. Mit Zeichnungen von Nuria Quevedo. Blieskastel 2003
    - Freigang. Gedichte. Leipzig 2006
    - Wiegeschritt. Gedichte. Mit Radierungen von Hanif Lehmann. Leipzig 2006
    - Die Aussicht auf das Wort. Zum sechzigsten Geburtstag von den Freunden aus seinen Büchern zusammengetragen und herausgegeben. Warmbronn 2006
    - Wendekreis. Haikus. Privatdruck Mildenfurth/Warmbronn 2007
    - Mit einem Bein in Liechtenstein. Ein Tagebuch. Triesen/Leipzig 2007
    - Leuchtspur. Schreyahner Schnuppen. Bergen/Holland 2008
    - Binzer Schatzbrief. Liebesgedichte. Mit Siebdrucken von Wolfgang Leber. Binz 2008
    - Traumsaum. Aufwachgedichte. Rheinsberg 2008
    - Gegenufer. Mitlesebuch 76. Mit Siebdrucken von Gerda Lepke. Berlin 2008
    - Sternenstaub. Haikus. Mit Holzschnitten von Hanif Lehmann. Dresden 2009
    - Kippfigur. Ein Kiebitzbuch über die Schulter von Richard Pietraß geschaut. Mit Bildern von Linde Kauert. Berlin 2009
    - Totentanz/ tanec smrti. Mit Illustrationen von Lubos Drtina. Prag 2010
    - Pariser Lust/ Au Plaisir de Paris. Gedichte, deutsch und französisch. Warmbronn 2011
    - Traumsaum/ Z lemu snu. Gedichte, deutsch/tschechisch. Mit Grafiken von Lubos Drtina. Prag 2012
    - Wandelstern. Die Naturgedichte. Mit Kupferstichen von Baldwin Zettl. Edition Ornament. Bucha bei Jena 2012
    - Lustwandel. Gedichte. Mit Aquarellen von Gerda Lepke. Dresden 2014
    - Dichterleben. Steckbriefe und Kußhände. Warmbronn 2016
    - LyrikHeft 19. Mit sechs Originalfarbholzschnitten von Andrea Lange. Chemnitz und Kemberg 2016
    - Wünschelrute. Gedichte. Mit Handsiebdrucken von Gerda Lepke. Künstlerbuch 2016
    - Wünschelrute. Lebenswege, Liebeswege, Reisewege. Lesungsmitschnitt. Verlag matrosenblau 2016
    - Nuit Ailée/Beflügelte Nacht. Gedichte. Deutsch-Französisch. Übertragen von Alain Lance und Gabriele Wennemer. Paris 2017
    - Amerikanische Grillen. Pennsylvanisches Tagebuch. Mit Collagen von Wolfgang Petrovsky. Dresden 2017
    - Coronaden. Gedichte. Minima aus dem Minimum. Dresden 2020

    Nachdichtungen und Übersetzungen:

    - Seamus Heaney: Norden. Leipzig 1987

    - Boris Pasternak: Die Gedichte Juri Shiwagos. Berlin und Weimar 1992
    - Seamus Heaney: Dank an die Poesie. Nobelpreisrede. Warmbronn 1999

    Beteiligung an zahlreichen Ausgaben, u.a. von Achmatowa, Auden, Eluard, Gustafsson, Hughes, Illýes, Jessenin, József, Kochanowski, Majakowski, Mandelstam, Mickiewicz, Przybós, Rúfus, Seifert, Södergran, Tranströmer, Weöres, Yeats, Závada, Zwetajewa.

    Herausgaben:

    - Poesiealbum Heft 122 bis 148, Berlin 1977-1979

    - Uwe Greßmann: Lebenskünstler. Leipzig 1982
    - Albin Zollinger: Stille des Wunders. Berlin 1984
    - Inge Müller: Wenn ich schon sterben muß. Berlin 1985
    - Hans Arp: Opus Null. Berlin und Weimar 1988
    - H. C. Artmann: wenn du in den prater kommst. Berlin 1988
    - Edith Södergran: Klauenspur. Leipzig 1990
    - Lars Gustafsson: Poets Corner II. Berlin 1992
    - Was über dich erzählt wird. Zum 60. Geburtstag von Elke Erb. Mit Brigitte Struzyk. Berlin 1998
    - Meine Nackademie. Sächsische Liebesgedichte. Mit Peter Gosse. Halle 2003
    - Ich bin ein schwaches Boot ans große Schiff gehangen. Die Lebensreise des Paul Fleming in seinen schönsten Gedichten. Mit Peter Gosse. Halle (Saale) 2009
    - Poesiealbum Heft 282 bis 303, Wilhelmshorst 2009/2012

    9 min
  • Extra: Big Bang der amerikanischen LyrikZum 100. Geburtstag von Allen Ginsberg

    Vor hundert Jahren, am 3. Juni 1926, wurde Allen Ginsberg in New Jersey geboren. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter der (literarischen) „Beat-Generation“.

    Und wie Ingeborg Bachmann, die drei Wochen nach ihm auf die Welt kam, eine neue Epoche der deutschen Lyrik einläutete, so begann schon mit seinem ersten veröffentlichten Gedicht „HOWL“ eine neue Lyrikepoche der USA.

    Sein „Geheul“ ist ein radikales Poem von 1955, ein Rundschlag gegen den Moloch der konsumkapitalistischen USA, eine Feier der (Homo)Sexualität, bewusstseinserweiternder Drogen, des Jazz, ein Ritus der umstürzenden Heiligkeit alles Lebendigen, eine Wehklage über den Wahnsinn und in Irrenanstalten Misshandelten und Internierten…

    …wie seine Mutter, eine russische Emigrantin und engagierte Kommunistin, die mit Elektroschocks traktiert wurde und im Jahr darauf verstarb.

    Das Gedicht „Howl“ hat seinen Ruhm begründet und 1956 einen Skandal ausgelöst, es wurde als obszön verboten und sein Verleger verhaftet. Ginsberg gehörte zu den frühesten Personen der Öffentlichkeit, die sich offen zu ihrer Homosexualität bekannten, er experimentierte mit bewusstseinserweiternden Drogen, er vertrat linke und anarchistische Theorien, so konsequent, dass ihn die kommunistischen Betonköpfe 1965 aus Kuba nach Prag abschoben, wo er bald wegen Unruhestiftung und Propagierung der Homosexualität von den stalinistischen Betonköpfen verhaftet und ausgewiesen wurde.

    Später wurde Allen Ginsberg Buddhist. Er hat den Begriff der „Flower-Power“-Bewegung geprägt, war mit Bob Dylan befreundet und hat Spuren in der Musik von Leonard Cohen und Paul McCartney hinterlassen.

    Allen Ginsberg

    Umfangreiche Informationen zu Biografie und Werken bei Wikipedia

    9 min
  • Extra: Pimmel über der WüsteZum 115. Geburtstag des Autors und Komponisten Paul Bowles.

    Paul Frederik Bowles wurde am 30. Dezember 1910 in New York geboren.

    Den Namen haben Sie noch nie gehört? Doch, doch! Sie haben es nur vergessen! Es ist der Autor des Romans „Himmel über der Wüste“, den Bertolucci 1990 verfilmt hat; und den Sie wahrscheinlich gesehen haben?

    Er hat noch viel mehr geschrieben: 17 Bände mit Short-Storys, 7 Romane, 4 Gedichtbände und sehr viel übersetzt. „Himmel über der Wüste“, im Original, „The Sheltering Sky“, war sein erster Roman. Geschrieben hat er ihn 1947/48 in Tanger, wohin ihm bald etliche Autoren folgten: Tennessee Williams, Truman Capote, William S. Burroughs, Jack Kerouac, Allen Ginsberg und andere. Deshalb gilt er als wichtiger Vorreiter der Autoren der Beat-Generation.

    Die Erklärung für den etwas anrüchigen Titel dieses Extras: Marokko war damals nicht nur billig und warm, sondern auch die Jungs in Tanger. Und Paul Bowles war nicht nur bisexuell, sondern auch mit einer lesbischen Schriftstellerin verheiratet, die zumindest was ihn angeht, auch mal bisexuell war: Jane Bowles, Autorin und Dramatikerin, die unbedingt wiederentdeckt werden sollte, war eine ausgesprochene Unglückskrähe: Sie hinkte nach einem Sturz vom Pferd, war Alkohol- und Drogensüchtig, von Schuldgefühlen, Minderwertigkeitskomplexen und Selbstzweifeln geplagt und mit einem beißenden Auto-Sarkasmus begabt, mit dem sie sich selbst als eine „verkrüppelte jüdische Lesbe“ verlachte.

    Das zweite Gedicht im folgenden Beitrag stammt von ihr. Nicht von Paul Bowles. Denn der war erst später zu einem erfolgreichen Autor geworden. Zuerst war er ein erfolgreicher Komponist, der u.a. bei Aaron Copland studiert hatte. 56 Stücke umfasst die Liste seiner Kompositionen in Wikipedia, von einer Sonate, die er als 21-Jähriger schrieb, bis zu Balletten und Opern.

    Die Lieder im folgenden Stück sind eigene Kompositionen von Paul Bowles. Die Texte sind von Tennessee Williams und Jane Bowles. Eingespielt und gesungen von dem Mainzer Pianisten Jens Barnieck und der Mezzosopranistin und Wagnersängerin Julia Oesch aus Frankenthal.

    Informationen zu Vita und Werk von Paul Bowles

    finden Sie unter

    https://en.wikipedia.org/wiki/Paul_Bowles ( in Englisch, aber umfangreicher und mit Bild )

    https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Bowles ( in Deutsch )

    zu einem Bild von Jane und Paul Bowles ( https://www.vol1brooklyn.com/wp-content/uploads/2014/02/jane_paul_bowles.jpg )

    11 min
  • Extra: Natur als Quelle der FreiheitGeorg Forster: „Ansichten vom Niederrhein“

    Es war der Dummheit und der Ignoranz unserer Lehrer geschuldet, dass wir in der Schulzeit unserer Generation, die Ende der Sechziger/Anfang der Siebziger Jahre Abitur machten, kein Wort, noch nicht einmal den Namen jenes Mannes gehört hatten, der 1772 mit Captain Cook die Welt umrundet hatte. Da war er gerade mal Siebzehn.

    Der mit seinen verständnisvollen, schon vor 250 Jahren ganz ohne eurozentristische, ohne imperiale und rassistische Beschreibungen fremder Völker die Ethnologie begründete. Der als Naturwissenschaftler Länder und Meere, Tiere und Pflanzen erstmals beschrieb und zum Wegbegleiter, Freund und Inspirator Humboldts wurde. Der mit den lebendigen, anschaulichen und bildstarken Beschreibungen seines Stils die moderne Reiseliteratur begründet hat.

    Der 1792 maßgeblich an der Gründung der Mainzer Republik beteiligt und Vize-Präsident der provisorischen Verwaltung war; der als Abgeordneter des ersten demokratischen Parlaments in Deutschland nach Paris reiste, um die Angliederung der ersten deutschen Republik an das Frankreich der französischen Revolution zu betreiben, der bis zu seinem frühen Tod 1794 in Paris überzeugter Jakobiner und Revolutionär blieb. (Ach so, daher wehte der Wind! Weshalb er in der BRD nicht auf den Lehrplänen stand und erst ab Mitte der Siebziger Jahre ganz langsam wiederentdeckt wurde).

    Im Frühjahr 1790, also vor 235 Jahren, unternahm Georg Forster mit dem jungen Alexander von Humboldt eine große Reise, die ins Rheinland, in die Österreichischen Niederlande, nach Holland, England und Paris führte. 1794 erschien das dreibändige Buch über diese Reise unter dem Titel „Ansichten vom Niederrhein, von Brabant, Flandern, Holland, England und Frankreich im April, Mai und Juni 1790“.

    Daraus lese ich Ihnen die Passagen vor, die im heutigen Rheinland-Pfalz spielen.

    Aus der Werbung des Aufbau Verlags

    Georg Forster unternahm im Frühjahr 1790, begleitet (!) vom noch jungen Alexander von Humboldt, eine Reise, die ihn vom Rheingau nach Ehrenbreitstein, Köln, Düsseldorf über Aachen u. a. nach Lüttich und Brüssel, in die Niederlande nach England und schließlich nach Paris führte. In seinem dreibändig erschienenen Werk hat er seine Beobachtungen festgehalten.

    Ansichten vom Niederrhein stand lange im Schatten seiner epochalen Voyage Round The World, der Reise um die Welt, die er als erst zwanzigjähriger Begleiter der zweiten Weltumsegelung von Captain Cook 1775/1776 verfasst hatte. Doch dieselbe Stilsicherheit, dieselbe Beobachtungsgabe kommen auch in den Ansichten von Niederrhein zum Tragen – geschärft um die Erfahrung in Forschung, Lehre und politischem Engagement, die sich Georg Forster in den 15 Jahren, die zwischen beiden Reisebüchern liegen, erworben hat. Anders als noch auf der Cook-Expedition, war das Hauptanliegen Forsters nicht botanisch präzise und zoologisch exakte Beschreibungen noch unbekannter Arten von Tieren und Pflanzen. Seine Meisterschaft liegt neben der Beschreibung der vertrauten Landschaft nordeuropäischer Niederungen und der Landessitten der Bevölkerung in der bestechenden Beobachtung des ökonomischen Zustands und der vergleichenden Betrachtung der politischen Verfasstheit der bereisten Staaten. Richtungsweisend war Forsters Bericht auch in ästhetischer Hinsicht: Mit der Vielzahl präziser und brillant geschriebener Beschreibungen von Architektur und vor allem Kunst hat er der noch jungen Disziplin der Kunstgeschichte in ihren Anfängen geholfen und ihr sogleich das Vorbild eines mustergültigen Stils mitgegeben.

    „Mehr hat man doch nicht, als was einem durch diese zwei Oeffnungen der Pupille fällt und die Schwingungen des Gehirns erregt. Anders als so nehmen wir die Welt und ihr Wesen nicht auf.“ – Georg Forster

    Link des Verlags zum Buch mit Vorschau

    Biographie Georg Forster

    Umfangreiche Informationen zur Biographie und zu den Werken von Georg Forster finden sie bei:

    https://www.regionalgeschichte.net/bibliothek/biographien/forster-georg.html (aus: Institut für Geschichtliche Landeskunde Rheinland-Pfalz e.V.)

    sowie bei

    https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Forster

    33 min
  • Extra: Joseph-Breitbach-Preis für Frank Witzel

    Am 12. November 2025 wird Frank Witzel 70 Jahre alt. Sein größtes Geburtstagsgeschenk erhielt er allerdings schon im September: 50.000 Euro mit der Verleihung des Joseph-Breitbach-Preises in Koblenz. Denn von dort stammt der Schriftsteller, Publizist und Investor Joseph Breitbach (1903-1980).

    Frank Witzel wurde 1955 in Wiesbaden geboren und lebt in Offenbach und Berlin. Und er ist ein höchst vielfältiger Künstler: Schriftsteller, Musiker, Komponist und Zeichner. Er illustrierte und gestaltete seine eigenen Bücher und die anderer. Er ist ein klassisch ausgebildeter Musiker, der für seine Hörspiele die Musik selbst schreibt, aber auch andere Musikstück komponiert und das Libretto zu der Oper „Dora“ verfasst hat. Vor allem aber ist er Autor von Gedichtbänden, Romanen, Erzählungen, Tagebüchern und Genres, deren Mischformen zwischen Essay, Experiment, Betrachtung, politische, psychologische und philosophische Überlegungen in keine Schubladen passen.

    Das gilt auch für sein Hauptwerk, für das er 2015 den Deutschen Buchpreis erhielt: „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“ ist ein 800 Seiten starkes Textkonvolut, „ ein im besten Sinne maßloses Romankonstrukt“, das durch viele literarischen Formen streunt: Erzählungen über das Erwachsenwerden eines Dreizehnjährigen in Wiesbaden, imaginierte Verhöre, Protokolle, innere Monologe, philosophische und psychologische Erörterungen, Action, Essay und Wahnvorstellungen. Eine „Mischung aus Wahn und Witz, formaler Wagemut und zeitgeschichtliche Panoramen…einzigartig in der deutschen Literatur, ein genialisches Sprachkunstwerk…ein großer Steinbruch, ein hybrides Kompendium aus Pop, Politik und Paranoia“.

    Und – möchte ich hinzufügen – ein Buch, das zu Unrecht als schwerer Lesestoff bezeichnet wird, sondern höchst vergnüglich herz- und hirnerhellend ist für alle die sich darauf einlassen.

    Daraus wird Frank Witzel im folgenden Extra lesen, nachdem ihn Mareike Gries in einem Interview zu Leben, Werk und Breitbach-Preis befragt hat.

    Biografie Frank Witzel (aus Wkipedia)

    Frank Witzel (* 12. November 1955 in Wiesbaden) ist ein deutscher Schriftsteller, Illustrator, Radiomoderator und Musiker. Er lebt in Offenbach am Main und in Berlin.

    Witzel absolvierte nach der Schule zunächst eine musikalische Ausbildung am Konservatorium Wiesbaden. Bereits in seiner Kindheit lernte er Klavier, Cello und klassische Gitarre. Ab 1975 veröffentlichte Witzel Gedichte in alternativen Literaturzeitschriften wie Die Gießkanne, Das Nachtcafé, TJA oder Machwerk. Sein erster Gedichtband Stille Tage in Cliché erschien bei Nautilus 1978.

    In seinem Roman Bluemoon Baby (2001) erzählt Witzel die Geschichte des in Mittelhessen lebenden Gymnasiallehrers Hugo Rhäs, die sich mit anderen Handlungssträngen – etwa dem bizarren Auftritt des knochenlosen Spions Douglas Douglas Jr. in Wisconsin – überschneidet. Dabei verknüpft Witzel moderne Verschwörungstheorien mit Elementen des Spionageromans, durchsetzt von Anspielungen auf Popkultur und Literatur: Die dekonstruktivistische Theorie Jacques Derridas hat ebenso ihren Auftritt wie Heinrich Böll oder William S. Burroughs.

    Auch im folgenden Roman Revolution und Heimarbeit (2003) kombiniert Witzel Verschwörungstheorien – wie etwa die angeblich bloß simulierte Mondlandung im Jahr 1969 – mit grotesken Ereignissen, Kapitalismuskritik und Freakshow-Elementen. Es treten folgende Protagonisten auf: eine kambodschanische Teletubbie-Schauspielerin, eine Mennonitin, ein Kleinkrimineller, ein Reliquiendealer, ein Werbetexter und ein Journalist, der eine Geschichte zu konstruieren versucht und dabei das Prinzip der Faktizität und Objektivität ad absurdum führt. Mit diesen Themen- und Figurenkonstellationen steht Witzel in der Tradition Thomas Pynchons, der die Kombination von Popkultur, Paranoia und philosophischen Diskursen in der Literatur maßgeblich beeinflusst hat.

    Für sein Romanprojekt Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969 erhielt Witzel 2012 den Robert-Gernhardt-Preis. 2015 wurde der fertiggestellte Roman mit der folgenden Begründung mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet:[1][2][3]
    Frank Witzel 2017

    „Frank Witzels Werk ist ein im besten Sinne maßloses Romankonstrukt. Erzählt wird die Geschichte eines Jungen aus der hessischen Provinz, der sich im Alter von dreizehneinhalb auf der Schwelle zum Erwachsenwerden befindet. In diese Geschichte eingewoben ist das politische Erwachen der alten Bundesrepublik, die beginnt, sich vom Muff der unmittelbaren Nachkriegszeit zu befreien. Diese Ära des Umbruchs wird heraufbeschworen in disparaten Episoden, die unterschiedlichste literarische Formen durchspielen, vom inneren Monolog über die Action-Szene oder das Gesprächsprotokoll bis zum philosophischen Traktat. Der Roman „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“ ist in seiner Mischung aus Wahn und Witz, formalem Wagemut und zeitgeschichtlicher Panoramatik einzigartig in der deutschsprachigen Literatur. Frank Witzel begibt sich auf das ungesicherte Terrain eines spekulativen Realismus. Mit dem Deutschen Buchpreis wird ein genialisches Sprachkunstwerk ausgezeichnet, das ein großer Steinbruch ist, ein hybrides Kompendium aus Pop, Politik und Paranoia.“

    – Begründung der Jury des Deutschen Buchpreises 2015[4]

    2018 schrieb Witzel unter dem Titel Stahnke eine fünfzehnteilige Hörspielserie für den Bayerischen Rundfunk. In einer Pilotfolge von 50 Minuten, deren Beginn auf den Romananfang von Robert Musils Mann ohne Eigenschaften anspielt, und vierzehn Folgen von jeweils knapp einer halben Stunde erzählt sie von dem Architekten Stahnke, der im Auftrag der Firma IGWT durch die Provinz der Bundesrepublik fährt, um in Kleinstädten Möglichkeiten für Bauprojekte zu erkunden. Er analysiert dabei nicht nur die baulichen Gegebenheiten der jeweiligen Orte, sondern auch Sozialstruktur und politische Machtverhältnisse. Stahnke ahnt, dass diese Bauprojekte reihenweise scheitern und mitunter sogar die Gemeinden in den Ruin treiben werden. Als eine Reihe mysteriöser Morde die Gegend erschüttert, die er jüngst für seine Standort-Evaluationen bereiste, gerät er ins Visier des ermittelnden Kommissars.[5]
    Zusammen mit Uwe Timm nahm Witzel 2018 die Tübinger Poetik-Dozentur wahr, gemeinsam mit Ingo Schulze 2021/22 die Paderborner Gastdozentur für Schriftstellerinnen und Schriftsteller. 2021 wurde Witzel der Erich-Fried-Preis zuerkannt;[6] 2022 wurde er in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung aufgenommen.[7] 2024 wurde die Oper Dora von Bernhard Lang, Libretto Frank Witzel, aufgeführt an der Staatsoper Stuttgart, bei der internationalen Kritikerumfrage der Opernwelt zur "Uraufführung des Jahres" gewählt.[8] 2024 wurde sein Essay Die Möglichkeit einer Micky Maus mit dem Wortmeldungen-Ulrike Crespo Literaturpreis ausgezeichnet.[9] 2025 erhält Witzel für sein Gesamtwerk den Joseph-Breitbach-Preis[10].

    (Quelle und weitergehende Infos: https://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Witzel (Stand_ 31.10.2025)

    zur Homepage von Frank Witzel

    Frank Witzel und seine Bücher bei Mattes&Seitz

    Frank Witzel

    Frank Witzel veröffentlichte seit seinem ersten Lyrikband 1978 mehr als ein Dutzend Bücher, darunter den Roman Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969, für den er den Deutschen Buchpreis 2015 erhielt. Für das gleichnamige Hörspiel gewann er den Deutschen Hörspielpreis 2017. Für seinen Roman Direkt danach und kurz davor war er für den Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2017 nominiert, mit seinem Roman Inniger Schiffbruch war er 2020 erneut auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Er hatte die Poetikdozentur der Universitäten Heidelberg, Tübingen und Paderborn inne und war 2017/2018 Inhaber der Friederichs-Stiftungsprofessur an der Hochschule für Gestaltung Offenbach. Von seinen zahlreichen Hörspielen ist die vom BR 2018 produzierte Hörspielserie Stahnke, und das zuletzt 2024 vom HR gesendete Hörspiel Gerhart Preßler – Ein Leben im Ton, alle in der Regie von Leonhard Koppelmann, zu nennen. Die in Stuttgart aufgeführte Oper Dora von Bernhard Lang, für die Witzel das Libretto schrieb, wurde 2024 zur Uraufführung des Jahres gewählt. Im selben Jahr erhielt Witzel den Crespo Wortmeldungen Literaturpreis für seinen Essay Die Möglichkeit einer Micky Maus.

    zu den Infos und allen Büchern von Frank Witzel beim Verlag Mattes&Seitz

    Joseph-Breitbach-Preis

    Nach dem Willen des am 9. Mai 1980 in München verstorbenen Schriftstellers Joseph Breitbach, der in Koblenz geboren, in Paris gelebt hat, verleiht die Mainzer Akademie für Wissenschaft und Literatur gemeinsam mit der Stiftung Joseph Breitbach alljährlich einen Literaturpreis. Er trägt den Namen Joseph-Breitbach-Preis der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz. Mit diesem Preis sollen deutschsprachige Werke aller Literaturgattungen ausgezeichnet werden. Der Preis wird seit 2003 in der Geburtsstadt Joseph Breitbachs, in Koblenz, verliehen. Seit 2004 wird nur ein Preisträger ausgezeichnet. Die Preissumme beträgt zur Zeit 50.000 Euro.

    41 min
  • Extra: HimmelbrandZum Tod des saarländischen Autors Gerhard Tänzer im August 2025 mit Ralph Schock

    Gerhard Tänzer wurde 1937 in Nordhausen am Harz geboren. 1955 siedelte er in die BRD über. In Göttingen studierte er Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte. Bis 2000 unterrichte er als Gymnasiallehrer in Saarlouis, wo er am 12. August 2025 starb.

    Ab 1970 veröffentlichte Gerhard Tänzer Gedichte in Zeitschriften und Anthologien, seit 1979 publizierte er elf Gedichtbände, drei Theaterstücke und zwei Hörspiele.

    Seine Erzählung „Himmelbrand“ mit Erinnerungen an Jugend und Kindheit ist Thema des folgenden Gesprächs mit Ralph Schock.

    Gerhard Tänzer

    geb. 18.3.1937 in Nordhausen, gestorben 12.8.2025 in Saarlouis.

    Nach dem Schulabschluss in seiner Geburtsstadt siedelte Tänzer 1955 nach Westdeutschland über, da er in der DDR keinen Studienplatz erhielt. Von 1956 bis 1962 studierte er in Göttingen Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte. Danach war Tänzer zunächst einige Jahre im niedersächsischen Schuldienst tätig, von 1967 bis zu seiner Rente im Jahre 2000 arbeitete er als Lehrer an einem Gymnasium in Saarlouis. Tänzer debütierte 1979 als Lyriker („Hier und anderswo“), er verfasste später auch konkrete Poesie, Theaterstücke, Hörspiele und Erinnerungsbände, vor allem über seine Herkunft im Harz. 2003 schrieb er den Text des offiziellen Saarlandlieds.

    Weitere Werke:

    Schönes Blumenfeld. Kleine erotische Versschule. Pfälzische Verlagsanstalt, Landau 1985. Erweiterte Neuausgabe: Frankfurt 1988, S. Fischer-Verlag.

    CRICRI. Konkrete Poesie. Queißer Verlagsgesellschaft, Lebach 1987.
    Sommerreise = Voyage d'été. Gedichte, deutsch-französisch, mit Zeichnungen von Aloys Ohlmann, Editions Voix, Metz 1992.
    Das Land vor Augen. Gollenstein Verlag, Blieskastel 1999.
    Landstücke = Paysages. Gedichte, deutsch-französisch, mit Holzschnitten von Gabriele Eickhoff. Conte Verlag, Saarbrücken 2006.
    Fischer, wie hoch ist das Wasser? Gedichte und Bilder. Selbstverlag, Überherrn 2012.
    Himmelbrand – Erinnerung einer Kindheit und Jugend. Conte Verlag, Saarbrücken u. St. Ingbert 2012.
    Frouwe, frouwe, frouwe mîn!“ Thüringische Minnelieder. Übertragen von Gerhard Tänzer. Quartus-Verlag, Bucha bei Jena 2005.
    Die Nachtwache - Drei kleine Stücke. Queißer Verlagsgesellschaft, Lebach 1987.
    Am Ende des Parks. Hörspiel, SR 1981
    Eine alte Geschichte. Hörspiel, SR 1987

    Mitgewinner des Theaterstück-Wettbewerb „Spielzeit-Zeitspiel“, 1984, Bayreuth

    Kulturpreis für Kunst und Wissenschaft 1999 des Landkreises Saarlouis.

    53 min

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