
Sign up to save your podcasts
Or


Hat das geheime Sykes-Picot-Abkommen von 1916 die heutigen Grenzen des Nahen Ostens geschaffen? Und gehen die Konflikte der Region letztlich auf die Entscheidungen europäischer Kolonialmächte zurück?Darüber spreche ich mit dem Historiker und Islamwissenschaftler Maurus Reinkowski. Er erklärt, warum Sykes-Picot zwar zu einem mächtigen Symbol geworden ist, die tatsächliche Neuordnung des Nahen Ostens aber wesentlich komplizierter verlief.Wir sprechen über den Untergang des Osmanischen Reiches, die Interessen Großbritanniens und Frankreichs und die widersprüchlichen Versprechen der britischen Politik. Es geht um die Balfour-Deklaration, die Entstehung Israels, den kolonialen Kontext des Zionismus und die Frage, warum ein gemeinsamer arabischer Staat nie Wirklichkeit wurde.Außerdem diskutieren wir, wie viel Verantwortung der Westen für die heutigen Konflikte trägt – und warum historische Fremdbestimmung nicht dazu führen darf, den Menschen und politischen Eliten der Region jede eigene Handlungsfähigkeit abzusprechen.Maurus Reinkowski ist Professor für Islamwissenschaft und Leiter des Fachbereichs Nahoststudien an der Universität Basel. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören das Osmanische Reich, die moderne Türkei, Nationalismus und Minderheiten im Nahen Osten sowie Palästina in spätosmanischer Zeit.Mehr über Maurus Reinkowski:https://nahoststudien.philhist.unibas...Wenn euch das Gespräch gefällt, abonniert den Kanal. Hier erscheinen ausführliche Gespräche über Geopolitik, Geschichte und internationale Entwicklungen.#SykesPicot #Nahost #Geopolitik
Warum braucht Künstliche Intelligenz eigentlich ein Gesicht?KI-Avatare können beraten, Wissen vermitteln, Schulungen durchführen oder Menschen durch digitale und virtuelle Umgebungen begleiten. Doch welchen Vorteil hat ein virtueller Mensch gegenüber einem klassischen Chatbot? Vertrauen wir einer KI stärker, wenn sie ein Gesicht und eine Stimme bekommt? Und wo liegt überhaupt der konkrete Nutzen für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen?Darüber spreche ich mit Cansu Yapıcı vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO. Sie ist kommissarische Leiterin der Teams Data-driven Transformation sowie Urban Governance and Resilience und forscht an der Schnittstelle von Digitalisierung, neuen Technologien und deren Anwendung in Wirtschaft und Gesellschaft.Wir sprechen darüber,• was eigentlich unter einem Avatar zu verstehen ist,• warum Unternehmen in virtuelle Avatare investieren,• welche konkreten Anwendungsfälle es bereits gibt,• welche Rolle Fachkräftemangel, Beratung und Wissensvermittlung spielen,• ob Menschen Avataren stärker vertrauen als klassischen Chatbots,• wie Mimik, Stimme und Aussehen unsere Wahrnehmung beeinflussen,• wie sich unterschiedliche Entwicklungsstufen von KI-Avataren mit dem LAIA²-Modell einordnen lassen,• wie divers virtuelle Menschen sein sollten,• wo ethische und regulatorische Fragen entstehen• und ob KI-Avatare künftig zu selbstverständlichen Kollegen, Beratern oder Ansprechpartnern werden.Dabei geht es auch um eine ganz grundlegende Frage: Sind Avatare am Ende nur „ChatGPT mit Gesicht“ – oder verändert die menschliche Erscheinungsform tatsächlich, wie wir mit Künstlicher Intelligenz interagieren?Das im Gespräch thematisierte LAIA²-Modell („Level-based AI Avatar Assessment“) des Fraunhofer IAO unterteilt KI- und XR-Avatare in unterschiedliche Entwicklungsstufen. Das zugrunde liegende Forschungspapier von Steffen Braun und David Blank wurde 2026 bei der HCI International mit dem Best Paper Award der Konferenz „Virtual, Augmented and Mixed Reality“ ausgezeichnet.#KI #Avatare #ArtificialIntelligence #DigitalHumans #XR #Fraunhofer #ZukunftDerArbeit
China gilt vielen als zentralistisch regierter Einparteienstaat, in dem Xi Jinping alle wichtigen Entscheidungen trifft. Doch dieses Bild greift zu kurz.Im Gespräch erklärt der Politikwissenschaftler und China-Experte Prof. Dr. Björn Alpermann, wie das politische System der Volksrepublik tatsächlich funktioniert. Warum spielen die Provinzen eine so wichtige Rolle? Weshalb konnte Korruption zeitweise sogar Wirtschaftswachstum fördern? Und wie verändert Xi Jinping das Verhältnis zwischen Partei und Staat?Außerdem sprechen wir über Chinas technokratische Führung, den Einfluss von Ingenieuren auf politische Entscheidungen, die staatliche Industriepolitik, Taiwans Bedeutung für die Halbleiterindustrie sowie die dramatischen Folgen der demografischen Entwicklung.Ein Gespräch über die innere Logik des chinesischen Systems – und darüber, warum China oft komplexer ist, als es im Westen wahrgenommen wird.In dieser Folge: Wie China tatsächlich regiert wirdDas Konzept des „fragmentierten Autoritarismus“Warum Provinzen miteinander konkurrierenAccess Money: Warum Korruption zeitweise Wachstum fördern konnteXi Jinpings AntikorruptionskampagneDie Verschmelzung von Partei und StaatTechnokratie und die Rolle von IngenieurenChinas Industriepolitik und HalbleiterstrategieTaiwan und TSMCDie Folgen der Ein-Kind-PolitikWarum China im Westen häufig missverstanden wirdKapitel: 00:00 Intro01:05 Wie wird China tatsächlich regiert?04:45 Fragmentierter Autoritarismus und die Macht der Provinzen14:50 Korruption als Bestandteil des Systems22:00 Xi Jinpings Antikorruptionskampagne32:50 Die Ingenieursrepublik China44:00 Halbleiter, Industriepolitik und Taiwan49:00 Demografie und die Folgen der Ein-Kind-Politik58:00 Warum China im Westen oft missverstanden wird1:00:30 Verabschiedung
From the publisher's feed