ERF Gottesdienst

Protestanten weltweit


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© Andrew Seaman / unsplash.com
Sie leben tausende Kilometer voneinander entfernt in völlig unterschiedlichen Kulturen – evangelische Christen auf der asiatischen Insel Borneo, in Amman/Jordanien und Kopenhagen/Dänemark. Ein gemeinsamer Wunsch verbindet sie: ihre Gemeinden sollen wachsen. Doch sie stoßen auf Widerstände – nicht nur in muslimischen Mehrheitsgesellschaften, auch in der liberalen westeuropäischen Demokratie. Über Chancen und Herausforderungen protestantischer Gemeinden hat Regina König mit Ehrenamtlichen aus Malaysia, Jordanien und Dänemark im Zentrum des Lutherischen Weltbundes in Wittenberg gesprochen.
 
Quelen Angudampai und Mabel Ngee-Fui Ho von der Insel Borneo. (Bild: Regina König / ERF Medien)Quelen Angudampai lebt in einem Paradies. 20 Millionen Touristen kommen Jahr für Jahr in ihre Heimat – nach Malaysia. Endlose Strände, ausgedehnte Mangroven-wälder, unzählige Orchideenarten – all das fasziniert Menschen aus der ganzen Welt. Auch in Quelens Heimatstadt, in Kudat auf der Insel Borneo, gibt es eine Touristenattraktion: ein traditionelles Langhaus. Touristen können Wohnungen mieten in diesem Langhaus und so das Leben nachempfinden, das der indigene Stamm, zu dem auch Quelen gehört, über Jahrhunderte geführt hat. „Und wenn die Touristen zu dem Langhaus gehen, kommen sie an unserer Bibelschule vorbei. Das ist eine gute Möglichkeit, ihnen unsere Einrichtung vorzustellen,“ erzählt sie. Quelen Angudampai unterrichtet selbst an dieser Schule. Das Seminar gehört zu ihrer Kirche, der „Protestant Church of Sabah“. Vor etwa vier Jahren hat ihre Gemeinde zusätzlich zur Bibelschule noch einen Kindergarten eröffnet. All das ist möglich in Malaysia, und seit der Wahl im vergangenen Jahr, bei der die Opposition die Regierungsgeschäfte übernahm, fühlen sich die Protestanten besonders im Osten des Landes noch freier als vorher, sagt Quelen: „Meine Kirche hat jetzt mehr Chancen in der Öffentlichkeit präsent zu sein und wir haben weniger Auflagen. Wir können jetzt offener zeigen, dass wir Christen sind.“
 
Trotzdem: das christliche Hilfswerk Open Doors setzt Malaysia auf die Liste der Länder, in der Christen verfolgt werden. Auf dem Weltverfolgungsindex nimmt es Platz 42 ein. Etwa 10 Prozent der Einwohner gehören einer christlichen Kirche an. Inwiefern fühlen sie sich eingeschränkt? Mabel Ngee-Fui Ho lebt auch auf Borneo, weiter im Norden. Ihre Gemeinde gehört zur „Basel Christian Church of Malaysia“, die ihre Wurzeln in China hat, wie Mabel selbst. In vierter Generation lebt ihre Familie in Malaysia. Auch zu ihrer Gemeinde gehören zwei Bildungseinrichtungen: ein Kindergarten und eine Grundschule. Alle Kinder sind hier willkommen, auch muslimische: „Jedes Kind, ungeachtet seiner Religion, lernt bei uns z. B. das ´Vater unser´-Gebet. Auch muslimische Kinder. Natürlich erklären wir den Eltern vorher, dass wir eine christliche Schule sind. Und wenn sie einverstanden sind, dass ihr Kind biblische Geschichten kennen lernen darf, sind sie willkommen.“ Ehrenamtlich engagiert sich Mabel in ihrer Gemeinde als Schatzmeisterin im Missionsausschuss. Doch Mission ist in dem islamischen Land nur eingeschränkt möglich: „Wir können Chinesen, den indigenen Völkern und allen anderen Religionsgruppen das Evangelium bringen, aber nicht den Muslimen. Das ist illegal, Muslimen von Jesus zu erzählen. Bei allen anderen ist es in Ordnung.“
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