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„Reden ist billig.“ Diesen Satz hat ihm seine Großmutter eingeschärft. Und dieser Satz ist bei Klaus Dewald aus Gießen hängen geblieben - nicht viel fragen, sondern anpacken, wo Hilfe gebraucht wird. Schließlich sind daraus sogar Beruf und Berufung geworden.
GAiN-Leiter Klaus Dewald (Bild: GAiN)Und so ist Klaus Dewald bei der Hilfsorganisation GAiN, Global Aid Network, gelandet, deren deutschen Zweig er seit vielen Jahren leitet. Das Werk hat es sich zur Aufgabe gemacht, dort zu helfen, wo die großen Hilfswerke in den Krisen dieser Welt eine Nische lassen. Zum Beispiel in Armenien und in der Ukraine. Oder in Israel und Lettland, wo die wenigsten vermuten, dass praktische Hilfe überhaupt nötig ist. Doch die Ärmsten der Armen finden sich in vielen Gesellschaften. Oft auch dort, wo man ihr Leid nicht wahrhaben will.
Krieg muss man beim Namen nennen
Beispiel Ukraine. Dewald hat in diesem Jahr vor Ort Menschen in der sogenannten Kontaktzone aufgesucht und sich selten erschütternde Situationen angetroffen. In dem Bereich also, in dem russische und ukrainische Truppen gegeneinander kämpfen. Allein der Begriff Kontaktzone bringt Dewald in Rage. „Ist das etwa kein Krieg dort, weil man im Minsker Abkommen beschlossen hat, Krieg nicht Krieg zu nennen“, fragt Dewald. Zusammen mit Christen vor Ort sei er zu den zerstörten Häusern der Zivilbevölkerung gefahren, habe miterlebt, wie vor den Augen der traumatisierten Angehörigen die zerfetzten Überreste der Erschossenen zusammengesammelt wurden, darunter deren Ehepartner und Kinder.
Menschen müssen erleben, dass sich jemand um sie kümmert
„Diesen Menschen ein Zeichen zu geben, dass sie nicht allein sind, sondern dass sich jemand um sie kümmert, ist unheimlich wertvoll, und es ist genau das, was Jesus gemacht hat“, beharrt Dewald und muss manchmal dabei schlucken, weil ihn das alles nicht kalt lassen will. Genau deshalb begnügt er sich als Leiter seines Hilfswerks nicht, die Arbeit vom Schreibtisch aus zu tun, sondern Dewald fährt selbst immer wieder hin zu den Menschen. Er sucht sie zusammen mit seinem Team und den Helfern vor Ort auf, geht in die zerschossenen Häuser wie in der Ukraine oder in die armseligen Hütten von Armenien.
Menschen ein Zeichen zu geben, dass sie nicht allein sind, sondern dass sich jemand um sie kümmert, ist unheimlich wertvoll, und es ist genau das, was Jesus gemacht hat. – Klaus Dewald
Scham, weil jemand nichts zum Waschen hat
Hier wie dort fehlt es oft am Allernötigsten. „Ich habe Menschen getroffen, die sich schämen und nicht zum Arzt gehen, weil sie stinken“, berichtet Dewald. „Ganz zu schweigen davon, dass sie die Arztrechnung nicht bezahlen können fehlt ihnen allein schon das Geld für die einfachsten Hygiene-Artikel.“ Und deshalb stehen bei GAiN immer wieder so simple Dinge wie Waschzeug, Zahnpasta und Zahnbürsten auf den Bedarfsgüterlisten. Wöchentlich gehen sie mit einem 40- Tonner von Gießen aus in die Hilfsgebiete.
Den Helfern vor Ort helfen
Doch GAiN will nicht einfach nur von außen als Gönner und Wohltäter in einem Krisengebiet auftauchen. Oberstes Prinzip sei es, den Helfern vor Ort Hilfe zu ermöglichen, betont Klaus Dewald. Das können kirchliche Partner sein, oder auch mal nur eine Hand voll Christen, die sich unter widrigsten Umständen für ihre Mitmenschen engagieren.
Zwischen Highteck und Entwicklungsland
Überrascht hat Dewald, dass selbst in einem EU-Land wie Lettland in manchen Landesteilen die Armut groß ist, oder in Israel, das zum einen als Hightech- und …