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NOTFALLREFORM: WAS VERBESSERT SICH – UND WAS FEHLT?
Ein Beschluss ist ein Anfang. Entscheidend ist, welche Hilfe bei den Menschen ankommt. In Folge 320 ordnen Samy Splint und Max Trapp die Notfallreform verständlich ein und diskutieren, was sich an der gesamten Versorgungskette ändern muss.
DARÜBER SPRECHEN WIR
• 112 und 116117: Wie aus vernetzten Rufnummern verlässliche Hilfe werden soll.
• Integrierte Notfallzentren und Versorgung vor Ort: Chancen der vorgesehenen Änderungen.
• Regionale Unterschiede: Warum gute Beispiele bundesweit Wirkung entfalten müssen.
• Notfallsanitäter: gesetzliche Befugnisse, Ausstattung und die Umsetzung im Alltag.
• Leitstellen, Telefonreanimation, Ersthelfer und Defibrillatoren: Hilfe beginnt vor dem Rettungswagen.
• Digitalisierung und Qualität: verlässliche Übergaben, vergleichbare Ergebnisse und Lernen aus Fehlern.
• Erfahrungen aus Deutschland und Österreich – und was wir daraus lernen können.
Zum Einstieg: unser neuer Markenauftritt, eure Kommentare zu „Krank zur Arbeit?“ und die Frage, wann wir auf Twitch live sind.
ZUM WEITERLESEN
Unser Blogartikel: Notfallreform 2026 – richtiger Schritt im Bundestag, noch lange nicht genug
https://retterview.de/notfallreform-2026-bundestagsbeschluss/
QUELLEN UND EINORDNUNG
Redaktioneller Stand: 18. Oktober 2026. Die Folge bespricht den Bundestagsbeschluss vom 15. Oktober 2026. Bundestagsbeschluss, Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens, Verkündung, Inkrafttreten und praktische Umsetzung sind unterschiedliche Schritte. Vorgesehene Änderungen sind damit nicht automatisch bereits geltendes Recht. Unsere Bewertungen und Reformideen sind als solche zu verstehen; regionale Beispiele lassen sich nicht pauschal auf ganz Deutschland übertragen.
Deutscher Bundestag: Beschluss zur Reform der Notfallversorgung
https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2026/kw42-de-notfallversorgung-1223578
Bundesgesundheitsministerium: Fragen und Antworten zur Notfallreform
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/gesetze-und-verordnungen/guv-21-lp/notfallreform/faq-notfallreform
Bereits geltendes Recht: § 2a Notfallsanitätergesetz
https://www.gesetze-im-internet.de/notsang/__2a.html
EURE ERFAHRUNGEN SIND GEFRAGT
Welche Veränderung würde bei euch vor Ort am meisten helfen? Schreibt uns in den Kommentaren auf retterview.de oder im Podcastplayer.
Twitch: montags gegen 20 Uhr
https://www.twitch.tv/retterview_official
YouTube: https://www.youtube.com/@Retterview-official
Instagram: https://www.instagram.com/retterview/
Samy: https://www.instagram.com/samy.splint/
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Zwei blaue Haken. Keine Antwort. Aber eine neue Story ist offenbar noch drin? Samy kennt beide Seiten dieser Diskussion – und Max hätte zumindest gern ein kleines Lebenszeichen.
In unserer ersten Podcastaufnahme mit dem Twitch-Chat sprechen wir darüber, was wir voneinander erwarten. Auf der Wache, im Freundeskreis und auf dem Handy. Warum gehen wir krank zur Arbeit, obwohl wir wissen, dass das keine gute Idee sein kann? Wie viel schlechtes Gewissen steckt hinter dem Satz „Ich will die Kollegen nicht hängen lassen“? Und warum fühlt sich eine gelesene Nachricht manchmal schon wie ein verbindlicher Auftrag an?
Dazwischen landen wir bei Nachteulen, einem Handy in Schwarz-Weiß und Dr. Google. Gesundheitsinformationen können helfen – aber eine Suche kann auch immer neue Sorgen aufmachen. Bei KI geht es uns ähnlich: Eine überzeugende Antwort ist noch lange keine richtige. Vielleicht wäre „Weiß ich nicht“ manchmal die bessere Antwort. Auch bei Menschen.
Zum Schluss wird es persönlich: Wer würde merken, wenn wir uns nicht mehr melden? Warum fällt es manchmal so schwer, alte Freunde einfach anzuschreiben? Und warum braucht Max selbst nach einer guten Zeit mit seinen Lieblingsmenschen erst einmal Ruhe, während Samy am liebsten noch länger auf dem Festival bleiben würde?
Vorher nehmen wir uns Zeit für Johannas Rückmeldung zur vergangenen Folge. Wir sprechen über Körperfettwerte, Unterschiede zwischen Männern und Frauen und darüber, warum persönliche Sporterfahrungen nicht einfach zum Maßstab für alle werden können.
Ihr seid dran: Habt ihr ein schlechtes Gewissen, wenn ihr euch krankmeldet? Und was lösen zwei blaue Haken ohne Antwort bei euch aus? Schreibt in die Spotify-Kommentare oder diskutiert bei der Folge auf retterview.de/mit.
Quellen und weiterführende Links
- Krank zur Arbeit: Szymczak et al. (2015): Reasons Why Physicians and Advanced Practice Clinicians Work While Sick (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26146908/). Die besprochenen Zahlen stammen aus einer Befragung an einem Kinderkrankenhaus in Philadelphia; sie beschreiben nicht den deutschen Rettungsdienst insgesamt.
- Gesundheitsangst und Suchen im Netz: Schenkel et al. (2021): Systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse zu Cyberchondrie(https://www.jmir.org/2021/11/e27835). Ein Zusammenhang ist kein Beweis dafür, dass jede Suche nach Symptomen krank macht.
- Gelesen, aber nicht geantwortet: Chou et al. (2022): Why Did You/I Read but Not Reply?(https://doi.org/10.1145/3491102.3517496). Eine qualitative Interviewstudie zu Lesebestätigungen und unterschiedlichen Erklärungen für ausbleibende Antworten.
- Körperzusammensetzung im Leistungssport: Kettunen et al. (2025): Associations Between Body Composition and Performance in Elite Endurance Athletes (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40962298/) und Hew-Butler et al. (2025): Evaluating lower limits of body fat percentage in athletes using DXA (https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1094695025000046).
- RED-S: IOC-Konsens von 2023 zu Relative Energy Deficiency in Sport (https://doi.org/10.1136/bjsports-2023-106994).
Fachliche Ergänzungen zur Folge
Die genannten Körperfettbereiche sind keine allgemeinen Zielwerte oder Diagnosegrenzen. Untersuchungen an Sportlerinnen und Sportlern lassen sich nicht einfach auf alle Menschen übertragen. Bei RED-S geht es um eine problematisch niedrige Energieverfügbarkeit; betroffen sein können Frauen und Männer. Siehe die oben verlinkten Sportstudien und den IOC-Konsens.
Die Vermutung, 80 Prozent bestimmter ADHS-Diagnosen seien eigentlich auf eine „hohe Dopamin-Baseline“ zurückzuführen, ist im Gespräch eine persönliche These und kein belegtes Studienergebnis. ADHS lässt sich nicht mit viel Handynutzung gleichsetzen. Zur fachlichen Einordnung: https://www.gesundheitsinformation.de/adhs-bei-erwachsenen.html und https://gesund.bund.de/adhs .
Auch Frauen können bei einem Herzinfarkt typische Brustschmerzen haben; weitere Beschwerden können ebenfalls auftreten. Die Formulierung „komplett anders“ ist deshalb zu pauschal. Dazu: https://herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit/anzeichen-fuer-herzprobleme-erkennen
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Fit für den Einsatz – aber darf der Döner bleiben?
Erst sitzt man auf der Wache, dann geht es mit Ausrüstung mehrere Stockwerke hoch. Der Rettungsdienst verlangt dem Körper einiges ab. Aber wie passt Bewegung zwischen Schichten, Familie und Feierabend?
In dieser Folge stellt Samy die Fragen, die beim Wiedereinstieg schnell auftauchen: Was bringen zweimal 30 Minuten? Muss Training immer bis zur völligen Erschöpfung gehen? Wie verliert man die Hemmung vor dem Fitnessstudio? Und darf der Döner trotzdem bleiben? Max bringt seine Erfahrungen aus vielen Jahren Sport mit – von Körpergewichtstraining und Rumpfstabilität bis zu Ernährung und Supplements.
Außerdem geht es um Fortschritte jenseits der Waage, Mahlzeiten für die Wache, High-Protein-Produkte, Kreatin, gekochte Eier und die Wahl des Speiseöls. Beim anschließenden Börsenquiz wird Samy mit Black Swan, Bull Trap, TACO, Rug Pull und Dead Cat Bounce konfrontiert. Zum Schluss beantworten wir eure Fragen und hören, wie der Podcast beim Weg in den Rettungsdienst begleiten kann.
WERBUNG UND SUPPORT
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HINWEIS
Wir teilen persönliche Erfahrungen und besprechen allgemeine Informationen. Die Folge ersetzt keine medizinische Beratung, Ernährungsberatung, Erste-Hilfe-Schulung oder berufliche Ausbildung. Die genannten Proteinmengen und Supplements sind keine individuelle Einnahmeempfehlung. Bei Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme, Schwangerschaft oder Minderjährigkeit klärt Veränderungen und Supplemente mit entsprechend qualifizierten Fachpersonen ab. Passt Bewegung an euren Trainingsstand an und trainiert Schmerzen nicht einfach weg.
QUELLEN UND FACHLICHE EINORDNUNG
Die folgenden Quellen dienen zur Vertiefung und Einordnung. Sie bestätigen nicht automatisch jede persönliche Einschätzung im Gespräch.
• Bewegung und Training: Die WHO betont, dass auch kleine Mengen Bewegung zählen. Kurze Einheiten können ein Einstieg sein; sie ersetzen nicht automatisch den empfohlenen gesamten Bewegungsumfang.
WHO – Physical activity:
https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/physical-activity
• Proteinbedarf: Die DGE unterscheidet nach Alter und Trainingsumfang. 1,2–1,6 g pro Kilogramm Körpergewicht sind keine pauschale Empfehlung für alle. Für gesunde Erwachsene unter 65 Jahren gilt grundsätzlich ein Referenzwert von 0,8 g/kg täglich; ab 65 Jahren ein Schätzwert von 1,0 g/kg. Bei umfangreichem Sport kann der Bedarf höher liegen.
DGE – Fragen und Antworten zu Protein und unentbehrlichen Aminosäuren:
https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/ausgewaehlte-fragen-und-antworten-zu-protein-und-unentbehrlichen-aminosaeuren/
• High-Protein-Produkte: Ein entsprechendes Label macht ein Lebensmittel nicht automatisch kalorienärmer oder gesünder. Vergleicht Zutaten und Nährwerte; eine ausreichende Proteinversorgung ist häufig auch mit gewöhnlichen Lebensmitteln möglich.
DGE – High-Protein-Produkte sind überflüssig:
https://www.dge.de/presse/meldungen/2021/high-protein-produkte-sind-ueberfluessig/
• Kreatin und andere Supplements: Nutzen, Risiken und die jeweilige Trainingssituation sollten gemeinsam betrachtet werden. Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine ausgewogene Ernährung.
DGE-Arbeitsgruppe Sporternährung – Nahrungsergänzungsmittel im Sport, Positionspapier, 2020:
https://www.dge.de/fileadmin/dok/gesunde-ernaehrung/gezielte-ernaehrung/sportler-innen/EU02_2020_M90_M98.pdf
Associations Between Body Composition and Performance in Elite Endurance Athletes
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40962298/
Evaluating lower limits of body fat percentage in athletes using DXA
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39869984/
Adiposity and risk of death: A prospective cohort study of 463,002 adults
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32988652/
Body fat and risk of all-cause mortality: a systematic review and dose-response meta-analysis of prospective cohort studies
https://www.nature.com/articles/s41366-022-01165-5?utm
2023 International Olympic Committee's (IOC) consensus statement on Relative Energy Deficiency in Sport (REDs)
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37752011/
Body composition and mortality risk in later life
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22820447/
Speiseöle: Rapsöl ist eine gute Wahl; auch andere pflanzliche Öle haben ihren Platz. Die pauschale Aussage, Omega-6 komme bei den meisten Menschen zu kurz, sollte aus dem Gespräch nicht als allgemeine Ernährungsempfehlung übernommen werden.
DGE – Pflanzliche Öle bevorzugen:
https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gut-essen-und-trinken/pflanzliche-oele/
BfR – Omega-3-Fettsäuren: Wichtig – aber in Maßen:
https://www.bfr.bund.de/fragen-und-antworten/thema/omega-3-fettsaeuren-wichtig-aber-in-ma%C3%9Fen/
Fachfrage zur Bradykardie: Die geschilderte Medikamentengabe ist eine Besprechung eines Einsatzes, keine allgemeine Dosierungs- oder Zubereitungsanleitung. Maßgeblich sind aktuelle Leitlinien, lokale SOP/SAA und die jeweilige ärztliche Verantwortung.
GRC – Aktuelle Reanimationsleitlinien und Algorithmen:
https://www.grc-org.de/wissenschaft/leitlinien
• Erste Hilfe und rechtliche Absicherung: Wer nach seinen Kenntnissen und mit angemessener Sorgfalt hilft, muss grundsätzlich keine Angst vor Haftung für unvermeidbare Fehler haben. Der Versicherungsschutz und mögliche Erstattungen hängen vom konkreten Sachverhalt ab.
DGUV – Rechtsfragen bei Erste-Hilfe-Leistung durch Ersthelferinnen und Ersthelfer:
https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/2565
SGB VII § 2 – Versicherung kraft Gesetzes:
https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_7/__2.html
SGB VII § 13 – Sachschäden und Aufwendungen:
https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_7/__13.html
• Die erwähnten Fahrzeug-Bewegungshinweise auf dem iPhone können Reiseübelkeit beim Mitfahren reduzieren. Sie sind kein Ersatz für eine individuelle medizinische Beurteilung.
Apple – Barrierefreiheit, Fahrzeug-Bewegungshinweise:
https://www.apple.com/de/accessibility/features/
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In dieser Folge:
• Offene Türen auf der Rettungswache: Kinderfragen, Begegnungen und Wertschätzung für den Rettungsdienst.
• Max wurde geghostet – und sein Frühstück gleich mit.
• Eure Community-Frage: Was tun, wenn der Alarm auf der Toilette losgeht?
• Als Einsatzkraft vor Gericht: Zwischen Aussage und Schweigepflicht.
• Schlagzeilen, Studien und Social Media: Warum sich der zweite Blick lohnt.
• Ein trauriger Einsatz mit einer unerwarteten Frage nach „Notruf“ im Fernsehen.
• Patientenwünsche und Vorsorge: Gespräche, die man nicht immer auf später verschieben sollte.
• Fotos mit Fans: Gerne – aber bitte nicht während der Patientenversorgung.
• Mitschätzen beim Körperquiz.
• Atemnot im Treppenhaus: Wie aufmerksame Nachbarn dem Team helfen.
• Erste Hilfe: Max hat Nachholbedarf.
• Ein auffällig langsamer Herzschlag und die Frage: Warum ist der Patient überhaupt gestürzt?
• Ausblick auf die FLORIAN-Messe und die Rescue League.
Jetzt seid ihr dran:
Wann war euer letzter Erste-Hilfe-Kurs? Wie viele Quizfragen habt ihr richtig beantwortet? Und welche Frage sollen wir in einer der nächsten Folgen aufgreifen?
Schreibt uns in die Kommentare oder über:
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Notfallreform: Wie kommt die richtige Hilfe zum Patienten?
Ein Mensch braucht Hilfe. Doch welche Nummer ist zuständig? Wer übernimmt nach der telefonischen Einschätzung? Und gibt es dort überhaupt Personal, einen Termin oder einen freien Behandlungsplatz?
In dieser Fachfolge sprechen Max Trapp und Notfallsanitäter Samy Splint über die geplante Notfallreform und darüber, was sich im Alltag tatsächlich verbessern müsste.
Darum geht’s
Danke, Stefanie Drese!
Ein herzliches Dankeschön an Stefanie Drese, Ministerin für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern, für ihren kurzen Gastauftritt per Sprachnachricht.
Sie stellt das geplante Telemedizin-Netz Nord-Ost (TENNO) vor. Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein wollen damit zunächst Krankenhäuser digital verbinden und medizinische Expertise standortübergreifend verfügbar machen. Weitere Versorgungsbereiche sollen perspektivisch eingebunden werden.
Der Beitrag beschreibt ein Vorhaben im Aufbau. TENNO ist ein eigenes Länderprojekt und nicht mit der bundesweiten Notfallreform gleichzusetzen.
Offizielle Informationen zu TENNO und zur Zusammenarbeit der beiden Länder
Eure Fragen und Erfahrungen
Was müsste sich aus eurer Sicht zuerst ändern? Schreibt uns einen Kommentar bei Spotify oder schickt uns eine Text- beziehungsweise Sprachnachricht per WhatsApp an 0381 87398112.
Bitte keine Anrufe und keine Gruppeneinladungen. Auch Kinderfragen zu Rettungsdienst, Erster Hilfe und Gesundheit sind willkommen – für Retterview Kids!
Persönliche Meinung und Stand der Folge
Unsere Bewertungen sind ausschließlich unsere persönlichen Meinungen. Wir sprechen weder für unsere Arbeitgeber noch für einen Landkreis oder andere Organisationen.
Die Folge bezieht sich auf den Stand vom 19. September 2026. Gesetzentwurf, Verbandsforderungen und geltendes Recht sind zu unterscheiden. Die Quellen dokumentieren unterschiedliche Positionen; ihre Verlinkung bedeutet keine vollständige Zustimmung unsererseits.
Bei lebensbedrohlichen Notfällen gilt in Deutschland: 112. Für dringende, nicht lebensbedrohliche Beschwerden außerhalb der Praxisöffnungszeiten, die nicht bis zur nächsten Sprechstunde warten können, hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117.
Quellen: Gesetzentwurf und Verfahren
Quellen: Rettungsdienst, Hilfsorganisationen und Luftrettung
Quellen: Ärzteschaft, Notaufnahmen und Pflege
Weitere Perspektiven aus unserer Vorbereitung
Nicht alle Positionen konnten wir in dieser Folge ausführlich besprechen:
Versorgungsangebote und Projekte
Rechtliche Grundlagen und Verantwortung
Handlungsempfehlungen und Checklisten ersetzen keine Prüfung der jeweils geltenden örtlichen Vorgaben.
Zum Fachwörterquiz und zur Schlaganfallerkennung
Werbung
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Einmal ins Möbelhaus, ein Sofa aussuchen, Kaffeemaschine anschließen – warum braucht Samy bitte einen ganzen Monat, um eine Rettungswache einzurichten?
Max hat Fragen. Und Samy hat gerade mit seinem Team eine neue Wache eingerichtet und einen RTW ausgestattet. Er nimmt uns mit ins „Haus der 1000 Türen“: vom ersten Rundgang durch die fast leeren Räume bis zu den vielen kleinen Entscheidungen, die aus einem Gebäude einen funktionierenden Arbeitsplatz machen.
Wir sprechen über Fluchtwege, den Arbeitsschutzausschuss, Schwarz-Weiß-Trennung, Ruheräume, Medikamentenlager und Datenschutz. Aber natürlich auch über die wirklich großen Einrichtungsfragen: Wie groß darf der Fernseher sein? Braucht eine Wache zwei Kaffeemaschinen? Und wer rettet eigentlich das Schnitzel, wenn der Melder geht?
Dazu: euer Spotify-Feedback, Nachrichten über Psychotherapie und Panikattacken, Blasen an den Füßen und der gute Start von Retterview Kids. Zum Schluss muss Max wieder vier Protokollsätze in verständliches Deutsch übersetzen. Diesmal hilft ihm ausgerechnet sein Englisch weiter.
Eine Folge für alle, die im Rettungsdienst arbeiten – und alle, die bisher dachten, eine Wache sei einfach eine WG mit Garage.
Ihr seid dran
Welches Fachthema sollen Samy und Max als Nächstes auseinandernehmen? Was darf auf eurer Wache auf keinen Fall fehlen? Schreibt in die Spotify-Kommentare oder über retterview.de/frage.
Und für die kleinen Rettungsfans: Hört mit euren Kindern in Retterview Kids rein und erzählt anderen Eltern davon!
Fachliche Ergänzungen zur Folge
• Wunddesinfektion: Der DRK-Link beschreibt die allgemeinen Regeln der Ersten Hilfe. Daraus ergibt sich kein pauschales gesetzliches Verbot für Laien. Die oben verlinkte Unfallkasse Rheinland-Pfalz erklärt ausdrücklich: Eine zusätzliche Desinfektion ist in der Regel nicht nötig, aber auch nicht grundsätzlich verboten. Entscheidend sind die Wunde, das geeignete Wundpräparat und die Anwendungsvorgaben. Wundschutz und gegebenenfalls ärztliche Abklärung bleiben wichtig.
• Blasenpflaster: Für eine geöffnete Blase ist es nicht automatisch „zu spät“. Eine passende Wundabdeckung kann auch dann helfen; die Auswahl richtet sich nach Wundzustand und Produktangaben. Bei Infektionszeichen oder starken Schmerzen ärztlich abklären lassen. Siehe den oben verlinkten NHS-Ratgeber.
• Arbeitsschutz: ASA steht für Arbeitsschutzausschuss. Er berät zu Arbeitsschutz und Unfallverhütung; § 11 ASiG ist keine bauliche Abnahmecheckliste. Gesetze, technische Regeln und DGUV-Informationen haben unterschiedliche Funktionen. Die Beispiele aus Samys Wache lassen sich deshalb nicht als pauschale Vorschriften auf jede Wache übertragen.
Nachtrag zum Fachwörterquiz – erst nach dem Mitraten lesen
Im ersten Rätsel bedeutet DMS Durchblutung, Motorik und Sensibilität. Distorsion bedeutet Verstauchung. Hier findet ihr die Erklärungen zu DMS und zur Sprunggelenkverstauchung.
Quellen und weiterführende Links
• Sicherer Rettungsdienst: interaktive Rettungswache und Fahrzeughalle – unser Tipp zum selbst Durchklicken.
• Sicherer Rettungsdienst: Planung von Neu- und Umbauten.
• DGUV Information 205-016: Sicherheit im Stützpunkt einer Hilfeleistungsorganisation – Ausgabe November 2024, mit einem eigenen Abschnitt zum Rettungsdienst.
• Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) und § 11 ASiG: Arbeitsschutzausschuss (ASA).
• Arbeitsstättenverordnung: Gefährdungsbeurteilung (§ 3), Einrichten und Betreiben (§ 3a) und Anforderungen an Räume, Verkehrs- und Fluchtwege.
• BAuA: Technische Regeln für Arbeitsstätten (ASR) und TRBA 250: Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege.
• TRGS 510: Lagerung von Gefahrstoffen und TRGS 554: Abgase von Dieselmotoren.
• Planungs- und Fahrzeugnormen: DIN 13049: Rettungswachen und DIN EN 1789: Krankenkraftwagen und deren Ausrüstung. Die Kataloginformationen sind frei zugänglich, die Normvolltexte kostenpflichtig.
• Medikamente und Geräte: § 15 BtMG: Sicherungsmaßnahmen, § 6 BtMVV: Einrichtungen des Rettungsdienstes und Medizinprodukte-Betreiberverordnung.
• § 203 StGB: Schutz von Privatgeheimnissen und Schweigepflicht.
• Zur Wundversorgung: DRK: Grundsätzliche Verbote bei der Wundbehandlung und Unfallkasse Rheinland-Pfalz: Wundversorgung bei Kindern, Stand April 2026.
• NHS: Blasen – Schutz, Versorgung und Warnzeichen und gesund.bund.de: Mit Angst umgehen.
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Brustdruck, kribbelnde Hände und das Gefühl: Hier stimmt etwas nicht. Würdest du die 112 wählen – oder zögern, weil du niemandem zur Last fallen willst?
Retterview ist zurück – und Samy hat Verstärkung am Mikrofon: Max, bisher hinter den Kulissen, stellt jetzt die Fragen, die sich Menschen ohne medizinische Ausbildung wirklich stellen. Gemeinsam sprechen die beiden über gefühlte und tatsächliche Notfälle, 112 und 116117 und darüber, warum Hilfesuchende mehr verdienen als ein Augenrollen.
Dazu: ehrliche Gedanken über die Podcast-Pause und das ewige Grübeln, Max im medizinischen Fachbegriffe-Quiz und ein erster Ausblick auf Retterview Kids. Neue Stimme, vertrauter Humor – steig wieder ein in den Pflasterlaster!
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Willkommen zum Funkspruch am Sonntag – einem neuen Format von Retterview. Kurze Gedanken. Ehrlich und ungefiltert. Jeden Sonntag um 18 Uhr ein neues Wort zum Sonntag, ca. fünf Minuten – etwas zum Überdenken für die neue Woche. Keine Sorge: Die normalen Folgen mit Gästen und längeren Gesprächen laufen ganz normal weiter. Funkspruch ist nur ein neues Puzzleteil von vielen.
In der allerersten Folge geht es um einen Satz, den Hannah Arendt einmal geschrieben hat: „Der Sinn von Politik ist Freiheit." Klingt groß, klingt akademisch – ist aber unfassbar nah an dem, was wir täglich im Rettungsdienst, in der Feuerwehr, beim THW, im Katastrophenschutz und in der Wasserrettung erleben. Denn Politik passiert nicht nur im Bundestag. Politik passiert auf jeder Wache, in jeder Wehr, in jedem Betrieb – jedes Mal, wenn Menschen darüber sprechen, wie sie miteinander umgehen wollen.
Samy spricht in dieser Folge darüber, warum Meinungsäußerung und Kritik im Rettungsdienst und in allen Rettungsorganisationen erlaubt sein müssen – als Notfallsanitäter*in, als Feuerwehrmann oder -frau, als Praxisanleiter*in, als Auszubildende*r, als Creator. Über Angstkulturen, über Leitungsfunktionen, die Kritik abblocken, über falsch zitiertes Recht – und vor allem darüber, warum es trotzdem Grund zur Hoffnung gibt. Weil es nämlich jede Menge Wachen, Wehren, Praxisanleitende und Führungskräfte gibt, die es längst besser machen.
Themen dieser Folge:
– Was bedeutet Hannah Arendts Satz „Der Sinn von Politik ist Freiheit" für unseren Alltag?
– Warum Politik nicht nur im Bundestag stattfindet, sondern auf jeder Rettungswache
– Was Freiheit nach Arendt wirklich heißt – und was sie nicht heißt
– Warum Kritik im Rettungsdienst kein Angriff, sondern ein Werkzeug ist
– Wie eine Angstkultur entsteht – und warum sie gefährlicher ist als jede ehrliche Kritik
– Positive Beispiele: Praxisanleitende, führende NotSan, Notärzt*innen auf Augenhöhe, Gruppen- und Zugführer*innen, die zuhören
– Warum Samy als Creator jeden Tag merkt: Es gibt verdammt viele gute Menschen in unseren Organisationen
– Das Wort zum Sonntag: Sei einer von denen, die es besser machen
Erwähntes Zitat:
„Frei sein können Menschen nur im Bezug aufeinander – also im Bereich des Politischen und des Handelns." (Hannah Arendt)
⚠️
Hinweis
Dieser Funkspruch ist ein persönlicher Kommentar von Samy Splint und gibt seine eigene Meinung wieder. Die Inhalte sind keine offizielle Stellungnahme einer Hilfsorganisation, eines Arbeitgebers oder einer Berufsvertretung. Kritik wird sachlich vorgetragen, nicht gegen einzelne Personen gerichtet. Zitate von Hannah Arendt werden sinngemäß übersetzt oder als wörtliches Zitat kenntlich gemacht.
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In dieser Folge bin ich mit meinem Kollegen Basti beim Spaziergang unterwegs – und er hat einiges zu erzählen. Nach 14 Jahren Bundeswehr, als Fluggerätemechaniker und Gruppenführer in der Grundausbildung, hat er den Schritt in den zivilen Rettungsdienst gewagt und ist heute Rettungssanitäter bei uns auf der Wache.
Wir reden darüber, was er aus dem Militär mitgebracht hat – den Blick fürs Detail, Körpersprache, Erschöpfungsgrade – was er vermisst und was ihn im Rettungsdienst überrascht hat. Dazu erzählt er von seinen ersten Einsätzen, darunter eine Reanimation direkt mit mir zusammen, einem krassen Liegetrauma und einem Zwillingspärchen mit Erkältungsöl-Missgeschick.
Außerdem: Familienpapa im Schichtdienst, Frauen bei der Bundeswehr und die große Frage – wird Basti noch Notfallsanitäter?
Ehrlich, persönlich und mit dem ein oder anderen Lacher zwischendrin. Genau das, wofür Retterview steht.
WerbungDiese Folge wird unterstützt von HOLY – und die haben gerade was Spannendes angekündigt: Ab dem 19. April gibt es den neuen HOLY Shaker, den ihr euch unbedingt anschauen solltet.
Ansonsten gilt wie immer: Mit dem Code RETTERVIEW bekommt ihr 10 % auf alles im HOLY Shop – und unterstützt damit gleichzeitig den Podcast. Wer uns also supporten möchte, macht das am besten direkt über den Code.
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Warum tasten wir im Rettungsdienst als Erstes oft den Puls? Was sagt ein kräftiger oder fadenförmiger Puls wirklich aus? Und warum kann die Sauerstoffsättigung auf dem Monitor gut aussehen, obwohl ein Patient trotzdem kritisch krank ist?
Ausgehend von einer Hörerfrage von Raffa aus Berlin geht es in dieser Folge um zwei Vitalwerte, die wir ständig erheben und trotzdem oft zu oberflächlich betrachten: Puls und SpO₂.
Wir sprechen darüber, was der Puls physiologisch überhaupt ist, warum sich tastbarer Puls und Herzfrequenz im EKG unterscheiden können, welche Informationen uns der Puls radialis in Sekunden liefert und wann ein Puls wirklich lebensgefährlich wird. Außerdem geht es um Palpation, wichtige Pulspunkte am Körper, typische Befunde wie kräftig, schwach, fadenförmig, rhythmisch oder arrhythmisch und darum, warum der tastbare Puls manchmal ehrlicher ist als der Monitor.
Im zweiten Teil schauen wir uns die Pulsoxymetrie genauer an: Wie funktioniert ein Pulsoxymeter überhaupt? Was sagen Pleth-Kurve und Perfusionsindex aus? Welche Grenzen hat die SpO₂-Messung? Warum kann sie bei einer CO-Vergiftung trügerisch normal sein? Und was macht man eigentlich bei lackierten Fingernägeln?
Dazu schauen wir auch auf typische Hausmedikamente wie Betablocker, Calciumkanalblocker, Digoxin, Salbutamol oder Langzeitsauerstoff und erklären, was sie im Körper bewirken und warum man sie bei der Interpretation von Vitalwerten unbedingt mitdenken muss. Ergänzt wird das Ganze durch die Medikamente und Maßnahmen aus dem Rettungsdienst, die Puls, Kreislauf und Oxygenierung direkt beeinflussen.
Eine Folge für Einsteiger, Azubis, Rettungsdienstpersonal und alle, die Vitalwerte nicht nur messen, sondern wirklich verstehen wollen.
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