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Georgi Markow, bulgarischer Schriftsteller im Londoner Exil, wird am 7. September 1978 an der Waterloo Bridge mit einer winzigen Metallkugel vergiftet und stirbt vier Tage später.
Rizin stammt aus den Samen des Wunderbaums, einer gewöhnlichen Zierpflanze, und gehört zu den giftigsten Proteinen der Natur.
Die B-Kette des Rizins bindet an nahezu jede Körperzelle und schleust das Gift aktiv ins Zellinnere, ohne Alarm auszulösen.
Die A-Kette zerstört Ribosomen, also die Proteinfabriken der Zelle, irreversibel. Ein einziges Molekül schafft dabei etwa 1500 Ribosomen pro Minute.
Die Tatwaffe, eine Platin-Iridium-Kugel mit 1,52 Millimeter Durchmesser und einer bei Körpertemperatur schmelzenden Versiegelung, ist bis heute ein einzigartiges Dokument geheimdienstlicher Ingenieurskunst.
Der mutmaßliche Haupttäter Francesco Giullino lebte jahrzehntelang unbehelligt in Dänemark und starb 2023, ohne je angeklagt worden zu sein.
Dieser Fall steht exemplarisch für eine Wahrheit die sich durch alle bisherigen Folgen zieht: Das Gift allein tötet nicht. Es braucht immer ein System, das wegschaut. Was Rizin biochemisch so außergewöhnlich macht und warum Georgi Markow trotz Drohungen weitergeschrieben hat, ist Thema dieser Folge von Tödliche Verbindungen.
By Dr. Timo SchülerGeorgi Markow, bulgarischer Schriftsteller im Londoner Exil, wird am 7. September 1978 an der Waterloo Bridge mit einer winzigen Metallkugel vergiftet und stirbt vier Tage später.
Rizin stammt aus den Samen des Wunderbaums, einer gewöhnlichen Zierpflanze, und gehört zu den giftigsten Proteinen der Natur.
Die B-Kette des Rizins bindet an nahezu jede Körperzelle und schleust das Gift aktiv ins Zellinnere, ohne Alarm auszulösen.
Die A-Kette zerstört Ribosomen, also die Proteinfabriken der Zelle, irreversibel. Ein einziges Molekül schafft dabei etwa 1500 Ribosomen pro Minute.
Die Tatwaffe, eine Platin-Iridium-Kugel mit 1,52 Millimeter Durchmesser und einer bei Körpertemperatur schmelzenden Versiegelung, ist bis heute ein einzigartiges Dokument geheimdienstlicher Ingenieurskunst.
Der mutmaßliche Haupttäter Francesco Giullino lebte jahrzehntelang unbehelligt in Dänemark und starb 2023, ohne je angeklagt worden zu sein.
Dieser Fall steht exemplarisch für eine Wahrheit die sich durch alle bisherigen Folgen zieht: Das Gift allein tötet nicht. Es braucht immer ein System, das wegschaut. Was Rizin biochemisch so außergewöhnlich macht und warum Georgi Markow trotz Drohungen weitergeschrieben hat, ist Thema dieser Folge von Tödliche Verbindungen.