rheinspringen im Ohr

S01E03 Persönlichkeit - Amira Hanni


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S: Liebe Leute. Ich bin Saber und heute führen wir ein Interview. Ich spreche heute mit Layla und Faysal.

Wer ist die Person, über die wir sprechen?

L: Sie ist eine Frau und sie heisst Amira Hanni, sie war meine Nachbarin. S: Wo ist die Frau geboren und wie alt ist sie? F: Sie ist im Sinjar im Irak geboren und sie ist 21 Jahre alt. S: Als ihr zusammen wart, was habt ihr oft gemacht? L: Wir haben zusammen mit anderen Kolleginnen gespielt. Wir sind zusammen in die Schule gegangen und haben uns immer in der Freizeit getroffen. S: Wo lebt sie jetzt? L: Früher hat sie in Senuni gewohnt und im Moment wohnt sie in Zacko. Das sind Orte im Irak. S: Als was arbeitet sie? F: Sie arbeitet in einer Menschenrechtsorganisation in Sinjar. S: Warum ist sie im Irak eine besondere Person? L: Weil sie eine mutige Frau ist. Sie hat eine Krankheit und gibt anderen Menschen mit Krankheiten Hoffnung. S: Welche Krankheit hat sie? F: Diese Krankheit heisst: Pigmentstörung. Das ist eine Hautkrankheit. S: Haben viele Menschen diese Krankheit? L: Ja, viele Personen haben das. Ihr Vater hat dieselbe Krankheit. Amira hat die Pigmentstörung am ganzen Körper. Im Gesicht, am Hals, an den Armen und Händen und an den Beinen. S: Schämt sich Amira für ihre Krankheit? F: Als Kind hat sie sich geschämt und wollte keine schönen Kleider tragen. Sie konnte zum Beispiel nicht an Hochzeiten gehen. S: Wenn du an früher zurückdenkst, macht es dich traurig, Layla? L: Ja, wenn ich zurückdenke, dann bin ich traurig, weil Amira viel machen wollte aber nicht konnte. S: Wie ist das Leben für Frauen mit einer Krankheit im Irak? L: Das Leben für Frauen im Irak ist generell sehr schwierig, weil sie Frauen sind. Das bedeutet, sie haben wenige oder keine Rechte. Männer haben die Rechte und bestimmen. Es gibt jetzt im Irak aber Frauen, die arbeiten dürfen.

Für Frauen mit einer Krankheit, die man sehen kann, ist es noch schwieriger, weil sie anders sind. Die Frauen schämen sich deshalb und gehen nicht viel raus. Sie bekommen von anderen Menschen nicht so viel Unterstützung. Nur von ihren Familien und Freunden. S: Und wie ist es jetzt? Schämt sie sich noch immer? L: Sie hat gesagt, es ist genug. Im Jahr 2020 hat sie sich geändert. Sie hat gesagt, sie vertraut auf sich und möchte anderen Menschen Hoffnung geben. Amira hat gesagt, sie ist eine schöne Frau. Sie hat sich ein Zeil gesetzt und gesagt, sie möchte dieses Ziel erreichen. S: Was ist ihr Ziel und hat sie ihr Ziel erreicht? F: Ihr Ziel ist, die Hoffnung nie aufgeben und mit ihrer Organisation anderen Menschen zu helfen. Sie geht zu Kindern mit Problemen oder Krankheiten und zu Menschen im Rollstuhl und sie sagt ihnen: «Wir sind auch Menschen, wir dürfen nie die Hoffnung aufgeben wir sind schön, wir sind mutig und wir sind stark.» S: Was hat sie in den letzten Jahren Besonderes gemacht? L: Sie hat an einem Schönheitswettbewerb und dem «Goldenen Traumwettbewerb» mitgemacht und gewonnen. Der «Goldenen Traumwettbewerb» ist auch ein Schönheitswettbewerb. Sie hat 2022 einen Preis gewonnen. In den letzten Jahren hat sie auch für MAG gearbeitet. Das ist eine Organisation, die im Irak Bomben sucht und entschärft. Dafür geht Amira mit einer speziellen Kleidung auf ein Feld, wo es Bomben in der Erde gibt. Sie versucht die Bomben zu finden und entschärft sie dann. Das ist eine sehr gefährliche Aufgabe. Sie ist wirklich eine sehr mutige Frau. S: Wie war eure Freundschaft? L: Es war eine schöne Freundschaft. Sie ist eine gute Person. Es war eine schöne Kinderfreundschaft, aber jetzt ist sie nicht mehr so eng. S: Hast du zu ihr immer noch Kontakt? L: Ja, ich habe immer noch Kontakt aber sehr wenig. Ich folge ihr im Internet und sehe, was sie macht. S: Was für ein Gefühl hast du für Amira?
L: Sie ist herzlich und liebevoll. Sie ist mutig. Ich bin froh, eine solche Person zu kennen. Vielen Dank für das interessante Interview und eure Antworten.

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rheinspringen im OhrBy rheinspringen