Darkroom ist nur was für Singles. Finden manche. Andere meinen: Dann und wann mal in fremden Beeten ernten, das geht auch in 'ner Partnerschaft gut klar. Ist das jetzt schlimmster Ehebruch? Oder eigentlich erst recht ein Zeichen von unbändiger Treue, weil nach dem Snack im Technoclub der Hauptgang eben doch daheim serviert wird, und das womöglich heißer als zuvor? Welche Rolle spielt Treue heute überhaupt noch? Und wieso wird sie so oft mit Monogamie gleichgesetzt?
Dem Monogamisten setzt des Partners Ausflug ins kuschlige Nachbarsbett vermutlich sofort den Geduldsfaden in Flammen. Großbrandgefahr, ganz sicher. Aber auch sonst ist es mit der Geduld bei vielen Menschen nicht weit her. Hupen, pöbeln, schubsen, drängeln, immer schneller soll es gehen, möglichst ohne Zeitverlust. Straight, direkt und ohne Störung, bitte. In der Rushhour vier Minuten auf die Bahn warten? Puls auf 160. Auswärtiger Autofahrer mit 40 auf der Reeperbahn? Lichthupenstakkato. Warum dieser Stress? Können wir uns nicht endlich mal entspannen? Und an roten Fußgängerampeln warten, auch wenn kein Verkehr kommt? Klingt alles super. Nur, warum sollten wir das tun?
Antje und Ingo in der neunzehnten Folge von 20359 über Trockenblumen beim Heiratsantrag, Tobsucht im U-Bahnhof und einen furchtbaren (und furchtbar teuren) Naturweinflop.
Die Playlist zum Podcast: https://t1p.de/20359playlist