In dieser Folge von Seitenblick richten Nicolai und Nils den Blick auf einen der größten Finanzskandale Europas: Cum-Ex – und auf die Frage, wie es möglich war, dass Banken und Anwälte den Staat über Jahre hinweg um Milliarden betrügen konnten. Ausgangspunkt des Gesprächs ist die Arbeit der Staatsanwältin Anne Brorhilker, die sich mit großer Hartnäckigkeit durch ein Geflecht aus Finanztricks, juristischen Grauzonen und institutionellen Widerständen gearbeitet hat
Dabei geht es nicht nur um die Verbrechen selbst, sondern auch um die Hindernisse innerhalb der Behörden. Nicolai und Nils sprechen darüber, wie Brorhilker sich nicht nur gegen mächtige Banker und ihre Anwälte behaupten musste, sondern auch gegen bürokratische Strukturen, die Ermittlungen ausbremsen können. Immer wieder waren es ihre präzisen Rechtskenntnisse und akribischen Recherchen, die entscheidende Durchbrüche ermöglichten.
Gemeinsam diskutieren sie außerdem, wie Cum-Ex lange Zeit erzählt und gerechtfertigt wurde: fast so, als gäbe es irgendwo einen reichen Scheich, der bereitwillig Geld verschenkt. Eine Erzählung, die den eigentlichen Kern des Skandals verschleiert – und zeigt, wie wichtig es ist, komplexe Finanzkriminalität verständlich zu machen.