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sozial episodes

  • Wenn der Chatbot zur besten Freundin wird

    Was erzählen Jugendliche einer KI, das sie ihren Eltern, Freundinnen oder Sozialarbeitenden vielleicht nicht anvertrauen? Und was bedeutet es, wenn ein Chatbot nicht mehr nur Werkzeug ist, sondern zum vertrauten Gegenüber wird?

    In dieser Folge von «sozial» spricht Mariano Desole, Dozent und Forscher an der ZHAW Soziale Arbeit, über die wachsende Bedeutung von KI-Chatbots im Leben junger Menschen. Er erklärt, warum solche Beziehungen gerade für belastete Jugendliche attraktiv sein können, welche Chancen und Risiken damit verbunden sind und was die Forschung tatsächlich darüber weiss.

    Im Zentrum steht die Frage, wie Fachpersonen der Sozialen Arbeit mit diesem Phänomen umgehen können: Wie sprechen sie Jugendliche auf ihre KI-Nutzung an, ohne zu moralisieren? Und was können menschliche Beziehungen bieten, das kein Chatbot ersetzen kann?

    Hinweis:

    In dieser Folge werden Depressionen und Suizidalität thematisiert. Unterstützung bieten Pro Juventute für Kinder und Jugendliche unter 147 (147.ch) sowie Die Dargebotene Hand unter 143 (143.ch). Beide Angebote sind rund um die Uhr erreichbar.

    In dieser Episode erwähnt:

    • Mariano Desole: «Wenn Jugendliche mit KI reden. Einsamkeit, Abhängigkeit und Krisensicherheit bei relationaler Chatbot-Nutzung. Ein Rapid Review für die Kinder- und Jugendhilfe». ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Departement Soziale Arbeit. DOI: https://doi.org/10.21256/zhaw-2637
    • Mariano Desole: «Wenn der Chatbot zur besten Freundin wird». 05.09.2026 (LinkedIn-Artikel mit vielen Literaturangaben zum Thema)
    • «Castaway». Film von Robert Zemeckis. USA 2020.
    • Produktion:

      • Host: Regula Freuler
      • Gast: Mariano Desole, Dozent und Forscher an der ZHAW Soziale Arbeit
      • Aufnahme und Sounddesign: Lukas Fretz
      • 41 min
      • Evaluation, die

        Ein Nussgipfel, ein Schoggigipfel oder doch lieber etwas Salziges? Schon bei der Auswahl seines Frühstücksgebäcks hat Martin Biebricher evaluiert – zumindest ein bisschen. Denn wer evaluiert, bewertet etwas anhand bestimmter Kriterien. Im professionellen Kontext gehört allerdings noch etwas mehr dazu als Hunger und ein Blick in die Auslage.

        In dieser Folge von «Sozipedia» spricht der Co-Leiter des ZHAW-Bachelorstudiengangs Soziale Arbeit mit Host Menno Labruyère darüber, was Evaluation in der Sozialen Arbeit bedeutet. Dabei geht es nicht nur um Projekte, Angebote oder Organisationen, sondern auch um die konkrete Fallarbeit.

        Gerade dort wird Evaluation anspruchsvoll. Denn sie ist nie völlig frei von unterschiedlichen Perspektiven und subjektiven Wahrnehmungen. Martin plädiert deshalb dafür, auch die Rückmeldungen von Adressat:innen ernst zu nehmen und Evaluation nicht zur Selbstbestätigung zu nutzen. Interessant wird sie vielmehr dort, wo sie empfindliche, kritische Punkte sichtbar macht und Lernen ermöglicht. Dafür braucht es Zeit, klare Fragestellungen und eine Organisationskultur, in der Fehler nicht sanktioniert, sondern für die Weiterentwicklung genutzt werden können.

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        Wir freuen uns übrigens immer über Feedback und Anregungen für weitere Begriffe, die Martin Biebricher in unserer Audio-Kolumne «Sozipedia» durchleuchten kann.

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        20 min
      • Gewaltprävention: Vorbereitet sein, bevor es eskaliert

        Was tun, wenn ein Gegenüber immer aggressiver wird? Wie lässt sich eine Eskalation frühzeitig erkennen – und wann ist es Zeit, sich aus einer Situation zurückzuziehen?

        Tian Wanner, Dozent im CAS Gewaltprävention der ZHAW Soziale Arbeit, erklärt im Gespräch mit Host Regula Freuler, weshalb theoretisches Wissen allein in Hochstresssituationen oft nicht ausreicht. Entscheidend ist, mögliche Situationen zu trainieren, die eigenen «Hot Buttons» zu kennen und sich auf schwierige Momente vorzubereiten – etwa mit Implementation Intentions nach Peter Gollwitzer.

        Auch beim Gegenüber gilt es, Veränderungen früh wahrzunehmen. Denn Gewalt entsteht meist nicht aus dem Nichts. Je nach Eskalationsphase braucht es unterschiedliche Reaktionen. Methoden wie die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg können hilfreich sein – aber nicht in jeder Situation.

        Gewaltprävention ist zudem eine Führungsaufgabe. Organisationen müssen klare Abläufe und Grenzen definieren, ihre Mitarbeitenden auf schwierige Situationen vorbereiten und nach Vorfällen für eine gute Nachsorge sorgen – gerade im Sozialbereich, wo Gewalthäufigkeit deutlich häufiger vorkommt als in vielen anderen Branchen.

        Weiterführende Literatur und Methoden:

        • Ellis Amdur: Words of Power. A Guide for Ordinary People to Calm and De-Escalate Aggressive Individuals. 2018.
        • Implementation Intentions: Strategien zur Selbstregulation nach Peter Gollwitzer.
        • Gewaltfreie Kommunikation: Methode nach Marshall B. Rosenberg.
        • Produktion:

          • Host: Regula Freuler
          • Gast: Tian Wanner, Dozent im CAS Gewaltprävention der ZHAW Soziale Arbeit
          • Aufnahme und Sounddesign: Lukas Fretz
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            50 min
          • Warum Empörung mehr ist als Wut

            Warum empören sich Menschen? Was macht erlebtes Unrecht mit ihnen – und wie können Sozialarbeitende verhindern, dass sich ein «Karussell der Empörung» dreht?

            Empörung ist mehr als Wut, sagt ZHAW-Dozent Michael Herzig: Sie entsteht dort, wo Menschen sich moralisch im Recht fühlen und Unrecht erfahren.

            Sarah Maria Lohr, ehemalige Sozialarbeiterin in der wirtschaftlichen Sozialhilfe und wissenschaftliche Mitarbeiterin der ZHAW, sowie Andrea Ben Salah, die viele Jahre in der niederschwelligen Suchtarbeit in der Stadt Zürich tätig war, unter anderem im Alkoholikertreffpunkt t-alk, im Drogeninformationszentrum DIZ und in der aufsuchenden Sozialarbeit, erzählen, wie sie empörten Klient:innen begegnen. Entscheidend sei, Emotionen ernst zu nehmen, ohne jedes Verhalten zu akzeptieren. «Das stärkste Instrument in der Sozialen Arbeit ist das Gespräch, die Kommunikation, die Beziehung», sagt Sarah Maria Lohr. Denn nachhaltige Veränderung entsteht nicht durch Sanktionen, sondern durch Beziehungen, die auch Konflikte aushalten und nach Rückschlägen bestehen bleiben.

            Gerade in der Sozialhilfe oder der niederschwelligen Suchtarbeit treffen Fachpersonen immer wieder auf Menschen, die Ohnmacht, Ausgrenzung oder Machtmissbrauch erlebt haben. Empörung wird so zum Ausdruck einer biografischen Erfahrung – und kann, wenn sie ernst genommen wird, zum Ausgangspunkt für Veränderung werden. Gleichzeitig erinnern die beiden Gesprächspartnerinnen daran, dass Soziale Arbeit nicht nur den einzelnen Menschen begleitet, sondern auch ungerechte Strukturen sichtbar machen und verändern will.

            Weiterführende Literatur:

            • Arist von Schlippe: Das Karussell der Empörung. Konflikteskalation verstehen und begrenzen. Vandenhoeck & Ruprecht, 2022.
            • Michael Herzig: Die Kraft der Empörung. Magazin «sozial», Nr. 22, April 2025. Verfügbar in der ZHAW digitalcollection.
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              30 min
            • Inlandsadoptionen in der Schweiz: Was gilt als Kindeswohl?

              Auf dem Tisch im Podcast-Studio liegt ein Buch über Adoptionen in der Schweiz. Auf dem Cover: ein Schwarz-Weiss-Foto mit drei Pflegerinnen, die je ein Kleinkind im Arm halten. Die Szene wirkt ruhig, fast zufrieden. Doch der Titel des Buchs stellt eine unbequeme Frage: «Ungewollt?»

              In dieser Episode spricht Host Regula Freuler mit der Sozial- und Wirtschaftshistorikerin Susanne Businger über ein Kapitel Schweizer Geschichte, das bislang kaum erforscht wurde: Inlandsadoptionen in der Schweiz zwischen 1920 und 2017.

              Warum wurden Kinder zur Adoption freigegeben? Welche Rolle spielten Vormundschaftsbehörden, Vermittlungsstellen, Rechtsgrundlagen und gesellschaftliche Normvorstellungen? Und warum wurden vor allem Kinder unverheirateter Mütter adoptiert?

              Im Gespräch geht es um Kindeswohl im historischen Wandel, um das Adoptionsgeheimnis, um Druck auf leibliche Mütter durch Behörden und um die Frage, was Herkunft und Identität für adoptierte Menschen bedeuten. Susanne Businger zeigt, wie eng Adoptionen mit den damaligen Vorstellungen von Familie, Mutterschaft und Moral verbunden waren – und weshalb die historische Aufarbeitung auch für die Soziale Arbeit heute wichtig ist.

              Allerlei Wissenswertes, das in dieser Episode erwähnt wird:

              • Aufzählungs-TextBusinger, S., Gabriel, T., Keller, S., Seiterle, N., Seitz, A. & Fritz, L. (2025): Ungewollt? Inlandsadoptionen in der Schweiz, 1920–2017. Zürich: Chronos Verlag. Kostenlos als E-Book verfügbar.
              • Forschungsprojekt «Inlandsadoptionen in der Schweiz» der ZHAW Soziale Arbeit und PACH Pflege- und Adoptivkinder Schweiz, gefördert im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms NFP 76 «Fürsorge und Zwang».
              • PACH Pflege- und Adoptivkinder Schweiz: Fach- und Beratungsstelle für Pflege-, Adoptiv- und Herkunftsfamilien sowie Betroffene.
              • Hess, E. (1972). Peter und Susi finden eine Familie. Die Geschichte zweier Adoptivkinder. Zürich: Ex Libris.
              • Produktion:

                • Gästin: Susanne Businger, Dozentin und Forscherin, ZHAW Soziale Arbeit
                • Host: Regula Freuler, Leitung Kommunikation und Marketing, ZHAW Soziale Arbeit
                • Aufzeichnung/Schnitt: Menno Labruyère, Digital Campus, ZHAW Soziale Arbeit
                • Mastering: Lukas Fretz, Soundguy Basel
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                  36 min
                • Gesprächsführung – Oder warum Methoden wichtig sind, alleine aber nicht reichen

                  Gespräche prägen die Soziale Arbeit, jeden Tag. Doch was macht eigentlich ein gutes Gespräch aus? Und warum reicht es nicht, einfach nur die richtigen Techniken zu kennen?

                  In dieser Episode spricht Host Menno Labruyère mit der Dozentin Daniela Wirz über die immense Bedeutung der eigenen Haltung, wie Beziehungsgestaltung gelingen kann und über die Frage, weshalb Kommunikation einer der wichtigsten Wirkfaktoren Sozialer Arbeit ist. Gemeinsam gehen sie der Bedeutung von Zuhören, Verstehen und Reflexion nach – und diskutieren, wie das eigene Menschenbild, nonverbale Signale (mit der Zunge schnalzen!) und Machtverhältnisse Gespräche beeinflussen können.

                  Es geht um Rollenspiele im Studium (die offenbar unbeliebt sind bei vielen Studierenden) sowie Möglichkeiten und Grenzen von KI in der Gesprächsführung.

                  In dieser Episode wurden folgende Werke erwähnt:

                  • Meyer, V. & Chesser, E. S. (1971)._ Verhaltenstherapie in der klinischen Psychiatrie_ (P. Gottwald & H. Heyse, Übers.). Stuttgart: Thieme. (Originalwerk veröffentlicht 1970).
                  • Schulz von Thun, F. (2019). Miteinander reden (Bde. 1–4). Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.
                  • Watzlawick, P., Beavin, J. H. & Jackson, D. D. (2017). Menschliche Kommunikation: Formen, Störungen, Paradoxien (13. unveränd. Aufl.). Bern: Hogrefe. (Originalwerk veröffentlicht 1969).
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                    36 min
                  • Männer und Gefühle: Wie die Manosphere Eltern und Sozialarbeitende herausfordert

                    Vier Männer beim Bier. «Schnell eine Runde, wie es jedem geht, sonst kritisiert meine Frau nachher wieder, wir würden nichts voneinander wissen.» Burnout, arbeitslos, betrogen und verlassen, die Schwester tödlich verunglückt… Jeder sagt kaum mehr als einen Satz, bis sie endlich wieder über die «wichtigen» Dinge sprechen dürfen: Fussball.

                    Ganz lebensfern ist diese Szene nicht, findet Host Menno Labruyère, dem dieser genderstereotype Sketch in den Feed gespült wurde.

                    Zu Gast im Podcast-Studio sind diesmal Kambez Nuri und Michael Koger, Gründer der Fachstelle Oh Boy* und beide ZHAW-Absolventen. Wie entstehen Männlichkeitsbilder – und warum erlebt die Vorstellung vom dominanten, muskelbepackten Mann in Internetforen ein Revival?, wollen wir von ihnen wissen. Männlichkeit ist nicht etwas Angeborenes, sondern etwas, das wir lernen, das uns vorgelebt wird, sagt Kambez Nuri.

                    Und was ist euer Bild von Männlichkeit?

                    Allerlei Wissenswertes, das in dieser Episode erwähnt wird:

                    • Oh Boy*: von Kambez Nuri und Michael Koger gegründete und geleitete Fachstelle für Schulen, Fachpersonen und Institutionen, die mit Buben, männlichen Jugendlichen und jungen Männern unterwegs sind
                    • Andrew G. Thomas: Forscher der Swansea University in England, Mit-Autor der bisher grössten weltweiten empirischen Studie zu Incels. Costello, W., Rolon, V., Thomas, A. G., & Schmitt, D. P. (2023): The mating psychology of incels (involuntary celibates) – Misfortunes, misperceptions, and misrepresentations. In: The Journal of Sex Research.
                    • Markus Theunert: Co-Geschäftsleiter von männer.ch, dem Dachverband für Männer- und Väterorganisationen in der Schweiz
                    • Matthias Luterbach, Markus Theunert: «Mann sein …!? – Geschlechterreflektiert mit Jungen, Männern und Vätern arbeiten. Ein Orientierungsrahmen für Fachleute.» Beltz Juventa, 2025.
                    • Netflix-Serie «Inside the Manosphere» des britischen Filmemachers Louis Theroux
                    • SRF-Podcast-Serie «Alpha Boys»
                    • manosphere.ch: von der Fachstelle männer.ch geführte Plattform «Vorsicht Manosphere!» mit Präventionsmaterial für Eltern, familiäre Bezugspersonen und Fachkräfte
                    • detox-identity.de: Start-up von Fabian Ceska und Tobias Spiegelberg mit Angeboten im Bereich der politischen Jugendbildung für Menschen zwischen 16 und 25 Jahren, Weiterbildungen für pädagogische Fachkräfte und Unternehmen
                    • Produktion:

                      • Gäste: Kambez Nuri und Michael Koger von der Fachstelle Oh Boy*
                      • Host: Menno Labruyère
                      • Aufzeichnung/Schnitt: Nicolò Settegrana
                      • Mastering: Lukas Fretz, Soundguy Basel
                      • Wollt ihr mehr über Soziale Arbeit hören? Dann abonniert diesen Podcast – und am besten auch gleich unseren Newsletter. Wir freuen uns übrigens immer über Feedback und Anregungen für weitere Episoden.

                        Merci und viel Spass beim Hören.

                        43 min
                      • Triage, die

                        Als Martin Biebricher in seinen letzten Frankreich-Ferien den Abfall entsorgte, erschrak er. Auf den Eimern prangten Aufkleber mit dem Spruch: «Ici, je trie!» Auf Deutsch: Hier sortiere ich (meinen Müll). «In der Sozialen Arbeit wird der Begriff «Triage» häufig benutzt – vielleicht manchmal zu unbedacht?», dachte der Co-Bachelorstudiengangleiter.

                        In dieser Folge von «Sozipedia» geht er mit Host Menno Labruyère der Wortherkunft von «Triage» nach (Spoiler: Für die Soziale Arbeit nicht gerade eine Entlastung) und überlegt, welche anderen Bezeichnungen passender wären – und warum. Worüber Martin und Menno sich einig sind: Man sollte den Begriff stets von dem abhängig machen, was man konkret tut.

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                        Wir freuen uns übrigens immer über Feedback und Anregungen für weitere Begriffe, die Martin Biebricher in unserer Audio-Kolumne «Sozipedia» durchleuchten kann.

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                        11 min
                      • Zwischen Verbot und Befähigung – Kinderrechte in der Social‑Media‑Debatte

                        Verbieten, begrenzen – oder befähigen? Wer mit Kindern und Jugendlichen über Social Media spricht, landet schnell bei «Screen Time», schlechtem Gewissen und der Sehnsucht nach einer einfachen Regel. In dieser Episode geht Host Menno Labruyère gemeinsam mit Laurent Sedano, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der ZHAW Soziale Arbeit der Frage nach, wie Kinderrechte die Debatte über Social Media prägen und was sich daraus für die Praxis ableiten lässt.

                        Sedano hat am Positionspapier der Eidgenössischen Kommission für Kinder- und Jugendfragen mitgearbeitet, das im Kontext des australischen Social‑Media‑Gesetzes bis 16 Jahre (Dezember 2025) diskutiert wird. Kernpunkt: Kinder haben Recht auf Schutz und auf Zugang zu Information und Teilhabe. Ein Verbot verschiebt Verantwortung – und ersetzt keine Plattformregulierung.

                        Statt «alles oder nichts» plädieren die beiden für «bewusste Mediennutzung»: Entscheidend ist, warum und in welchem Kontext Medien genutzt werden. Der Blick geht weg von der «Algorithmus‑Allmacht» und hin zu Stress, Lebensbedingungen und fehlenden Freizeit‑Räumen – besonders bei vulnerablen Jugendlichen.

                        Und was kann Soziale Arbeit beitragen? Beziehungsarbeit und Lebensweltorientierung: nicht moralisieren, sondern nachfragen und begleiten. Sedanos Beispiel: ein Workshop, der das Game «Among Us» ins reale «Werwölfchen» in einer Bibliothek überführt. Dazu ein alltagstauglicher Hack gegen belastende Feeds: «algorithmische Hygiene» mit einem zweiten Konto.

                        In dieser Episode erwähnt:

                        • Eidgenössische Kommision für Kinder- und Jugendfragen (EKKJ. (2025). Social Media verbieten? Vermeintliche Lösung für ein komplexes Problem (Ein Positionspapier der Eidgenössischen Kommission für Kinder- und Jugendfragen (EKKJ)). Bern.
                        • Fichter, A. (2023, Juli 5). «Wer dem KI-Hype verfällt, stärkt die Macht der Big-Tech-Chefs». Republik.
                        • Fachgruppe Digitale Medien in der OKJA, Sedano, L., Loosli, L., Hüppi, R., Oester, R., Rösch, E., … Freuler, Rafael. (2018). Leitfaden Digitale Medien in der OKJA.
                        • Sticca, F., Brauchli, V. & Lannen, P. (2025). Screen on = development off? A systematic scoping review and a developmental psychology perspective on the effects of screen time on early childhood development. Frontiers in Developmental Psychology, 2.
                        • Milton, A., Ajmani, L., DeVito, M. A. & Chancellor, S. (2023). “I See Me Here”: Mental Health Content, Community, and Algorithmic Curation on TikTok. In Proceedings of the 2023 CHI Conference on Human Factors in Computing Systems (S. 1–17). Gehalten auf der CHI ’23: CHI Conference on Human Factors in Computing Systems, Hamburg Germany: ACM.
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                          49 min
                        • Generalist:in, der/die

                          Was klingt für dich professioneller: Hausärztin oder Hirnchirurgin? Okay, das war eine Fangfrage. Denn der Grad an Professionalität lässt sich natürlich nicht am Unterschied zwischen breitem Fachwissen und höchster Spezialisierung messen. Es kommt – wie immer – auf den Kontext an. Warum das gerade für die Soziale Arbeit gilt, erklärt in dieser Episode von «Sozipedia» unser Co-Bachelorstudiengangleiter Martin Biebricher im Gespräch mit Host Menno Labruyère.

                          In der Sozialen Arbeit zum Beispiel gilt: Die Lebenslagen und -schwierigkeiten von Adressat:innen sind selten eindeutig oder klar abgrenzbar. Im Gegenteil: Sie sind komplex, vernetzt und von unterschiedlichen sozialen, räumlichen und strukturellen Faktoren geprägt – und damit schwer fassbar für Fachspezialist:innen. Eine generalistische Perspektive hingegen ermöglicht es, diese Zusammenhänge als Ganzes wahrzunehmen und professionell zu bearbeiten.

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                          22 min

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                        Wenn Schüler:innen gemobbt werden. Wenn Senior:innen vereinsamen. Wenn Geflüchtete Fuss fassen wollen. Wenn Konflikte die Teamarbeit lähmen. Kurz: Wenn Einzelne das Leben trifft und Gemeinschaften gefordert sind – dann ist Soziale Arbeit gefragt. Was kann sie leisten? Wovor sollte sie sich hüten? Und warum muss sie sich immer wieder selbst hinterfragen?