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Eberhard Freitag - Die Aufmerksamkeit von Kindern und Jugendlichen ist eine sprudelnde Geldquelle für Medienunternehmen. Süchtig machende Designs dienen der Bedürfnisbefriedigung und aktivieren das Belohnungszentrum. Früher digitaler Medienkonsum kann jedoch noch nicht kontrolliert und reflektiert werden, weshalb die Aufforderung "Jetzt leg doch mal dein Handy weg" weder bei Kindern noch bei Erwachsenen funktioniert.
Eltern und Lehrer sollten sich ihrer Vorbildrolle wieder bewusstwerden, ihr eigenes Medienverhalten hinterfragen, klare Regeln und Grenzen setzen und versuchen, Kinder und Jugendliche zu verstehen. Gemeinsam kann eine "Kultur des Digitalen" entwickelt werden.
Birgit Spies ist im Gespräch mit dem Pädagogen Eberhard Freitag.
00:00‘ Eberhard Freitag im Gespräch
Kinder verfügen noch nicht über die nötige Reife, um ihren Medienkonsum selbst zu steuern und zu reflektieren. Erst ab ca. 12 Jahren entwickelt langsam sich die Fähigkeit zur Selbstkontrolle.
Eltern und Lehrer sollten versuchen herauszufinden, warum sich Heranwachsenden der realen Welt entziehen und der Faszination digitaler Medien erliegen. Konflikte können ehrlich angesprochen werden. Entsprechend des Entwicklungsstandes müssen Grenzen gesetzt und eingefordert werden, auch wenn es anstrengend ist.
Bildschirmfreie Zeiten können den Alltag erleichtern. Sie helfen, eine „Kultur des Digitalen“ entstehen zu lassen.
https://bildung.hypotheses.org/9964
Birgit Spies ist Professorin für Bildung und Digitalisierung, Keynote-Speakerin, Beraterin und Trainerin. Mehr zu Birgit Spies erfahren Sie unter https://www.prof-birgit-spies.de.
Hier können Sie auch Keynote-Vorträge, Workshops und Videokurse zu Bildung - Mensch - Medien buchen.
Musik: https://gemafreie-musik-online.de
Gerd Gigerenzer - Wir leben in einer zahlengetriebenen Gesellschaft. Politiker und Unternehmer berufen sich auf Statistiken. Sie vertrauen Algorithmen und den Datenbergen von Big Data. Auch im privaten Leben vertrauen Menschen inzwischen Apps und KI-Agenten mehr als sich selbst, ihren Freunden oder ihrer Familie. Doch nur allzu oft führen Statistiken und Informationen in die Irre.
„Der intuitive Geist ist ein Geschenk und der rationale Geist ein treuer Diener. Wir haben eine Gesellschaft erschaffen, die den Diener ehrt und das Geschenk vergessen hat.“, so formulierte es einst Albert Einstein. Was wäre, wenn wir unserer Intuition, unserem Bauchgefühl wieder mehr vertrauen würden? Wenn wir Intuition und Intellekt wieder miteinander verbinden? Wenn wir anfangen würden nachzudenken, anstatt schnell zu handeln?
Birgit Spies ist im Gespräch mit dem Psychologen Prof. Dr. Gerd Gigerenzer.
00:00‘ Gerd Gigerenzer im Gespräch
Um gute Entscheidungen treffen zu können, muss ein Teil der Informationen ignoriert werden, denn: (1) Weniger ist mehr und ein Mehr an Informationen führt nicht zu besseren Lösungen. (2) Komplexe Probleme brauchen keine komplexen Lösungen. (3) In einer ungewissen Welt gibt es keine optimalen Lösungen.
Dennoch: Wissen ist das wirksamste Mittel gegen Angst. Statt nach Sicherheiten zu suchen, die es nicht gibt, sollten wir lernen, trotz der Ungewissheiten, die das Leben für uns bereithält, kluge Entscheidungen zu treffen.
https://bildung.hypotheses.org/9871
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Joachim Bauer - Soziale Verbundenheit ist die Grundmotivation des Menschen, denn unser Lebensstil und unsere Beziehungen steuern unsere Gene und wirken so auf Körper und Seele. Psychische Gesundheit beginnt in den Kindheitsjahren und benötigt auch im Erwachsenenalter ein reales, menschliches Gegenüber. Eine verfrühte Nutzung digitaler Angebote verhindert wichtige Entwicklungsschritte der Heranwachsenden, denn Intelligenz hat ihren Ursprung in realen Körpererfahrungen und der Interaktion mit der Umwelt.
Birgit Spies ist im Gespräch mit dem Arzt, Psychotherapeuten und Neurowissenschaftler Prof. Dr. Joachim Bauer.
02:25‘ Seelische Gesundheit
Unser seelisches Erleben spiegelt sich im Körper wider. Ein sinn-geleitetes Leben mit guten zwischenmenschlichen Beziehungen und einem ehrlichen und sozialen Miteinander aktiviert eine Vielzahl von Genen, die unserer Gesundheit dienen. Vielfältige reale Erlebnisse sind hilfreich, damit der Mensch in einer stark digital-technischen Welt - mit all seinen Gefühlen, seiner Kreativität, seinen sozialen Bedürfnissen - und - seinem lebendigen Körper nicht abhanden kommt.
https://bildung.hypotheses.org/9755
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Musik: https://gemafreie-musik-online.de | Soundeffekte: pixabay.com
Luisa Conti -Auf Reisen schätzen wir andere Kulturen, anderes Essen, andere Sitten. Doch zu Hause scheint es uns manchmal schwerzufallen, uns auf andere Menschen und Kulturen einzulassen. Das Fremde wirkt befremdlich, aktiviert Stereotype und Vorurteile.
Dabei könnte das Unbekannte unseren eigenen Horizont erweitern und uns und die Gesellschaft bereichern, wenn wir uns darauf einlassen würden. Seit Jahrtausenden verschmelzen Kulturen, Religionen und Sprachen. Menschen kommen in ein Land; Menschen verlassen ein Land. Die Gründe dafür sind vielfältig.
Birgit Spies ist im Gespräch mit der Expertin für Interkulturelle Kommunikation Dr. Luisa Conti.
02:00‘ Ankommen in Deutschland
Es ist wichtig, dass wir nicht vereinfachen, nicht über DIE reden – über Arme, Reiche, Kranke, Diebe, Ausländer, Deutsche –, sondern immer die Besonderheit des einzelnen Menschen sehen. Das können auch Kinder schon lernen; dass wir uns und unsere Mitmenschen für die eigene Kultur UND für andere Kulturen sensibilisieren.
So können wir lernen, die Perspektive zu wechseln und unseren eigenen Horizont zu erweitern – und vielleicht erst einmal beobachten und wahrnehmen - anstatt zu bewerten, damit eines Tages aus Fremden Freunde werden.
https://bildung.hypotheses.org/9659
Birgit Spies ist Professorin für Bildung und Digitalisierung, Keynote-Speakerin, Beraterin und Trainerin. Mehr zu Birgit Spies erfahren Sie unter https://www.prof-birgit-spies.de.
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Musik: https://gemafreie-musik-online.de
Johanna Degen - Datingplattformen sind die Antwort auf ein zentrales Lebensproblem: mangelnde Begegnung, Einsamkeit, Hunger nach Liebe und Gesehenwerden. Der öffentliche Raum hat seine Funktion als Ort der Begegnung verloren. Das Digitale hingegen wirkt als Ideengeber für das reale Leben und die Beziehungsgestaltung. Intime Beziehungen zwischen Chatbots und Menschen gehören ebenso zum Alltag wie parasoziale Beziehungen zu Influencern. Wie lassen sich Handlungsspielräume zurückerobern und Räume für wertschätzende Beziehungen öffnen?
Birgit Spies ist im Gespräch mit der Sozialpsychologin Dr. Johanna Degen.
02:04‘ Welche Bedeutung haben Liebe und Beziehung in digitalen Zeiten?
Liebe, Intimität und Beziehungen verändern sich, wenn das Leben zunehmend digital stattfindet. Und trotzdem bleiben uns Handlungsspielräume: Den Raum für Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und wertschätzende Intimität können und sollten wir zurückerobern, wenn wir nicht zum Rohmaterial der Technik werden wollen.
https://bildung.hypotheses.org/9318
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Musik: https://gemafreie-musik-online.de
Claudia Schmiderer - Bilder sind so alt wie die Menschheit. Sie dienen als Erinnerungs- oder Informationsmittel. Mit ihnen lässt sich aber auch Geschichte schreiben. Sie können unser Denken manipulieren und verändern unseren Blick auf die Welt.
Die Masse gegenwärtiger Fotos jedoch fristet ihr Dasein als digitaler Müll in Smartphones. Wir finden kaum Zeit, um die Botschaft in den Bildern zu entziffern und ihre Bedeutung zu hinterfragen. Wir sehen, liken und teilen bevorzugt die Bilder, die unserem Denken entsprechen. Und Stück für Stück entsteht so ein verzerrtes Bild von der Wirklichkeit.
Birgit Spies ist im Gespräch mit der Publizistin, Dozentin und Grafikerin Claudia Schmiderer.
02:48‘ Was ist ein Bild? Der Unterschied zwischen picture und image
Bilder prägen unser Denken, verändern unsere Wahrnehmung und beeinflussen, wie wir uns und die Welt sehen. Sie wirken, ob wir es wollen der nicht. Eine Welt ohne Bilder nicht gibt – und gab nie.
Da wir selbst tagtäglich millionenfach Bilder z.B. mit dem Smartphone produzieren und publizieren, sollten wir auch lernen, sie zu lesen – so wie wir lernen, Worte und ihre Zusammenhänge zu lesen – so Claudia Schmiderer.
https://bildung.hypotheses.org/9318
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Musik: https://gemafreie-musik-online.de
Doris Nitsche-Ruhland - Künstliche Intelligenz entfacht die uralte menschliche Sehnsucht, die Grenzen des eigenen Daseins zu überwinden, sich Himmel und Erde Untertan zu machen, für Körper und Geist Unangenehmes oder Beschwerliches an Maschinen oder Programme zu delegieren.
Die Diskussion um Künstliche Intelligenz bewegt sich zwischen Allmachtsphantasien und Katastrophenszenarien. Künstliche Intelligenz jedoch sollte als gemeinsame Gestaltungsaufgabe von Technologie, Bildung und Gesellschaft begriffen werden. Denn am Ende ist KI ein Werkzeug, dass man helfend und auch zerstörend einsetzen kann.
Birgit Spies ist im Gespräch mit der Informatikprofessorin Doris Nitsche-Ruhland.
02:52‘ Ist Künstliche Intelligenz für uns ein Traum oder ein Albtraum?
Es ist wichtig, dass die Diskussion zur Künstlichen Intelligenz stärker auf Verstehen, auf Gestaltung und auf Verantwortung ausgerichtet ist; dass wir die Möglichkeiten und Risiken gleichermaßen ernst nehmen und Künstliche Intelligenz aktiv gesellschaftlich gestalten. Dazu benötigen wir Wissen.
Wir müssen verstehen, wie Künstliche-Intelligenz-Systeme arbeiten, wo ihre Risiken liegen und wie wir ihre Ergebnisse kritisch bewertet werden können. Am Ende liegt die größte Stärke von KI liegt nicht darin, Menschen zu ersetzen, sondern darin, menschliche Fähigkeiten zu verstärken. KI ist ein Werkzeug! Und wie jedes Werkzeug kann man es positiv oder negativ einsetzen.
https://bildung.hypotheses.org/9116
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Edeltraud Sänger - Eine Gesellschaft, die sich über immerwährenden Wachstum und Fortschritt definiert, die stark auf Jugendlichkeit, Fitness und Geschwindigkeit fixiert ist, hat wenig Platz für die Endlichkeit. Es stellt sich die Frage, was das Leben ausmacht und wie das Alter und auch der Tod ihren Platz in unserem Erdendasein finden können.
Birgit Spies ist im Gespräch mit der Seelsorgerin und Pastorin i.R. Edeltraud Sänger.
03:43‘ Was macht das Leben aus?
Wir leben in einer Welt, die uns selbst, dem Lebendigen, Grenzen setzt und uns zwingt, auch das Alter und den Tod als Teil im Kreislauf des Lebens anzunehmen und in das Dasein zu integrieren. Hier können Rituale, Begegnungen, Geschichten und auch religiöse und spirituelle Erfahrungen Trost spenden und Akzeptanz schaffen.
Das wirkliche Leben jedoch spiegelt sich in der Begegnung, so meinte es der Religionsphilosoph Martin Buber vor mehr als 100 Jahren. Denn der Mensch wird erst am DU zum ICH. In Gemeinschaften können wir uns geborgen fühlen, gemeinsam lachen, voneinander lernen, uns in Krisen gegenseitig stärken und bis zum Lebensende begleiten. Soziale Geborgenheit bedeutet menschliche Wärme, Vertrauen, Akzeptanz und Liebe.
Ist es vielleicht Zeit für deutlich mehr Menschlichkeit in unserer Gesellschaft?
https://bildung.hypotheses.org/8738
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Gertrud Müller - Wir sind überflutet von Macht und Gewalt. Beschämungen, toxische Beziehungen und Falschinformationen sind als Machtmittel in Familien, Unternehmen und in der Gesellschaft alltäglich. Doch wie entstehen Macht und Gewalt? Und wie kann es uns gelingen, vom Kampfmodus in eine kooperative Lebensweise zu wechseln?
Birgit Spies ist im Gespräch mit der Soziologin, Psychoonkologin und Therapeutin Dr. Gertrud Müller.
02:26‘ Sind Macht und Gewalt im Menschen angelegt?
Beschämungen, Falschinformationen und Gewalt sind mögliche Mittel der Machtausübung. Es ist wichtig, dass Menschen die Strukturen von Macht und Gewalt erkennen, um sich aus Zwängen, Unterdrückung und Machtgefügen zu befreien. Dann können wir als freie und selbstbestimmte Menschen unser Leben gestalten - so Dr. Gertrud Müller.
https://bildung.hypotheses.org/8557
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Ricarda Gades-Büttrich - Glück ist in aller Munde und ein glückliches Leben scheint zur Pflicht zu werden. Doch gibt es so tatsächlich etwas wie eine Glücksformel und können wir lernen, glücklich zu sein?
Was macht uns wirklich glücklich? Und wie können wir dem Hamsterrad der ewigen Suche nach – noch mehr - Glücksmomenten entkommen? Fest steht: Glück ist ansteckend.
Birgit Spies ist im Gespräch mit der Gesundheitspsychologin Prof. Dr. Ricarda Gades-Büttrich.
02:00‘ Müssen wir in die Ferne schweifen oder liegt das Glück vor unserer Haustür?
Glück ist, neben all den Dingen, die wir nicht beeinflussen können, auch eine Frage der inneren Haltung. Wir können herausfinden, worin unser Glück besteht und lernen, glücklicher zu sein.
Dazu gehört es, dankbar und achtsam mit sich und anderen umzugehen; Tätigkeiten zu finden, in denen man ganz aufgeht und Raum und Zeit vergisst; sich intensiv um gute – reale und menschliche - Beziehungen zu bemühen; Ausdauer in all seinem Tun zu zeigen – auch, wenn es mühselig ist.
So kann das Leben als erfüllend und sinnvoll – als ein glückliches Leben - wahrgenommen werden. Und Achtung: Glück ist ansteckend!
https://bildung.hypotheses.org/8464
Birgit Spies ist Professorin für Bildung und Digitalisierung, Keynote-Speakerin, Beraterin und Trainerin. Mehr zu Birgit Spies erfahren Sie unter https://www.prof-birgit-spies.de.
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