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Unter dem aktuellen Lockdown leidet wieder insbesondere der Einzelhandel, der das wertvolle Weihnachtsgeschäft weitestgehend verloren hat. Manche Experten erwarten für 2021 eine Insolvenzwelle. Doch die Probleme sind nicht neu und liegen tiefer. Kleine, unabhängige Einzelhändler muss man in den Innenstädten immer länger suchen, da überwiegend Filialisten wie Primark, H&M, Zara oder Douglas das Bild prägen. Der boomende Onlinehandel hat das Händlersterben nicht initial verursacht, sondern die strukturellen Probleme deutlich gemacht und für ungeahnte Sortiments- und Preis-Transparenz bei den Kunden gesorgt. Viele Händler haben sich schwer damit getan, auf diese veränderte Markt- und Kundenlandschaft zu reagieren. Wenn die CDU Abgeordneten Jung und Haase nun eine Paketabgabe für Onlinehändler fordern, kann man im ersten Moment verwundert denken: „Endlich macht sich mal jemand um die kleinen Ladenbesitzer und eine mögliche Insolvenzwelle im stationären Einzelhandel Sorgen und will für Chancengerechtigkeit sorgen!. Es kann und darf ja wohl nicht sein, dass die E-Commerce-Giganten wie Amazon wenig Steuern zahlen und Tante Käthes Wolllädchen alle Lasten trägt, hohe Mieten zahlt und zu Preisen einkauft, zu denen Onlinehändler verkaufen!“. Und so erklären sich dann auch die, vergleichsweise wenigen, positiven Stimmen zu dem überraschenden Vorschlag der CDU. Doch bietet der Vorschlag überhaupt Lösungen für alle diese Probleme? Eine Paketabgabe verhindert schließlich weder Steuerschlupflöcher von globalen Konzernen, noch die horrenden Innenstadtmieten oder das Erodieren vernünftiger Händlermargen. Zumindest als Impuls für eine produktive und kreative Debatte kann das Positionspapier seinen Beitrag leisten. Im Turtlezone Tiny Talk machen Dr. Michael Gebert und Oliver Schwartz einen Anfang.
By Oliver Schwartz, Dr. Michael Gebert // Turtle-Media5
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Unter dem aktuellen Lockdown leidet wieder insbesondere der Einzelhandel, der das wertvolle Weihnachtsgeschäft weitestgehend verloren hat. Manche Experten erwarten für 2021 eine Insolvenzwelle. Doch die Probleme sind nicht neu und liegen tiefer. Kleine, unabhängige Einzelhändler muss man in den Innenstädten immer länger suchen, da überwiegend Filialisten wie Primark, H&M, Zara oder Douglas das Bild prägen. Der boomende Onlinehandel hat das Händlersterben nicht initial verursacht, sondern die strukturellen Probleme deutlich gemacht und für ungeahnte Sortiments- und Preis-Transparenz bei den Kunden gesorgt. Viele Händler haben sich schwer damit getan, auf diese veränderte Markt- und Kundenlandschaft zu reagieren. Wenn die CDU Abgeordneten Jung und Haase nun eine Paketabgabe für Onlinehändler fordern, kann man im ersten Moment verwundert denken: „Endlich macht sich mal jemand um die kleinen Ladenbesitzer und eine mögliche Insolvenzwelle im stationären Einzelhandel Sorgen und will für Chancengerechtigkeit sorgen!. Es kann und darf ja wohl nicht sein, dass die E-Commerce-Giganten wie Amazon wenig Steuern zahlen und Tante Käthes Wolllädchen alle Lasten trägt, hohe Mieten zahlt und zu Preisen einkauft, zu denen Onlinehändler verkaufen!“. Und so erklären sich dann auch die, vergleichsweise wenigen, positiven Stimmen zu dem überraschenden Vorschlag der CDU. Doch bietet der Vorschlag überhaupt Lösungen für alle diese Probleme? Eine Paketabgabe verhindert schließlich weder Steuerschlupflöcher von globalen Konzernen, noch die horrenden Innenstadtmieten oder das Erodieren vernünftiger Händlermargen. Zumindest als Impuls für eine produktive und kreative Debatte kann das Positionspapier seinen Beitrag leisten. Im Turtlezone Tiny Talk machen Dr. Michael Gebert und Oliver Schwartz einen Anfang.

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