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Die zugespitzte Headline „Ethikrat gegen Privilegien für Geimpfte“ ist unpräzise. In der aktuellen Empfehlung hat sich der Ethikrat vielmehr mit mehreren Aspekten beschäftigt und differenziert zwischen der Frage, ob die Politik bei staatlicher Freiheitsbeschränkungen individuelle Unterschiede zwischen geimpften und nicht geimpften Personen machen darf und der Frage, ob die Unterscheidung zwischen geimpften und nicht geimpften Personen durch private Anbieter durch die Privatautonomie gedeckt sind oder einer besonderen Rechtfertigung bedürfen. Angesichts des immer größeren Wunsches nach einer Rückkehr in ein „normales Leben“, erscheint es in der Tat wichtig, geeignete Konzepte rechtlich und ethisch besonnen abzuwägen und dabei nicht der Versuchung mancher Politiker zu erliegen, die reichlich populistische Phantom-Debatte um vermeintliche Sonderrechte für Geimpfte oder eine verkappte Impfpflicht noch zu befeuern.
By Oliver Schwartz, Dr. Michael Gebert // Turtle-Media5
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Die zugespitzte Headline „Ethikrat gegen Privilegien für Geimpfte“ ist unpräzise. In der aktuellen Empfehlung hat sich der Ethikrat vielmehr mit mehreren Aspekten beschäftigt und differenziert zwischen der Frage, ob die Politik bei staatlicher Freiheitsbeschränkungen individuelle Unterschiede zwischen geimpften und nicht geimpften Personen machen darf und der Frage, ob die Unterscheidung zwischen geimpften und nicht geimpften Personen durch private Anbieter durch die Privatautonomie gedeckt sind oder einer besonderen Rechtfertigung bedürfen. Angesichts des immer größeren Wunsches nach einer Rückkehr in ein „normales Leben“, erscheint es in der Tat wichtig, geeignete Konzepte rechtlich und ethisch besonnen abzuwägen und dabei nicht der Versuchung mancher Politiker zu erliegen, die reichlich populistische Phantom-Debatte um vermeintliche Sonderrechte für Geimpfte oder eine verkappte Impfpflicht noch zu befeuern.

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