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zum Thema „Wem gehört der Fußball?“. Raphael stammt aus Berlin-Köpenick und lebt mittlerweile in Gießen. Seine thematischen Schwerpunkte liegen auf kritischen Sport- und Demokratietheorien. Zu seinen journalistischen Projekten gehört unter anderem der Podcast »beyond the ball«. Als glühender Anhänger des FC Union ist er groß geworden und kennt die gesamte Fanszene aus dem Effeff. Politisch versteht er sich als Fußballmarxist – also als waschechter Linker, allerdings nicht von der Sorte, die den Austausch mit Andersdenkenden verweigert. Im Gegenteil: Er sucht den Dialog und konkrete Lösungen.
Telegramkanal RBM: https://t.me/radio_berliner_morgenroete_de
Ich selbst (der Moderator) bin ebenfalls mit der Lederkugel groß geworden. Fußball war für mich lange Zeit vor allem eine Ablenkung von der anstrengenden Realität – die Traumwelt meiner Kindheit und später eine von vielen Zerstreuungsmöglichkeiten des Erwachsenseins. Entsprechend glaubte ich irgendwann, Fußball sei Opium fürs Volk. Tapfer versuchte ich, mich nach außen hin zu distanzieren, und schaute zeitweise nur noch heimlich auf den Liveticker.
Raphaels Instagram Seite: https://www.instagram.com/fussballmarxist/
Doch Fußball ist weit mehr als bloße Unterhaltung bei Chips und Limonade oder regelmäßige Massenkeilereien zwischen unartigen Hooligans, Ultras und Polizisten. Er ist ein Raum für vitale politische Auseinandersetzungen, für soziales Miteinander sowie für gemeinschaftliches, kreatives und selbstwirksames Handeln.
Wenn einmal mehr der Eindruck entsteht, der Fußball gehöre den Investoren, schließen sich ursprünglich verfeindete Gruppen zusammen – ganz gleich, welchem Verein sie angehören oder welcher politischen Richtung sie sich zuordnen. Dann zählt nur noch eines: das gemeinsame Ziel. Davon könnten sich so manche Parteien, Gewerkschaften und andere Organisationen eine Scheibe abschneiden. Auch im Ausland hat die Macht organisierter Fangruppen bei Aufständen auf der Straße einiges bewirkt. Ob das immer gut war, ist Geschmackssache. Mit Raphael spreche ich in diesem Zusammenhang über den Euromaidan, den sogenannten Arabischen Frühling und die Gezi-Park-Proteste in Istanbul.
Schenkungen nehmen wir entweder über den PayPal-Button am Ende unserer Webseite https://radio-berliner-morgenroete.de/ oder per Überweisung auf folgendes Bankkonto entgegen:
Ganz spurlos ist die gesellschaftliche Spaltung allerdings auch am Fußball nicht vorbeigegangen. Die politisch jederzeit korrekten St. Paulianer sind der Ansicht, den Besuchern aus Rostock keine vernünftigen sanitären Anlagen zur Verfügung stellen zu müssen. Beim nächsten Mal werden sie um die kümmerlichen drei Dixi-Klos, die dort platziert wurden, womöglich noch eine Brandmauer ziehen. Den sogenannten gesellschaftlichen „Rechtsruck“ konnten sie damit zwar nicht verhindern. Aber nun ja: Wenn sie es zumindest schaffen, ihr eigenes Stadion „rein“ zu halten, haben sie immerhin einen Raum geschaffen, in dem alle das Gleiche denken. Klingt doch nach einem interessanten Experiment.
By Oliver Schindlerzum Thema „Wem gehört der Fußball?“. Raphael stammt aus Berlin-Köpenick und lebt mittlerweile in Gießen. Seine thematischen Schwerpunkte liegen auf kritischen Sport- und Demokratietheorien. Zu seinen journalistischen Projekten gehört unter anderem der Podcast »beyond the ball«. Als glühender Anhänger des FC Union ist er groß geworden und kennt die gesamte Fanszene aus dem Effeff. Politisch versteht er sich als Fußballmarxist – also als waschechter Linker, allerdings nicht von der Sorte, die den Austausch mit Andersdenkenden verweigert. Im Gegenteil: Er sucht den Dialog und konkrete Lösungen.
Telegramkanal RBM: https://t.me/radio_berliner_morgenroete_de
Ich selbst (der Moderator) bin ebenfalls mit der Lederkugel groß geworden. Fußball war für mich lange Zeit vor allem eine Ablenkung von der anstrengenden Realität – die Traumwelt meiner Kindheit und später eine von vielen Zerstreuungsmöglichkeiten des Erwachsenseins. Entsprechend glaubte ich irgendwann, Fußball sei Opium fürs Volk. Tapfer versuchte ich, mich nach außen hin zu distanzieren, und schaute zeitweise nur noch heimlich auf den Liveticker.
Raphaels Instagram Seite: https://www.instagram.com/fussballmarxist/
Doch Fußball ist weit mehr als bloße Unterhaltung bei Chips und Limonade oder regelmäßige Massenkeilereien zwischen unartigen Hooligans, Ultras und Polizisten. Er ist ein Raum für vitale politische Auseinandersetzungen, für soziales Miteinander sowie für gemeinschaftliches, kreatives und selbstwirksames Handeln.
Wenn einmal mehr der Eindruck entsteht, der Fußball gehöre den Investoren, schließen sich ursprünglich verfeindete Gruppen zusammen – ganz gleich, welchem Verein sie angehören oder welcher politischen Richtung sie sich zuordnen. Dann zählt nur noch eines: das gemeinsame Ziel. Davon könnten sich so manche Parteien, Gewerkschaften und andere Organisationen eine Scheibe abschneiden. Auch im Ausland hat die Macht organisierter Fangruppen bei Aufständen auf der Straße einiges bewirkt. Ob das immer gut war, ist Geschmackssache. Mit Raphael spreche ich in diesem Zusammenhang über den Euromaidan, den sogenannten Arabischen Frühling und die Gezi-Park-Proteste in Istanbul.
Schenkungen nehmen wir entweder über den PayPal-Button am Ende unserer Webseite https://radio-berliner-morgenroete.de/ oder per Überweisung auf folgendes Bankkonto entgegen:
Ganz spurlos ist die gesellschaftliche Spaltung allerdings auch am Fußball nicht vorbeigegangen. Die politisch jederzeit korrekten St. Paulianer sind der Ansicht, den Besuchern aus Rostock keine vernünftigen sanitären Anlagen zur Verfügung stellen zu müssen. Beim nächsten Mal werden sie um die kümmerlichen drei Dixi-Klos, die dort platziert wurden, womöglich noch eine Brandmauer ziehen. Den sogenannten gesellschaftlichen „Rechtsruck“ konnten sie damit zwar nicht verhindern. Aber nun ja: Wenn sie es zumindest schaffen, ihr eigenes Stadion „rein“ zu halten, haben sie immerhin einen Raum geschaffen, in dem alle das Gleiche denken. Klingt doch nach einem interessanten Experiment.