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Den Entschluss am ASA-Programm teilzunehmen traf ich eher beiläufig, ja sogar unbedacht. Einfach mal weg nach einem Jahr Masterarbeits-Trubel. Die erste richtige Reise ins außereuropäische Ausland, und das noch teilfinanziert. Naja, und dem sich an mein geisteswissenschaftliches Studium notwendigerweise anschließenden 40 Stunden Bürojob könnte ich so auch entkommen, zumindest vorerst.
Für mich machte es vor allen Dingen Sinn um meine Portugiesisch-Kenntnisse weiter zu vertiefen. Ich bewarb mich also auf zwei Projekte, eins in Mozambique – mein Favorit, das andere in Brasilien.
Es wurde Brasilien, genauer Pomerode. Ausgerechnet die „deutscheste Stadt Brasiliens“? Kurze aber heftige Enttäuschung. Schließlich wollte ich doch mal so richtig anders leben. Ich meinte wohl vor allem unter Anderen Leben.
Inzwischen sind zwei Monate der Nordphase in Greifswald vergangen und es ist viel passiert, vor allem in meinem Kopf. Ursprünglich sollte dies ein kritischer Kommentar über das ASA-Programm werden. Doch beim Schreiben musste ich mir eingestehen, dass die Verbindung von Theorie und Praxis, also die Begleitung des Projektpraktikums durch die ASA-Seminare, in meinem Fall den Anstoß zu einem sehr intensiven Lern- und vor allem Bewusstwerdungsprozess gegeben hat, den ich durchweg als positiv bewerte.
Ganz konkret bedeutet das für meine Teilnahme am ASA-Programm zum Beispiel, dass ich den Südpartner nicht als Tourismusdienstleister missbrauche, mir also Unterkunft und Fahrrad selber organisieren werde. Ich bin nun doch froh, am Pomerode-Greifswald Projekt teilzunehmen, da hier ein beidseitiger Austausch stattfindet. Das Projekt in Mozambique hat keine Nordphase,dh der Wissens- und Erfahrungszuwachs liegt vor allem bei den deutschen Teilnehmer*innen.
Rassismus dient seit dem 15. Jahrhundert bis heute unverändert
Wenn es in der Programmbeschreibung zu ASA-SüdNord heißt, es gehe um eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe, unterstellt diese Aussage dem Leser, er würde aus irgendwelchen Gründen davon ausgehen diese Augenhöhe bestehe nicht. Und auch die Einteilung in globaler Süden und globaler Norden reproduziert gewissermaßen rassistische Denkmuster.
Ja, ich bin privilegiert. Ich kaufe mir ein Ticket und fliege nach Brasilien. Einfach so. Dort mache ich mir ne schöne Zeit. genieße die Sonne und den Strand. Klar, ich werde mich auch weiterbilden und mit Jugendlichen aus Pomerode über die geflüchtete Menschen aus Haiti sprechen und wenn es sehr gut läuft, schaffen wir es als Gruppe auch ein paar von ihnen für die Rassismusproblematik in Brasilien zu sensibilisieren.
By verquer. RedakteurDen Entschluss am ASA-Programm teilzunehmen traf ich eher beiläufig, ja sogar unbedacht. Einfach mal weg nach einem Jahr Masterarbeits-Trubel. Die erste richtige Reise ins außereuropäische Ausland, und das noch teilfinanziert. Naja, und dem sich an mein geisteswissenschaftliches Studium notwendigerweise anschließenden 40 Stunden Bürojob könnte ich so auch entkommen, zumindest vorerst.
Für mich machte es vor allen Dingen Sinn um meine Portugiesisch-Kenntnisse weiter zu vertiefen. Ich bewarb mich also auf zwei Projekte, eins in Mozambique – mein Favorit, das andere in Brasilien.
Es wurde Brasilien, genauer Pomerode. Ausgerechnet die „deutscheste Stadt Brasiliens“? Kurze aber heftige Enttäuschung. Schließlich wollte ich doch mal so richtig anders leben. Ich meinte wohl vor allem unter Anderen Leben.
Inzwischen sind zwei Monate der Nordphase in Greifswald vergangen und es ist viel passiert, vor allem in meinem Kopf. Ursprünglich sollte dies ein kritischer Kommentar über das ASA-Programm werden. Doch beim Schreiben musste ich mir eingestehen, dass die Verbindung von Theorie und Praxis, also die Begleitung des Projektpraktikums durch die ASA-Seminare, in meinem Fall den Anstoß zu einem sehr intensiven Lern- und vor allem Bewusstwerdungsprozess gegeben hat, den ich durchweg als positiv bewerte.
Ganz konkret bedeutet das für meine Teilnahme am ASA-Programm zum Beispiel, dass ich den Südpartner nicht als Tourismusdienstleister missbrauche, mir also Unterkunft und Fahrrad selber organisieren werde. Ich bin nun doch froh, am Pomerode-Greifswald Projekt teilzunehmen, da hier ein beidseitiger Austausch stattfindet. Das Projekt in Mozambique hat keine Nordphase,dh der Wissens- und Erfahrungszuwachs liegt vor allem bei den deutschen Teilnehmer*innen.
Rassismus dient seit dem 15. Jahrhundert bis heute unverändert
Wenn es in der Programmbeschreibung zu ASA-SüdNord heißt, es gehe um eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe, unterstellt diese Aussage dem Leser, er würde aus irgendwelchen Gründen davon ausgehen diese Augenhöhe bestehe nicht. Und auch die Einteilung in globaler Süden und globaler Norden reproduziert gewissermaßen rassistische Denkmuster.
Ja, ich bin privilegiert. Ich kaufe mir ein Ticket und fliege nach Brasilien. Einfach so. Dort mache ich mir ne schöne Zeit. genieße die Sonne und den Strand. Klar, ich werde mich auch weiterbilden und mit Jugendlichen aus Pomerode über die geflüchtete Menschen aus Haiti sprechen und wenn es sehr gut läuft, schaffen wir es als Gruppe auch ein paar von ihnen für die Rassismusproblematik in Brasilien zu sensibilisieren.