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Freitag, 23. Februar 2024
Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne.
Psalm 22,2
Und der Vorhang im Tempel zerriss in zwei Stücke von oben an bis unten aus.
Markus 15,38
Voll Erbarmen
Das heutige Losungswort hat seinen unauslöschlichen Platz gefunden unter den 7 Worten, die uns von Jesus überliefert sind, während er am Kreuz hing. Es bleibt ein tiefes Geheimnis, was sich in diesen Stunden am Kreuz zwischen Jesus und Gott, zwischen dem Sohn und dem Vater abgespielt hat. Mir scheint, dass es angemessener ist, in Ehrfurcht und Anbetung davor innezuhalten, als mit klug scheinenden und spekulativen Gedankenspielen darin eindringen zu wollen...
Eines können wir aber sicher sagen: In diesen Gebetsschrei hat Jesus alle Gottverlassenheiten dieser Welt, den tiefen damit verbundenen Schmerz und die Verzweiflung auf sich genommen. Und du bist eingeladen, alle deine Verlassenheitswunden mit dieser Wunde Christi zu identifizieren. Es ist dein Verlassensschrei, den Jesus da ausstößt. Damit mute ich dir freilich zu, dich dieser deiner Verlassensheitswunde erst einmal zu stellen. Aber du weißt: Zu jeder Heilung gehört, dass eine Wunde erst einmal angeschaut, notfalls auch aufgedeckt und freigelegt werden muss. Solange du dich nicht deinen eigenen Wunden, deinen Abgründen und deinen Verlorenheiten stellst, bleibt das Kreuz ohne Bedeutung und ohne Bezug zu dir - allenfalls ein Gegenstand mehr oder weniger klugen theologischen Erörterungen. Oder gleich etwas, womit du im Grunde nichts anfängst.
Der Lehrtext nimmt uns mit hinein in den Augenblick, in dem Jesus starb. Der Vorhang zerreißt, der das Allerheiligste abschirmte, den innersten Raum des Tempels - von oben nach unten. Der Talmud überliefert, dass dieser Vorhang 18 m hoch und 9 m breit und eine Handbreit dick war - das war also keine blickdichte Gardine... ja, da waren offensichtlich göttliche Kräfte am Werk! Wie ein Vater zur Trauer über seinen toten Sohn sein Gewand oben am Halsausschnitt einriss, so reißt Gott diesen Vorhang entzwei, weil es ihm das Herz zerreißt über dem, was dort auf Golgatha passiert. Unser Gott ist leidensfähig, mitleidsfähig; nein, er ist nicht der Weltenlenker, der unbeteiligt und göttlich-distanziert über den Sternen thront, weit verfehlt. Die Bibel hingegen hat ein Wort dafür, wie Gott ist: Er ist barmherzig und voll Erbarmen. Das ist deine und meine Rettung!
In Jesus bist du gesegnet und in das göttliche Erbarmen gestellt.
In Jesus bist du gesegnet. Es gibt keine Verlassenheit, in der Jesus dir nicht zur Seite stehen würde. Darum gibt es keine Verlassenheit mehr.
https://www.youtube.com/watch?v=XgMq-0cD8Lc
By Johannes HilligesFreitag, 23. Februar 2024
Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne.
Psalm 22,2
Und der Vorhang im Tempel zerriss in zwei Stücke von oben an bis unten aus.
Markus 15,38
Voll Erbarmen
Das heutige Losungswort hat seinen unauslöschlichen Platz gefunden unter den 7 Worten, die uns von Jesus überliefert sind, während er am Kreuz hing. Es bleibt ein tiefes Geheimnis, was sich in diesen Stunden am Kreuz zwischen Jesus und Gott, zwischen dem Sohn und dem Vater abgespielt hat. Mir scheint, dass es angemessener ist, in Ehrfurcht und Anbetung davor innezuhalten, als mit klug scheinenden und spekulativen Gedankenspielen darin eindringen zu wollen...
Eines können wir aber sicher sagen: In diesen Gebetsschrei hat Jesus alle Gottverlassenheiten dieser Welt, den tiefen damit verbundenen Schmerz und die Verzweiflung auf sich genommen. Und du bist eingeladen, alle deine Verlassenheitswunden mit dieser Wunde Christi zu identifizieren. Es ist dein Verlassensschrei, den Jesus da ausstößt. Damit mute ich dir freilich zu, dich dieser deiner Verlassensheitswunde erst einmal zu stellen. Aber du weißt: Zu jeder Heilung gehört, dass eine Wunde erst einmal angeschaut, notfalls auch aufgedeckt und freigelegt werden muss. Solange du dich nicht deinen eigenen Wunden, deinen Abgründen und deinen Verlorenheiten stellst, bleibt das Kreuz ohne Bedeutung und ohne Bezug zu dir - allenfalls ein Gegenstand mehr oder weniger klugen theologischen Erörterungen. Oder gleich etwas, womit du im Grunde nichts anfängst.
Der Lehrtext nimmt uns mit hinein in den Augenblick, in dem Jesus starb. Der Vorhang zerreißt, der das Allerheiligste abschirmte, den innersten Raum des Tempels - von oben nach unten. Der Talmud überliefert, dass dieser Vorhang 18 m hoch und 9 m breit und eine Handbreit dick war - das war also keine blickdichte Gardine... ja, da waren offensichtlich göttliche Kräfte am Werk! Wie ein Vater zur Trauer über seinen toten Sohn sein Gewand oben am Halsausschnitt einriss, so reißt Gott diesen Vorhang entzwei, weil es ihm das Herz zerreißt über dem, was dort auf Golgatha passiert. Unser Gott ist leidensfähig, mitleidsfähig; nein, er ist nicht der Weltenlenker, der unbeteiligt und göttlich-distanziert über den Sternen thront, weit verfehlt. Die Bibel hingegen hat ein Wort dafür, wie Gott ist: Er ist barmherzig und voll Erbarmen. Das ist deine und meine Rettung!
In Jesus bist du gesegnet und in das göttliche Erbarmen gestellt.
In Jesus bist du gesegnet. Es gibt keine Verlassenheit, in der Jesus dir nicht zur Seite stehen würde. Darum gibt es keine Verlassenheit mehr.
https://www.youtube.com/watch?v=XgMq-0cD8Lc