Warum? Darum!

Warum sagt man eigentlich „Retourkutsche“?


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Wer jemandem eine Retourkutsche gibt, revanchiert sich. Mal geschieht das mit einem schlagfertigen Spruch, mal als kleine Vergeltung für eine vorherige Spitze. Doch woher stammt dieser Ausdruck eigentlich?

Der erste Teil der Erklärung ist ganz einfach. Bis weit ins 20. Jahrhundert waren Kutschen ein wichtiges Verkehrsmittel. Wer morgens in den Nachbarort fuhr, konnte später mit der Retourkutsche wieder nach Hause zurückkehren. Das Wort „Retour“ stammt aus dem Französischen und bedeutet nichts anderes als „Rückkehr“ oder „zurück“.

Aus der eigentlichen Rückfahrt entwickelte sich nach und nach eine Redewendung. Wer auf eine Bemerkung oder Handlung reagiert und etwas „zurückgibt“, erteilt seinem Gegenüber im übertragenen Sinn eine Retourkutsche.

Vor allem in Berlin gibt es noch eine weitere Geschichte, die mit diesem Begriff verbunden wird. Als Napoleon 1806 die Stadt eroberte, ließ er die berühmte Quadriga vom Brandenburger Tor als Kriegsbeute nach Paris bringen. Nach seinem Sturz im Jahr 1815 holten die Preußen die Statue wieder zurück. Sie fanden die Quadriga noch verpackt in Kisten und brachten sie nach Berlin. Deshalb erhielt der prächtige Streitwagen auf dem Brandenburger Tor im Volksmund den Spitznamen Retourkutsche.

Heute denkt bei dem Begriff kaum noch jemand an Pferde oder historische Kutschen. Stattdessen steht die Retourkutsche für eine schlagfertige Antwort oder eine kleine Revanche, die das Gegenüber oft genauso unerwartet trifft wie die ursprüngliche Bemerkung.

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Warum? Darum!By Berliner Rundfunk 91.4


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