WENIGER. UND MEHR.

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  • New Work: längst verbrannt oder brandaktuell?

    New Work und Brennstoff? Na, das passt doch gut. Als Marketing-Buzzword ist dieser Begriff mittlerweile ordentlich verbraucht – dabei ist er ohnehin schon mehr als 35 Jahre alt. (Und dennoch aktuell. Denn viele der klugen Ansätze & Ideen dahinter stecken weiterhin echt noch in den Kinderschuhen.)

    Bildquelle: Pixabay

    Für den Podcast „Brennstoff“ hat mir Clemens Weins im Interview einen bunten Strauß durchaus kniffliger Fragen jenseits von Kickertischen und Bürobillard gestellt.

    Wie relevant das Thema seit 1984 ist? Ob es sich auf Veränderungen im Außen oder Innen bezieht? Ob KI dabei hilfreich sein kann? Welche Patentrezepte es dafür gibt? Und welche Relevanz es für unsere Gesellschaft hat? Antworten dazu gibt es für & auf die Ohren. Viel Vergnügen beim Hören!

    Andreas Steffen bei "Brennstoff": #NewWork – Mehr oder weniger agile Patentrezepte
    Clemens Weins interviewt Andreas Steffen (47:50 min.)

    Hier geht‘s zur Podcast-Site: https://brennstoff.podigee.io/25-mit-newwork-und-ohne-kickertisch-den-planeten-retten

    Dieses Interview ist eine schöne Fortsetzung des Gesprächs mit Sven Franke, bei dem ich ihm 2018 die Fragen stellen durfte. Nachzulesen ist diese Unterhaltung im Kapitel „New Work für und mit sich selbst“ aus meinem Buch „Menschen und Organisationen im Wandel“: https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-662-58851-2_17 

    Und wirklich, wirklich immer ganz schön wichtig: #KeinePatentrezepte.

    … so hat’s übrigens während des telefonischen Podcast-Interviews ausgeschaut:

    48 min
  • „Verzeihung ...?” Gedanken und Gefühle zur Schuldfrage

    Eine Kampfansage ans schlechte Gewissen

    Update: jetzt auch mit Podcast zum Text
    (Der Artikel erschien ursprünglich am 4. Februar 2020.)

    Bildquelle: Pixabay

    Wer lieber hört als liest, kann sich jetzt den Podcast zu diesem Artikel anhören – hier, gerne auch bei Spotify oder auf einer der anderen Plattformen. Für alle anderen steht der Text direkt darunter.

    „Verzeihung ...?“ Gedanken und Gefühle zur Schuldfrage
    gesprochen von Andreas Steffen (20:14 Minuten)
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    „Schuldig!“ Das hört wohl niemand gerne, wenn’s gegen die eigene Person gerichtet ist. Und trotzdem: Leider „oft genug“ ist exakt diese Wortwahl ein schwerwiegender Bestandteil von inneren Dialogen und äußeren Konflikten.

    In meinem privaten wie beruflichen Umfeld erlebe ich immer wieder, dass eigentlich neutrale Aussagen mit Worten wie „Verzeihung ...“ oder „Entschuldigen Sie bitte ...“ eingeleitet werden. Warum ist das so? Muss das sein – und auch so bleiben? Dazu findet man Antworten im Mittelalter und Projektmanagement, bei John Lennon und den Sopranos.

    VERERBT ODER GELERNT?

    Was genau ist Schuld überhaupt? „Schulden, Verbindlichkeiten. Schuldgefühl (Psychologie), bewusste oder unbewusste Überzeugung, etwas Falsches getan zu haben. Verschulden, Vorwerfbarkeit eines zivilrechtlichen Delikts (Rechtswissenschaft) Existentielle Schuld, philosophischer und sozialpsychologischer Begriff.“ 

    So wird der Schuldbegriff bei Wikipedia definiert. (Falls jetzt jemand aufschreit, das wäre doch keine wissenschaftlich-anständige Quelle, dann bekenne ich mich sofort schuldig. Dieser Artikel hat allerdings auch keinen Anspruch auf allumfassende Wahrheit. Naja, ein wenig schon. Aber wirklich nur ein kleines Bisschen.)

    Anerzogen, gelernt oder steckt dieses Gefühl „irgendwie“ tief in uns drin? Ist Schuld in der menschlichen DNA verankert? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Auf eine gewisse Weise ist’s mir fast auch wurscht. Denn ich möchte vielmehr als Coach und Mensch meinen Teil dazu beitragen, dass Schuldgefühle und vor allem schlechtes Gewissen möglichst wenig Raum einnehmen. Bei mir selbst und bitte auch bei Anderen.

    Natürlich spricht nichts gegen eine anständige Portion Reumütigkeit oder eine ehrlich gemeinte Entschuldigung, wenn es dafür wirklich einen Anlass und Grund gibt. Doch wie häufig sind Schuldgefühle zu beobachten, weil sich jemand selbst klein und schlechtmacht? Weil er oder sie sich ungenügend fühlt oder zu stören glaubt? 

    EIN FINGERZEIG

    Das berühmt-berüchtigte „Fingerpointing“: Wenn man mit dem Finger auf jemanden zeigt, sind bewiesenermaßen dabei stets drei Finger auf sich selbst gerichtet. „Der ist schuld!“ Wer ist schuld? Im Projektmanagement-Umfeld gebe ich gerne einen Tipp weiter: Die Arbeit mit dem „Schuldigen der Woche“. Doch ist das eigentlich nur eine – fast unnötige– Krücke.

    Der „Trick“ geht so: Ein Projektteam verabredet für die Laufzeit des gemeinsamen Vorhabens, dass es immer einen „Schuldigen der Woche“ (w/m/d) gibt. Idealerweise ist das nicht jedes Mal derselbe Mensch. Ein wöchentlich wechselnder Turnus ist hilfreich und sinnvoll. Und wenn dann über Fehler und Probleme gesprochen wird, hebt genau diese Person dann sofort die Hand. „Ich war’s!“. Regelmäßig ist sofort ein befreites Lachen die Reaktion, das Team kann sich umgehend auf die Lösungssuche machen – statt den Verantwortlichen zu suchen, zu finden und ausführlich an den Pranger zu stellen. 

    Wie gesagt: Das ist zwar hilfreich und spannungslösend, allerdings darf man sich durchaus fragen, ob dieser Trick wirklich erforderlich sein sollte. Vor allem ist er nur wenig tauglich, wenn man selbst das Team ist.

    WER WAR’S? ICH, ICH ODER ICH?

    Häufig haben wir unser ganz persönliches, inneres Team so konditioniert, dass wir beim Fingerpointing regelmäßig mit der gesamten Hand (oder Faust) auf uns selbst zeigen. Der Schuldspruch richtet sich dann vehement ans eigene Spiegelbild. „Ich bin schuld!“ (Eigentlich an allem, was in der Welt nicht rund läuft.) Bei solch einem Zustand gehe ich jede Wette ein: Damit ist dieser Mensch nicht auf eben diese Welt gekommen. Zwar bin ich weder für Genetik noch Epigenetik ein echter Experte, aber trotzdem bin ich felsenfest überzeugt: Das ist gelernt und anerzogen. Mit einem schlechten Gewissen geboren worden? Das kann und will ich mir einfach nicht vorstellen.

    Aber wie lernt man es dann, sich schuldig zu fühlen? Einen Hinweis dazu bietet nachher der Ausflug nach New Jersey zu den Sopranos.

    EXISTENZIELLE SCHULD?

    „Entschuldigung, dass ich existiere!“ Dieser Leitspruch von passiv-aggressivem Verhalten bringt es – leider – auf den Punkt. Darauf kommen wir gleich wieder zurück. Doch zunächst richtet sich der Blick auf den Sachinhalt.

    Jeder Mensch darf eine Geo-Koordinate haben, einen Standpunkt und einen Fleck zum Sein. „Stehe ich im Weg? Oh, Entschuldigung!“ Warum denn eigentlich? Herrje, irgendwo „muss“ man sich ja befinden. Wenn ich dabei tatsächlich aus Un-Achtsamkeit jemandem im Weg stehe – im Supermarkt, auf der Straße, vielleicht auf dem Lebensweg oder Karrierepfad – kann es natürlich angebracht sein, sich zu entschuldigen. (Oder etwas in der Art, mehr dazu direkt im Anschluss.) Und gleichzeitig nimmt jeder Mensch nun mal Raum ein. Das darf so sein, wenn man dabei nicht mit Vorsatz jemand Anderes behindert oder mit böser Absicht auf die Füße tritt.

    Falls ein Mensch von früh auf gelernt hat, dass er oder sie „irgendwie falsch“ und „ständig im Weg“ ist, dann bringt es wenig, von außen mit einem herzhaften „Hör doch einfach auf damit!“ zu reagieren.

    Solch ein freundlich und hilfreich gemeinter Impuls kann zwar förderlich sein, um eine Veränderung im Denken und resultierenden Verhalten dieser Person, insbesondere mit Blick auf deren Selbstwahrnehmung, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen, zu initiieren. Jedoch kann meist „nicht einfach so“ ein entsprechender innerer Schalter umgelegt werden. Die wirklich gute Nachricht: Es gibt ihn, diesen Schalter.

    ABLASSHANDEL – MIT SICH SELBST?

    „Hiermit entschuldige ich das Fehlen meines Sohnes am vergangenen Montag.“ Was von Eltern im Schulischen gerne versucht wird, das geht eigentlich gar nicht. 

    Können wir uns selbst entschuldigen? Nee, oder? Vielmehr können wir lediglich um Entschuldigung bitten. Genau dieses Prinzip hatte die katholische Kirche im Mittelalter zu einem florierenden Geschäftsmodell gebracht. Mist gebaut? Kein Problem! Einfach fix in den Beichtstuhl, danach eine anständige Summe in die Kollekte geworfen – und schon war man frei von aller Schuld. (Möglicherweise funktioniert das sogar auf eine gewisse Weise.)

    Sünde, Buße, Reue, Gnade ... hui. Keinen dieser Begriffe habe ich wirklich in mein Herz geschlossen. 

    Wie steht es mit Verzeihen? Können wir uns selbst vergeben? Und wie schaut das im Umgang mit anderen Menschen aus, die uns Unrecht getan haben? Verzeihen wir ihnen? Oder im Endeffekt uns selbst, indem wir unsere Wut, unseren Zorn und Groll ihnen gegenüber nicht mehr länger in uns aufrecht halten, sondern loslassen?

    DAS “GOLDENE BUCH” FÜR SICH SELBST NEU SCHREIBEN

    „Das tut man nicht. Das darf man nicht. Das ist nicht richtig, brav, anständig, ehrenhaft, geziemend, ordentlich, tugendsam.“ Und wenn man‘s doch tut? Lerneffekt, Veränderung oder Schuldgefühl?

    Über einschränkende Glaubenssätze, sogenannte „Beliefs“, kann man ganze Bücher schreiben. (Achtung, Werbung: Genau das hat der Autor dieses Beitrags zumindest anteilig in „Impulse zur eigenen Veränderung“ getan.) Was man im Leben so alles muss! Was unbedingt – genau so! – sein muss. Was keinesfalls sein darf und was man nie, nie, niemals tut (weil sonst ...): Auch mit diesen Dingen kommen wir nicht auf die Welt. Wir lernen sie. Aus einem virtuellen, goldenen Buch, das es nicht gibt.

    Entweder werden uns solche Glaubenssätze von Familie, Schule, anderen Menschen oder Medien eingetrichtert. Oder wir eignen sie uns eigenständig an. „Ich werde nur geliebt, gemocht, wertgeschätzt, wenn ich ...“ Bitte vervollständigen Sie diesen Satz. Oder werfen Sie ihn einfach über Bord.

    Denn die unvollständige Aussage impliziert „und wenn nicht, dann ...“. Dann ist man ja selber schuld daran, dass man keine Liebe bekommt, weder Zuneigung noch Anerkennung. Willkommen in der Hölle der Abhängigkeit, die vor allem mit Schuldgefühlen geheizt wird.

    Hier öffnet sich jedoch auch die Tür zu einem freieren Leben jenseits aller Schuld und Schuldgefühle, wenn man sich nämlich mittels „Reframing“ einen neuen Kontext verschafft. Dazu kann auch gehören, sich weitaus weniger abhängig vom Wert-Urteil (!) anderer Personen zu machen. Das geht keinesfalls per Knopfdruck, jedoch klappt es, wenn man diese Art der Veränderung – für sich selbst – wirklich erreichen möchte.

    UNMITTELBARE AUSWIRKUNG?

    „Instant Karma“ ist der Titel eines Songs von John Lennon aus dem Jahr 1975. „Instant Karma is gonna get you, gonna knock you off your feet“, heißt es darin. Nun ja, der Gedanke von Karma hat nach meinem Verständnis nicht immer eine sofortige Reaktion auf eine Handlung zur Folge. Wahrscheinlich wird der ein oder die andere Karma-Kenner*in zustimmen, dass sich nach der dahinterstehenden Philosophie und Theorie manch eine Handlung auch erst in einem späteren Leben auswirken wird.

    Insofern darf hier ruhig ein Fragezeichen an meine frühere These gesetzt werden, dass „Schuld“ nicht geerbt werden kann. Erbsünde, bei der man selbst der Verursacher ist? Klingt ganz schön gruselig.

    EIN KRASSER KILLER

    Nach meiner Erfahrung und Beobachtung gibt es kaum etwas Schlimmeres als dauerhaft schlechtes Gewissen. „Selbstzugefügter seelischer Krebs“, so nenne ich das.

    Wenn man also sinnbildlich andauernd mit dem Finger auf sich selbst zeigt, hat man für das Leben maximal nur eine (die andere) Hand frei.

    Wer mit sich selbst Krieg führt, wird nur schwer gleichzeitig irgendeinen Frieden finden. Wer sich selbst verachtet, sich permanent schuldig fühlt, der/die wird auf ebenso seelischer wie körperlicher Ebene sein/ihr Immunsystem massiv belasten.

    „Passiv“ könnte solch aggressionsgeladenes Verhalten nur insofern benannt werden, als dass man sich dabei nicht öffentlich und offensichtlich selbst verletzt. „Auto-aggressiv“ trifft es, wenn schlechtes Gewissen zum dauerhaften Begleiter eines Menschen wird. (Um den Wortwitz auszureizen: Man setzt sich dabei gewissermaßen in ein autonom fahrendes Fahrzeug, das einen samt aggressiver Fahrweise schnurstracks in die Schuldhölle kutschiert.) Wenn man sich also selbst nicht guttut. Und – hey! – dafür kann man sich doch sogleich wieder schlecht und schuldig fühlen! Wie wunderbar, ein wahrer Teufelskreis. Und den kann man verlassen, selbst als Mafiapate.

    NEULICH BEI DEN SOPRANOS

    Anerzogen, das hatten wir schon in diesem Artikel. Mein „Lieblingsbeispiel“ für injizierte Schuldgefühle gibt es in der Serie „The Sopranos“ (1999–2007), die vom Leben der gleichnamigen Mafiafamilie in New Jersey erzählt. Hauptfigur ist Anthony „Tony“ Soprano, den man über die sechs Staffeln hinweg regelmäßig bei seiner Therapeutin antrifft. Kern dieser Sitzungen? Seine Mutter. Die gibt später einen Mordauftrag gegen ihren Sohn in Auftrag, hat aber vorher selbst schon „ganze Arbeit“ geleistet, indem sie Tony das massivste schlechte Gewissen eingeimpft hat, das man sich nur vorstellen kann. Kein Wunder also, dass der „Capo“ ständig mit Panikattacken zu kämpfen hat. (An dieser Stelle sei ausdrücklich gesagt, dass auch Väter, Onkel, Tanten, Großeltern und weitere Verwandte, ebenso Lehrer:innen und Vorgesetzte sowie ganz andere Menschen dies bewerkstelligen können.)

    Zurück zu Tony und seiner Mutter, die hier wirklich bitte lediglich als Beispiel, nicht als klassischer Stereotyp, verstanden werden soll. „Ja, sei DU nur glücklich! ICH habe mich ja all die Jahre aufgeopfert, damit es DIR gut geht. Wie es MIR dabei geht, das interessiert ja NIEMANDEN.“ (Ein Hinweis an dieser Stelle: Tonys Mutter scheint ihr eigenes Wohlergehen bei weitem nicht so sehr zu interessieren wie die Chance, anderen ein möglichst mieses Gewissen zu bereiten. Möglicherweise ist das wiederum eine seltene & seltsame Form des Lustgewinns. Doch weiter im Text von Livia Soprano.) „All die vielen Jahre seit DEINER Geburt habe ich MEIN eigenes Wohl zurückgestellt!“ (Hier liegt mir „Selber schuld!“ auf den Lippen. „Es war Deine eigene Entscheidung, liebe Livia“, das trifft es wohl besser.)

    Wer mit solchen Worten und den darin nur unschwer „versteckten“ repressiven Emotionen aufwächst, der könnte sich wohl spätestens mit dem Eintritt ins Erwachsenenalter eine Dauerkarte beim Therapeuten buchen. Andererseits muss es kein jahrelanger Therapiemarathon werden, um sich von fiesen Beliefs und schlechten Gefühlsinjektionen zu befreien. Doch klar ist auch: ein Spaziergang ist es nicht, mit dem man dieses von außen induzierte schlechte Gewissen wieder loswird. Aber es geht. Versprochen.

    LEERSEIN

    Zurück zum Karma. Aufgrund von aktuellen Schuldgefühlen oder manchmal auch „im vorausschauenden Gehorsam“, der keinesfalls zukünftige Schuld auf sich laden will, kann es zum karmischen Missverständnis kommen. Denn es geht bei dieser Philosophie, diesem Lebensverständnis und -konzept keinesfalls darum, „so viel Gutes wie nur möglich“ zu tun.

    Vielmehr steht eine „ausgeglichene Bilanz“ auf der Agenda. Ziel von cleverer Karma-Arbeit ist es daher, „auch im Guten nichts anhäufen“. Denn das schleppt man nach diesem Konzept dann ebenso mit ins nächste Leben – eben solange, bis man „den emotionalen Rucksack“ wirklich leicht und leer gemacht hat. Erst dann ist der Weg frei ins Nirwana.

    Freisein: Das ist auch ein kluges Vorgehen beim Verzeihen. Um sich selbst nicht mehr zu belasten mit dem Tragen von negativen Gefühlen. Ganz gleich, ob anderen oder sich selbst gegenüber. Denn bleiben wir im Bild: Wer anderen oder sich selbst gegenüber nachtragend ist, der muss ja wortwörtlich ständig etwas mit sich herumschleppen. Alleine schon aus der Erfahrung beim Wandern kann ich ein Geheimnis verraten: Mit leichtem Gepäck läuft es sich viel angenehmer.

    SCHLUSSENDLICH

    Patentrezepte? Die gibt es auch hier wieder einmal – nicht. Doch die Idee, den eigenen Rucksack fürs Wandern durch das Leben so frei und leer wie möglich von negativen Glaubenssätzen, Gedanken und Gefühlen zu machen, sich gleichermaßen nicht mit dem Ziel eines massiven „Karma-Vorschusskredits“ zu stressen, die kann ich wärmstens empfehlen. Aus ganz persönlicher Erfahrung, ebenso aus der Arbeit mit Klientinnen und Klienten. Im Endeffekt ist dieses befreite Laufen & Leben das Beste, was man sich selbst, selbstfürsorglich & selbstverantwortlich schenken kann.

     

    Dieser Blogbeitrag wurde während einer Bahnfahrt von Berlin nach Bielefeld unter Zuhilfenahme mehrerer Songs von Lana Del Ray geschrieben. Titel wie „Born to die“, „Dark Paradise“, „God knows I tried“, „The Blackest Day“, „Don’t let me be misunderstood“, „Tomorrow never came“ sowie schlussendlich „Change“ und „Get free“ waren dafür ein hervorragender Soundtrack.

    21 min
  • Lernmöglichkeiten mit Wundern, Kurven, nassen Füßen und geheimen Wegen
     

    Gedanken zum (gar nicht so sehr) geheimen Weg das Glück einzuladen, um nicht erst nach Corona anders mit unserer Angst umzugehen und schlussendlich als Menschen wirklich für die Zukunft zu lernen

    Update: jetzt auch mit Podcast zum Text
    (Der Artikel erschien ursprünglich am 20. März 2020.)

     

    Bildquelle: Pixabay

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    Lernmöglichkeiten mit Wundern, Kurven, nassen Füßen und geheimen Wegen
    gesprochen von Andreas Steffen (31:45 Minuten)
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    Zukunft, Sorgen, Ängste, Akzeptieren, Verstehen, Verändern, Lernen – dabei gibt es vielfältige Themen und Werkzeuge, die einem durch den Kopf gehen: Im japanischen Reiki gibt es „den geheimen Weg das Glück einzuladen“. Dieser Weg ist gar nicht wirklich geheim, jedoch wird er nur recht selten (bisher) praktiziert. Dazu gleich mehr. Zunächst richtet sich der Blick auf mögliche Wunder im Rückspiegel, auf ein Modell zum besseren Umgang mit Angst, eine Kurve der Veränderung und einen Prozess zur rückwärtigen Flussüberquerung mit möglichen Lerneffekten.

    Wunder geschehen? Was wäre, wenn …

    Zukunftsforscher Matthias Horx schreibt in seinem Beitrag „48 – Die Welt nach Corona“:

    “Es gibt historische Momente, in denen die Zukunft ihre Richtung ändert. (…) Diese Zeiten sind jetzt.”
    www.horx.com und www.zukunftsinstitut.de

    Sowohl diese Richtungsänderung als vor allem auch das rückwirkende Betrachten greife ich auf. Beide Aspekte sind gerade heute, also schon “während Corona”, von entscheidender Bedeutung für einen gesunden Umgang – mit anderen Menschen, mit sich selbst und mit der Welt – und für das Lernen aus diesen Erfahrungen.

    Horx spricht davon, dass wir uns wundern werden, sobald die Welt sich wieder mit anderen Dingen als COVID-19 beschäftigt. Sobald also andere Themen im Fokus stehen und wir uns wieder mit Fußballergebnissen, nächsten Topmodels, gesuchten Superstars, Wetterberichten und anderen alltäglichen Dingen auseinandersetzen. Wenn wieder Influencer statt Influenza im Vordergrund stehen, bleiben womöglich manche Wunder erhalten.

    Durch (freiwilligen?) Verzicht, der nicht Verlust bedeuten muss, kann neuer Raum für neue Möglichkeiten entstehen, sagt Horx. Und vielleicht muss solch ein Raum dann auch nicht sofort „mit irgendetwas“ gefüllt werden. Einfach mal nichts tun? Das fällt vielen Menschen richtig schwer, auch den Generationen, die vor Y und Z geboren wurden. So ganz langsam (!) scheint sich jedoch vielerorts eine Prise Entschleunigung breitzumachen. Doch wird das auch “jenseits von Corona” erhalten bleiben? Horx führt weiterhin an, dass (womöglich? hoffentlich?) Humor und Menschlichkeit – wieder – den Stellenwert bekommen, den sie verdienen. Auch politische, ökonomische und ökologische “Wunder” werden vielleicht entstanden sein, wenn wir eines Tages auf die heutige Zeit zurückblicken.

    Doch zurück aus der Zukunft, bleiben wir zunächst im Hier und Heute.

    Ist es wirklich so? EIn Modell für den Umgang mit Angst

    „Es ist so, wie es scheint.“
    (PeterLicht in: „Der neue Mensch“)

    Ein neuer, ein besserer Umgang mit Angst: Geht es darum, Angst wunderschön zu finden? Nein. Allerdings muss man auch keine Angst vor der Angst haben. Und nicht nur für die aktuelle Corona-Situation, sondern weit darüber hinaus, auch in ganz anderen angstauslösenden Momenten, gibt es ein sehr simples Modell, das helfen kann: das 4A-Prinzip.

    Das 4A-Prinzip zum Umgang mit Angst © Andreas Steffen | WENIGER. UND MEHR.

    Ganz grundsätzlich für einen gesunden und konstruktiven Umgang mit Angst anhand des 4A-Prinzips gilt: Wenn es uns gelingt zu akzeptieren, dass wir Angst verspüren, können wir danach “das Licht einschalten” und diese Angst bewusst betrachten und wieder selbstwirksam werden. Wenn wir anschließend mit Anderen darüber sprechen, werden wir feststellen, dass auch diese anderen Menschen eigene oder ähnliche Ängste haben, dass einige davon vielleicht bereits Lösungswege dafür gefunden haben. Und auf dieser Basis können wir danach in Aktion treten und etwas (oder uns) positiv verändern. Wie sehr passt dieses 4A-Prinzip für heutige Herausforderungen? Fangen wir von hinten an:

    Nein, mit Aktion ist kein Aktionismus im Sinne von Toilettenpapierpanik und Hamsterkäufen gemeint. „Action“? Das ist aktuell wirklich schwierig. Frei nach Prinzipien, die alle gar nicht neu sind, beispielsweise dem sogenannten „Wu Wei“ aus dem Taoismus, kann es jetzt heißen: Handeln durch Nichthandeln. Dazu sind wir momentan in vielen Lebensbereichen sogar gezwungen. Dabei können wir nun entscheiden, ob wir uns dadurch als Opfer der Situation fühlen und damit hadern, es vielleicht sogar persönlich nehmen wollen – oder die Situation mit einer ordentlichen Portion Mut, Geduld, gerne auch Humor akzeptieren, annehmen und damit umgehen möchten. Alleine schon diese Wahl zu haben und sie bewusst zu treffen, ist eine Form von “Action”.

    Die derzeitige Situation ist deshalb so fies und anspruchsvoll, weil aktuell der persönliche Austausch anders stattfinden muss (und auch kann), als wir es oftmals gewohnt gewesen sind. In den sozialen Medien? Da darf man sich durchaus fragen, wie wirklich passend diese dazu sind. Live, echt und in Farbe? Hierfür sind die Rahmenbedingungen gerade ganz andere. #flattenthecurve, stay@home, Veranstaltungsabsagen, Ausgangssperren oder echte Quarantäne schränken uns im wahrsten Sinne immens ein. Plötzlich müssen und können wir feststellen, dass unsere Smartphones auch eine Funktion haben, die wir neben TikTok, Instagram, Facebook & Co. häufig vergessen haben: Man kann damit telefonieren! Man kann darüber soziale Kontakte pflegen, bei Familienmitgliedern, Freundinnen und Freunden tatsächlich anrufen, den Kontakt dadurch halten oder wieder, anders, neu herstellen.

    Bereits das Anschauen, also das zweite A aus dem Modell, ist gar nicht so leicht umsetzbar. Worauf richtet man den Blick? Welchen Aussagen welcher Expertinnen und Experten schenkt man das Vertrauen? Wir sind umgeben von unzähligen Fakten, die (fast) alle irgendwie glaubhaft klingen, sich oftmals widersprechen, in Summe also nicht alle stimmen können. Hier wird soviel deutlich von den Irrungen und Wirrungen unserer modernen Welt, ohne dass man dabei unbedingt in die Untiefen von Fake News oder gar Verschwörungstheorien abdriften muss. Die Augen zu verschließen, ist eine typische und natürliche Reaktion, das wird das Kaninchen vor der Schlange bestätigen. Es besteht jedoch ein großer Unterschied zwischen bewusstem Ausblenden und angsterfüllter Ignoranz. Doch nur das, was wir erkennen, also gewissermaßen auch an-erkennen, können wir bewusst beeinflussen und aktiv verändern.

    Angelangt beim ersten “A”: Es gilt auch hier, dass man die eigene Angst zunächst Akzeptieren sollte, bevor man sich auf eine Lösungssuche, einen konstruktiven Umgang damit begeben kann. “Wenn es doch nur anders wäre …” Sofern wir den tatsächlichen Status nicht akzeptieren, uns stattdessen ins Land des Konjunktivs flüchten, werden wir nichts verändern können. Wir werden dann auch keinerlei Ruhe und Geduld für diese Situation aufbringen können. Ja, nicht immer ist “es” genau so, wie es scheint. Doch manchmal, nachdem wir gut und ganz bewusst hingesehen haben, erkennen wir, dass PeterLicht mit seiner Aussage richtig liegt. Und dann können wir mit der Situation hadern, schimpfen und fluchen. Oder akzeptieren, dass es so ist, wie es ist. Und von genau dort aus können wir eine positive Transformation beginnen. Vielleicht gelingt es uns, den Umgang mit der eigenen Angst zu verändern. Oder mit der Angst der anderen, die wir spüren. Oder unsere Reaktion darauf.

    Nicht nur für den Umgang mit Angst gilt, dass sich das dickste Brett meist direkt vor unserer Stirn befindet. Und genau dort können wir ansetzen. “Zu akzeptieren, dass wir etwas nicht akzeptieren können” – so ungefähr hat es Eckhart Tolle in einem seiner Bücher formuliert. Das ist zunächst ein Gedanke, der uns durchaus einen Knoten ins Gehirn machen kann. Doch wenn es uns gelingt, können wir zumindest ein bisschen Frieden mit dem vorhandenen Zustand schließen. Und genau das wiederum ist eine großartige Basis zur Veränderung.

    Eine Kurve? Tempo und Schleifen

    Es ist schon ironisch, vielleicht zynisch und fast sarkastisch, welchen Ursprung die sogenannte „Kurve der Veränderung“ nach Elisabeth Kübler-Ross hat, denn die Grundlagen dieses Modells stammen aus der Sterbeforschung. Aus dem Reaktionsverhalten sowohl todkranker Menschen als auch ihrer Angehörigen hatte Kübler-Ross ein erstaunlich ähnliches, nämlich im Verlauf komplett identisches Muster abgeleitet. Und diese Kurve mit ihren sieben Phasen lässt sich auch in ganz anderen Situationen immer wieder in übereinstimmender Form beobachten: Nämlich dann, wenn eine massive Veränderung auftritt, die wir selbst nicht initiiert haben, die uns also gewissermaßen „überfallt“.

    Abbildung aus: “Menschen und Organisationen im Wandel” (Steffen, A., Springer, 2019)

    Eine massive Veränderung, die uns gänzlich unvorbereitet trifft, kann zunächst zu einer heftigen Schockstarre führen. Wie lange dieser Zustand anhält, ist je Mensch und Situation komplett unterschiedlich – und das gilt auch für die nächsten Phasen dieser Kurve. Danach ist es typisch und menschlich, dass wir uns mit allen Kräften wehren und sträuben: “Das kann einfach nicht wahr sein!”

    Irgendwann, wenn dieser Schock nachlässt, folgt dann die Enttäuschung. Wie in einem früheren Blogbeitrag beschrieben, kann dies ein sehr heilsamer Lerneffekt sein – eben weil uns dadurch bewusst wird, dass wir nicht länger einer Täuschung erlegen sind. Allerdings kann es auch hierbei ganz unterschiedlich lange dauern, bis diese Erkenntnis eintritt und sich als positiver Effekt in uns festsetzt. Das Befreien aus der vorherigen Verneinung und vorübergehenden Selbsttäuschung geht dann nur selten über in sofortiges Glücksgefühl, meist folgt erst einmal das genaue Gegenteil.

    Das Tal der Tränen: Tiefe Trauer und Traurigkeit treten häufig ein, wenn wir wirklich hinschauen, was da gerade passiert ist. Wenn unsere Welt oder ein Teil davon zusammengebrochen ist, sich massiv verändert hat, ohne dass wir dies selbst so gewollt hatten. Und diese Phase ist unglaublich wichtig. Denn oftmals versuchen Menschen, sie zu überspringen. Doch das klappt nicht. Vielmehr holt es uns immer wieder ein, meist sogar mit noch viel größerer Wucht, wenn wir die Trauer nicht zulassen wollen. Dieses Loslassen, mit Tränen und meist nur wenig Kraft, ist ein immens wichtiger Schritt, um sich danach wieder auf das (neue, veränderte) Leben einlassen zu können.

    Ausprobieren meint, ganz behutsam, vielleicht auch skeptisch und möglicherweise misstrauisch den Kopf wieder in die Realität zu halten. Hinzuschauen nach der vorherigen Lähmung, Ablehnung, Enttäuschung und Traurigkeit. Sofern dieses Tal der Tränen mit ausreichend viel Zeit durchlebt werden konnte, ist meist auch ein großer Teil von Wut, Frust und Zorn mitsamt den Tränen aus uns hinausgeschwemmt worden. Mit jedem Mal, wenn wir die Augen ganz bewusst auf die Welt richten, können wir Schritt für Schritt akzeptieren, dass es so ist, wie es ist. Auch dies funktioniert nicht im Eiltempo. Und es kann durchaus sein, dass wir einmal oder sogar mehrfach in eine der früheren Phasen zurückfallen. Ja, das darf so sein. Denn das ist menschlich. (Auch wenn es für andere Menschen um uns herum nicht immer einfach ist, damit behutsam und geduldig umzugehen.) Doch langsam, Schritt für Schritt, erneut in unserem individuellen Tempo, wird es uns danach gelingen, diese veränderte Welt um uns herum wirklich vollends zu akzeptieren, uns selbst dann wieder in genau diese Welt zu integrieren. Wieder wirklich zu leben.

    Geheime Wege? Nein, nur selten genutzte Gedanken

    Neben dem klassischen Handauflegen, mit dem die meisten Menschen es verbinden (und das man, ohne elektronische Medien oder das Internet, auch aus der Ferne praktizieren kann) gibt es beim japanischen Reiki ebenfalls eine philosophische Ebene, die gar nicht „hochgeistig“, sondern sehr pragmatisch, praxis- und alltagstauglich ist. Der sogenannte „geheime Weg das Glück einzuladen“ ist nämlich keineswegs geheim. Also nicht „esoterisch“, sondern vielmehr „exoterisch“, nur eben nicht so wirklich verbreitet. Er besteht aus fünf simplen Sätzen.

    Bildquelle: Pixabay

    Der geheime Weg das Glück einzuladen

    1. Gerade heute ärgere ich mich nicht.

    2. Gerade heute sorge ich mich nicht.

    3. Gerade heute bin ich erfüllt von Dankbarkeit.

    4. Gerade heute arbeite ich aufrichtig an meinem Leben.

    5. Gerade heute bin ich freundlich zu allen Lebewesen.

    Jede dieser Lebensregeln beginnt mit “gerade heute” und man kann sich also jeden Tag aufs Neue entscheiden, ob man sich daran orientieren möchte. Hier gibt es eine Vielzahl von Querverbindungen sowohl zu den Gedanken von Matthias Horx als auch zur Veränderungskurve und zum 4A-Prinzip. “Gerade heute” bedeutet, dass wir nicht im Gestern verharren. Und auch nicht “erst morgen” oder “irgendwann später” im Land des Konjunktivs ansetzen. Sondern dass wir positiv akzeptieren, dass wir eine Veränderung nur zu genau einem Zeitpunkt vornehmen können: heute, hier und jetzt.

    Was gestern gewesen ist, das können wir nicht mehr ändern. Der erste Satz will nicht nahelegen, dass man sich nicht auch mal ärgern darf. (Wobei zu beachten ist, dass man sich damit meist selbst ärgert.) Uns wegen etwas zu ärgern, das bereits geschehen ist … wird das rückwirkend dadurch die Vergangenheit verändern? Leider nein. (Doch wir können daraus lernen und die Zukunft anders gestalten.)

    Der zweite Satz wiederum soll nicht ausdrücken, dass man stets mit der rosaroten Brille durchs Leben laufen muss. “Es wird schon irgendwie gutgehen!” Das ist zwar zum Teil eine durchaus gesunde Haltung, allerdings sollten eine aktive Zukunftsplanung und konstruktives Risikomanagement dadurch keineswegs vernachlässigt werden. Aber wie sehr mache ich mir Sorgen über eine Zukunft, die noch gar nicht eingetreten ist? Kann ich heute schon etwas verändern, bestimmte Weichen stellen? Wenn nicht, so lautet die dahinterstehende Empfehlung, sich nicht heute schon von Sorgen und Zweifeln “auffressen” zu lassen. Das sagt sich leichter, als es umsetzbar ist. Doch es funktioniert.

    Wie sehr die Sätze drei bis fünf “irgendwie mit Corona” zu tun haben, möge jedem überlassen sein. Für mich und mein Verständnis haben sie sehr viel mit der aktuellen Situation zu tun.

    Wenn alles gut läuft, macht man sich nur selten Gedanken über Dankbarkeit. Umso mehr ärgert man sich, wenn’s nicht so läuft wie gewünscht. Oder man sorgt sich, dass es eines Tages nicht mehr gut läuft. Gerade in Zeiten wie diesen kann es die Chance geben, für gestern noch Selbstverständliches heute wirklich dankbar zu sein. Sich auch der vielen kleinen Dinge bewusst zu werden, die uns täglich begegnen und bis gestern meist übersehen wurden. Oder vielleicht “ganz einfach” dafür dankbar zu sein, dass man lebt. Und all diese “Kleinigkeiten”, aus denen das Leben zu großen Teilen besteht, eben nicht als selbstverständlich anzusehen, sondern, wie im vierten Satz beschrieben, sehr bewusst und achtsam damit umzugehen. (Das kann sich durchaus auch mal wie “Arbeit” anfühlen.) Und wann sollten wir freundlich sein? Nur dann, wenn es uns richtig gut geht? Oder nur in Krisenzeiten? Oder dann gerade nicht, sondern stattdessen die Ellenbogen ausfahren, um unser eigenes Wohl zu schützen? Auch dies möge jeder Mensch individuell für sich selbst beantworten. Mein Wunsch ist jedoch, dass wir es möglichst dauerhaft tun, möglichst häufig freundlich zu unserer gesamten Umwelt sind, vor allem gerade heute.

    Nasse Füße? Eine rückwärtige Flussüberquerung als Einladung zum Lernen

    Nun ist es in ganz vielen Bereichen des Lebens bislang nicht die allergrößte Stärke der Menschheit gewesen, aus der Vergangenheit zu lernen. Stets und ständig werden Räder neu erfunden, längst abgestandene Weinsorten werden aus vermeintlich innovativen Schläuchen – JETZ NEU!!! – dargeboten. Und lernen wir Menschen wirklich nur aus Schmerz? Nur dann, wenn es so richtig, richtig weh tut? Geht es auch anders? Und wie können wir dabei den typischen Reaktionsmustern namens “Vergessen und Verdrängen” aktiv entgegenwirken?

    Es gibt sogenannte Vermeidungsziele und deren positive Geschwister, die Annäherungsziele. “Weg von – oder hin zu”, so könnte man es alternativ formulieren. Dabei haben Letztere eine deutlich positivere Ausstrahlung, vor allem für uns selbst. Und damit auch eine andere, konstruktivere Wirkung.

    Wenn wir ein Motiv haben, dass uns wirklich, aber mal so richtig, motiviert: Dann sind wir mit echter Überzeugung und Hingabe bereit uns zu verändern. Vielleicht sogar dauerhaft und nachhaltig zu lernen (auch trotz nasser Füße bei der Flussdurchquerung). Diese Grundgedanken werden im “Rubikonpzozess” verwendet. Dabei steht der italienische Fluss namens Rubikon stellvertretend für eine Hürde, die – unabhängig von ihrer “objektiven Größe” – für uns selbst ein zunächst scheinbar unüberwindbares Hindernis darstellt.

    Abbildung aus: “Menschen und Organisationen im Wandel” (Steffen, A., Springer, 2019)

    Üblicherweise wird dieser Rubikonprozess mit seinen fünf Schritten in der Entwicklungsrichtung durchlaufen, also vom Bedürfnis über das Motiv hin zur Intention, dann von der präaktionalen Vorbereitung hinein in die eigentliche Handlung. Doch man kann ihn auch “einfach mal” rückwärts betrachten – um daraus zu lernen.

    „Corona als Chance“ ist ein echt fieser Claim (und nicht meine Erfindung). Doch im Grunde genommen ist dies eine Kernbotschaft aus dem Beitrag von Matthias Horx. Und es ist auch gleichzeitig eine Hoffnung, die ich in mir selbst spüre. Denn schon jetzt und heute, in einem Land, das bisher bei weitem nicht so massiv betroffen ist wie andere Regionen, haben sich bereits viele positive Veränderungen eingestellt. Vielerorts hat sich das Handeln schon verändert: Beispielsweise ist weitestgehend flächendeckendes Home-Office plötzlich möglich geworden, wo es gestern noch nicht ging (oder nicht üblich war, nicht gewünscht war etc.).

    Zwecks langfristiger und dauerhafter Lerneffekte für uns als Gemeinschaft von Menschen kann es sehr hilfreich sein, sich nach solchen durch Krisen und Katastrophen erfolgten Veränderungen zum Verstehen und Lernen umzudrehen und zurückzuschauen: Was waren die ursprünglichen Bedürfnisse, die darin enthaltenen Motive und die resultierenden Intentionen, die uns zu einer Handlung, also zur Veränderung veranlasst haben? Was davon können wir beibehalten – auch wenn die Krisenzeit wieder vorbei ist? Müssen es stets Schmerzen, Leid und Not sein, damit wir etwas anders machen?

    Hoffentlich nicht. Ganz sicher nicht. Lernen darf auch Spaß machen. Genau wie Veränderung. In enger Verwandtschaft zum Spaß befindet sich der Humor. Und der ist gerade in Zeiten wie diesen umso wichtiger. Dazu zitiere ich mich einfach mal selbst aus meinem Buch “Agile Spielzüge”:

    „Das Wortauskunftssystem zur deutschen Sprache in Geschichte und Gegenwart beschreibt Humor als ‚gelassene Heiterkeit, die den Menschen befähigt, in schweren Situationen eigene und fremde Schwächen zu belächeln und den Mut zu bewahren‘.“

    Was dort ursprünglich als Anregung für Führungskräfte in Unternehmen oder auch Trainerinnen und Trainer auf Basketballplätzen gemeint war, gilt ebenfalls für uns selbst. Umso mehr. Die Fähigkeit zur Selbstführung zeigt sich wohl gerade in schweren Zeiten. “When the going gets tough, the tough gets going”, so hat es Billy Ocean vor sehr vielen Jahren mal besungen. Nun sind zwar die Möglichkeiten zum Gehen momentan schon eingeschränkt – vielleicht werden sie es durch weitere Ausgangssperren & Co. bald noch mehr –, doch es liegt zu großen Teilen in unserer eigenen Hand und Macht, in unserem Blick auf die Welt, in unserem Hirn und Herz, wie wir mit dem Leben auch in “toughen” Zeiten umgehen. Den Mut bewahren? Am besten in Kombination mit einer Portion Geduld und Zuversicht? Dazu soll hier eine schwedische Philosophin und Changemanagerin zu Wort kommen:

    „Das haben wir noch nie probiert, also geht es sicher gut.“
    (P. Langstrumpf)

    Das schöne bei einer rückwärtigen Flussüberquerung, wenn man also den Rubikonpzozess als Retrospektive wahrnimmt, um aus der Vergangenheit zu lernen? Die vormals nassen Füße bleiben dabei trocken.

    Ein Fazit mit Soul

    Ein Soulsänger wusste es schon 1963, also vor über einem halben Jahrhundert:

    „A change is gonna come.“
    (Sam Cooke)

    Und auch damals schon war diese Erkenntnis natürlich keineswegs neu. Denn Veränderung ist Leben – und Leben ist Veränderung. Dazu gehören auch solche Veränderungsprozesse, die wir nicht selbst herbeigeführt, uns nicht gewünscht haben. Die unser Leben auf den Kopf stellen und vielleicht sogar ein dickes Brett davor nageln. Aber wie geht es weiter, wenn wir uns mit unserer Angst auseinandergesetzt, den Rubikon überquert und den Weg zum Glück (hoffentlich) gefunden und betreten haben?

    Werden wir uns wundern, wie es Horx re- und prognostiziert? „Hoffentlich!“, lautet meine erste Reaktion. Doch noch mehr wünsche ich mir, dass wir uns nicht wundern. Sondern vielmehr verstehen. Dass wir wirklich, so richtig, voll und ganz die Gründe verstehen, aus denen heraus eine hoffentlich positive Veränderung „nach Corona“ eingetreten ist. Damit dadurch dann die Chance besteht, dass wir nicht gleich wieder in alte Verhaltensmuster samt Ignoranz und Ellenbogenmentalität verfallen. Dies wird nicht der letzte Virus sein, mit dem wir uns als Menschen, als gesamte Menschheit auseinandersetzen müssen. Wenn wir verstehen (und nicht gleich wieder vergessen), was „Menschsein“ wirklich heißt, werden wir auch neue Krisen überstehen können. In diesem Sinne:

    „Der neue Mensch wird kommen. Möge er bei uns bleiben.“
    (PeterLicht)

    32 min
  • "Ach, Du bist so ein Sensibelchen ..." (Teil 3)

    Hier ist nun der dritte und letzte Teil des Podcast-Interviews, bei dem Ellen Herb mir eine Vielzahl von spannenden Fragen rund um Hochsensibilität, Achtsamkeit, Selbst- und Fremdwahrnehmung, Führungskräfte, Rollenspiele und innere wie äußere Resonanzphänomene gestellt hat.

    Bildquelle: Pixabay

    Sind hochsensible Menschen wirklich so besonders? Oder werden wir vielleicht alle mit diesen Fähigkeiten geboren – und manche sind nur deutlich schneller darin, sie “beim Erwachsenwerden” zu verlernen? Wie steht es mit den vielen anderen Sinnen, die wir alle tagtäglich als selbstverständlich wahrnehmen? (Oder haben Sie schon mal bewusst und ganz aktiv überlegt, wie sie Ihren Fuß ansteuern, um ihn vor den anderen zu setzen?) Und gibt es auch für Führungskräfte etwas, das sie daraus lernen können? (Andere Menschen natürlich ebenso. Möglicherweise sogar solche, die in Washington wohnen.)

    Nun kommt es zum Finale: Hier ist der dritte und damit letzte Teil des Interviews. Viel Vergnügen beim Hören!

    "Ach, Du bist so ein Sensibelchen ..." (Teil 3)
    Ellen Herb fragt Andreas Steffen (13:34 Minuten)
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    Danke an alle Hörerinnen und Hörer für das Wohlwollen hinsichtlich der Audioqualität! (Ursprünglich war dieses Interview “nur so” als Gespräch gedacht, um daraus später etwas Text in ein mögliches Buch zu gießen.) Nachdem insbesondere ich selbst das gesamte Budget für hochprofessionelles Make-up und wahnsinnig imposante Podcast-Kulissen rausgeworfen hatte, mussten Ellen und ich bei der Audiotechnik sparen und haben den Podcast mit einem simplen Smartphone aufgenommen.

    Weil aller guten Dinge nun mal exakt drei sind, heißt es erneut:

    Liebe Ellen, danke für die schönen Fragen!

    https://ellen-herb.com

     

    Noch ein paar Informationen:

    “Propriozeption – ist das selbstverständlich?” In den Fußnoten von Teil 1 des Interviews wurde sie schon kurz erwähnt: die sogenannte “Propriozeption”. Damit ist die Fähigkeit des Menschen gemeint, den eigenen Körper wahrzunehmen, also unter anderem die Muskulatur zu spüren, um sie dann auch bewusst steuern und einsetzen zu können. Das ist für uns üblicherweise total selbstverständlich – nur gibt es durch neurologische Störungen eben auch Menschen, bei denen genau dieser Sinn eine Fehlfunktion hat. Im GEO-Sonderheft “Die 7 großen Rätsel des Universums” wird der Brite Ian Waterman beschrieben, der diese Eigenwahrnehmung verloren hat – und trotzdem ein selbstbestimmtes Leben führt. Das ist durchaus bemerkenswert und es ist auch wert, sich kurz mal darüber zu freuen, dass so vieles in uns “einfach so” funktioniert, was wir erst dann bemerken würden, wenn es uns verloren geht.

    “Aggression: Angriff oder Annäherung?” Angesichts des häufig negativen Images des Streitens sollen in diesem Kontext auch ein paar Worte zum direkt angrenzenden Thema „Aggression“ kommen. Sie hat einen wirklich schlechten Ruf. Möglicherweise zu Unrecht. Neben der Bedeutung eines Angriffs (lat. aggressio ) hat Aggression auch noch andere sprachliche Ursprünge und Einflüsse: Ebenfalls im Lateinischen gibt es aggredi, was wiederum ganz neutral „sich nähern“ heißt. Die Vorsilbe ag steht für „zu“ oder „nach hin“. Außerdem bedeutet gradi „festen Schrittes gehen“. Damit kann ein „aggressives Verhalten“ auch weitgehend neutral als „eine entschlossene Annäherung“ beschrieben werden. Diese Entschlossenheit kann uns bedrohlich erscheinen, sie muss es jedoch keineswegs immer sein. Vielleicht ist sie wirklich nur ein Verringern des Abstands zwischen zwei Menschen. Und genau dies kann ja auch das Ziel eines konstruktiven Konflikts sein: sich von sehr weit auseinanderliegenden Standpunkten aus anzunähern. (Quelle: “Impulse zur eigenen Veränderung”) Wenn man sich diese Dualität mal genau anschaut, so löst insbesondere bei sehr sensiblen Menschen eine (neutral gemeinte) Annäherung vielleicht schon sehr schnell das Gefühl eines Angriffs aus – weil ihnen der Andere eben zu nah kommt. Weil sie die andere Person schon sehr frühzeitig spüren. Wenn jedoch Beide eine gewisse Portion Sensibilität und Empathie mitbringen, für sich selbst und für den Anderen, für die eigenen Grenzen und die des Gegenübers, dann können diese zwei Menschen sich vermutlich ganz entspannt näher kommen – ohne dass sich einer von ihnen dabei angegriffen fühlt. Nur mal so als Idee, das darf gerne im Alltag ausprobiert werden.

    “Performance-Optimierung durch Achtsamkeit?” Einige Gedanken zum wirklich alltagstauglichen Einsatz von echter Achtsamkeit (auch ohne Räucherstäbchen) gibt es hier im Blog.

    “Gefühle beim Führen und Kennzahlen mit Herz?” Weil nun mal auch Führungskräfte (w/m/d) Menschen sind und ebenfalls Gefühle haben (dürfen), gibt es im Blog einen Beitrag zu “emotionalen KPIs”.

    “Wenn Sensitivität etwas zum Essen wäre …” Diese Abschlussfrage konnte glücklicherweise noch etwas umgebogen werden (da es die sich selbst immer wieder neu erschaffende Mango bisher nicht gibt), so dass als Sinn die Akustik ins Spiel gekommen ist. Und das als letzte Antwort genannte Stück “Music for Airports 1/1” von Brian Eno ist genau dieses:

    From the album „Ambient 1 : Music for Airports“. Footage is from Incheon Airport and Tokyo Narita Airport.

     
    14 min
  • "Ach, Du bist so ein Sensibelchen ..." (Teil 2)

    Weiter geht es mit Teil 2 des Podcasts, bei dem Ellen Herb mir Fragen zu besonders hoher Sensibilität und einigen Dingen drumherum wie Stringtheorie, Sternenstaub, staunenden Paralleluniversen, verschränkten Quanten und spiegelnden Neuronen stellt.

    Bildquelle: Pixabay

    Was wäre, wenn … Wenn mehr Menschen ihre eigenen Empfindungen noch bewusster wahrnehmen würden? Wenn sie auch die Emotionen ihrer Mitmenschen besser spüren könnten? (Oder sich bewusst werden, dass sie dies längst tun – nur eben meist ganz unbewusst.) Wenn sie gleichzeitig nicht zum “Opfer” dieser Eindrücke werden, sondern vielmehr sehr bewusst und wirklich achtsam die Potenziale dieser Fähigkeiten nutzen? Welche positiven Auswirkungen könnte all das zwischenmenschlich, vielleicht sogar gesellschaftlich haben und wie hängen “emotionale Rüstungen und Zugbrücken” möglicherweise damit zusammen?

    Hier kommt nun der zweite Teil des Interviews von Ellen mit mir. (Teil 1 steht genau hier. Und Teil 3 folgt in Kürze.) Viel Vergnügen beim Hören!

    "Ach, Du bist so ein Sensibelchen ..." (Teil 2)
    Ellen Herb fragt Andreas Steffen (20:15 Minuten)
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    Alle im Gespräch subtil eingeflochtenen Hinweise auf Erklärvideos für Aufzüge und Bindungsängste beim Skifahren unterliegen sowohl der verschwiegenen Vertraulichkeit der Interviewpartner als auch den geltenden Gesetzen hinsichtlich des Gebrauchs von Insiderwitzen.

    Und wieder heißt es:

    Dankeschön an
    Ellen Herb!

    https://ellen-herb.com

     

    Etwas mehr zum Hintergrund:

    Einige Grundlagen zu Hochsensibilität sowie auch zu angrenzen Resonanzphänomenen wie Quantenverschränkung und Spiegelneuronen sind in einem früheren Blogbeitrag beschrieben.

    “Zugbrücken und Rüstungen” Auf uns Menschen prasseln jeden Tag Unmengen von Eindrücken ein. Unser bewusstes Denken ist in der Lage ungefähr 40 äußere Reize pro Sekunde zu verarbeiten. Nun sind wir, gerade als Bewohner von Großstädten und fleißige Internetnutzer, weitaus mehr Einflüssen ausgesetzt. Daher ist es praktisch, dass unser Unterbewusstsein ein wenig mehr dieser äußeren Reize verarbeiten kann, nämlich ca. 20 Mio. pro Sekunde. (Quelle: “Impulse zur eigenen Veränderung”) Bei besonders empfindsamen, empfindlichen, sensiblen Personen sind es oftmals deutlich mehr als diese 40 Reize je Sekunde. Umso wichtiger ist es dann, für sich selbst “Mechanismen” zu entwickeln, damit man von diesen Ein-Drücken nicht überlastet und überfordert wird. Bildlich gesprochen kann man sich “eine Rüstung anziehen” oder “die Zugbrücke hochziehen”, um sich selbst vor einer Reizüberflutung zu schützen. Sehr unpraktisch wird es allerdings dann, wenn man nicht (mehr) die Steuerungshoheit über die eigenen Schutzmechanismen hat. Wenn sie also nicht bewusst und aktiv eingesetzt werden können, wenn die Rüstung nicht auch wieder ausgezogen oder die emotionale Zugbrücke nicht wieder hochgezogen werden kann. Diese Form des “schützenden Kontrollverlusts” passiert jedoch häufig bei sehr empfindsamen Menschen – die dadurch oftmals von einem Extrem ins andere geraten. Wenn es allerdings gelingt, ganz bewusst zu steuern, wann dieser Schutz zum Einsatz kommt und wann er wieder deaktiviert wird, um die hohe Sensibilität zu nutzen – so kann genau dies sowohl den Umgang mit sich selbst als auch mit anderen Menschen absolut bereichern.

    “Meine Gefühle oder Deine?” Ausgeprägt sensible Menschen können manchmal nicht zwischen den eigenen Wahrnehmungen und denjenigen Empfindungen der Menschen um sie herum unterscheiden. Auch hier kann es ein großes Geschenk sein, wenn ihnen genau dies durch Übung und Bewusstheit besser gelingt. Weil sie ganz subtile Stimmungen und Schwankungen wahrnehmen können, die anderen Personen verschlossen und verborgen bleiben. Und dies gilt in vielerlei Hinsicht erneut sowohl “intern wie auch extern”. Mit gezieltem Achtsamkeitstraining kann es gelingen, gleichermaßen die eigenen Emotionen viel deutlicher und bewusster zu empfinden und zu erkennen, und ebenfalls die Gefühle, Stimmungen und Schwingungen der Mitmenschen.

    “Notwendige Bewältigungsstrategie oder Potenzial ausschöpfen?” Wenn Menschen mit hoher Empfindsamkeit diese Werkzeuge für sich entdecken und den Umgang damit trainieren, können sie eine klassische Opferrolle vermeiden oder hinter sich lassen, die man oftmals in der Literatur vorfindet. Dort wird häufig von “aus der Not heraus geborenen Bewältigungsstrategien” gesprochen, mit denen hochsensible Personen sich “irgendwie einigermaßen im Leben zurecht finden können”. Doch wie wäre es, wenn sie sich die eigenen Fähigkeiten statt als “Behinderung” vielmehr wie eine “Superkraft” zu Nutze machen würden? Dann lassen sich daraus ganz viele bemerkenswerte Vorteile schöpfen. Wenn man es wirklich möchte. Das ist keineswegs leicht und nicht “auf Knopfdruck” machbar – aber es ist möglich.

    “Mitleid oder Mitgefühl?” Eine Ausprägung dieser “Zauberkraft” kann darin bestehen, wirklich bewusst zwischen Mitleid und Mitgefühl zu unterscheiden. Wenn auf jemanden mit hoher Sensibilität und ganz besonders aktiven Spiegelneuronen die Empfindungen des Gegenübers sozusagen “einprasseln” und er/sie davon überwältigt wird, so ist die Gefahr groß, dass man insbesondere Emotionen wie Trauer, Wut oder Angst genauso stark empfindet wie der aussendende Mensch. Sollte es jedoch gelingen, mit einem gesunden, wohlwollenden und bewussten Einsatz von “Zugbrücke und Rüstung” weiterhin den Gegenüber zu spüren, sich davon aber nicht umwerfen oder mitreißen zu lassen, so kann man wirklich Mitgefühl zeigen, gleichzeitig stabil bleiben und für den anderen Menschen dasein – ohne selbst dadurch zu leiden.

    “In deiner Hand” Weil das Buch kurz vor Schluss erwähnt wird und einfach grandios ist: “Das Universum in deiner Hand” von Christophe Galfard ist sowas von toll, dass es von noch viel mehr Menschen – ob sensibel oder nicht – gelesen werden sollte. Hier gibt es eine Leseprobe.

      
    21 min
  • "Ach, Du bist so ein Sensibelchen ..." (Teil 1)

    Auf dem Weg (möglicherweise) zu einem neuen Buchprojekt hat die hochgeschätzte Kollegin Ellen Herb den akustischen Spieß umgedreht und mir einige Fragen rund um das Thema Hochsensibilität mit leichten Ausflügen zu Spiegelneuronen und Quantenverschränkung gestellt.

    Bildquelle: Pixabay

    Ein dickes Fell oder lieber ein dünnes? Fluch oder Segen? Ist man Opfer der eigenen Empfindsamkeit oder geht es auch ganz anders? Sei mal nicht so empfindlich? (Oder gerade doch?) Was spüre ich denn da: meine Gefühle oder deine? Sind sehr sensible Sinne etwas Spezielles – oder ist es eher dann besonders, wenn sie fehlen? Wie hängt ein ausgeprägtes Empfindungsvermögen mit gähnenden Neuronen und spukhaften Atomteilchen zusammen? Und vor allem: Was haben Unleidlichkeit im Kinosaal und das Fußballpokalfinale mit all dem zu tun?

    Hier ist der erste von drei Teilen dieses Interviews.
    Viel Vergnügen beim Hören!

    "Ach, Du bist so ein Sensibelchen ..." (Teil 1)
    Ellen Herb fragt Andreas Steffen (35:18 Minuten)
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    Ganz besonders großartig ist die “gefühlte Werbeunterbrechung” am Ende dieses ersten Teils! (Für das völlig überraschend wirkende Türklingeln wurden hochmoderne Audiosysteme eingesetzt.) Selten wurde ein Cliffhanger so spontan, clever und grandios in einen Podcast eingebaut … weiter geht es dann in Kürze mit Teil II und III.

    Vielen Dank an
    Ellen Herb!

    https://ellen-herb.com

     

    Behind the Scenes:

    Ein bisschen mehr zum Hintergrund von Hochsensibilität, Spiegelneuronen und Quantenverschränkung: Möglicherweise existieren Querverbindungen und Wechselwirkungen zwischen diesen (auf den ersten Blick?) verschiedenen Resonanzphänomenen. Einige Einblicke in die drei Themenfelder gibt es in diesem früheren Artikel.

    Weil’s zwischendurch erwähnt wird: Ja, mittlerweile spricht die Wissenschaft längst nicht mehr nur von fünf Sinnen. Mindestens zehn sind es, die wir Menschen unser Eigen nennen dürfen. (Ob wir alle diese zehn Sinne auch wirklich immer bewusst einsetzen, ist wiederum eine andere Frage.)

    Die ersten fünf Sinne werden gerne mit dem Akronym VAKOG zusammengefasst:

    • V wie visuell (all das, was unsere Augen wahrnehmen)

    • A wie auditiv (hier kommen unsere Ohren ins Spiel)

    • K wie kinästhetisch (Bewegungsempfindung und auch Tastsinn, der über Finger, Haut & Co. zustande kommt)

    • O wie olfaktorisch (“immer der Nase nach”: das ist übrigens der am schnellsten arbeitende Sinn)

    • G wie gustatorisch (der Geschmackssinn – ganz unabhängig von gutem oder schlechtem Geschmack)

    Und dann gibt es noch (mindestens) fünf weitere Sinne:

    • Thermorezeption steht für unser Vermögen unterschiedliche Temperaturen zu empfinden (Temperatursinn).

    • Die sogenannte Nozizeption beschreibt unser Schmerzempfinden.

    • Der vestibuläre Sinn erklärt unseren Gleichgewichtssinn.

    • Mit Propriozeption ist unser Körperempfinden gemeint, das auch Tiefensensibilität oder Muskelsinn genannt wird.

    • Und der viszerale Sinn beschreibt das Wahrnehmungsvermögen für unsere inneren Organe, dazu gehört unter anderem das Gespür für Hunger oder Durst.

     
    36 min
  • Von Chaos und Angst zurück zur Handlungsfähigkeit
     

    Anregungen für den Weg durch die Krise – für Führungskräfte und andere Menschen: 15 Minuten, um von Unsicherheit, Angst und Chaos wieder zurück zur eigenen Handlungsfähigkeit zu finden

    (Falls jemand lieber liest oder nur zuhört, gibt es unter dem Video einen Podcast und ebenfalls den gesprochenen Text.)

     

    Nur für die Ohren – hier ist der Podcast:

    Von Chaos und Angst wieder zurück zur Handlungsfähigkeit
    Gesprochen von Andreas Steffen (15:39 Minuten)
    Download


    Der Text zum Selberlesen:

    Von Chaos und Angst wieder zurück zur Handlungsfähigkeit
     

    Anregungen für Führungskräfte in Zeiten der Corona-Krise

    Die Welt ist durch Corona aus den Fugen geraten, Chaos regiert momentan unsere Köpfe, Angst beherrscht die Herzen. In der aktuellen Situation weiß niemand wirklich, wie es weitergeht. Stillstand trifft auf Angst, Unsicherheit und Hilflosigkeit. Wann und ob es wieder „zurück zur Normalität“ geht – das weiß momentan kein Mensch. Dieses Nichtwissen können wir selbst nicht ändern. Jedoch können wir – zumindest zu einem gewissen Teil – selbst bestimmen, wie wir darauf reagieren wollen.

    Am liebsten würden wir uns verkriechen. Doch trotz des Stillstands und der Lähmung dreht die Welt sich weiter. Insbesondere in Unternehmen braucht es nun Führungskräfte, die vorangehen, die in all diesem Chaos jetzt Sicherheit, Orientierung und Zuversicht geben können.

    Die Komfortzone haben wir wohl alle derzeit verlassen. Also: Raus aus der Panikzone – und hinein in die Lernzone. Mit Akzeptanz, Zuversicht und Resilienz, um diese Zeiten gut und gesund zu überstehen. Um diesen Schritt raus aus der Panikzone und hin zum positiven Verändern tun zu können, ist es von entscheidender Bedeutung, der Angst nicht einfach den Rücken zuzudrehen. Sondern sich ganz bewusst mit ihr auseinanderzusetzen. Wir wissen alle nicht, wie es weitergeht. Mit Corona oder nach Corona. Diese Unsicherheit lähmt uns. Wir würden am liebsten die Augen verschließen. Und uns vor der Welt da draußen verstecken.

    Geht es nun darum, Angst wunderschön zu finden? Nicht ganz. Und nicht nur in der aktuellen Zeit, nicht nur für diesen speziellen Kontext von Corona, auch für ganz andere angstauslösende Situationen gibt es ein sehr simples Modell, das helfen kann: das 4A-Modell.

    • Akzeptanz

    • Anschauen

    • Austausch

    • Aktion

    Für jeden Menschen – also ebenfalls für Führungskräfte – gilt: Wenn es uns zunächst gelingt zu akzeptieren, dass auch wir selbst Angst verspüren, können wir danach sozusagen “das Licht einschalten” und diese Angst bewusst betrachten, um dadurch wieder selbstwirksam werden.

    Wenn wir nun mit Anderen darüber sprechen, werden wir feststellen, dass auch die Menschen um uns herum ähnliche Ängste haben. Dass einige vielleicht bereits Lösungswege dafür gefunden haben. Und auf dieser Basis können wir danach in Aktion treten und etwas (vor allem uns selbst, unsere innere Haltung) positiv verändern.

    Doch bitte nicht sofort in wilden Aktionismus verfallen, bitte behutsam und ganz ruhig: Vor der aktiven Veränderung kommen zunächst wichtige Schritte, bis wir uns selbst wieder wirklich, verbindlich und dauerhaft in die veränderte Welt integrieren und dort produktiv sein können.

    Akzeptanz braucht Zeit.

    Eine massive Veränderung, die uns gänzlich unvorbereitet trifft, kann zunächst zu einer heftigen Schockstarre führen. Wie lange dieser Zustand anhält, ist je Mensch und Situation komplett unterschiedlich – und das gilt auch für die nächsten Phasen dieser Kurve. 

    Sobald der Schock nachlässt, ist es typisch und ganz menschlich, dass wir uns mit allen Kräften wehren und sträuben: “Das kann und darf einfach nicht wahr sein!” Komplette Verneinung: Veränderung? Alles ist anders? Nein, niemals.

    Irgendwann lässt dieser Widerstand in uns langsam nach. Frustration und Enttäuschung treten an seine Stelle. Zwar kann dies ein sehr heilsamer Lerneffekt sein – eben weil wir nicht mehr länger einer Täuschung erlegen sind. Allerdings kann es auch hierbei ganz unterschiedlich lange dauern, bis diese Erkenntnis eintritt und sich als positiver Effekt in uns festsetzt. Zunächst geht es meist erst einmal weiter bergab.

    Das Tal der Tränen: Tiefe Trauer und Traurigkeit treten häufig ein, wenn wir wirklich hinschauen, was da gerade passiert ist. Wenn unsere Welt oder ein Teil davon zusammengebrochen ist, sich massiv verändert hat, ohne dass wir dies selbst so gewollt hätten. Und diese Phase ist unglaublich wichtig. Denn oftmals versuchen Menschen, sie zu überspringen. Doch das klappt nicht. Vielmehr holt es uns immer wieder ein, meist sogar mit noch viel größerer Wucht, wenn wir die Trauer nicht zulassen wollen. Dieses Loslassen, mit Tränen und meist nur wenig Kraft, ist ein immens wichtiger Schritt, um sich danach wieder auf das (neue, veränderte) Leben einlassen zu können.

    Ausprobieren meint, ganz behutsam, vielleicht auch skeptisch und möglicherweise misstrauisch den Kopf wieder in die Realität zu halten. Hinzuschauen nach der vorherigen Lähmung, Ablehnung, Enttäuschung und Traurigkeit. Sofern das Tal der Tränen mit ausreichend viel Zeit durchlebt werden konnte, ist meist auch ein großer Teil von Wut, Frust und Zorn mitsamt den Tränen aus uns hinausgeschwemmt worden. 

    Mit jedem Mal, wenn wir die Augen jetzt ganz bewusst auf die Welt richten, können wir Schritt für Schritt akzeptieren, dass es so ist, wie es ist. Auch dies funktioniert nicht im Eiltempo. Und es kann durchaus sein, dass wir einmal oder sogar mehrfach in eine der früheren Phasen zurückfallen. Ja, das darf so sein. Denn das ist menschlich. (Auch wenn es für andere Menschen um uns herum nicht immer einfach ist, damit behutsam und geduldig umzugehen.) 

    Doch langsam, Schritt für Schritt, erneut in unserem individuellen Tempo, wird es uns danach gelingen, diese veränderte Welt um uns herum wirklich vollends zu akzeptieren, uns selbst dann wieder in genau diese Welt zu integrieren. Wieder wirklich zu leben – und auch wieder zu arbeiten.

    Erst dann ist Akzeptanz wirklich mit fester Basis geschaffen worden. Von hier aus kann sich der Blick dann wieder nach vorn und in die Zukunft richten. Für Führungskräfte gilt es nun, Zuversicht zu haben und Zuversicht zu geben. Und zwar ohne die berühmte rosarote Brille. Sondern ehrlich und authentisch. 

    Es geht nun im ersten Schritt (noch) nicht um konkrete Ziele. Die innere Haltung ist zunächst entscheidend! 

    Glauben Sie selbst daran, dass es weitergeht? Wenn Sie dieses Vertrauen in sich haben, werden Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das spüren. Nur darum geht es. Dann können Sie führen.

    Wenn die Menschen, die Sie führen, genau dieses Vertrauen zunächst in Ihnen und dann auch in sich selbst spüren – dann ist es an der Zeit, sich – wieder – auf den Weg zu machen. Vom Stillstand in die Aktion zu kommen. Und dafür braucht es nun auch Orientierung.

    • Gelten noch die Ziele von gestern? 

    • Wohin geht die neue Reise? 

    • Wie bewegen wir uns vorwärts?

    Hier sind Sie als Führungskraft gefragt. 
    … aber nicht nur Sie. Auch Ihr Team.

    Denn es gilt, die Handlungsfähigkeit Ihrer Beschäftigen wieder herzustellen. Dazu gehört ebenfalls Empowerment. Die Menschen um Sie herum brauchen nun wieder das Gefühl von Selbstwirksamkeit. Damit sie sich an ihre eigenen Fähigkeiten, Stärken und Ressourcen erinnern und diese wieder einsetzen und nutzen können. Es gilt also, Rahmenbedingungen zu schaffen und die innere Haltung dafür aufzubauen, um das Steuer wieder selbst in die Hand zu nehmen. Um wieder führen zu können. Vor allem sich selbst. Dabei können Sie als Führungskraft auch wieder ein Stück weit zurücktreten.

    • An Lösungen zu arbeiten

    • Entscheidungen zu treffen

    • … all das hilft jetzt sehr.

    • Ihnen als Führungskraft.

    • Und auch Ihren Beschäftigen.

    Raus aus der Panikzone, mutig hinein in die Lern- und Veränderungszone: Um die erforderliche Selbstwirksamkeit dafür wieder zu erlangen, ist es auch wichtig, Komplexität zu reduzieren:

    • Wo können wir auf bekannte Routinen zurückgreifen und sie nach bekanntem Muster abarbeiten?

    • Wie kompliziert muss und darf es jetzt gerade sein? Wo und was müssen jetzt neu justieren?

    • Wo sollten wir auf hohe Komplexität flexibel reagieren können und kreativ sein? 

    • Wie viel und welches Chaos sollten wir akzeptieren – und improvisieren?

    All diese Gedanken und Maßnahmen werden Ihnen als Führungskraft helfen, dass sowohl Sie selbst als auch Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesund durch die aktuellen Herausforderungen kommen. Und sie werden Ihnen dabei helfen, die erforderliche Resilienz aufrecht zu erhalten und weiter auszubauen. Damit sie auch nach diesen schwierigen Zeiten wieder und weiter erfolgreich sind.

    Neben Händewaschen, stay@home und dem gebührenden Abstand gibt es noch weitere Faktoren, die hierfür helfen. Und mit denen Sie selbst und Ihr Team sich einen schützenden Schirm aufspannen können, um durch schwierige Zeiten zu gehen. Fast alle davon haben Sie eben bereits kennengelernt.

    • Akzeptanz: Ja, es ist so, wie es ist.

    • Optimismus: Ja, es kann auch wieder besser werden.

    • Vor allem dann, wenn wir das Steuer in die Hand nehmen und unsere Zukunft selber planen.

    • Wenn wir uns statt mit Problemen nun bewusst mit Lösungen beschäftigen.

    • Wenn wir nicht mehr Opfer der Umstände sind, sondern Verantwortung für uns übernehmen.

    • Wenn wir also genau dadurch wieder selbst wirksam werden.

    • Und dabei immer Menschen um uns herum haben, die uns unterstützen und helfen. Und denen wir helfen.

    Mit diesen Anregungen wird es Ihnen als Führungskraft hoffentlich gelingen, Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei zu unterstützen, wieder optimistisch nach vorne in die Zukunft zu schauen und wieder wirklich wirksam zu werden.

    Dabei wünsche ich Ihnen ganz viel Erfolg.

    16 min
  • Coaching für die Ohren: Im Interview mit dem Changemaker Podcast

    Für seinen Changemaker Podcast hat mir Simon Schubert ein Headset samt Mikrofon aufgesetzt und ganz viele Fragen zu Coaching und Veränderungsprozessen gestellt. In diesem Interview gibt es eine breite Palette von Themen und Gedanken zu Leersein und Absichtslosigkeit, Mustererkennung und Expertenverständnis, Bertold Brecht und Briefe an Blinde, den Unterschied zwischen Müssen und Können, Konstruktivismus, Pablo Picasso, eigene Impulse und einiges mehr.

    Manche Fragen waren durchaus knifflig (das merkt man dann an den erforderlichen Denkpausen). Auch dadurch und insgesamt hat das Gespräch mit Simon sehr viel Spaß gemacht. Und ich hoffe, das ist jetzt auch beim Hören der Fall. Viel Vergnügen!

    Andreas Steffen: Coaching und Veränderungsprozesse begleiten
    Simon Schubert interviewt Andreas Steffen für den Changemaker Podcast (01:38:40 Std.)

    Vielen Dank für die spannende Fragen!

    Dankeschön, Simon!

    Hier geht es zu Simon Schubert: https://simonmcschubert.de

    Und genau hier befinden sich alle Episoden vom Changmaker Podcast: https://changemakerpodcast.de

    1 hr 39 min

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Gedanken über Coaching und die Veränderungsprozesse von Menschen, Teams und Organisationen – und noch über einige andere Dinge & Themen auf dieser Welt, zu denen sich das Denken, Schreiben…