ERF Gottesdienst

Wenn das ersehnte Baby nicht kommt


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© Marcelo Matarazzo / unsplash.com
„Haben Sie Kinder?“ Früher oder später kommt diese Frage in einer Vorstellungsrunde, auf der Gartenparty oder in der Gemeinde.  Etwa jedes siebte Paar in Deutschland bleibt ungewollt kinderlos. Für solche Paare, die keine Kinder bekommen können, kann diese Frage sehr schmerzhaft sein. Ingeborg Händler ist selbst kinderlos und engagiert sich heute bei der Initiative „Hannahs Schwestern" für Paare, denen es genauso geht. 
ERF Medien: Frau Händler, Sie haben mit 25 Jahren geheiratet und gingen – wie vermutlich viele Paare – wie selbstverständlich davon aus, dass Sie einmal Kinder haben werden. Wann kam Ihnen zum ersten Mal der Verdacht, dass sich Ihr Kinderwunsch vielleicht nicht erfüllen könnte?
Ingeborg Händler: Wir sind wirklich unbekümmert in unsere Ehe gegangen, offen für Kinder von Anfang an. Nachdem ich dann aber nicht schwanger wurde, hatten wir schon recht früh eine Ahnung, dass etwas nicht stimmt. Uns wurde bewusst, dass es nicht selbstverständlich ist, Kinder zu bekommen.
 
Ingeborg und Stephan Händler (Foto: privat)ERF Medien: Wie sind Sie und Ihr Mann dann vorgegangen - erstmal zum Arzt?
Ingeborg Händler: Ich war ganz normal zur Routineuntersuchung beim Gynäkologen. Er hatte mitbekommen, dass ich geheiratet hatte und dann recht offen gefragt: „Wie sieht's denn mit dem Wunsch nach Kindern aus?“ Das war ein dreiviertel Jahr nach unserer Hochzeit. Auf diese Frage hin hatte ich den Mut mich zu outen. Es war der Beginn einer Reihe von Untersuchungen.
 
ERF Medien: Irgendwann kam für Sie die traurige Diagnose. Was war Ihre erste Reaktion?
Ingeborg Händler: Nachdem die Diagnose vom Arzt ausgesprochen war, brach innerlich eine Welt für mich zusammen. Ich fühlte mich total aufgewühlt und gleichzeitig leer, obwohl wir insgeheim schon damit gerechnet hatten. Jetzt war es ausgesprochen und menschlich gesehen definitiv!
 
ERF Medien: Ich kann mir vorstellen, dass eine solche Diagnose ein Paar schnell in einen inneren Konflikt geraten lässt. Auf der einen Seite möchte man alles Menschenmögliche tun, um schwanger zu werden. Auf der anderen Seite fragt man sich als Christ, welche medizinischen Methoden man mit seinem Glauben vereinen kann. Wie sind Sie und Ihr Mann mit dieser Spannung umgegangen?
Ingeborg Händler: Diese Spannung ist wirklich sehr groß. Wir haben uns schon während der Zeit der medizinischen Abklärung Gedanken gemacht: Wie weit können und wollen wir gehen, besonders was das Thema künstliche Befruchtung angeht? Was sagt Gott dazu? Er hat ja schließlich diesen Wunsch nach Kindern in uns hineingelegt.
Dann sind wir beide unabhängig voneinander zum gleichen Schluss gekommen: Gott selbst ist der geniale Erfinder von Sexualität und werdendem Leben und diesen Akt wollen wir auch in dieser Dreisamkeit - zwischen ihm, meinem Mann und mir - belassen. Hier sollte kein Vierter „mitmischen“. Wir konnten für uns künstliche Befruchtung nicht bejahen. Eine Hormonbehandlung oder eine notwendige OP wären okay gewesen, aber die Grenze zur künstlichen Befruchtung wollten wir nicht überschreiten.
 
Andere reagierten auf die Diagnose unsicher und hilflos
ERF Medien: Haben Sie in dieser Zeit Hilfe und Beratung finden können, zum Beispiel in Ihrer Gemeinde?
Ingeborg Händler: So gut wie keine, leider! Das Ganze war ungefähr vor 16 Jahren. Da gab es noch relativ wenig Infomaterial, Internet hatten wir auch nicht. Nach längerem Suchen haben wir dann zwei Bücher gefunden, die uns geholfen haben und Antworten auf manche Fragen gaben.
Auch in der Gemeinde haben wir nicht wirklich Hilfe in …
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