ERF Gottesdienst

Wenn Glaube und Verstand aufeinanderprallen


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© shttefan / unsplash.com
Thomas Kotulla ist gerade einmal 26 Jahre alt, als sein Körper anfängt, seltsame Symptome zu entwickeln. Seine Beine schwellen ohne ersichtlichen Grund an. Er fühlt sich erschöpft und leidet unter Bauchkrämpfen sowie starkem Gewichtsverlust. Der Wirtschaftswissenschaftler ist vor kurzem nach Berlin umgezogen, um zu promovieren, und will eigentlich karrieremäßig durchstarten. Und jetzt das.
Thomas Kotulla lässt sich untersuchen, aber sein Arzt kann keine Ursache für die Symptome finden. Auch andere Spezialisten können ihm nicht weiterhelfen. Derweil verschlechtert sich seine Situation immer mehr. Als er wenige Monate später im Krankenhaus liegt, um weitere Untersuchungen machen zu lassen, sind die Ergebnisse beängstigend: Die Blutwerte deuten auf eine ernste Nierenerkrankung hin.
Eine Ursache wird nicht gefunden. Ein Arzt versucht, ihm Mut zu machen, und erzählt ihm, dass im Nebenzimmer eine Patientin liege, die ebenfalls an einer Nierenerkrankung leidet: „Man hatte ihr nur noch ein halbes Jahr gegeben, das ist jetzt 9 Monate her. Und sie lebt immer noch…“
 
Gibt es ein Leben nach dem Tod?
Thomas Kotulla stürzt ins Bodenlose, denn die Frau ist todkrank. Der Mediziner rechnet offensichtlich damit, dass auch Thomas Kotulla bald sterben könnte.
Diese Situation relativiert alles, was er bisher erreicht und geleistet hat: Gutes Abitur, Studium an einer privaten Hochschule, Auslandssemester an der amerikanischen Elite-Uni Harvard — insgesamt beste Karriereaussichten. Doch was bringen ihm die Abschlüsse und Auszeichnungen, wenn er vielleicht nur noch Monate zu leben hat?
„Mir ist bewusst geworden, dass mit meinem Tod nicht nur mein Körper aufhört zu leben, sondern auch meine Persönlichkeit. Alles, was mich als Mensch ausmacht. Das war für mich unbegreiflich“, sagt Thomas Kotulla im Rückblick.
Freunde und Familie versuchen, ihn zu beruhigen. „Die Medizin wird sich schon weiterentwickeln, das wird schon wieder.“ Ihr Mitgefühl tut ihm gut, aber es sind für ihn nur Trostpflaster. Was ihm weiterhilft, sind die Worte eines amerikanischen Bekannten. Er konfrontiert Thomas Kotulla mit einer ganz neuen Perspektive: „Es spielt doch eigentlich keine Rolle, wann du stirbst. Jeder Mensch stirbt irgendwann. Die Frage ist, ob es etwas danach gibt. Das ist es doch, was zählt!“
Es spielt doch eigentlich keine Rolle, wann du stirbst. Jeder Mensch stirbt irgendwann. Die Frage ist, ob es etwas danach gibt. Das ist es doch, was zählt! – Thomas Kotulla
 
Ein Deal mit Gott
Was kommt nach dem Tod? Gibt es vielleicht so etwas wie einen Himmel? Angestoßen durch die Worte seines Freundes beginnt Thomas Kotulla, über Gott nachzudenken. „Ich war Atheist, doch mit einem Mal wünschte ich mir, dass es einen Gott gibt“, erzählt er.
In dieser Situation bekommt er ein Andachtsbuch geschenkt. Die 365 Andachten liest er in nur vier Tagen. Auch in der Bibel beginnt er zu lesen. „Ich hab das richtig in mich aufgesogen, so eine Sehnsucht hatte ich danach. An diesem Punkt hatte ich den Wunsch und das Bedürfnis, dass es ein ewiges Leben gibt. Aber glauben konnte ich es nicht, da waren zu viele Zweifel.“
Trotzdem beginnt Thomas zu hoffen, dass es mehr gibt als dieses Leben. Nur — wie kann er sich sicher sein? Versuchsweise bietet Thomas Kotulla Gott einen Deal an: „Gott, wenn es dich gibt, dann heile mich. Und wenn du mich heilst, dann glaube ich an dich.“
 
Erste Gespräche über „Gott und die Welt“
Als Kind hatte Thomas an Gott geglaubt und war Messdiener in der Katholischen Kirche gewesen. Doch seit negativen Erfahrungen mit verschiedenen …
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