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Über den Glauben mit muslimischen Nachbarn, Arbeitskollegen oder Freunden zu sprechen, kann ganz schön Überwindung kosten. Im Interview „Muslimen Jesus vor Augen malen“ hat der evangelische Theologe Roland Denner dazu wertvolle Tipps gegeben.
Noch schwieriger wird es oft, wenn Muslime wahres Interesse am christlichen Glauben zeigen. Manche Christen scheuen sich, Muslime aktiv zur Nachfolge einzuladen. Sie fürchten, dass diese Probleme in ihrem Umfeld bekommen, wenn sie sich offen zu Jesus bekennen. Andere Christen kennen ehemalige Muslime, die aufgrund ihres Glaubenswechsels große Nachteile erdulden mussten. Wie gehen wir als Christen damit um? Können wir konvertierten Muslimen in einer solchen Situation helfen? Auch dazu weiß Roland Denner von der Organisation ReachAcross Rat.
ERF Medien: Wenn ich mit einem Muslim ins Gespräch über Jesus gekommen bin und dieser ernstes Interesse am christlichen Glauben hat, darf ich ihn dann einladen, Christ zu werden? Selbst dann, wenn ich weiß, dass es negative Konsequenzen für ihn oder sie haben könnte?
Roland Denner. Ja, ich darf. Zum einen, weil es als ein Menschenrecht definiert ist, dass Menschen eine religiöse Überzeugung annehmen oder ablegen können; dass man glauben oder nicht glauben darf und dass man sich auch entscheiden darf, anders zu glauben. Ich denke, es ist wichtig, das festzuhalten. Konversion ist ein Menschenrecht. Es ist nicht etwas, was sich Christen herausnehmen. Wir handeln dadurch nicht unangemessen. Es ist eine allgemeine Überzeugung der Menschheit, dass Konversion möglich ist.
Hinzu kommt: Als Christ glaube ich, dass Gott in Jesus etwas getan hat, was uns keine andere religiöse Überzeugung oder Ideologie bietet. Durch Jesus werden Menschen mit ihrem Schöpfer versöhnt – durch Jesus ganz allein. Deshalb ist er für jeden Menschen relevant, der lebt, und damit auch für muslimische Menschen. Und deshalb möchte ich auch sie ermutigen, Jesus nachzufolgen.
Ich sage bewusst ermutigen. Wir sollen nicht Menschen bekehren. Das sehe ich in der Bibel nicht, sondern ich sehe in der Bibel das Mandat, dass wir Jesus bezeugen sollen. Ich wünsche mir für alle meine Freunde, für alle meine Verwandten, dass sie Jesus nachfolgen. Denn ich glaube, das ist ein gesegneter Weg – der beste Weg, den man überhaupt gehen kann. Aber ich kann und soll keinen Menschen dazu zwingen oder manipulativ dazu drängen, sondern ich kann nur Menschen einladen. Ich kann nur bezeugen, was ich selbst glaube. Aber ich will es mit einer gewissen Dringlichkeit tun, weil ich glaube, dass es nicht nur eine nette Option ist, sondern die wichtigste Frage in unserem Leben.
Wir sollen nicht Menschen bekehren. Das sehe ich in der Bibel nicht, sondern ich sehe in der Bibel das Mandat, dass wir Jesus bezeugen sollen. Ich wünsche mir für alle meine Freunde, für alle meine Verwandten, dass sie Jesus nachfolgen. – Roland Denner, Leiter ReachAcross
Gewissheit durch den Glauben an Jesus
ERF Medien: Was verändert sich denn für einen Muslim, wenn er Jesus als Sohn Gottes anerkennt?
Roland Denner: Meine Beobachtung aus Gesprächen mit früheren Muslimen ist, dass sich viel im Blick auf Gewissheit verändert. Im Islam haben sie oft ein Gottesbild, das ihnen vermittelt: „Ich kann mich als Mensch letztlich nicht auf Gott verlassen.“ Denn Gott ist so allmächtig und frei, dass er immer tun kann, was er will. Aber in Jesus verspricht uns Gott, dass er verlässlich ist; er sagt uns zu, dass wir keinen Zweifel haben müssen. Er verspricht: „Klopft an, dann wird euch aufgetan.“ Er fordert uns auf: „Bittet, dann werdet ihr …