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Wie Glaube die Angst besiegt


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© Casey Horner / unsplash.com
Ängste erleben viele Menschen täglich. Auch die Bibel schweigt nicht über menschliche Ängste und hat dabei einige gute Tipps parat. Die Sozialpädagogin und Seelsorgerin Cornelia Mack hat sich für ihr Buch „Angst: Verstehen, entmachten, verwandeln“ intensiv mit dem Thema Angst beschäftigt. Doch hilfreicher als alle Ratschläge wurde ihr in eigenen Angstsituationen der Glaube an Gott. Im ersten Teil unseres Interviews haben Sie über Therapien gegen Angst gesprochen und darauf hingewiesen, dass auch die Bibel viele hilfreiche Tipps bietet. Lesen sie nun im zweiten Teil unseres Interviews mit Cornelia Mack mehr darüber, wie Jesus selbst Angst begegnet ist und welche Hilfen der christliche Glaube in Ängsten bietet.
 
ERF Medien: Wie erleben Sie Gott konkret in Ihren Seelsorgegesprächen?
Cornelia Mack kennt Tipps gegen
Angst. (Foto: privat)
Cornelia Mack: Ich erlebe immer wieder, dass Gott mich überrascht. Ich gehe ohne vorgefertigte Ideen in meine Gespräche, sondern versuche, zuzuhören und dabei vor allem auf das zu hören, was Gott in diese Situation hinein sagen möchte. Oft ist es auch so, dass die Ratsuchenden selbst die Hörenden sind. Ich muss nicht unbedingt alles wissen, sondern ich frage die Menschen einfach offen: Gibt es irgendein Bild, das Ihnen helfen würde? Haben Sie eine Sehnsucht, wohin der Weg führen könnte, damit es Ihnen besser geht? Das Interessante dabei ist: Die Bilder, die die Menschen selbst erkennen, sind oft genau das, was sie brauchen, damit sich ein neuer Weg auftut. Ich kenne aus meinem eigenen Leben auch, dass Gott mir oft völlig andere Antworten gibt, als ich mir geben würde. Trotzdem sind sie oft genau das, was ich als Hilfe brauche.
 
ERF Medien: Sie haben außerdem die These aufgestellt, dass Gott quasi der Erfinder der Konfrontationstherapie ist. Was sagt die Bibel sonst noch zum Phänomen Angst?
Cornelia Mack: Es ist großartig, wie oft dieses Thema in der Bibel vorkommt und wie Menschen sichtbar in ihrer Angst geholfen wird. Viele Psalmen sind Gebete aus der Angst heraus. Auch Paulus und Silas sind in einem beengten Gefängnis eingesperrt und fangen dort an, Gott zu loben. Das tun sie allerdings erst um Mitternacht. Es hat also eine Weile gedauert, bis sie zum Lob fanden, aber sie haben von ihrer Angst weg auf Gott geschaut und wurden dann befreit. Und so finden sich ganz viele Geschichten in der Bibel, die uns dazu ermutigen, mit unserer Angst zu Gott kommen, vor ihm zu klagen und zu weinen, aber ihm auch bereits für das zu danken, was er tun wird. Wir können die Hilfe Gottes schon im Gebet vorwegnehmen, denn er wird uns helfen.
 
Angst und Sorge können das Leben nicht verlängern
ERF Medien: Sie kennen Ängste auch aus eigener Erfahrung. Mit welchen Ängsten hatten Sie zu tun und wie haben Sie es geschafft, diese zu überwinden?
Cornelia Mack: Ich kenne Panikattacken aus meinem eigenen Leben. Außerdem habe ich erlebt, wie es ist , wenn man sich komplett in Sorgen und Ängste hineinsteigert. Es waren unterschiedliche Lebensphasen, in denen ich das erlebt habe. Diese Erlebnisse haben mir geholfen, der Angst ins Gesicht zu schauen und zu fragen: Wovor habe ich eigentlich Angst? Viele menschliche Ängste hängen, wenn man sie zu Ende denkt, mit der Angst vor dem Tod zusammen. Ein Beispiel: Wenn jemand Krankheitsängste hat, hat er möglichweise nicht nur Angst vor der Krankheit, sondern davor, dass er todkrank wird und stirbt. Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass die Angst vor dem Tod letztlich hinter den meisten Ängsten steckt. Wenn wir das aber wissen, haben wir das Handwerkszeug, um die Angst zu entmachten. …
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