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Prof. Dr. Markus Müller, Rektor der MedUni Wien mit rund 9.000 Studierenden, erläutert eingangs, dass gute Medizin je nach Fachdisziplin unterschiedliche Talente erfordert – vom handwerklich begabten Chirurgen bis zur empathischen Psychiaterin. Im Gespräch mit Moderatorin Birgit Fenderl schildert sein eigenes Studium vor rund 30 Jahren als fachlich lückenhaft und wenig patientennah, da der erste strukturierte Patientenkontakt erst nach Jahren erfolgte, während heute ab dem ersten Studientag Praxiskontakt besteht. Empathie lässt sich laut Müller zumindest teilweise trainieren, etwa durch Kooperationen mit dem Haus der Barmherzigkeit oder durch Gespräche mit Schauspielpatienten, die aufgezeichnet und analysiert werden. Beim umstrittenen Aufnahmetest MedAT verteidigt er das Verfahren als einzige objektive und rechtssichere Methode, um aus jährlich rund 15.000 Bewerberinnen und Bewerbern geeignete Studierende auszuwählen, wobei auch emotionale Fähigkeiten gemessen werden. Kommunikationsprobleme zwischen Ärztinnen und Patientinnen führt er weniger auf die Ausbildung als auf ein zu komplexes, überlastetes Gesundheitssystem zurück, unter dem auch junge Mediziner und Medizinerinnen selbst leiden. Er beschreibt den Wandel von der Reparaturmedizin über Penicillin-Ära hin zu Prävention, Früherkennung und medikamentösen Ansätzen wie einer einmal jährlich verabreichten Cholesterintherapie. Unter Berufung auf Viktor Frankl, den er persönlich als Patient betreute, plädiert Müller für ein humanistisches Menschenbild neben der naturwissenschaftlichen Perspektive. Abschließend beschreibt er, wie KI-Tools bei Tumorboards heute schon nahezu deckungsgleiche Therapieempfehlungen liefern und Ärztinnen und Ärzten künftig mehr Zeit für den menschlichen Kontakt verschaffen könnten.
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Buch "... trotzdem ja zum Leben sagen" (Morawa)
Buch "Deep Medicine" (Amazon)
Folge #15 von "Wirkstoff Mensch" mit Herwig Ostermann
Eli Lilly Österreich
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In dieser Episode dreht sich alles um das österreichische Gesundheitssystem und seine Zukunft. Das Gesundheitssystem ist leistungsfähig und komplex organisiert, bringt aber für viele Menschen spürbare Zugangsprobleme mit sich. Herwig Ostermann, Geschäftsführer der Gesundheit Österreich GmbH, erklärt bei Moderatorin Birgit Fenderl, warum Primärversorgungseinheiten als wohnortnahe erste Anlaufstellen ausgebaut werden sollen: Teams aus Medizin, Pflege und weiteren Gesundheitsberufen sollen längere Öffnungszeiten, bessere Erreichbarkeit und koordiniertere Versorgung ermöglichen. Einzelordinationen sollen dabei nicht verschwinden, aber durch größere multiprofessionelle Strukturen ergänzt werden.
Auch spezialisierte ambulante Zentren und eine stärkere Konzentration komplexer Leistungen sollen helfen, Qualität und Versorgungssicherheit zu verbessern. Telemedizin und Digitalisierung können Wege verkürzen und neue Zugänge schaffen, ersetzen den persönlichen Kontakt aber nicht. Künstliche Intelligenz sieht Ostermann vor allem als Unterstützung in Forschung, Diagnostik und Zweitmeinungsverfahren – unter menschlicher Kontrolle.
Ein weiterer Schwerpunkt in dieser Folge ist der zunehmende Personalbedarf in Pflege und Medizin: Entscheidend seien attraktive Arbeitsbedingungen, faire Bezahlung, Qualifizierung und nachhaltige Karriereperspektiven. Prävention müsse über das Gesundheitssystem hinaus gedacht werden, etwa bei Ernährung, Bewegung, Bildung und sozialer Infrastruktur. Für die Zukunft bis 2040 erwartet Ostermann mehr digitale Angebote, mehr Primärversorgung und ambulante Zentren sowie eine weitere Spezialisierung der Spitalslandschaft. Der Maßstab für eine gerechte Gesundheitsversorgung bleibe dabei, wie gut jene Menschen unterstützt werden, die über die geringsten eigenen Ressourcen verfügen.
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Safe Hearts Plan
#12 Demenz verändert nicht den Wert eines Menschen (Podcast Wirkstoff Mensch)
#14 Adipositas-Behandlung erfolgt nicht durch Handauflegen (Podcast Wirkstoff Mensch)
Eli Lilly Österreich
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Adipositas-Expertin Dr. Bianca-Karla Itariu beschreibt Adipositas als chronische, schubförmige Krankheit, die sich über eine erhöhte Fettmasse und eine Fettgewebsdysfunktion auszeichnet. Im Gespräch mit Moderatorin Birgit Fenderl erklärt sie, wie überschüssiges Fettgewebe insbesondere im Bauchraum und an Organen wie Leber und Herz gespeichert wird und dort zu schweren Folgeerkrankungen führen kann. Adipositas ist stark erblich, viele beteiligte Gene sitzen im Gehirn und beeinflussen, wie Menschen auf eine hochkalorische Umwelt mit Nahrungsmittelwerbung, versteckten Kalorien und „per Design“ verführerischen Lebensmitteln reagieren. Lebensstiländerungen allein führen laut Studien meist nur zu etwa 5% Gewichtsreduktion mit hoher Wahrscheinlichkeit des Wiederzunehmens, weshalb die Beschränkung auf reine Präventionsratschläge als Therapie nicht ausreicht. Dr. Bianca-Karla Itariu kritisiert Body Shaming in der Medizin und schildert, wie Beschwerden von Patientinnen häufig vorschnell auf das Gewicht reduziert werden, statt Adipositas leitliniengerecht zu behandeln. Sie fordert mehr Aus- und Weiterbildung zu Adipositas in Studium und postuniversitären Lehrgängen sowie eine klare Trennung von Prävention und Therapie, damit Betroffene Zugang zu den besten Behandlungsmöglichkeiten erhalten. Die Episode thematisiert unterschiedliche Adipositas-Phänotypen, geschlechtsspezifische Unterschiede und soziale Faktoren – mit höherem Leidensdruck bei vielen Frauen und teils gravierenden Komplikationen bei Männern schon bei niedrigerem BMI. Dr. Bianca-Karla Itariu betont die hohe Selbstverantwortung ihrer Patientinnen und Patienten, die seit Jahren vieles ausprobieren und bereit sind, viel in wirksame Therapien zu investieren, um ihr Leben mit Kindern, Enkelkindern und im Alltag aktiv gestalten zu können.
Links zur Folge:
Website Dr. Bianca-Karla Itariu
Buch "Das Gewicht unserer Körper" (Haymon-Verlag)
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ORF-Moderator Patrick Budgen schildert im Gespräch mit Moderatorin Birgit Fenderl und Lilly-Österreich-Geschäftsführer Mario Haller anlässlich des "Cancer Survivor Day" seinen langen Weg zur Diagnose Hodgkin-Lymphom, in dem er trotz zahlreicher Untersuchungen zunächst immer wieder als „pumperlg'sund“ nach Hause geschickt wurde – bis in der Klinik Favoriten ein weit fortgeschrittenes Lymphom entdeckt wurde. Er beschreibt den Schock des Diagnosegesprächs und die Bedeutung jedes Wortes („Sterben ist momentan kein Thema“). Besonders prägend waren für ihn die Behandlung während der frühen Corona-Pandemie mit Isolation ohne Besuch, das Schreiben eines Tagebuchs, das später zu einem Buch wurde, und Rückmeldungen von Betroffenen, denen seine Geschichte Mut macht. Er betont, wie sehr Hartnäckigkeit und Vertrauen ins eigene Körpergefühl ihm laut Ärzten das Leben gerettet haben, und wie die Erfahrung ihn weniger hypochondrisch, dafür direkter, bewusster und dankbarer für Arbeit und Alltag werden ließ.
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Buch "Einsiedlerkrebs" von Patrick Budgen
Österreichische Krebshilfe
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Marianne Buchegger leitet ein Tageszentrum für Menschen mit Demenz im 3. Wiener Gemeindebezirk, ist Lehrgangsleiterin „Begleitend bei Demenz“, lehrt in der Palliative Care und verantwortet den Blog von Hospiz Österreich. Im Gespräch mit Moderatorin Birgit Fenderl und Mario Haller, Geschäftsführer Lilly Österreich, beschreibt sie das Tageszentrum als „Wohlfühlort“ mit Fahrtendienst, gemeinsamer Tagesstruktur und vielfältigen Angeboten von Virtual-Reality-Gedächtnistraining über Yoga, Mal- und Musikangebote bis hin zu tiergestützter Therapie und psychologischer Begleitung. Im Gespräch wird die große Scham deutlich, die mit kognitivem Abbau in einer leistungsorientierten Gesellschaft einhergeht, sowie die Hürde, dass Tageszentren oft mit Pflegeheimen und „Abschieben“ verwechselt werden. An eindrücklichen Beispielen – etwa einem Gast, der seine schützende Jacke erst nach Wochen ablegt – zeigt Buchegger, wie Vertrauen wächst, Personen „aufblühen“ und verborgene Fähigkeiten, wie künstlerische Talente, wieder sichtbar werden. Sie betont, dass Tageszentren nicht nur für Betroffene präventiv gegen Einsamkeit, Bewegungsmangel und Stress wirken, sondern auch Angehörige entlasten, die oft selbst stark belastet, vereinsamt und von Erwartungen überfordert sind. Im Blick auf Österreich lobt sie die dichte, niederschwellige Tageszentrumsstruktur in Wien, macht aber klar, dass es flexiblere, aufsuchende Angebote, Case-Management und eine bessere Unterstützung in den Bundesländern braucht. Buchegger kritisiert die rein negative mediale Darstellung von Demenz und plädiert für mehr öffentliche Räume des Austauschs – etwa Demenz-Meets und Angehörigennetzwerke – um Stigma abzubauen und zu zeigen, dass ein gutes Leben mit Demenz möglich ist. Zum Schluss wirbt sie für niedrigschwelligen Erstkontakt: Tageszentren können unverbindlich besucht werden, „Anschauen kostet nichts“, und niemand bindet sich endgültig – vielmehr geht es darum, ein passendes, wertschätzendes Angebot zu finden.
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Gastbeitrag von Marianne Buchegger im STANDARD
CS Caritas Socialis Demenz- und Alzheimerbetreuung
Verein Desideria
IG Pflege
Tirol Kliniken Demenz
Connexia
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Diese Folge von "Wirkstoff Mensch" wurde im Wiener Headquarter von Lilly Österreich aufgenommen und markiert den 50. „Geburtstag“ des Unternehmens – Anlass für einen persönlichen und zugleich sehr ehrlichen Rückblick von Veronika Stepan (Führungsteam Lilly Österreich) und Gastgeber Mario Haller (Geschäftsführer Lilly Österreich). Bei Moderatorin Birgit Fenderl erzählt Veronika Stepan, wie aus einer Blindbewerbung in den 1990er-Jahren zunächst eine Absage wurde, bevor sie mit viel „Bauchstimme“ doch zu Lilly wechselte – und dort seit 25 Jahren immer neue Aufgaben und Entwicklungschancen gefunden hat. Mario Haller schildert seine Anfänge Anfang der 2000er-Jahre in einer stark hierarchisch geprägten Organisation mit „sechstem Stock“, Vorzimmerdamen und wöchentlichen Freitags-Meetings – und wie sich Führung seitdem in Richtung Vertrauen, Beteiligung und „Fördern und Fordern“ verändert hat. Ein Schwerpunkt der Folge ist die Vereinbarkeit von Karriere und Familie: Stepan berichtet, wie sie wenige Monate nach der Geburt ihres Sohnes in eine Führungsrolle zurückkehrte, warum Unterstützung durch den Partner entscheidend war und weshalb sie sich in Österreich mehr partnerschaftliche Teilzeit-Modelle nach skandinavischem Vorbild wünscht. Haller reflektiert ehrlich, dass er selbst nicht in Karenz gegangen ist, seine Kinder ihn trotzdem als präsenten Vater erlebt haben, er aber manche frühe Meilensteine verpasst hat – und was er im Rückblick anders machen würde. Beide sprechen über die neuen Arbeitsrealitäten mit Homeoffice, flexiblen Arbeitszeiten, „Me-Time“ und verschiedenen Generationen im Team und darüber, dass es weniger um starre Modelle wie die Vier-Tage-Woche geht, sondern um klare Grenzen, gemeinsame Spielräume und gute Teamabstimmung. Im zweiten Teil der Folge geht es um die Entwicklung der Pharmabranche: mehr Regulierung und europäische Verfahren, aber auch deutlich gestiegene Transparenz bei Studiendaten, ethischem Verhalten und dem Umgang mit Ärzt:innen – sowie den Wunsch, als vertrauenswürdiger Mitgestalter im Gesundheitssystem gesehen zu werden. Zum Schluss richtet sich der Blick nach vorne: Stepan beschreibt, warum sie die Pharmabranche trotz aller Komplexität als „wahnsinnig spannendes, dynamisches Umfeld“ erlebt, in dem neue Medikamente ganz konkret das Leben von Menschen mit chronischen Erkrankungen verändern, und Haller unterstreicht, dass Sinnhaftigkeit und der gemeinsame Wunsch, Patient:innen zu helfen, der wichtigste Antrieb für sein Team bleiben. Im Mythen-Check klärt Haller außerdem, warum KI die Pharmaforschung nicht überflüssig machen wird, sondern als starkes Analyse- und Entdeckungstool vor allem dann wirksam ist, wenn Mensch und Maschine gut zusammenspielen – beispielhaft an Covid-Forschung und einer aktuellen KI-Kooperation von Lilly mit Nvidia.
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#5 "Ich lebe wahnsinnig gern!" - Der Kampf von Andrea Kdolsky gegen den Krebs
#8 "Krebs ist kein Todesurteil" - mit Rainer Reichl
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Bei der "Missing Link Podcastnacht" begrüßen Birgit Fenderl und Mario Haller ihren Gast André „Commander“ Krieger, einen der größten Gaming-Streamer Deutschlands mit mehr als 700.000 Abonnent:innen. André schildert, wie sich aus Zuckersucht, zuckerhaltigen Getränken, unregelmäßigen Arbeitszeiten und immer weniger Bewegung schleichend Adipositas Grad 3, Schlafapnoe, Depressionen und ein massives Übergewicht von 170 kg entwickelten. Er beschreibt seinen leichten Schlaganfall, der sich mitten im Livestream durch Sprachstörungen und Sehstörungen bemerkbar machte und zunächst von ihm selbst als Stresssymptom fehlinterpretiert wurde. Nach der Diagnose mit Bluthochdruck, Prädiabetes und Schlafapnoe bekommt er die Wahl zwischen „weitermachen wie bisher – dann noch wenige Jahre Leben“ oder einer radikalen Veränderung und entscheidet sich für ein „zweites Leben“. Unterstützt durch Medikamente zur Gewichtsreduktion, konsequente Reduktion von Zucker, Kalorientracking per App, schrittweise mehr Bewegung und ein CPAP-Gerät im Schlaflabor schafft André mehr als 50 Kilo Gewichtsverlust und entdeckt neue Freude an Alltag, Sport und Golf. Mario Haller ordnet medizinisch ein, dass Adipositas eine chronische Erkrankung mit bis zu hunderten möglichen Folgeerkrankungen ist, die in Österreich hohe gesundheitliche und ökonomische Folgekosten verursacht, aber im System oft noch als Lifestyle-Problem behandelt wird. Im Gespräch geht es um Stigmatisierung, Schubladendenken, die besondere Betroffenheit sozial schwächerer Gruppen, die Diskussion um Zuckersteuer und strukturelle Anreize, gesündere Entscheidungen im Alltag zu erleichtern. Zum Schluss erzählt Mario im „Mythencheck“, wie Pharmaunternehmen Verantwortung für Patientensicherheit, Versorgungssicherheit, Nachhaltigkeit und Medikamentenspenden übernehmen und warum gesellschaftliches Engagement und Umweltziele längst Teil des Kerngeschäfts sind.
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Schlaganfall im Livestream (youtube)
DekarbPharm
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In dieser Folge von „Wirkstoff Mensch“ spricht Physiker und Science-Busters-Mitbegründer Werner Gruber bei Moderatorin Birgit Fenderl sehr persönlich über seine Geschichte mit Adipositas – von der Hormontherapie im Kindesalter bis zur Entscheidung für eine Magenbypass-Operation. Er beschreibt, warum Diäten meist scheitern, wie das Fress- und Sättigungszentrum im Gehirn ein höheres Körpergewicht „nachreguliert“ und weshalb langfristige Gewichtsreduktion für viele Menschen ohne chirurgische oder medikamentöse Hilfe kaum erreichbar ist. Gruber schildert eindrücklich, wie sich nach der Operation sein Sättigungsgefühl, seine Essgewohnheiten und sogar sein Geschmackssinn verändert haben – inklusive überraschender Effekte bei Zucker-Fett-Kombinationen und Alkohol. Im Gespräch wird deutlich, dass Adipositas eine chronische Erkrankung ist, die mit Folgeerkrankungen verbunden sein kann und dennoch in Österreich noch immer häufig nicht als solche anerkannt wird. Lilly Österreich Geschäftsführer Mario Haller und Werner Gruber diskutieren, wie Stigmatisierung und das Vorurteil der „Willensschwäche“ Betroffene zusätzlich belasten und warum ein respektvoller, informierter Umgang in Schule, Medizin und Gesellschaft so wichtig ist. Thema ist auch, wie Hausärzt:innen Patient:innen begleiten können – von der Einschätzung der individuellen Situation über Zweitmeinungen bis hin zur Vermittlung an spezialisierte Adipositassprechstunden. Gruber gibt praktische Einblicke in den Alltag nach bariatrischer Chirurgie, von Essensplanung und Reisen bis zu körperlichen Einschränkungen in den ersten Monaten. Im abschließenden Mythenteil wird zudem der verbreitete Vorwurf entkräftet, Pharmaunternehmen wollten Menschen mit immer neuen Medikamenten abhängig machen – stattdessen stehen Sicherheit, Nutzen und kontinuierliche Überwachung von Arzneimitteln im Vordergrund, besonders bei chronischen Erkrankungen.
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Unternehmer Rainer Reichl schildert in dieser Episode von "Wirkstoff Mensch", die anlässlich des "Weltkrebstages 2026" erscheint, den Moment der niederschmetternden Diagnose, als ihm geraten wurde, sich „noch eine schöne Zeit“ zu machen, und wie er in Salzburg ein onkologisches Team fand, das ihm neue Perspektiven eröffnet hat.
Er beschreibt, warum er sich auf seine Chemo- und Immuntherapie „freuen“ kann, weil sie seinen Tumor kontrolliert, seine Marker stabil hält und ihm Sicherheit gibt. Zentrales Thema ist seine Rolle als sehr aktiver, gut informierter Patient, der Befunde hinterfragt, Therapien versteht und sich bewusst für die Schulmedizin entscheidet, während er vor rein alternativen Heilversprechen warnt.
Reichl betont die enorme Bedeutung psychoonkologischer Unterstützung, eines respektvollen, professionellen Umgangs in Kliniken und eines Gesundheitssystems, das schnelle Befundung und enge Kontrollen ermöglicht. Er plädiert eindringlich für qualifizierte Vorsorge, kritisiert Oberflächlichkeit bei Untersuchungen und ein zu schwaches Bewusstsein für Früherkennung und Impfungen, insbesondere bei Brust- und Prostatakrebs.
Aus seiner Krankheit entstand auch sein starkes Engagement für Forschung – etwa für das Salzburg Cancer Research Institute und die von ihm finanzierte Bildungsplattform „MedYouCate“, ein „Netflix für Chirurgen“ mit hunderten OP-Videos und globaler Jobbörse für Mediziner.
Im Privaten zeigt er, wie offen gelebte Kommunikation in der Familie, gemeinsames Tragen von Ängsten und der bewusste Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Information ihm zusätzliche Sicherheit geben. Zum Schluss richtet er eine klare Ermutigung an Betroffene: Krebs ist kein Todesurteil, es lohnt sich zu kämpfen, Hoffnung zu bewahren und sich das eigene Glück und die Freude am Leben aktiv zu erhalten.
Links zur Folge
MedYouCate-Plattform
Buch "Heile Deinen Körper" von Louise Hay (Morawa)
Salzburg Cancer Research Institute
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Christopher D. Ryan, Sportjournalist und -kommentator, beschreibt seinen Weg vom spindeldürren Maturanten zum Herzkranken mit Adipositas, geprägt durch Nachtarbeit, Schlafmangel, ungesundes Essverhalten und zunehmendes Craving nach Süßem und Salzigem. Er berichtet von massiver Gewichtszunahme, Schlafapnoe mit gefährlichen Atemaussetzern und Sekundenschlaf, die er lange nicht ernst genug genommen hat. Lilly-Österreich-Geschäftsführer Mario Haller erklärt, warum Adipositas eine chronische, medizinisch anerkannte Erkrankung ist, die oft fälschlicherweise als reine Willensschwäche oder „Lebensstilproblem“ abgetan wird. Anhand von Ryans Geschichte werden Risikofaktoren wie Stress, berufliche Überforderung, Hormone, genetische Veranlagung, Verletzungen, soziokulturelle Ernährungsgewohnheiten und Alkohol sichtbar. Ryan schildert, wie sich seine Sicht auf Gesundheit nach der lebensrettenden Herzoperation verändert hat und weshalb er seine Esssucht und Adipositas heute als lebenslange Aufgabe begreift. Die Runde spricht darüber, wie wichtig ein empathisches, aber klares Umfeld ist – von Freund:innen über Ärzt:innen bis zu Therapeut:innen – und wie verletzend Kommentare wie „iss weniger, beweg dich mehr“ sein können. Thematisiert werden neue Therapieoptionen von strukturierten Lebensstilprogrammen über moderne appetitzügelnde Medikamente bis zu chirurgischen Eingriffen als letzter Schritt. Deutlich wird, dass bessere Aufklärung, Entstigmatisierung und ein Gesundheitssystem, das Adipositas ernst nimmt und Therapien leistbar macht, zentral für Betroffene und die Gesellschaft sind.
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