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Eine Kindheit im Sudetenland, die nationalsozialistische Herrschaft, der Zweite Weltkrieg und schließlich der Verlust der Heimat.
Waltraud Kastner, genannt Traudl, wächst in der damaligen Tschechoslowakei auf und erlebt als junges Mädchen, wie sich ihre Heimat durch das Münchner Abkommen von 1938 grundlegend verändert. Es folgen die Kriegsjahre, die Trennung von ihrem Vater und schließlich die Vertreibung nach Kriegsende. Traudl erzählt von ihren persönlichen Erinnerungen, den Herausforderungen eines Neuanfangs und einer Heimat, die für immer verloren ging.
Interviewpartnerin in dieser Folge: Waltraud Kastner
Beginn des Interviews: 9 Minuten, 54 Sekunden
History Wissen: Das Münchner Abkommen von 1938 – ab 2 Stunden, 4 Minuten
Filmtipp: München – Im Angesicht des Krieges (2021, Netflix)
Buchtipps:
München – Robert Harris
Kalte Heimat. Die Geschichte der deutschen Vertriebenen nach 1945 – Andreas Kossert
Mehr über mich und meine Arbeit:
Homepage: https://raphaela-hoefner.de
Instagram: Raphaela Höfner Autorin
Du kennst noch Zeitzeuginnen oder Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs? Dann freue ich mich sehr, wenn du Kontakt zu mir aufnimmst! Auch bei Fragen, Wünschen oder Anregungen kannst du mir jederzeit gerne über meine Homepage oder Instagram schreiben.
Jede Erinnerung zählt. Gemeinsam bewahren wir die Geschichten vor dem Vergessen.
Brigitte Durner wird im April 1929 als einzige Tochter ihrer Eltern geboren. Die Mutter stamm von einem Gut in Westpreußen, der Vater kommt aus Thüringen. Brigittes Vater hat bereits im Ersten Weltkrieg mit Auszeichnung gekämpft, aber 1929 während der Weltwirtschaftskrise sein gesamtes Vermögen verloren.
Interviewpartnerin in dieser Folge: Brigitte Durner
Buchtipp: Fort, nicht wie fort (Rosenheimer Verlagshaus)
Beginn des Interviews ab: 8 Minuten, 30 Sekunden
History Wissen: Bayrisch Eisenstein ab 1 Stunde, 7 Minuten
Am 2. Februar 1943 kapitulieren in den Trümmern von Stalingrad die Reste der 6. Armee der Wehrmacht. 110.000 von ehemals 260.000 Soldaten gehen in Gefangenschaft. Zehntausende bleiben auf dem Schlachtfeld. Die NS-Propaganda stilisiert ihren Tod zum "Heldenepos". Doch Hitlers Soldaten sterben sinnlos und elendig – durch Hunger, Kälte, Seuchen und die Waffen eines überlegenen Gegners.
Die Soldaten waren ausgezehrt, dem Hungertod nahe, bei minus 30 Grad durchgefroren, fast ohne Munition und Lebensmittel, denn der Nachschub aus der Luft bliebt ein leeres Versprechen des großmäuligen Reichsmarschalls Hermann Göring. Er hatte den größenwahnsinnigen Diktator und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Adolf Hitler, bestärkt, der 6. Armee den Ausbruch aus dem Kessel in Stalingrad zu verbieten. Die Rote Armee hatte die deutschen, spanischen und rumänischen Truppen mit der Operation Uranus Ende November 1942 eingekesselt.
Generalfeldmarschall Friedrich Paulus, Befehlshaber der 6. Armee, begab sich Ende Januar 1943 in Stalingrad mit seinem Stab in Gefangenschaft. Knapp 100.000 deutsche Soldaten marschierten im Schneesturm im Februar 1943 ins Ungewisse, nur 6000 kehrten in den 1950er-Jahren nach Deutschland zurück.
Heute geht es um die Schlacht von Stalingrad
Buchtipp in dieser Folge:
In der heutigen Folge spreche ich mit Ludwig Steinherr. Ludwig wurde am 22.07.1932 in Dingenbrunn im Bayerischen Wald geboren und wächst nach einigen Umzügen in Ebrach in der Nähe von Schweinfurt auf. Er erinnert sich an zahlreiche Erlebnisse in der Kidnheit, wie an seine Schulzeit, Erlebnisse des Vaters aus dem Einsatz in Polen sowie Fliegerangriffe. Ganz lebendig schildert er die Ankunft der Amerikaner. Ein Erlebnis ist Ludwig ganz besonders in Erinnerung geblieben: Beim Spielen im Steinbruch entgeht er mit seinem Freund dem Angriff eines Tieffliegers.
Beginn des Interviews ab:4 Minuten 37 Sekunden
History Wissen: ab 1 Stunde 49 Minuten
Interviewpartner in dieser Folge: Ludwig Steinherr
Folgt @wunder.wissen.weltkrieg oder @raphaelahoefnerautorin auf Instagram
In der heutigen Folge spreche ich mit Ulrike Meier. Ulrike wurde im November 1935 in Hagen in Nordrhein Westfalen geboren. Hagen liegt im Ruhrgebiet, sodass dort ein großes Industriegebiet war, weshalb später zahlreiche Bombenangriffe stattfanden. Ulrike wächst behütet auf. Die Mutter ist Hausfrau, der Vater arbeitet bei der Deutschen Reichsbahn. Als die Angriffe auf deutsche Städte stärker werden, beschließt die Mutter, ihre Heimat zu verlassen und ins sichere Mecklenburg-Vorpommern zu gehen und bei einer Familie unterzukommen. Dort verbringt Ulrike eine schöne Zeit und erlebt viele glückliche Stunden. Die Mutter leidet jedoch unter so großem Heimweh, dass sie einen Fehler begeht. Sie packt ihre beiden Kinder ein und reist wieder zurück nach Hagen. Dort erlebt die Familie zahlreiche Bombenangriffe. Ulrike erlebt in den stickigen Kellern was Todesangst bedeutet. Die Mutter ist zu diesem Zeitpunkt mit dem Baby beschäftigt, sodass Ulrike selbst klarkommen muss. Sie erinnert sich, dass sie bei einer Bombardierung die kleine Schwester im Kinderwagen bis zu einem Luftschutzbunker schieben wollte. Gerade noch rechtzeitig konnte eine Nachbarin die beiden Kinder retten. Das Trauma aus dieser Zeit sitzt auch heute noch tief und hat sich ins Gedächtnis von Ulrike gegraben.
Beginn des Interviews ab:5 Minuten
History Wissen ab:1 Stunde, 43 Minuten
Interviewpartnerin in dieser Folge:
Kontakt:
Instagram: raphaelahoefnerautorin oder wunder.wissen.weltkrieg.
Die wichtigste Aufgabe der Schule bestand darin, den Kindern die Rassenideologie der Nationalsozialisten schon möglichst früh zu vermitteln. So sah Hitler in der Schule nur eine Vorstufe für die Wehrmacht.
Heute geht es um das Schulwesen im "Dritten Reich."
Mein heutiger Gast ist Frau Annemarie Naujok.
Beginn des Interviews ab: 7 Minuten
History Wissen: ab 1 Stunde 59 Minuten
Interviewpartnerin in dieser Folge:
Wolfgang Enzenauer wurde am 10. Juli 1926 in Essen geboren und ist jetzt 98 Jahre alt. Wolfgang wuchs zunächst unbeschwert in Essen auf, erinnert sich aber an den schrecklichen Autounfall im Jahr 1935, bei dem seine Großmutter verstarb und seine Eltern schwer verletzt wurden. Er selbst kam wie durch ein Wunder ohne große Verletzungen davon. Herbert besucht die Schule und erinnert sich an den Tag, als seine ganze Klasse am 15. Februar 1943 morgens in die Aula kommandiert wurde. Dort wurde den Jungen, fast alle 16 Jahre alt, mitgeteilt, dass ab sofort kein Schulunterricht stattfinden würde und sie als Luftwaffenhelfer in den Flakbatterien der Stadt in der Fliegerabwehr eingesetzt werden würden. Am 05. März 1943 bricht das große Unglück auf die Stadt Essen herein. Etwa 1000 Bomben fallen in der Nacht, zerstören Häusern, setzten alles in Brand und hinterlassen ein Niemandsland. Herbert beobachtet das Inferno von seinem Geschützstand aus. Die Ungewissheit, ob das Elternhaus getroffen ist und die Familien noch leben, treibt die Burschen fast in den Wahnsinn. Am nächsten Morgen machen sich die Jungen auf, um nach ihren Familien zu suchen. Dabei durchquert Herbert die Trümmerlandschaft. Die Freude ist von kurzer Dauer: Die Eltern leben, doch das Haus eines guten Freundes hat einen Volltreffer bekommen. Er und seine Eltern sterben in den Trümmern. Herberts Eltern erhalten das Angebot von Verwandten, nach Mössingen in Tübingen zu ziehen. Die Schlüters verfügten über einen eigenen Bunker in 17 Meter Tiefe. Herberts Vater schreibt einen Brief an den Batteriechef, mit der Bitte, seinen Sohn zu versetzen und somit wird Herbert entlassen, geht wieder zur Schule und ist plötzlich wieder Zivilist. Am 10. März 1944 verstirbt Herberts Vater. Wenige Wochen später flattert die Einberufung zur Wehrmacht in den Briefkasten der Enzenauers. Es herrschen Trübsal, Trauer, Unmut und vor allem Sorge. Herbert fährt in eine Kaserne in der Nähe von Karslruhe. Er meldet sich mit einigen anderen Kameraden freiwillig zur Reserve Offiziers Anwärter Ausbildung und entgeht somit der Ostfront und damit dem sicheren Tod. Dort dient er dem Hauptfeldwebel als Putzer und erhält somit einige Privilegien. Im Dezember 1944 rückt die Front von Western immer näher und näher. Herbert soll mit Kameraden die vollgelaufenen Bunker des Westwalls leerpumpen. Unter allen Umständen möchte er nach Mössingen zurück. Auf einem Feld verkriecht sich Herbert in einen Heuschober und verbringt dort die Nacht. In der Früh wird er von einem lauten Knall geweckt. Ein feindlicher Panzer hat einen Warnschuss abgefeuert um alle aus der Scheune zu treiben. Die Eroberer, Soldaten aus Französisch Marokkko, nehmen alle gefangen. Zu Fuß wird Herbert mit all den anderen Kriegsgefangenen bis nach Straßburg getrieben. In Kohlewaggons geht es ins Herzen Frankreichs bis in die Stadt Tulle / Correze. Hier müssen sie zu einem Kriegsgefangenlager laufen. Dort erlebt Herbert, was Hunger bedeutet. Läuse plagen ihn, Heimweh bringt ihn fast um den Verstand. Doch das Glück bleibt auf seiner Seite: Er meldet sich für den Arbeitsdient in der Landwirtschaft und gelangt wenig später als Arbeiter auf den Bauernhof der Familie Viratelle in Südfrankreich. Dort bekommt er zu essen und wird durch und durch menschlich und gut behandelt. Auf dem Hof lernt Herbert die Holzarbeiten im Wald, das Pflügen mit langsamen Ochsen, das Beladen von Heuwagen, die Getreideernte, Tabak pflanzen und das Nüsse sammeln. Mittlerweile spricht er fließend fanzöisch. Drei Jahre später wird Herbert endlich entlassen und kehrt nach Essen zurück. Das Wiedersehen mit der Mutter ist tränenreich. Nach Kriegsende hält Herbert weiterhin Kontakt zur Familie Viratelle aus Frankreich und besucht diese viele Male. Eines ist all die Jahre aber auf der Strecke geblieben: Seine Jugend.
Beginn des Interviews: Ab 10 Minuten 45 Sekunden
In der heutigen Folge spreche ich mit Louis Giarrusso.
Louis wurde am 11. Mai 1923 in Lawrence in Massachusetts von seinen aus Italien stammenden Eltern Silvestro und Antonia geboren. Er wuchs zusammen mit seinem älteren Bruder Anthony und seinem jüngeren Bruder Michele während der großen Depression auf. Als Lous 9 Jahre alt war, zog die Familie nach Rhode Island um. Nach Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg, also nach dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbor, wurde er gedraftet. Er stieß zur 77 Infantery Division und erlebte die schweren Kämpfe bei Leyte auf den Phillipinen und Okinawa in Japan mit. Nach Kriegsende blieb er noch drei Monate mit der US Occupation Force in Japan stationiert. Nachdem er nach Hause zurückkehrte, studierte er im Johnson und Wales College und machte dort 1948 seinen Abschluss. Bei General Electrics machte er Karriere und ging als Business Systems Analyst in Rente. Louis spielte aktiv Schach und nahm als ältester Teilnehmer bei Schachtournieren teil.
Interviewpartner in dieser Folge: Louis Giarrusso
Beginn des Interviews ab: 5 Minuten 28 Sekunden
History Wissen ab: 41 Minuten
Ingrid Gräfin von Hardenberg wurde im April 1932 in Freiwaldau geboren. Heute heißt die Stadt Jeseník, und gehört mit ihren rund 11.000 Einwohnern zur Tschechischen Republik. Nach dem Münchner Abkommen, also ein Jahr nach Ingrids Geburt, wurde die Stadt zusammen mit dem Sudetenland in das Deutsche Reich eingegliedert, mit dem es bis 1945 verbunden blieb.
Beginn des Interviews ab 6 Minuten 30 Sekunden
History Wissen ab 1 Stunde 12 Minuten
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