Die deutsche Medienbranche streitet derzeit heftig über den KI-Einsatz: Schuld sind Ministerpräsidenten (wie Mario Voigt), die ganze Gastbeiträge mittels KI verfassen lassen, inklusive erfundener Zitate. Auch Journalisten selbst (wie Stephan-Andreas Casdorff vom Berliner «Tagesspiegel») schätzen die Hilfe der KI – zumindest, bis die Sache auffliegt und eine Beurlaubung die Folge ist.
Jetzt stehen auf der einen Seite Leute wie Springer-Chef Mathias Döpfner. Er lässt sich von Gemini eine KI-Verteidigungsrede verfassen, in der er meint, wir hätten es hier mit Ghostwriting mit anderen Mitteln zu tun – und man solle sich gefälligst nicht so haben.
Auf der anderen Seite gibt es Leute, die den «Verlust von Seele und Haltung» beklagen und einen Angriff auf die Meinungsbildung vermuten. Diese Debatte ist längst auch in die sozialen Medien geschwappt, wo die kühlen Pragmatiker und KI-Befürworterinnen die Oberhand zu haben scheinen – so zumindest der Eindruck, den die auf Effizienz bedachten Business-Menschen auf Linkedin erwecken.
In der Schweiz ist die Medienbranche für einmal weiter: Der Schweizer Presserat hat bereits einen Leitfaden erlassen und die Verleger haben sich zusammen mit der SRG und der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf einen Kodex geeinigt.
Ein guter Moment, die aktuelle Debatte zusammenzufassen und selbst Position zu beziehen: Wann finden wir KI-Texte okay – und wo ziehen wir eine rote Linie?