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Streit kann furchtbar sein. Besonders dann, wenn Menschen in der eigenen Familie aneinander geraten. Die Geschichte der Brüder Esau und Jakob macht Mut. Denn sie schaffen es nach vielen Jahren, ihren erbitterten Streit hinter sich zu lassen.
Das kommt in den besten Familien vor
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Wo Menschen miteinander zu tun haben, da bleibt Streit nicht aus. Denn jeder einzelne hat Bedürfnisse. Und die können sehr unterschiedlich sein. Ein Beispiel: Meine 14-jährige Tochter hört gerne Musik. Natürlich auch dann, wenn sie sich in unserem Wohnzimmer aufhält. Ich dagegen bin froh, wenn mal nichts auf mich einprasselt. Interessenskonflikt nennt sich das. Dabei ist jedes Bedürfnis für sich genommen absolut berechtigt. Und meine Tochter und ich werden uns auch oft einig. Mal macht sie die Musik aus oder nimmt Kopfhörer. Ein anderes Mal höre ich einfach mit.
Aber das Ringen um eine gute Lösung – und zwar für alle Beteiligten – das kann auch zu heftigen Auseinandersetzungen führen. Ja sogar zu einem regelrechten Kampf. Selbst innerhalb der eigenen Familie. Was für viele besonders bitter ist. Jan Bittler, Fachanwalt für Erbrecht, erzählt:
Bei meinen Mandanten sehe ich immer wieder, wie Familien plötzlich miteinander umgehen. Wie verbiestert Geschwister mit einem Mal selbst um Kleinigkeiten kämpfen. Auch bei kleinen Erbschaften kommt es zu Streit, öfter jedoch bei größeren. Bei Summen ab 100 000 Euro sogar in jedem vierten Fall. – Jan Bittler, Fachanwalt für Erbrecht
Konkurrenz im Kinderzimmer
Die beiden Brüder, die ich Ihnen vorstellen will, streiten auch um eine Art Erbe. Um den letzten Willen ihres Vaters. Doch die Rivalität der Geschwister tobt schon viel länger. Bereits im Bauch Ihrer Mutter stoßen sie sich gegenseitig weg. Die Brüder sind nämlich Zwillinge. Dabei bedeutet das Wort „wegstoßen“ ursprünglich so viel wie „unterdrücken“ oder gar „zerschmettern“.
Offensichtlich geht es um mehr als um den üblichen Boxkampf, den Zwillinge schon Mal im Mutterleib miteinander austragen. Auch ihre Mutter Rebekka spürt das deutlich. Und sie ist frustriert. Nach vielen Jahren ist sie endlich schwanger. Und nun das. Ihre Kinder bekämpfen sich heftig. Schon in ihrem Bauch. Schließlich fragt sie Gott: Warum mutest Du mir das zu? Und Gott enthüllt ihr, warum sich ihre Kinder streiten. Die Brüder werden Stammväter zweier Völker sein. Dabei werden die Nachkommen des jüngeren Bruders zum stärkeren Volk. Und die Nachfahren des Älteren werden ihm dienen (1. Mose 25,22-23).
So verzweifelt die werdende Mutter ist: Gott kennt die Situation ihrer Familie. Auch wenn die verfahrene Lage in Ihrer eigenen Familie Sie vielleicht niederdrückt. Reden Sie mit Gott darüber. Wie Rebekka es getan hat. Und seien sie versichert:
Gott kennt auch Sie. Und Ihre Lieben. Und Gott hat viele Möglichkeiten. Er kann auch aus schlimmen Umständen Gutes hervorbringen.
Ein frustrierender Name - ein frustrierendes Schicksal?
Der Konkurrenzkampf zwischen Rebekkas Söhnen geht weiter. Sogar während der Geburt. Als Esau zuerst das Licht der Welt erblickt, staunen die Hebammen nicht schlecht. Denn sein Bruder hält „mit seiner Hand Esaus Verse fest“ (1. Mose 25,26). Bis zuletzt hat er also noch versucht, seinen Bruder zurückzuhalten. Natürlich wollte er selbst als Erster geboren werden. Doch diesen Kampf hat er wohl verloren. Und dazu bekommt er das auch noch für immer ins Stammbuch geschrieben. Denn der Jüngere bekommt den Namen Jakob. Und das bedeutet: