ERF Gottesdienst

Zumutung oder Horizonterweiterung?


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© Joseph Barrientos / unsplash.com
 
Nur sinnbildlich gemeint
Mein Vater war Religionslehrer. Das hat mich natürlich geprägt. So habe ich zum Beispiel - soweit ich mich zurückentsinne – immer geglaubt, dass es so etwas wie Gott gibt. In irgendeiner Form. Und sei es in der unkonkreten Gestalt eines höheren Wesens. Das mag dem ein oder anderen schon viel zu einseitig sein. Da ist sicherlich etwas dran. Doch wer kann an die Frage nach Gott schon unvoreingenommen herangehen?
Entweder jemand glaubt, dass es absolut kein göttliches Wesen gibt. Oder aber, dass es durchaus eine Art höherer Intelligenz geben könnte. Vielleicht hält jemand sogar beides für möglich. Aber selbst das ist keine wirklich neutrale Grundposition. Mir liegt hier vor allem daran, dass Sie wissen, was mein Ausgangspunkt war. Mein persönliches Vorverständnis, mit dem ich mich dem Thema Gott genähert habe.
So vage meine Gottesvorstellungen auch gewesen sind - zu den Wundern in der Bibel hatte ich eine ganz klare Haltung. Nämlich: die übernatürlichen Ereignisse sind nicht wörtlich zu verstehen, sondern sinnbildlich. Also im übertragenen Sinn. Wenn es etwa im zweiten Teil der Bibel, dem Neuen Testament, heißt: „Da sahen sie plötzlich Jesus, wie er über das Wasser ging und sich ihrem Boot näherte.“ (Johannes 6,19), dann war das für mich gar keine Frage. Ich bin davon ausgegangen: natürlich ist damals vor rund 2.000 Jahren niemand auf dem See Genezareth gelaufen, was immer auch dort im Johannesevangelium geschrieben steht. Und zwar aus dem ganz einfachen Grund: kein Mensch kann über Wasser laufen. Das ist doch allgemein bekannt. So sah ich das damals.
 
Mein persönlicher Kurswechsel
Heute komme ich zu einem anderen Schluss. Und dafür gibt es mehrere Gründe. Der wichtigste ist vermutlich die Erfahrung: Gott ist tatsächlich da. Und zwar als wirkliche Person. Meine Eltern und meine Geschwister entdeckten das schon ein paar Jahre vor mir. Und durch sie lernte ich einen Pastor kennen, bei dem mir etwas höchst Merkwürdiges auffiel. Ich wusste überhaupt nicht, wie ich das einordnen sollte.
Wenn dieser Mann von Gott sprach, dann klang das jedes Mal so, als würde er von einem Nachbarn sprechen. Von einer Person, die es wirklich gibt. Und die er gut kennt. Das verwirrte mich. Denn so jemanden hatte ich bis dahin nie erlebt. Ich habe mit dem Mann viele intensive Gespräche geführt. Bis zu dem Punkt, an dem ich dachte: vielleicht ist Gott tatsächlich viel klarer zu erkennen, als ich bislang dachte. Und ich habe mich darauf eingelassen. Habe mich mit all meinen Plänen Gott anvertraut. Dem Gott, den mein Gesprächspartner offensichtlich sehr gut kannte. Es war der Gott, um den es in der Bibel geht.
 
Die Sache mit dem Aquarium – das Weltbild beeinflusst die Ergebnisse
Seit diesem Abend sind jetzt mehr als 30 Jahre vergangen. Und ich kann sagen: meine zögernden Anfänge von damals sind nicht enttäuscht worden. Gott ist wirklich. Und er ist ganz offensichtlich eine Person. Jemand, der spricht und hört. Der versteht und ermutigt. Der liebt und verzeiht. Mit diesen Eigenschaften gibt sich Gott in der Bibel zu erkennen. Und ich habe gelernt, dass ich diesen Dokumenten aus der Antike vertrauen kann. Sie sind ausgesprochen zuverlässig. Ich kann Gott dadurch kennenlernen. Immer wieder neu. Als eine lebendige Person, die mich sieht und hört - und die unfassbar an mit interessiert ist.
Gott ist wirklich. Und er ist ganz offensichtlich eine Person. Jemand, der spricht und hört. Der versteht und ermutigt. Der liebt und verzeiht.
 
Diese Erfahrungen haben natürlich auch Einfluss auf mein Weltbild. Ich …
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