ERF Gottesdienst

Zwischen Wickeltisch und Kanzel


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© Dakota Corbin / unsplash.com
 
Sarah Stopp ist Mutter und Pastorin und ist davon überzeugt: Beides funktioniert!
Ihren Lebensstil verdankt sie Gottes Möglichkeiten.
Sie möchte Frauen in Leiterpositionen ermutigen und hat dafür eine Konferenz ins Leben gerufen.
 
Sarah Stopp (Foto: privat)Sarah Stopp ist Mutter von drei Kindern im Kindergartenalter und leitet die Herzstück Jesusfreaks Gemeinde Ehrenfriedersdorf im Erzgebirge. Mama und Pastorin: Funktioniert das überhaupt? Leiden ihre Kinder nicht darunter? Reicht es ihr nicht, Mutter zu sein? Jahrelang ist Sarah sich selbst nicht sicher. „Ich lebte in einem ständigen inneren Kampf zwischen dem, was ich sein sollte und dem, was ich sein möchte – nämlich beides: Mama und Pastorin“, bringt es die Theologin auf den Punkt.
 
Als Frau an der Spitze der Gemeinde
Aufgewachsen ist Sarah Stopp in einem christlichen Umfeld, in dem Frauen nicht predigen durften. Später besucht sie eine Jugendgruppe, in der es normal ist, dass Frauen Leiterpositionen übernehmen. „Ich habe mich mit beiden Sichtweisen auseinandergesetzt und kann beide akzeptieren und irgendwie auch nachvollziehen“, erklärt Sarah nachdenklich. „Für mich geht es dabei um Berufung und um Gottes Willen.“ Mittlerweile hat sich die Jugendgruppe zu einer eigenständigen freien evangelischen Gemeinde entwickelt, die Sarah gemeinsam mit ihrem Ehemann Michael leitet. Geplant war das nicht. „Ich bin ehrlich gesagt in die Leitung reingeschlittert“, erzählt die 30-Jährige noch immer erstaunt darüber, wie sich ihr Leben entwickelt hat. „Ich hatte nie vor, Pastorin zu werden“, erklärt Sarah und erzählt von ihren Plänen, sozial schwachen Familien in Großstädten zu helfen. Doch Gott führt sie nicht nur in ein Leben auf dem Land, sondern auch in die Leitung der Gemeinde.
 
Gottes Antwort auf Sarahs Schamgefühl
Als Sarah ihr erstes Kind bekommt und bald darauf das Zweite ändert sich einiges in ihrem Leben. Sie wird immer nachdenklicher und kommt schneller an ihre Grenzen. „Jede Mama weiß, dass mit zwei Kindern alles etwas komplizierter wird. Das Erste konnten wir immer überall mitnehmen, aber mit zwei Kleinkindern ging das nicht mehr so leicht“, erklärt sie. Zu den Gemeindeveranstaltungen, die meistens abends stattfinden, geht deshalb ihr Mann allein. Sarah entscheidet sich bei ihren Kindern zu bleiben. „Ich spürte, dass meine Kinder mich brauchten. Aber ich bemerkte auch, dass mich das Mama-sein allein nicht ausfüllt“, gibt sie ohne Zögern zu. „Ich sehnte mich danach, noch mehr Verantwortung zu übernehmen und wollte auch außerhalb unserer Familie, Menschen positiv beeinflussen. Gleichzeitig hatte ich aber auch die Vorstellung, dass mir meine Kinder reichen müssten. Deshalb hatte ich oft ein schlechtes Gewissen und schämte mich für meine Träume und Ideen.“
Sarah Stopp hinterfragt sich immer mehr: Bin ich abhängig von dem, was ich leiste? Habe ich ein Egoproblem, weil mir meine Kinder nicht ausreichen? Warum bin ich so, wie ich bin? Während eines Spaziergangs betet die junge Mutter und legt Gott all diese Fragen hin. Dabei darf sie erleben, wie Gott ihr antwortet. „Gott sagte zu mir, dass ich so bin, weil er mich so will. Ich bin so, weil Gott mich so will: Dieser Satz klingt so leicht, aber er hat so viel in mir verändert“, beschreibt Sarah und fügt begeistert hinzu:
Ich hatte auf einmal das Gefühl, dass ich mich nicht schämen muss, weil Gott mich ja so erschaffen hat – mit allen Träumen, Ideen, Visionen und Bedürfnissen! – Sarah Stopp
 
Als Mama lebendig bleiben
Dieser Moment mit Gott …
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