Becker & Pfeiffer.

#098: Einzelfall my ass – Die Strukturen müssen sich ändern


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Für Neujahrsgrüße sind wir ein bisschen spät dran mit unserer ersten Folge, aber wir wünschen euch für 2026 trotzdem noch ganz viel Liebe, Gesundheit und immer einen sicheren Ort für eure Gedanken, Wünsche und Art zu leben. We’re in this together.

Die Themen, die wir im Gepäck haben, sind alles andere als leicht. Letztlich führen alle zu demselben Problem, denn ob wir über sexualisierte Gewalt sprechen, Rassismus oder auch konkurrierende Egos, es geht immer um Strukturen. So lange die hauptsächlich von einer gesellschaftlichen Gruppe gemacht und für diese gedacht sind, kommen wir nur in Mini-Schritten weiter.

Wir schauen auf den Disput zwischen DFB und FBL, den Fall Rafaela Borggräfe und die Causa Stefan Kuntz. In den Blitznews geht es um Multi-Club-Ownership und was es für den Fußball der Frauen bedeutet, dass Fbref die Opta-Daten nicht mehr nutzen darf. Den Kronenkranich verleihen wir für eine mega gute Kampagne im Amputiertenfußball, den ihr außerdem mit eurer Spende unterstützen könnt.

Wenn euch das möglich ist, freuen wir uns, wenn ihr unseren Podcast und die Bolztribüne einmalig oder regelmäßig per Dauerauftrag unterstützt. So können wir hoffentlich immer mehr Zeit in unsere Herzensprojekte stecken. Die Unterstützung ist jetzt einfacher als früher, denn wir sind nun eine Marke und eine GbR und haben ein Geschäftskonto:
Kontodaten
Bolztribüne: Annika Becker und Mara Pfeiffer GbR
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Becker & Pfeiffer

Bluesky

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Shownotes/Links/Quellen
  • DFB und FBL e.V. kommen nicht für Joint Venture zusammen
    https://frauen.eintracht.de/news/fbl-ev-stellt-weichen-fuer-naechste-entwicklungsschritte-175579/
    Stellungnahme des DFB
    https://www.dfb.de/news/stellungnahme-zur-entscheidung-des-frauen-bundesliga-fbl-ev
    Laut Medienberichten hat nur der SC Freiburg (Oliver Leki DFL- und DFB-Vizepräsident) für das Joint Venture gestimmt
    https://www.fr.de/sport/fussball/13-von-14-vereinen-stimmen-fuer-die-losloesung-der-frauen-bundesliga-94157577.html 
  • Causa Borggräfe: Statement der Spielerin
    https://www.instagram.com/p/DUSfrijjBvo/
    Die Torhüterin bleibt Teil des erweiterten DFB-Kaders
    https://www.kicker.de/nach-rassistischer-aussage-borggraefe-bleibt-teil-der-nationalelf-1188803/artikel
    Annikas Einordnung vor dem Wechsel zu B04
    https://bsky.app/profile/annikabecker.bsky.social/post/3mdl6n63ees2d
  • DFB verlängert mit Wück, Meinert und Bartusiak bis 2029, Verträge gingen ursprünglich bis Ende 2026
    https://www.kicker.de/dfb-verlaengert-vorzeitig-mit-wueck-und-beiden-co-trainerinnen-1152138/artikel
  • Arsenal gewinnt den ersten “FIFA-Meisterpokal der Frauen” mit einem 3:2 n.V. gegen Corinthians Sao Paulo
    https://www.kicker.de/arsenal-gegen-corinthians-2026-fifa-women-s-champions-cup-5181830/spielbericht
  • Rosengård zu 49% an Crux Football verkauft, die eine Multi Club Ownership aufbauen wollen
    https://swedenherald.com/article/fc-rosengard-to-be-redesigned-may-change-name-and-colors
  • Bei Como Women läuft es so gar nicht, Alisha Lehmann war sehr schnell wieder weg als Startransfer und nun auch der Trainer
    https://comowomen.com/en/news/club-news/sefano-sottili-esonero-comowomen-comunicato-ufficiale
  • Fbref darf Daten von Opta nicht mehr nutzen
    https://www.theixsports.com/the-ix-soccer/fbrefs-loss-advanced-stats-womens-soccer-data-accessibility/ 
  • Neue Länderspiele der Frauen terminiert: Am 14. April in Nürnberg gegen Österreich und am 5. Juni in Köln gegen Norwegen
    https://www.dfb.de/news/dfb-frauen-im-april-in-nuernberg-im-juni-erstmals-in-koeln
    U23 (f) spielt am 6. März in Wattenscheid gegen Belgien
    https://www.dfb.de/news/tickets-fuer-u-23-laenderspiel-in-wattenscheid-verfuegbar
  • Fußball vor der nächsten Finanzkrise?
    https://www.playthegame.org/news/investment-funds-are-putting-football-at-the-frontline-of-the-next-financial-crisis/ 
  • Annika auf der Bolzi über die Spielausfälle
    https://bolztribuene.de/2026/02/06/bundesliga-auf-eis-spiel-absagen-rasenheizungen-und-das-klima/ 
  • Mara zur Causa Kuntz
    https://web.de/magazine/sport/fussball/bundesliga/vorwuerfe-stefan-kuntz-hsv-agiert-vorbildlich-41780056
    https://web.de/magazine/sport/fussball/fussball-problem-41836008
  • Kronenkranich: “Leidenschaft ist nicht amputierbar”
    https://www.betterplace.org/de/projects/170185-leidenschaft-ist-nicht-amputierbar
  • Transkription der Episode anzeigen

    0:00:05–0:00:13
    Hallo und herzlich willkommen zu Folge Nummer 98 von Becker und Pfeiffer, derFußballpodcast inzwischen.
    0:00:13–0:00:18
    Und ich denke, man kann verspätet sagen, vielleicht auch noch ein frohes neues Jahr.
    0:00:18–0:00:28
    Anfang Februar kann man das dann noch sagen, nachdem wir jetzt ja doch eine etwas längerePodcastpause hinter uns haben.
    0:00:28–0:00:30
    Mara, wie geht es dir?
    0:00:30–0:00:33
    Und weißt du noch, wie man in deinem Mikrofon redet?
    0:00:34–0:00:35
    Ich weiß noch, wie man in einem Mikrofon redet.
    0:00:35–0:00:42
    Erstmal habe ich es, nachdem du den Drücker gedrückt hast, nicht mehr geschafft, dasletzte Gummibärchen noch komplett zu schlucken.
    0:00:42–0:00:45
    Genau.
    0:00:45–0:00:53
    Ich bin nämlich, müsst ihr wissen, nicht nur eine große Zahlenliebhaberin, sondern auchabsolute Anhängerin von Gummibärchen.
    0:00:54–0:00:54
    ne?
    0:00:54–0:00:55
    Nimm zwei.
    0:00:55–0:01:07
    hat es geschafft, Gelatine-freie Gummibärchen zu produzieren, die ich wirklich gerne mag,weil man sprechen kann anschließend und einem nicht der Oberkiefer am Unterkiefer klebt.
    0:01:07–0:01:11
    Das ist ein Riesenvorteil vor allen Dingen kurz vor der Podcastaufnahme.
    0:01:11–0:01:16
    jetzt kommt der Kater noch dazu, achte.
    0:01:16–0:01:23
    Ich weiß noch, wie man in ein Podcastmikro spricht, all dieweil ich ja zwischenzeitlichauch noch Flutlicht-An-Aufnahmen hatte.
    0:01:24–0:01:34
    Aber tatsächlich, als ich da die erste Folge, die ich dieses Jahr tatsächlich auchaufgenommen habe, am Start hatte, hab ich echt so kurz überlegt, was muss ich wo
    0:01:34–0:01:38
    reinstöpseln?
    0:01:38–0:01:47
    Und das ist aber schon gut, finde ich, auch für sich selber, sich zwischendurch mal sorauszunehmen.
    0:01:47–0:01:51
    Ich meine, wir sind ja nicht so veranlagt,
    0:01:51–0:02:02
    dass wir uns rausnehmen und dann auch wirklich rausnehmen, aber sich einfach selber malauch vom Bildschirm zu nehmen und vom Mikrofon ist auf jeden Fall gut.
    0:02:02–0:02:09
    Es ist aber auch gar nicht so einfach, gebe ich ehrlich zu, dann wieder zurückzukommen.
    0:02:09–0:02:20
    Also ich finde es gar nicht so intuitiv im Sinne von alle Dinge, die passieren gerade.
    0:02:20–0:02:27
    die so die medialen Diskurse bestimmen, sind so schrecklich.
    0:02:27–0:02:38
    Und wir reden hier ja, weißte es jetzt nicht so, dass wir, Annika und ich machen geradeeinen Ted-Lasso-Rewatch und das ist ja nicht so, dass wir hier über Ted Lasso und die
    0:02:38–0:02:48
    guten und die weniger gelungenen Seiten von Ted Lasso reden und dabei sich alles sehrwholesome anfühlt, sondern wir reden dann halt auch noch über Scheiße.
    0:02:48–0:02:50
    Und manchmal ...
    0:02:50–0:02:57
    frage ich mich so, what's the fucking point, aber wir wollten ja nicht direkt mitWeltuntergangsstimmung einsteigen.
    0:02:57–0:02:58
    Ich hab sie halt nur leider.
    0:03:02–0:03:03
    Wie geht's dir denn, Annika?
    0:03:04–0:03:05
    Ja, sehr, sehr ähnlich.
    0:03:05–0:03:12
    Also ich würde sagen, ich bin dem sich komplett aus allem rausziehen jetzt in diesenWinter sehr, sehr nahe gekommen, aber das war jetzt auch nicht immer unbedingt so
    0:03:12–0:03:25
    freiwillig, sondern auch so ein bisschen so durch eigene Zustände geschuldet, da jetztirgendwie so großartig in die Tiefe gehen zu wollen jetzt an der Stelle, aber ja, keine
    0:03:25–0:03:25
    Ahnung.
    0:03:25–0:03:26
    Also ich...
    0:03:26–0:03:30
    Mir ging's jetzt eben länger nicht gut, wahrscheinlich wird es auch noch eine Weile sosein.
    0:03:30–0:03:42
    Ich versuche irgendwie, dran zu arbeiten, aber es wird jetzt, glaube ich, das Jahr, in demich irgendwie jede Woche, uh, krass, so viele Artikel veröffentliche und so, sondern es
    0:03:42–0:03:53
    ist irgendwie alles, ähm, also einerseits bewusst sehr laid back, aber andererseitsmanchmal dann auch so erzwungen, weil ich dann irgendwie denke oder so von mir aus
    0:03:53–0:03:56
    irgendwie so dieses Gefühl hab von, fuck,
    0:03:56–0:04:07
    zu dem Thema müsste ich jetzt wahrscheinlich eigentlich was schreiben und irgendwie waseinzuordnen, aber ich, ich pack's gerade einfach nicht, ich schaff's gerade einfach nicht.
    0:04:07–0:04:16
    Und dann, ja, kommen da dann halt irgendwie manchmal so, also so Sachen, die von außenwahrscheinlich absolut niemandem auffallen, weil ich mein, wer beschäftigt sich jetzt
    0:04:16–0:04:23
    schon irgendwie groß damit, was ich arbeite und wie ich arbeite, aber wo ich so für michdann irgendwie so denke, so, ja, das ist jetzt irgendwie…
    0:04:24–0:04:35
    eigentlich seltsam, dass dann jetzt irgendwie der Artikel rausgekommen ist und zu den undden Sachen irgendwie nicht oder dann gab es irgendwie in Anführungszeichen nur vielleicht
    0:04:35–0:04:44
    irgendwie mal ein BlueSky-Thread zu irgendwas oder so, aber that's how things will rollfor a while, I think.
    0:04:44–0:04:46
    Und ja, das ist so.
    0:04:46–0:04:54
    ist so, dass, was jetzt irgendwie dann in den letzten Wochen und Monaten auch so bisschenanstand, so von der Thematik her irgendwie klarzukommen.
    0:04:54–0:04:57
    Ist so ganz doof gesagt.
    0:04:57–0:05:07
    Aber Annika, also zum einen kann ich auch an dieser Stelle noch mal sagen, bin ich sehrstolz auf dich, dass du das in Angriff nimmst, alles, das ist nämlich gar keine
    0:05:07–0:05:08
    Kleinigkeit.
    0:05:08–0:05:17
    Zum anderen finde ich es halt schon auch okay, wir haben das in letzter Zeit ja immer malgemacht, dass man hier halt auch mal das Licht drauf leuchtet, was diese Freiberuflichkeit
    0:05:17–0:05:20
    im Sportjournalismus eben oft bedeutet.
    0:05:20–0:05:27
    also ich mein, für mich ist das große Thema, dass ich in den letzten 15 Monaten
    0:05:29–0:05:33
    vier Tage frei hatte und fast überhaupt keine Wochenenden.
    0:05:33–0:05:41
    Und das in einer Phase nach meiner Diagnose, in der ich eigentlich das Bedürfnis hatte,sehr viel zu schlafen und nach mir zu gucken.
    0:05:41–0:05:48
    Aber die Miete und die Rechnung und all das zahlen sich halt nicht von selbst.
    0:05:48–0:05:54
    Und das ist halt eine Realität, wenn man nicht in einem hochpreisigen
    0:05:54–0:06:00
    Segment dieses Jobs unterwegs ist, also beispielsweise vor der Kamera oder so.
    0:06:00–0:06:10
    Und ja, deswegen finde ich es auch gut, dass also bei allem, was ja an Arbeitweitergelaufen ist, also sei es der Adventskalender bei der Bolztribüne oder sei es bei
    0:06:10–0:06:16
    mir auch das Buch, an dem ich ja nach wie vor arbeite, dass wir uns hier mal ein Weilchenrausgenommen haben.
    0:06:16–0:06:21
    Und es kann auch passieren, dass wir das im Laufe des Jahres immer mal tun.
    0:06:21–0:06:22
    werden.
    0:06:22–0:06:24
    Also wir haben ja jetzt schon angekündigt.
    0:06:24–0:06:30
    Wir haben dann als nächstes die neunundneunzigste Folge, auf die wir uns natürlichalbernerweise extrem freuen.
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    Und für die hundertste Folge sind wir dann eingeladen für das Ready Set Coach Festival,das am 7.
    0:06:40–0:06:41
    März in Berlin stattfinden wird.
    0:06:41–0:06:45
    Da werden wir hier zwei ganz tolle Gäst*innen haben.
    0:06:45–0:06:47
    Die Folge wird an dem 7.
    0:06:47–0:06:50
    März live in Berlin ausgestrahlt.
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    Und dann am 9.
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    März geht sie als reguläre Folge eben auch online.
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    Das passt ganz gut, weil ich an dem Wochenende da vorne nämlich im Krankenhaus bin und wirdas dann deswegen gar nicht.
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    Es ist auch der Grund, warum wir nicht live in Berlin sind.
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    Und genau deswegen ist das eigentlich ein ganz guter, terminlicher Zusammenfall sozusagen.
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    Genau, aber ...
    0:07:12–0:07:23
    Wir werden uns das ganz bewusst offen halten, in was für einer Intensität und in was fürIntervallen wir mal mindestens im ersten Halbjahr podcasten werden.
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    Genau, da müssen wir einfach beide schauen, was so zum jeweiligen Zeitpunkt möglich ist.
    0:07:31–0:07:41
    Bevor wir zu unserer Fußballwoche kommen, versuche ich mir nach wie vor noch anzugewöhnen,dass wir immer relativ am Anfang der Folge einmal kurz sagen, worüber wir eigentlich dann
    0:07:41–0:07:43
    in der jeweiligen Folge reden wollen.
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    Wir haben als die größeren Themen einmal DFB und FBL e.V.
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    und dass es eben kein Joint-Venture geben wird.
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    dann einmal die ganze Thematik rund Rafaela Borggräfe und dann sprechen wir über die CausaStefan Kuntz und natürlich gibt's dann, wie ihr das von uns kennt, noch ein paar Blitznews
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    und so weiter und so weiter hinterher.
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    oder direkt dafür zu sorgen, dass sich hier nicht Anwälte einklinken.
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    Wir sprechen sehr am Rande über die Causa Stefan Kuntz und sprechen intensiver darüber,bestimmte Mechanismen sich im Fußballgeschäft wiederholen.
    0:08:25–0:08:26
    Genau.
    0:08:26–0:08:35
    Ja, ähm, weiß nicht, magst du vielleicht mal einsteigen, was so bei dir Fußballwochentechnisch los war neben allem anderen?
    0:08:35–0:08:50
    Also bei Mainz 05 ist auf eine Art und Weise, die irgendwie schwierig zu begreifen ist fürmich, wieder das passiert, was in den letzten Jahren häufiger passiert ist, dass man das
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    Gefühl hatte, völlig am Abgrund zu stehen und nach einem Trainerwechsel innerhalbüberraschender Zeit das Gefühl hat, so schlimm ist es eigentlich alles gar nicht.
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    ist es ja, glaube ich, kein Geheimnis, dass ich jetzt keine total passionierte Anhängerinvon Bo Henriksen war.
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    Ich finde, man kann das auch trennen und man kann sagen, der Verein hat ihm für einebestimmte Phase, also einmal den Klassenerhalt und dann dieses europäische Geschäft, ganz,
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    ganz viel zu verdanken und das gilt es auch zu honorieren.
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    Aber während ich nach dieser
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    Man hat die Klasse gehalten, in die neue Saison gestartet und dann lief es nicht so gut.
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    Gar nicht so, dass mitgetragen habe, dass es da Kollegen gab, die gesagt haben, der kannhalt nur motivieren.
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    Also ich war damals eigentlich dafür, dass man auch langfristig mit ihm arbeitet.
    0:09:46–0:09:49
    Fand ich es jetzt dann am Ende schon sehr zäh.
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    Also diese Pressekonferenzen.
    0:09:52–0:09:59
    Natürlich, wenn man die zu Hause guckt, weil ich sie oft zeitversetzt sehe, kann man nichteingreifen im Sinne von eigenen Fragen stellen.
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    Aber ich fand, also, das war schon ...
    0:10:03–0:10:10
    Also, da hat man nicht mehr gespürt, dass da irgendwas an Lösungen kommt von ihm.
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    Ich hab mich dann immer gefragt, ob er genauso vor der Mannschaft steht.
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    Ich weiß, dass es im 05-Umfeld durchaus viele Fans gibt, denen das sehr wehtut, dass erweg ist.
    0:10:21–0:10:33
    Ich weiß auch, dass es das Urs Fischer jetzt zu Anfang erstmal nicht leicht gemacht hat,weil der natürlich diese überbordende Emotionalität so nicht mitbringt.
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    Aber ich muss sagen, ich gucke seitdem wirklich gerne die Pressekonferenzen, weil sie soinhaltlich und ruhig und klar sind.
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    Also mir liegt das einfach mehr.
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    Und natürlich ...
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    hat man eine gewisse Vorstellung davon, wie man bei Mainz gerne Fußball spielen würde.
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    Aber ehrlicherweise, wenn es den Klassenerhalt geht, dann spielt das, egal unter welchemTrainer, erstmal keine Rolle.
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    Und was er dann mit diesem Verein und mit einem neuen Team in einer kommenden Saison füreinen Fußball spielen wird, das muss man sowieso erstmal abwarten.
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    Ja, Punkt ist, dass sie wirklich
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    gerade den Anschein machen, als würden sie das Ruder rumreißen und auch so, als müsste mannicht bis zum letzten Spieltag bibbern.
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    Ich muss aber ehrlicherweise sagen, und das hört man sicherlich auch, ich bin emotionalmomentan sehr weit weg davon.
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    Und ich bin auch gerade nicht so wild drauf, mit mehreren Zehntausend Leuten in so einemStadion zu sein.
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    Auch das gibt es manchmal einfach, obwohl das in anderen Phasen auch schon was war, wasmir total viel gegeben hat, gerade wenn es irgendwie stressig und rundrum düster war.
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    Dafür war ich jetzt am Sonntag bei den Frauen.
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    Das war sehr schön.
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    Ich fand das Spiel...
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    Ja, also die haben gegen Viktoria gespielt.
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    Ich fand, Viktoria war die unfairste Mannschaft oder das unfairste Team, was ich bisher inder zweiten Liga erlebt habe.
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    inklusive Trainer, ehrlich gesagt, für den die Coachingzone auch mehr so eine lockereEmpfehlung ist.
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    Und ich verstehe auch nicht, warum man jedes Mal, wenn man die Linienrichterin irgendwiewas fragt, also ihr die Hand auf die Schulter legen muss oder so.
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    Aber anschließend gab es ein Fassnachtssingen und das entgegen Videos, die mir inzwischenzugeschickt wurden, auf denen ich zu sehen bin und nicht den Eindruck mache, als hätte ich
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    Spaß, hatte ich tatsächlich ein bisschen Spaß dabei.
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    Man kann glauben.
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    Aber ich war wieder mit meiner kleinen Bekleidungshupe da und die hat sich auch sehrgefreut.
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    Genau, also der Ball läuft weiter und mal verfolge ich es intensiver und mal wenigerintensiv, was das Emotionale angeht, jobblich ja sowieso in einer gleichbleibenden
    0:13:03–0:13:04
    Intensität.
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    Wie ist es denn bei dir und mit deinen Vereinen?
    0:13:09–0:13:16
    Also ja, von den Schalke-Männern bin ich ja schon länger auch irgendwie ziemlich weit weg.
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    Also ich nehme das dann so am Rande meines Wahrnehmungsumfeldes wahr, dass sich alle sehrüber Edin Džeko freuen, dass der da ist und auch Tore macht und so weiter.
    0:13:29–0:13:34
    Ja, insgesamt ist da jetzt so ein bisschen das passiert, womit
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    Also ich und wahrscheinlich auch viele andere gerechnet haben, dass es eben dann nach derWinterpause nicht mehr ganz so rund und ganz so glücklich und sauber läuft, wie das vorher
    0:13:43–0:13:44
    war.
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    Ich habe jetzt von den Spielen ehrlicherweise nicht so super viel selber gesehen, sonderndann halt nur mal hier und da gelesen, was halt Leute, die ich da sehr schätze, so darüber
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    schreiben und ja, also muss man mal gucken, wie das so weitergeht, ne?
    0:14:02–0:14:13
    wo man auch gucken muss und wo es dann aber, also, ähm, sehr viel intensiver für mich sovom Erleben ist, ist halt bei der SGS Essen.
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    Also wir nehmen heute jetzt ja auf an dem Montag, aber bevor das Montagsspiel gespieltwurde, das ist ja das Auswärtsspiel beim ersten FC Köln.
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    Und gestern hat Carl Zeiss Jena gegen Union Berlin gewonnen und dadurch ist die SGS aufden letzten Tabellenplatz abgerutscht.
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    Es ist alles, also noch so relativ eng da unten, dass man sagen könnte, okay, Jena, Essen,eins von den beiden Teams kann sich vielleicht irgendwie retten und dafür den HSV mit
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    runterziehen, aber alle anderen sind eigentlich realistischerweise gerade ein bisschen zuweit weg.
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    Und ja, also ich, es sieht nicht gut aus.
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    ich finde, wenn man so…
    0:14:55–0:15:01
    die Ausgangslagen vergleicht, die Wintertransfers vergleicht.
    0:15:02–0:15:06
    Ja, also da ist jetzt die SGS nicht so in der Superposition.
    0:15:06–0:15:19
    Sie haben mit Heleen Jaques eine neue Trainerin, eine Belgierin, die für Turbine Potsdamja unter anderem auch mal eine Zeit lang gespielt hat und ja in Belgien gerade ja auch
    0:15:19–0:15:21
    noch ihre Pro-Lizenz macht.
    0:15:22–0:15:28
    und ja, jetzt auch sicherlich erst mal ankommen muss so als Cheftrainerin in derBundesliga.
    0:15:28–0:15:33
    Jessica Wissmann ist ja nach wie vor dabei und ist jetzt dann eben wieder Co-Trainerin so.
    0:15:33–0:15:39
    Ich glaube, mit den beiden funktioniert das auch ganz gut, so von dem, was ich bisher somitbekommen habe.
    0:15:39–0:15:44
    Aber fußballerisch ist es wirklich, also teilweise nicht gut.
    0:15:44–0:15:49
    Also sie haben dann immer mal so Phasen in den Spielen, wo man denkt, okay, das siehtjetzt irgendwie besser aus.
    0:15:49–0:15:51
    als in gewissen Phasen der Saison.
    0:15:51–0:15:54
    Aber das sind dann halt immer nur so paar Minuten pro Spiel.
    0:15:54–0:16:04
    Und dann ist halt so die grundlegende Ausrichtung, also ganz am Anfang der Saison hab ichja so oft gesagt, es ist irgendwie naiv, weil es viel zu offensiv ist für die
    0:16:04–0:16:06
    Möglichkeiten, die man hat.
    0:16:06–0:16:10
    Und dann hat man jetzt inzwischen doch sehr stark zurückgerudert.
    0:16:10–0:16:17
    So ein bisschen das, was ich erwartet hatte auf andere Art und Weise, dass man jetzt sehrviel versucht zu mauern.
    0:16:18–0:16:31
    Und dann sich aber trotzdem also Fehler erlaubt, die dann zu Gegentoren führen, was, okay,das kann immer mal sein, aber man hat eigentlich nicht mehr so eine Balance, wie man nach
    0:16:31–0:16:32
    vorne kommen will.
    0:16:32–0:16:41
    Also man ist halt oft viel zu weit weg vom Tor, dann irgendwie Tore schießen zu können unddann fehlt vorne halt sowieso irgendwie so, ja schon seit einer ganzen Weile die
    0:16:41–0:16:42
    Kalt-Schneuzigkeit.
    0:16:43–0:16:50
    Es ist jetzt ja mit Maria Olsen auch nochmal eine neue Angreiferin gekommen, tatsächlich.
    0:16:50–0:16:56
    Und Ella Touon die ja auch im Verein schon war, wurde gerade vom 1.
    0:16:56–0:17:01
    FC Köln als Außenverteidigerin nochmal ausgeliehen, bis zum Ende der Saison.
    0:17:01–0:17:05
    ja, also ich glaube, das wird richtig hart.
    0:17:05–0:17:16
    was ich bemerkenswert finde und sehr gemischt betrachte, ist, dass das letzte Saisonspielangekündigt wurde am 17.
    0:17:16–0:17:16
    Mai.
    0:17:16–0:17:20
    Und das ist ein Heimspiel gegen den SC Freiburg.
    0:17:20–0:17:25
    Und da will man die Hafenstraße ausverkaufen, das Stadion an der Hafenstraße ausverkaufen.
    0:17:25–0:17:27
    Es ist ja sonst immer nur eine Tribüne offen.
    0:17:27–0:17:39
    Und so, man kann dann im ersten Moment sagen, hey, das ist ja cool, das ist ambitioniertund sie haben das ja auch so angekündigt mit so, ne, wir wollen als reiner Frauenverein
    0:17:39–0:17:42
    zeigen, dass man das auch kann und so und so.
    0:17:42–0:17:47
    Das finde ich irgendwie toll dann so auf die Art, aber auf andere Art finde ich…
    0:17:47–0:17:52
    Es ist die absolut falsche Saison dafür, es ist der absolut falsche Zeitpunkt dafür.
    0:17:52–0:17:59
    Es gibt nicht viele Ressourcen im Verein für Werbung, für Marketing, für professionellePressearbeit.
    0:17:59–0:18:09
    Es wird Ressourcen ziehen, um irgendwie die Werbetrommel dafür zu rühren, aus dieserStadt, in der sich, wenn man ehrlich ist, nochmal nicht so viele Leute dafür
    0:18:09–0:18:14
    interessieren, zu so einem Verein zu gehen, anstatt irgendwie zu Dortmund oder Schalke.
    0:18:14–0:18:24
    Ja, dazu zu bewegen, das zu machen und man muss dann eben auch gucken, wie viel dasfinanziell überhaupt bringt, weil diese ganzen Maßnahmen, die kosten Geld, also selbst
    0:18:24–0:18:32
    wenn man jetzt einen Sponsor dafür hat, der da irgendwie nochmal was draufschmeißt oderso, man zahlt dann mehr Miete, weil man dann halt nicht nur einen Teil des Stadions
    0:18:32–0:18:35
    öffnet, sondern das Ganze.
    0:18:35–0:18:43
    Ich gehe jetzt mal davon aus, man wird das alles irgendwie durchgerechnet haben, klar,aber ich finde das, ja, einfach…
    0:18:43–0:18:45
    Einfach ein Bärendienst.
    0:18:45–0:18:55
    Also egal, ob sie das jetzt dann schaffen, das auszuverkaufen oder nicht, im schlimmstenFall hast du dann eben dieses Spiel am Ende, wo irgendwie dann schon längst feststeht, man
    0:18:55–0:18:58
    geht runter oder womöglich passiert es dann an dem Tag.
    0:18:58–0:19:01
    Und also ich meine, was soll denn das dann für ein Erlebnis sein?
    0:19:03–0:19:12
    Es ist auch so bisschen so eine Art von falschen Stolz dann an der Stelle irgendwie zusagen, wir wollen jetzt aber hier unbedingt als reiner Frau im Fußballverein noch dieses
    0:19:12–0:19:14
    Ausrufezeichen setzen.
    0:19:15–0:19:20
    Da würde ich jetzt irgendwie so das sportliche Überleben vielleicht mal ein paar Stufenhöher stellen als so was.
    0:19:21–0:19:25
    Ist auch tatsächlich eine seltsame Idee, dann am letzten Spieltag zu machen, finde ich.
    0:19:25–0:19:27
    Ja, finde ich, finde ich auch.
    0:19:27–0:19:36
    Also zumal jetzt ja auch schon, also sehr lange Feststand, dass es eben dieses Pokalspielim März gibt, was man zu Hause hat gegen Werder Bremen.
    0:19:36–0:19:40
    Also das weiß man jetzt ja auch schon seit, ich glaube, zwei Monaten oder so.
    0:19:40–0:19:48
    Und da hätte man ja jetzt auch sagen können, okay, das ist dann zwar mitten in der Wocheund vielleicht schafft man nicht das ganze Stadion, aber man kann ja trotzdem als
    0:19:48–0:19:53
    Zwischenschritt irgendwie gucken, dass man das halt so richtig, dass man da so richtigreinballert und
    0:19:53–0:19:59
    da habe ich so das Gefühl, also es wird so oft erwähnt, dass man irgendwie jetzt Kartenkaufen kann und so weiter.
    0:19:59–0:20:03
    Also weiß ich jetzt auch nicht, wie gut das dann so läuft, ehrlich gesagt.
    0:20:03–0:20:14
    So ein bisschen wie die Sache mit dem Maskottchen, wo man irgendwann auch so dachte, ja,irgendwie seltsames Timing, was ihr euch da überlegt habt, witzig zu sein.
    0:20:14–0:20:20
    Ja, und ich frage mich dann auch tatsächlich, von wem dann halt die Anstöße kommen, das zumachen.
    0:20:20–0:20:31
    Also kommen die tatsächlich aus dem Verein oder kommen die halt von einem der größerenSponsoren, weil man da eben sagt, so na ja, wenn wir ein bisschen mehr machen sollen, euch
    0:20:31–0:20:34
    noch unter die Arme zu greifen, dann müssen wir aber auch irgendwie mehr Plattformenschaffen.
    0:20:34–0:20:43
    Und ohne dann aber zu bedenken, so dass man vielleicht so die Ressourcen, die da sind,immer weiter auseinanderspreitzt eigentlich.
    0:20:43–0:20:44
    Ja.
    0:20:44–0:20:47
    Apropos immer weiter auseinander spreizen.
    0:20:49–0:20:58
    Und das war gar nicht geplant, Immer weiter auseinander bewegen sich tatsächlich auch derDFB und die neu gegründete FBL e.V.
    0:20:58–0:21:02
    Oder der neu gegründete FBL e.V.
    0:21:02–0:21:08
    , um das noch mal kurz zu recapen, weil wir da auch noch gar nicht im Podcast drübergesprochen haben, ne?
    0:21:08–0:21:11
    Das ist ja Anfang Dezember passiert.
    0:21:11–0:21:14
    Es gab ursprünglich mal ...
    0:21:15–0:21:18
    die Idee, dass die Vereine der 1.
    0:21:18–0:21:22
    Frauenbundesliga eben einen e.V.
    0:21:22–0:21:32
    gründen, den FBL e.V., Frauenbundesliga e.V., und dann dieser e.V gemeinsam mit dem DFBeinen Joint Venture gründet.
    0:21:32–0:21:42
    Und darin sollte es dann um die Weiterentwicklung der Bundesliga der Frauen und generelldes liga-bezogenen Frauenfußballs in Deutschland gehen.
    0:21:42–0:21:48
    dann, also Angekündigt wurde das ganz groß auf dem DFB Bundestag, auch schon mit einemDatum, 10.
    0:21:48–0:21:53
    Dezember, wo man eine gemeinsame Pressekonferenz abhalten wollte.
    0:21:53–0:21:59
    In den Tagen davor gab es dann einen, wie auch immer gearteten Knall.
    0:21:59–0:22:04
    Woran das genau lag, da gehen die Meinungen ein bisschen auseinander.
    0:22:04–0:22:10
    Es muss wohl auf Seiten der Vereine Leute gegeben haben, denen es sehr gestunken hat, dassBernd Neuendorf
    0:22:10–0:22:19
    rund um den DFB-Bundestag, wo es ja auch um seine Wiederwahl ging, immer wieder gesagthat, der DFB würde 100 Euro in den Fußball der Frauen investieren und das daraus dann
    0:22:19–0:22:21
    so...
    0:22:21–0:22:22
    Was hab ich gesagt?
    0:22:23–0:22:24
    Ach so, ja.
    0:22:24–0:22:25
    Nicht ganz so wenig.
    0:22:27–0:22:28
    100 Millionen.
    0:22:29–0:22:30
    Genau.
    0:22:31–0:22:40
    Und das wurde dann teilweise in der Presse natürlich aufgenommen als, der DFB grasst 100Millionen für die Frauen und so.
    0:22:40–0:22:49
    Und die Vereine haben sich dann schon beeilt zu sagen, na ja, da geht es einenInvestitionszeitraum von acht Jahren und das, was die Vereine in selben Zeitraum
    0:22:49–0:22:55
    investieren würden, das wäre also, läge deutlich, deutlich, deutlich darüber.
    0:22:55–0:23:05
    Generell kann man sagen, geht es sicherlich einerseits um Geld und wer wie viel gibt,andererseits kann man aber also auch ohne daneben zu liegen sagen, es geht um Macht und
    0:23:05–0:23:07
    darum, wer wie viel Macht hat.
    0:23:07–0:23:08
    Und
    0:23:10–0:23:19
    Man konnte dann schon so ein bisschen den Eindruck bekommen, dass also mal wieder Männerüber das Schicksal von Frauen entscheiden.
    0:23:19–0:23:23
    Dem wollte man dann auch wiederum entgegenwirken.
    0:23:23–0:23:32
    Und dann gab es also die Verkündigung, dass es keine gemeinsame Pressekonferenz von DFBund FBL geben würde an dem 10.
    0:23:32–0:23:35
    Dezember beim DFB, sondern stattdessen
    0:23:35–0:23:41
    der FBL sich also vorstellen würde in Frankfurt, in den Presseräumen von der Eintracht.
    0:23:41–0:23:47
    Das andere wäre natürlich auch in Frankfurt gewesen, ja lustigerweise, sind die ja direktbeieinander auch einfach.
    0:23:47–0:23:59
    Genau und dann wurde da also ein neues Präsidium vorgestellt, dem Katharina Kiel vonEintracht Frankfurt vorsteht.
    0:23:59–0:24:01
    Insgesamt sind sie zu dritt.
    0:24:02–0:24:16
    Und die große Frage war, ist das jetzt quasi nur eine Zwischenstation, also dass jetzterstmal die Vereine quasi Kante zeigen und zeigen, wir wollen bestimmte Sachen auf eine
    0:24:16–0:24:23
    Art und Weise haben, wie sie uns der DFB irgendwie nicht zusichert oder wird es alsogetrennt weitergehen?
    0:24:24–0:24:27
    Ich war bei dieser Pressekonferenz, was ich schon krass fand, war
    0:24:28–0:24:33
    Also dass man eine Pressekonferenz dann mit über einer Stunde Verspätung anfangen lässt.
    0:24:33–0:24:39
    Ich weiß nicht, vielleicht haben die Leute auch noch was anderes zu tun, als da in diesemPresseraum rumzuwarten.
    0:24:39–0:24:43
    Da hieß es dann Ja, da hat also gab es noch verschiedene Grußworte.
    0:24:43–0:24:47
    Nadine Keßler war unter anderem da, Bernd Neuendorf war da.
    0:24:47–0:24:52
    Dann gab es hinterher so ganz unterschiedliche Fotos.
    0:24:52–0:24:56
    Also mal fehlten die Leute, mal fehlten die Leute.
    0:24:57–0:25:06
    Hinterher hieß es dann von einigen, die dabei waren, ja, der Bernd Neuendorf hätte da, daswäre unmöglich gewesen, was der erzählt hat, weiß aber, dabei sein, also durfte da ja dann
    0:25:06–0:25:11
    auch wieder niemand bei offiziellen, bei dieser Eröffnungsgründungszeremonie.
    0:25:11–0:25:13
    Warum eigentlich?
    0:25:13–0:25:20
    Ist ja auch absurd, ja, also da findet die Gründungszeremonie statt und irgendwie dreiRäume weiter hocken, die Pressevertreter und Warten und Vertreterinnen.
    0:25:21–0:25:32
    Naja, und dann hinterher gab es lauter Statements wiederum von den Männern, hier so AxelHellmann und Co., die dann also erzählt haben, warum sie das jetzt auch die und die Art
    0:25:32–0:25:35
    und Weise gemacht haben.
    0:25:35–0:25:44
    Es wurde sehr darauf bestanden oder betont, dass das Verhältnis mit dem DFB überhauptnicht zerrüttet sei und
    0:25:45–0:25:52
    auch so ein bisschen, es läge auch nicht an Bernd Neuendorf und dann so hintervorgehaltener Hand, sondern an Holger Blask.
    0:25:52–0:25:56
    Okay, alles klar, der da ja jetzt also auch in neuer Position ist.
    0:25:56–0:26:06
    So und also irgendwann wird es halt sehr so ein he-said-he-said und dann haben die jeweilsihre Spezis auch bei den Medien, wer da wem irgendwie was erzählt.
    0:26:06–0:26:12
    Und ich muss sagen, ich bin mittlerweile von dem Prozedere einfach komplett abgenervt.
    0:26:12–0:26:13
    Also ich hab am Anfang
    0:26:14–0:26:20
    es als was Gutes empfunden, dass die Vereine sagen, wir lassen uns nicht alles diktieren.
    0:26:20–0:26:24
    Es gibt bestimmte Sachen, die sind für uns unumstößlich.
    0:26:24–0:26:28
    Wir werden da viel mehr Geld reinstecken als der DFB.
    0:26:28–0:26:30
    Wir machen die Arbeit im Alltagsgeschäft.
    0:26:30–0:26:34
    Das sind unsere Clubs, das sind unsere Spielerinnen.
    0:26:34–0:26:38
    Aber mittlerweile wirkt es schon
    0:26:39–0:26:42
    beiden Seiten auch so eine festgefahrene Art und Weise trotzig.
    0:26:42–0:26:51
    Jetzt haben die Vereine also verkündet, dass sie tatsächlich alleine weitermachen werden,Stand jetzt.
    0:26:51–0:27:02
    Es hat laut Presseberichten bei der Abstimmung lediglich der SC Freiburg dafür votiert,also mit dem DFB weiterzumachen.
    0:27:03–0:27:16
    mutmaßlich, also durch die Rolle von Oliver Leki, der ja eben auch bei den Verbänden inVerantwortung ist, wobei das ja durchaus auch für andere gilt in der Runde.
    0:27:16–0:27:26
    Genau, man wusste auch vorher schon, dass es bestimmte Vereine gab, unter anderem UnionBerlin, aber beispielsweise auch Nürnberg, also die schon viel früher durchaus dem auch
    0:27:26–0:27:30
    was hätten abgewinnen können, das ohne den DFB zu machen.
    0:27:32–0:27:37
    Ja, was halt, also es ist im Endeffekt alles total unklar.
    0:27:37–0:27:42
    Man hat jetzt erst mal die Geschichte mit den Fernsehrechten verschoben.
    0:27:42–0:27:44
    Das sollte eigentlich entschieden werden im Frühjahr.
    0:27:44–0:27:47
    Das soll dann jetzt erst im Herbst stattfinden.
    0:27:47–0:27:52
    Wie jetzt da auch mögliche Übergänge von Verantwortung aussehen können.
    0:27:53–0:27:54
    Kein Plan.
    0:27:54–0:28:05
    Die ganzen Sachen, die also votiert wurde beim DFB Bundestag, wo es ja auch schon eineImplementierung von FBL, e.V und aber dann auch der noch zu gründenden GmbH ging.
    0:28:05–0:28:09
    Also nimmt man das dann jetzt irgendwie zurück, wenn die mit dem DFB nicht zusammenkommen.
    0:28:09–0:28:15
    Und am allerspannendsten, ich ehrlich gesagt, was zur Hölle ist mit den unteren Ligen.
    0:28:15–0:28:17
    Wie soll das funktionieren?
    0:28:17–0:28:22
    Das also mit Aufstieg, Abstieg überhaupt, Terminkalender, tralala.
    0:28:23–0:28:28
    Ich bin sehr dafür, zu sagen, wir müssen wendiger und effektiver und schneller werden.
    0:28:28–0:28:41
    Und ich glaube, die Vereine haben schon ein Eigeninteresse daran, das auch mal endlich mitMacht anzustoßen, weil sonst einfach andere Länder halt so weit weg sein werden, also dass
    0:28:41–0:28:43
    die Lücken nicht zu schließen sind.
    0:28:43–0:28:48
    Und das sieht man ja im internationalen Geschäft jetzt teilweise schon.
    0:28:48–0:28:58
    Auf der anderen Seite, also habe ich jetzt auch noch nicht mitbekommen, dass in einemanderen großen europäischen Land in Sachen Fußball der Frauen die erste Liga wie so eine
    0:28:58–0:29:08
    Super League völlig losgelöst über allem anderen schwebt in völlig anderer Verantwortungund also komplett ohne Anbindung an alles, was darunter ist.
    0:29:08–0:29:18
    Und ja, die haben jetzt ganz schön viel Arbeit vor sich und ich bin wirklich mal gespannt,also weil da geht es ja dann auch solche Sachen wie
    0:29:18–0:29:23
    Teilnahme an internationalen Wettbewerben und so weiter.
    0:29:23–0:29:25
    Und da gibt es sehr, sehr viel zu klären.
    0:29:25–0:29:33
    Und ich sag nicht, dass ich glaube, es ist prinzipiell schlecht, zu sagen, wir machen dasohne den DFB.
    0:29:33–0:29:42
    Also, würde, glaube ich, anstelle der Vereine auch mich irgendwie dann mal fragen, also,wo liegt da seitens des DFB eigentlich der Fokus?
    0:29:42–0:29:46
    Andererseits muss man sagen, der DFB ist halt auch
    0:29:47–0:29:48
    wie immer nicht korrekt.
    0:29:48–0:29:53
    Es gibt im DFB solche und solche Menschen und Bemühungen.
    0:29:53–0:30:03
    Und ja, also die Tatsache, dass einfach die jetzt aktuellen Erstligistinnen da alleinelosmarschieren und diese ganzen Entscheidungen treffen sollen.
    0:30:03–0:30:12
    Also da gibt es ja noch nicht mal einen Unterbau von Vereinen, die mutmaßlich vielleichtnächste Saison in der ersten Liga dabei sein könnten oder irgendwas.
    0:30:12–0:30:14
    Gibt es dann überhaupt noch Auf- und Abstiege?
    0:30:14–0:30:16
    Macht man einfach irgendwie die Tür zu?
    0:30:16–0:30:20
    und spielt es in Zukunft immer mit denselben 14 aus, also ...
    0:30:20–0:30:23
    Ja, es ist sehr chaotisch.
    0:30:23–0:30:40
    Und ich finde es auch einfach krass, dass jetzt innerhalb von so kurzer Zeit einfach derDFB im Prinzip so die sportlich höchste Liga, die eigentlich in seiner Hauptverantwortung
    0:30:40–0:30:45
    lag, geschlechterübergreifend, nicht mehr voll kontrolliert.
    0:30:45–0:30:46
    So.
    0:30:47–0:30:59
    Und ich weiß und bekomme das auch mit, dass es natürlich Fußballfans gibt, die irgendwiesagen, ah, endlich und so und man muss irgendwie weg davon und so weiter und das jetzt
    0:30:59–0:31:00
    total feiern.
    0:31:00–0:31:12
    Und ich kann irgendwie nachvollziehen, wie man dahin kommt, aber nachfühlen kann ich dasauch nicht, weil ich immer noch so diese Vorstellung habe davon, dass ja, so ein Verband
    0:31:12–0:31:14
    als dann übergreifendes Konstrukt
    0:31:14–0:31:24
    eigentlich so ein bisschen so was sein sollte, wie der Schiedsrichter oder dieSchiedsrichterin am Tisch, wenn vielleicht solche Vereinsinteressen in solchen Gremien
    0:31:24–0:31:32
    dann auch mal gegeneinander laufen, weil du dann irgendwie die eine Gruppe von Vereinenhast, die wollen irgendwie das und das so regeln und dann hast du die anderen, die wollen
    0:31:32–0:31:40
    vielleicht irgendwas ganz anders regeln und wer vermittelt dann zwischen denen, kriegendie das dann wirklich immer untereinander hin.
    0:31:40–0:31:43
    Da hab ich einfach so meine starken Zweifel daran, zumal
    0:31:44–0:31:53
    finde ich, viele von diesen Vereinen, die da drin sind, auch einfach den starken Nachweisschuldig sind, dass sie eben wirklich ein Eigeninteresse daran haben, den Frauenfußball so
    0:31:53–0:32:03
    voranzubringen, wie sie das sagen, und dass es jetzt nicht einfach nur darum geht, gucken,ah, im Moment buttern wir ja so und so viel Geld in unsere Abteilung und wir zahlen
    0:32:03–0:32:07
    irgendwie drauf und jetzt wollen wir irgendwie gucken, wie man das abfedert oder so.
    0:32:07–0:32:13
    Aber jetzt diese ganze Sache da aufzubauen und sich jetzt mal drum zu kümmern,
    0:32:13–0:32:23
    dass dieser neu gegründete Verband irgendwie auf professionellen Füßen steht, dann maldafür eine Medienabteilung zu gründen oder neutrale Räume zu finden.
    0:32:23–0:32:27
    Das kostet Geld, das kostet Zeit, sich drum zu kümmern.
    0:32:27–0:32:30
    Sieht jetzt nicht so für mich aus, als wenn das bisher passiert ist.
    0:32:30–0:32:37
    Du hast es, glaube ich, vorhin ja auch erwähnt, dass die erste Mitteilung jetzt irgendwieüber Eintracht Frankfurt kam.
    0:32:37–0:32:39
    Also, weiß ich nicht.
    0:32:39–0:32:43
    Also vor allen Dingen, nachdem es Anfang Dezember oder am 10.
    0:32:43–0:32:52
    Dezember diese Pressekonferenz gab, habe ich zwei, drei Tage später dann an dieMedienadresse von Eintracht Frankfurt, von der eben die Mitteilungen verschickt wurden,
    0:32:52–0:33:03
    die Frage gestellt, wenn die FBL jetzt die Kommunikation für die Vereine führt, wen kannman denn, wenn man Fragen hat und mit denen kommunizieren möchte, eigentlich ansprechen?
    0:33:03–0:33:09
    Läuft das dann aktuell, bis man eine andere Lösung gefunden hat über die Medienabteilungvon Eintracht
    0:33:09–0:33:20
    Frankfurt oder gibt es da irgendwie alternative AnsprechpartnerInnen und da kommt danneinfach gar keine Reaktion, also was ich schon auch vielsagend finde.
    0:33:20–0:33:30
    Und nochmal, der DFB hat sich sicherlich in der Vergangenheit an vielen Stellen, ich würdeschon sagen, nicht mit Ruhm bekleckert.
    0:33:30–0:33:32
    Also dieses Ganze
    0:33:32–0:33:41
    wie lange das jetzt gedauert hat mit diesem Wachstums- und Entwicklungsplan, überhaupt malan einen Punkt zu kommen, wo man sagt, wir gründen irgendwie jetzt sowas.
    0:33:41–0:33:48
    Da hat der DFB sich jetzt nicht unbedingt als Treiber erwiesen.
    0:33:48–0:33:55
    Andererseits ist es halt so, dass du auf der anderen Seite ja auch keine verlässlicheGruppe hast, weil sich durch die Auf- und Abstiege und dadurch, dass sie jetzt auch gerade
    0:33:55–0:33:59
    vor der Saison eben die Aufstockung der Liga hatten,
    0:34:00–0:34:02
    natürlich ändert, wer auf der anderen Seite ist.
    0:34:02–0:34:12
    Und ich finde, insgesamt dürfte es nicht nur die Gruppe der aktuellen ErstligistInnensein, sondern es müsste halt eine größere Gruppe sein von entscheidenden Personen, dann
    0:34:12–0:34:19
    auch deutlich mehr Personen in Verantwortung, die eben im Fußball der Frauen in solchenPositionen schon länger irgendwie drin sind.
    0:34:19–0:34:24
    Genau das möchte man in der GmbH ja dann eigentlich haben.
    0:34:24–0:34:27
    Und ich sag mal so, also wenn am Ende
    0:34:28–0:34:32
    Und den Nachweis, dass es nicht so ist, sind sie aus meiner Sicht schon ein bisschenschuldig geblieben.
    0:34:32–0:34:34
    Wenn es am Ende ...
    0:34:34–0:34:42
    zu einem nicht geringen Anteil eine Sache ist, wer da wie, wo sein Ego untergebracht hatoder auch nicht.
    0:34:42–0:34:49
    Und dass jetzt daran scheitert, das wäre ein solcher Bärendienst für den Fußball derFrauen in Deutschland.
    0:34:49–0:34:58
    da hoffe ich wirklich, dass die halt immer noch in der Hauptsache Herren auf beiden Seitensich der Verantwortung bewusst sind, womit sie da gerade rumtollen.
    0:34:58–0:35:04
    Ja, dass es eben kein Spielball ist für irgendwelche Stolzgeschichten.
    0:35:04–0:35:05
    Ja.
    0:35:05–0:35:24
    Kommen wir zum nächsten total erfreulichen Thema und reden wir doch darüber, wieunproblematisch man nach wie vor mit dem Thema Rassismus durchkommt im Fußball, auch der
    0:35:24–0:35:24
    Frauen.
    0:35:24–0:35:27
    Möchtest du mal was dazu sagen, Annika?
    0:35:27–0:35:29
    Ja, genau.
    0:35:29–0:35:45
    Wir haben hier im Podcast ja, dadurch dass sich die ganze Geschichte jetzt auch so langehingezogen hat, schon häufiger über Rafaela Borggräfe und die Vorwürfe gegen sie
    0:35:45–0:35:46
    gesprochen.
    0:35:47–0:35:51
    und jetzt zu den letzten Entwicklungen dann aber eben durch unsere Pause noch nicht.
    0:35:51–0:36:00
    Ich fasse jetzt noch mal ganz, ganz kurz zusammen, was der Ablauf war für diejenigen, diedas vielleicht nicht mehr so ganz auf dem Schirm haben und immer alles mitbekommen.
    0:36:00–0:36:12
    In der letzten Sommervorbereitung mit Liverpool, da war Rafaela Borg-Greefe gerade frischvom SC Freiburg hingewechselt, gab es eine wohl nach Medienberichtensituation, in der ein
    0:36:12–0:36:15
    Teamfoto aufgenommen wurde.
    0:36:15–0:36:16
    Und
    0:36:16–0:36:22
    Sie soll eine rassistische Äußerung gegenüber einer Mitspielerin getätigt haben.
    0:36:22–0:36:28
    Wie genau der Wortlaut davon war oder worum es genau ging, ist nicht bekannt.
    0:36:28–0:36:39
    Es gab allerdings mehrere Zeug*innen für diese ganze Angelegenheit und der FC Liverpoolhat die Ermittlung dann, wie Standard ist in England, relativ bald an die FA
    0:36:39–0:36:41
    weitergegeben.
    0:36:41–0:36:53
    Es hieß in den Medienberichten vom Guardian immer, dass Borggräfe für diese Vorwürfebestreite, aber es gab keine öffentliche Äußerung von ihr dazu in irgendeiner Form.
    0:36:53–0:37:00
    Und sie spielte dann im Verein zunächst weiter und wurde auch noch vom DFB eingeladen.
    0:37:00–0:37:08
    ist das, worüber wir dann auch hier berichtet hatten, dass ich Christian Wück auf derPressekonferenz einfach mal irgendwie gefragt hatte, wie das jetzt eigentlich zu der
    0:37:08–0:37:10
    Entscheidung gekommen ist.
    0:37:10–0:37:16
    Und er dann unter anderem sagte, sie habe sein vollstes Vertrauen.
    0:37:16–0:37:24
    Verein Liverpool war das so, dass der Trainer da, Gareth Taylor, sie eben auch immer sehrin Schutz genommen hat.
    0:37:24–0:37:30
    Also natürlich gab es so dieses übliche, so Liverpool distanziert sich von Diskriminierungund la-di-da-di-da.
    0:37:30–0:37:38
    Aber wenn er dann ja von Medien auf Pressekonferenzen oder so darauf angesprochen wurde...
    0:37:38–0:37:47
    Dann konnte man eigentlich immer so, wenn man sich nicht damit auskennt, irgendwie dasGefühl bekommen, eigentlich ist Rafaela Borggräfe für so bisschen das Opfer dieser ganzen
    0:37:47–0:37:58
    Angelegenheit, weil diese Ermittlung sich so lange hingezogen hat und das für sie ja jetztextrem schwer ist, ja, dass das so in der Schwebe ist und ob sie dann irgendwann gesperrt
    0:37:58–0:38:02
    wird oder nicht und wie das ist mit Spielen und so weiter.
    0:38:02–0:38:04
    Und es wurde dann...
    0:38:04–0:38:18
    Ja, einfach so das fand ich immer sehr überbetont und es ging aber überhaupt nicht um dieGefühle des Opfers, dass es ja nun mal eben tatsächlich gibt in dem Fall, weil die
    0:38:18–0:38:21
    Ermittlung der FA ist dann zu dem Schluss gekommen.
    0:38:21–0:38:33
    Ja, da gab es eine rassistische Äußerung und es gab dann eine Sperre, sechs Spiele undaußerdem soll sie eben an einem Bildungsprogramm teilnehmen.
    0:38:34–0:38:39
    Das wurde dann aber nicht, wie sowas eigentlich üblich ist, durch den Verbandkommuniziert.
    0:38:39–0:38:48
    Die haben bei der FA eine eigene Website dafür, darüber bin ich auch mit denen damals inKontakt getreten, unter anderem eben nachzufragen.
    0:38:48–0:38:52
    So, und da ist bis heute nichts dazu veröffentlicht.
    0:38:52–0:39:02
    Und auch der Verein hat von sich aus keine Pressemitteilung oder sowas veröffentlicht,sondern das war dann wieder erst auf Nachfrage, und zwar im Jahr 2026 dann schon, auf
    0:39:02–0:39:03
    einer PK.
    0:39:04–0:39:16
    wo es hieß, ja, das stimmt, das Verfahren, das ist jetzt beendet und es gibt diese Sperre,sechs Spiele und fünf von denen sind aber schon abgesessen.
    0:39:16–0:39:31
    Das heißt, die Sperre wurde eigentlich ab 6.12.2025, ja, ist die schon in Kraft getreten,das heißt, mindestens seit Dezember wussten eigentlich alle Bescheid und genau solange
    0:39:31–0:39:33
    wurde nichts kommuniziert.
    0:39:33–0:39:41
    Der Kicker, finde ich gut, hat dann beim DFB nachgefragt, so wie sieht es denn eigentlichjetzt aus mit Borggräfe und dem Nationalteam.
    0:39:41–0:39:55
    Der DFB hat dann eben geschrieben, so ja, man hätte sich intern damit beschäftigt und ja,da auch nochmal mit ihr irgendwie drüber gesprochen, aber dass sie eben weiterhin Teil des
    0:39:55–0:39:59
    Nationalteams sein kann.
    0:39:59–0:40:01
    Und ja, dann, das war so das.
    0:40:01–0:40:03
    Und dann hat es, glaube ich,
    0:40:03–0:40:07
    vielleicht eine Woche oder so, nicht besonders lange gedauert.
    0:40:07–0:40:15
    Da wurde dann eine Laie von Liverpool zu Leverkusen bis zum Saisonende verkündet.
    0:40:15–0:40:27
    Und zehn Minuten, bevor diese Leihe bekannt gegeben wurde, gab es dann tatsächlich endlichmal ein Statement von Rafaela Borggräfe selbst zu der ganzen Sache auf Instagram.
    0:40:27–0:40:31
    Ich würde das einmal gerne kurz vorlesen, es ist auch nicht besonders lang.
    0:40:31–0:40:32
    Zitat.
    0:40:32–0:40:38
    "Ich habe das sportrechtliche Verfahren akzeptiert und mich intensiv mit dem Vorfallauseinandergesetzt.
    0:40:38–0:40:47
    Die begleitenden Gespräche und die Aufarbeitung haben mir geholfen, Verhalten undinsbesondere die Wirkung von Sprache besser zu verstehen.
    0:40:47–0:40:52
    Mir ist bewusst, dass Worte verletzen können und Verantwortung mit sich bringen.
    0:40:52–0:40:58
    Es war zu keinem Zeitpunkt meine Intention, andere Menschen zu verletzen oderauszugrenzen.
    0:40:58–0:41:01
    Werte wie Respekt, Offenheit und Vielfalt sind mir wichtig.
    0:41:01–0:41:09
    Diskriminierung widerspricht meinen persönlichen Werten und meinem Verständnis vonZusammenhalt im Sport und unserer Gesellschaft.
    0:41:09–0:41:10
    Es tut mir leid.
    0:41:10–0:41:20
    Ich werde aus dieser Situation lernen und Verantwortung übernehmen." Jetzt hast du,während ich das vorgelesen habe, da schon drauf reagiert.
    0:41:20–0:41:21
    Was denkst du dazu?
    0:41:22–0:41:24
    Das ganz fantastisch.
    0:41:24–0:41:26
    Heartfelt sozusagen.
    0:41:27–0:41:39
    Also ich würde mal damit anfangen, dass ich die Formulierung, ich habe das sportrechtlicheVerfahren akzeptiert, absolut danebenfinde und mich intensiv mit dem Vorfall
    0:41:39–0:41:40
    auseinandergesetzt.
    0:41:40–0:41:47
    Das klingt, als wäre etwas passiert, was sie beobachtet hat und nicht, wo sie dieAuslösende war.
    0:41:47–0:41:51
    Die begleitenden Gespräche und die Aufarbeitung haben ja wohl statt
    0:41:52–0:41:56
    mit Célia Šašić vom DFB.
    0:41:56–0:42:07
    Und also dann auch zu sagen, es tut mir leid, anstatt irgendwie Verzeihung zu bitten, dasist alles extrem dünn und liest sich halt wie etwas, was man jetzt machen musste, um bei
    0:42:07–0:42:12
    einem deutschen Verein eben demnächst zu spielen.
    0:42:13–0:42:16
    Es ist sehr oberflächlich.
    0:42:16–0:42:21
    Ich finde es sehr gut, dass rassistische Aussagen dann nicht
    0:42:21–0:42:26
    formuliert werden als Teil der Entschuldigung, aber das ist keine Entschuldigung.
    0:42:26–0:42:38
    Also das ist einfach nur das absolute bare minimum, sagen zu können, ich habe mich jetztmal dazu geäußert und wenn man dann denkt, dass das was acht Monate gedauert hat, das ist
    0:42:38–0:42:41
    wow, okay, da hat jemand aber wirklich an seinem Text gefeilt.
    0:42:41–0:42:46
    Ja, unterschreibe ich alles zu 100 Prozent.
    0:42:46–0:42:53
    Also insgesamt, über die ganzen Monate, finde ich keine gute Kommunikation, wie du sagst,ne?
    0:42:53–0:42:58
    Man sollte auf keinen Fall dann reproduzieren, was da gesagt wurde.
    0:42:58–0:43:09
    Man kann trotzdem transparenter damit umgehen und von vornherein irgendwie proaktiverkommunizieren und ja, einfach so zugeben zum Beispiel, nicht ...
    0:43:09–0:43:20
    ich akzeptiere das Verfahren, sondern ich erkenne jetzt, ich habe einen Fehler gemacht sound das war schlecht und ja, aber das ist halt sehr distanziert so alles so sehr weit von
    0:43:20–0:43:21
    sich weggeschoben.
    0:43:22–0:43:26
    Aber weißt du, Annika, was ich finde, was sich an dieser Geschichte halt auch zeigt?
    0:43:26–0:43:39
    Also, Rafaela Borggräfe war ja nicht nur von Christian Wück nominiert, sondern sie war jaeigentlich für die U23 nominiert und ist dann halt hochgerutscht oder hochgezogen worden.
    0:43:39–0:43:48
    Ich finde, sowohl die Vereine, aber, und da sind wir nämlich bei dem Thema wieder auch,die Verbände sind halt auch in der Verantwortung.
    0:43:48–0:43:52
    was diese Themen angeht, ihren Spielerinnen und Spielern zu arbeiten.
    0:43:52–0:44:01
    Also wenn eine junge Spielerin jetzt sagt, ja, ich habe jetzt gelernt, irgendwie, dassWorte eine Wirkung haben und Sprache verletzen kann, ich meine, da greift man sich doch an
    0:44:01–0:44:03
    den Kopf, also wie kann denn das irgendwie sein?
    0:44:03–0:44:08
    Und ich finde halt so, wie wir auch häufiger drüber reden,
    0:44:08–0:44:18
    wie man von eigentlich also JugendspielerInnen an im NLZ und in, weiß ich nicht, wie dieFörderzentren dann aktuell gerade mal wieder heißen bei den Frauen.
    0:44:18–0:44:22
    Du musst von Anfang an diese Themen mitarbeiten.
    0:44:22–0:44:24
    Du musst dafür sensibilisieren.
    0:44:24–0:44:36
    Und ja, also ich finde das, ich finde das sehr, sehr dünn, auch was, was so allgemein dieVerantwortung die SpielerInnen drumrum angeht.
    0:44:36–0:44:50
    Ja, also das fasst sehr gut in Worte, was ich nämlich auch die ganze Zeit denke, weilGareth Taylor, der hat mehrfach sowas gesagt wie, ja, wir haben ja eine Verantwortung
    0:44:50–0:44:57
    gegenüber allen unseren Spielern oder sowas in der Art, wie wir müssen ja alle unsereSpielerinnen irgendwie schützen, so.
    0:44:57–0:45:01
    Und okay, wenn man das dann einfach mal so,
    0:45:02–0:45:06
    bei Face Value annimmt, dann gehört genau das für mich, finde ich, da rein.
    0:45:06–0:45:16
    Also, dass es dann die Schutzfunktion nicht ist, zu sagen, uuh, wir halten das jetzt ausder Öffentlichkeit und so, und da soll niemand drüber reden, und wir lassen uns das alles
    0:45:16–0:45:25
    aus der Nase ziehen, sondern die Schutzfunktion wäre dann eigentlich auch da, wiederproaktiv damit umzugehen, Mitspielerinnen Schulungen zu machen, Sensibilisierungstrainings
    0:45:25–0:45:31
    zu machen zu verschiedenen Themen, bevor irgendwas vorgefallen ist.
    0:45:32–0:45:44
    Ja, und also, um dann noch den zeitlichen Ablauf zu ergänzen, sie ist dann jetzt ja beiLeverkusen und ist jetzt tatsächlich auch schon zum ersten Einsatz gekommen, weil sich
    0:45:44–0:45:49
    Friederike Repohl im Spiel gegen Frankfurt nämlich verletzt hat.
    0:45:49–0:45:55
    Das sah ziemlich böse aus, die konnte dann nicht mehr weitermachen, hatte extrem starkeSchmerzen.
    0:45:55–0:45:57
    Borggräfe ist dann eingewechselt worden.
    0:45:57–0:46:04
    Und es gab dann zum Teil Pfiffe gegen sie, die man auch in der Übertragung sehr, deutlichgehört hat.
    0:46:04–0:46:10
    Und natürlich ist es nicht in Ordnung, wenn jetzt gegen sie Hasskommentare ins Internetgeschrieben werden.
    0:46:10–0:46:13
    Das hilft auch absolut niemandem was so.
    0:46:13–0:46:23
    Aber trotzdem kann ich so wie dieser ganze Verlauf von der Kommunikation verstehen, dasses jetzt einfach so ungeklärt und so unaufgelöst ist.
    0:46:23–0:46:34
    dass sich bei Leuten da halt ein gewisser Frust auch anbaut und dass man eben sagt so, naja, der Zeitpunkt auch, dann das Datement rausgekommen ist, kurz bevor dieser Transfer
    0:46:34–0:46:36
    bekanntgegeben wurde, dass es halt nicht besonders glaubwürdig ist.
    0:46:36–0:46:37
    Ja.
    0:46:39–0:46:45
    Und ganz ehrlich, nirgendwo taucht irgendwie ein Blick auf die Betroffenen-Sicht aus.
    0:46:45–0:46:55
    Also, ist so, als hätts Weil, ich mein, wenn man davon ausgeht, dass die Betroffene keineLust hat, namentlich in die Öffentlichkeit gezerrt zu werden, dann ist das richtig,
    0:46:55–0:46:58
    richtig, richtig gut, auch nicht zu machen.
    0:46:58–0:47:03
    Aber das bedeutet nicht, dass man sich nicht mit der betroffenen Dimensionauseinandersetzen kann.
    0:47:03–0:47:04
    Im Gegenteil, das muss man halt.
    0:47:04–0:47:08
    Sonst fehlt die Glaubwürdigkeit nämlich halt einfach komplett.
    0:47:09–0:47:25
    Ja, das führt sich von den Thematiken her, betroffenen Perspektiven und welche Perspektivewird wie dargestellt und so, zieht sich im nächsten Thema weiter.
    0:47:25–0:47:37
    Wir haben überlegt, ob und wie wir darüber sprechen, was sich zuletzt zutragen hatzwischen Stefan Kuntz und dem HSV.
    0:47:37–0:47:52
    Es ist ja allgemein bekannt, dass in solchen Fällen die Anwälte sehr bereit stehen und esjetzt auch schon Medien gibt.
    0:47:52–0:47:56
    die sich mit den Anwälten auseinandersetzen dürfen.
    0:47:56–0:47:58
    Das möchten wir nicht so gerne.
    0:47:58–0:48:11
    Wir würden aber schon gerne darauf hinweisen, dass das natürlich auch schon auf eine Artwas mit Berichterstattung macht, die nicht nur was damit zu tun hat, dass in Medien keine
    0:48:11–0:48:15
    Vorverurteilung stattfindet, sondern ...
    0:48:16–0:48:25
    Ja, wo halt schon auch so ein Schweigen reinkommt in diese Themen, was schwierig ist.
    0:48:25–0:48:35
    Ich würde zu der Geschichte selbst nur in ganz kurzen Stichpunkten das sagen, was wirklichunstrittig ist.
    0:48:35–0:48:39
    Nämlich, was es an Kommunikation initial gegeben hat.
    0:48:39–0:48:40
    am 2.
    0:48:40–0:48:41
    Januar hat der HSV ...
    0:48:41–0:48:56
    die Vertragsauflösung mit Stefan Kuntz verkündet und hat Quote dazu geschrieben,"persönliche familiäre Gründe" und dass Kuntz darum gebeten hätte.
    0:48:56–0:48:57
    Am 11.
    0:48:57–0:49:09
    Januar hat dann der Boulevard mit so großen Schlagzeilen vermeldet, es habe Vorwürfe gegenStefan Kuntz gegeben.
    0:49:10–0:49:15
    Schon auf die gehen wir an der Stelle gar nicht näher ein.
    0:49:15–0:49:16
    Ebenfalls am 11.
    0:49:16–0:49:26
    Januar hat Kuntz selbst dann auf Instagram ein Statement veröffentlicht, wonach er dieVorwürfe in Anführungszeichen entschieden zurückweist.
    0:49:26–0:49:27
    Und am 12.
    0:49:27–0:49:32
    Januar wiederum hat der HSV ein Statement veröffentlicht.
    0:49:32–0:49:39
    Und in diesem Statement ist die Rede davon, dass an den Aufsichtsrat im Dezember, Zitat,
    0:49:39–0:49:50
    "Vorwürfe eines schwerwiegenden Fehlverhaltens," Zitatende, herangetragen worden seien undman hätte das untersucht und in der Folge sei es dann zu dieser Vertragsauflösung
    0:49:50–0:50:00
    gekommen, weil man das als glaubwürdig gewertet hat, was wohl mehrere Mitarbeiterinnenvorgetragen haben.
    0:50:00–0:50:03
    Es ist dann später noch bekannt geworden.
    0:50:03–0:50:15
    dass Stefan Kuntz selber im Dezember bei der Staatsanwaltschaft eine Strafanzeige gegenUnbekannt wegen Nachstellens gestellt hätte.
    0:50:15–0:50:26
    Die SZ schreibt mittlerweile, es sei Bestandteil dieser Vertragsauflösung gewesen, dass erdiese Anzeige später zurückzieht.
    0:50:26–0:50:31
    Und jetzt geht es so ein bisschen Ping-Pong-mäßig hin und her zwischen
    0:50:31–0:50:41
    Stefan Kuntz spricht mittlerweile in Anwesenheit seiner Anwälte an der einen oder anderenStelle mit einem Medium.
    0:50:41–0:50:57
    Eine Anwältin von demnach Betroffenen hat auch mit einem Medium gesprochen und der HSVveröffentlicht dann hin und wieder eine Stellungnahme.
    0:50:57–0:51:09
    Und ansonsten passiert das, was immer passiert, dass auf der einen Seite die Leuteschreien "Unschuldsvermutung," was juristisch absolut korrekt ist, aber nicht von der
    0:51:09–0:51:14
    gesellschaftlichen Verantwortung entbindet, sich mit solchen Themen differenziertauseinanderzusetzen.
    0:51:14–0:51:18
    Und auf der anderen Seite gibt es dann wiederum Leute, die sagen,
    0:51:19–0:51:29
    "Wir sind bei den Betroffenen oder bei den mutmaßlich Betroffenen" und jede inAnführungszeichen "Seite" wirft der anderen vor, nur eine Seite zu sehen.
    0:51:29–0:51:36
    das ist, das genauso dreht sich das Karussell bei diesem Thema immer.
    0:51:36–0:51:49
    Und deswegen würden wir uns da gerne mal rauszoomen und würden ganz bewusst und ganzexplizit die spezielle Causa an der Stelle zu machen.
    0:51:49–0:51:56
    Es gibt jede Menge Lesestoff dazu, den ihr euch zu Gemüte führen könnt, wenn ihr möchtet.
    0:51:56–0:52:03
    Und würden gerne mal noch bisschen allgemeiner über diese Themen sprechen.
    0:52:03–0:52:18
    Und also eine Sache, die bei mir ein totales Störgefühl, ja, verursacht hat zuletzt, ist,dass es jetzt einige Äußerungen gibt, in denen es halt heißt,
    0:52:19–0:52:30
    Das Problem ist nicht der Fußball, sondern das Problem sind Männer und also explizitnatürlich Männer mit viel Macht, die in Beziehung treten mit anderen Personen, wo es dann
    0:52:30–0:52:35
    also ein Missverhältnis in Sachen Macht gibt.
    0:52:35–0:52:47
    ich finde das halt vereinfacht, weil der Fußball so männlich geprägt ist und wir müssen dagar nicht im Fußball bleiben, sondern
    0:52:47–0:53:00
    Es ist ja ein gesellschaftliches Thema, das an so vielen Stellen, wenn cis Männer undMenschen anderen Geschlechts aufeinandertreffen in gesellschaftlichen Kontexten, in
    0:53:00–0:53:14
    Arbeitskontexten, aber auch in anderen Kontexten, die Frage, wer hat welche Machtpositionund Deutungshoheit so klar ist, dass das alles mitbestimmt.
    0:53:14–0:53:18
    Und ich finde, darüber müssen wir viel mehr reden.
    0:53:18–0:53:29
    Also wenn bei solchen Geschichten hinterher diskutiert wird, warum hat jemand sich dannüberhaupt mit einer Person abgegeben, warum hat eine Person sich nicht aus einem
    0:53:29–0:53:40
    Arbeitsverhältnis gelöst oder aus einer Beziehung gelöst, warum hat eine Frau nicht vielfrüher darüber gesprochen, was ihr mutmaßlich passiert ist.
    0:53:40–0:53:44
    Das ist eine Vereinfachung von
    0:53:44–0:53:49
    Dinge, die in der Realität aber sehr komplex sind.
    0:53:49–0:54:04
    Jede Person, die solche Erfahrungen im beruflichen oder im privaten Kontext schon gemachthat, wo es solche Machtverhältnisse geht, weiß, dass das nicht so einfach ist, zu sagen,
    0:54:04–0:54:10
    das ist passiert, das hat derjenige gemacht, ich ziehe hier irgendwie den Strich und geheraus.
    0:54:10–0:54:13
    Das funktioniert in der Realität so nicht.
    0:54:13–0:54:26
    Und also es mal aus dem Fußball rauszunehmen und keine Ahnung was, woran ich jedes Jahrdenken muss, wenn die Fassnacht losgeht und Leute auf die Gasse gehen und feiern und keine
    0:54:26–0:54:37
    Ahnung was, ist mein Volo-Jahr bei einer Lokalzeitung in einer Fassnachthochburg, wo mirwirklich, also auf Presse-Terminen
    0:54:37–0:54:48
    von und nicht von irgendwie betrunkenem Volk im Saal, sondern von Leuten, mit denen ichTermine hatte, mit denen ich Gespräche führen sollte und was weiß ich nicht was, dermaßen
    0:54:48–0:55:00
    übergriffiges Verhalten begegnet ist, nicht nur Sprüche, sondern auch wirklich alsogefummelt vom Feinsten und selbst wenn man am Ende zurückgegangen ist und gesagt hat, das
    0:55:00–0:55:06
    und das ist mir passiert, die Sprüche mit naja, es ist Fastnacht und ja, aber guck mal.
    0:55:06–0:55:14
    Das ist ja nicht nur der und der in der und der Garde oder dem und dem Verein, sondern derhat ja gleichzeitig auch in seinem richtigen Leben noch die und die hohe Position.
    0:55:14–0:55:16
    da, also das musste man, das muss man aushalten können.
    0:55:16–0:55:18
    Fastnacht ist nur einmal im Jahr und so.
    0:55:18–0:55:21
    Und das ist halt die Realität bei diesen Themen.
    0:55:21–0:55:26
    Es ist doch, also ich meine, wir diskutieren irgendwie gerade über die Epstein-Files ja.
    0:55:26–0:55:34
    Also es ist doch kein Wunder, wie viele Menschen und halt sehr stark
    0:55:34–0:55:37
    aber halt vor allen Dingen nicht cis-männliche Personen.
    0:55:37–0:55:40
    Das bedeutet nicht, dass cis-Männern diese Dinge nicht auch passieren können.
    0:55:40–0:55:48
    Aber statistisch gesehen ist es halt eine absolute Minderheit von Betroffenen, diecis-Männer sind.
    0:55:48–0:55:51
    Und bei den Tätern ist es halt die überwiegende Mehrheit.
    0:55:51–0:55:56
    Es ist doch kein Wunder, dass Frauen, wenn solche Sachen an die Öffentlichkeit geraten ...
    0:55:56–0:56:05
    halt nicht sagen, Himmels willen, wer rechnet denn mit sowas, sondern dass Frauen sosagen, ja, aber ich mein, was erzählen wir euch denn seit Jahren?
    0:56:05–0:56:14
    Also ich finde auch gerade nicht so belastend und nervig ehrlich gesagt auch, wieirgendwelche Typen, die sich diese Files durchgucken und dann irgendwelche Videos oder
    0:56:14–0:56:16
    Postings machen, wo sie sagen,
    0:56:16–0:56:17
    Das ist so krass, was da passiert.
    0:56:17–0:56:19
    Das kann man sich nicht vorstellen.
    0:56:19–0:56:21
    Ja, Junge, aber wir müssen uns das alles nicht vorstellen.
    0:56:21–0:56:30
    Ja, wir wissen irgendwie, dass es passiert, weil es uns selber passiert ist, weil esFrauen passiert ist, die sich uns anvertraut haben, weil wir es irgendwie in anderen
    0:56:30–0:56:32
    Kontexten mitbekommen oder erfahren haben.
    0:56:32–0:56:33
    Es ist so...
    0:56:34–0:56:43
    Und dann ist es ja auch so, also es gibt seit Jahren ja schon Aussagen von Frauen zu derganzen Sache.
    0:56:43–0:56:48
    Und jetzt, wo es halt die Dokumente gibt, stürzen sich alle auf die Dokumente.
    0:56:48–0:56:53
    Also das ist ja auch ein Punkt, den habe ich jetzt auch zuletzt halt hauptsächlich vonFrauen gemacht gesehen.
    0:56:53–0:57:02
    Aber so, ne, das ist für uns irgendwie dann auch wieder so was, was nicht überraschendist, dass es halt diesen, diesen Reflex gibt, das genauso zu machen.
    0:57:02–0:57:03
    Aber
    0:57:03–0:57:06
    Das ist dann so Wasser auf die Mühlen weiter.
    0:57:06–0:57:09
    Ja, und dann heißt es halt, ja, warum sagen Frauen denn nichts?
    0:57:09–0:57:11
    Ja, weil man ihnen fucking nicht glaubt.
    0:57:11–0:57:24
    Also, und dann immer dieses Ganze mit dem, ja, Frauen denken sich Sachen aus, weil sieirgendwie geil gesellschaftlich aufsteigen anschließend oder weiß ich nicht was.
    0:57:24–0:57:25
    Es ist so absurd.
    0:57:25–0:57:28
    Und auch da, es kommt natürlich immer auf die Nuanzierung an.
    0:57:28–0:57:34
    Natürlich ist es nicht so, dass noch nie eine Frau sich etwas ausgedacht hat in diesemBereich.
    0:57:34–0:57:44
    Aber es gibt halt eben Statistiken und es gibt ganz klar Zahlen, die genau das aussagen,dass es halt in aller Regel genau das Gegenteil ist.
    0:57:44–0:57:51
    Es gibt eine sehr hohe Dunkelziffer, die wenigsten Sachen in diesen ganzen Themenbereichenwerden überhaupt angezeigt.
    0:57:51–0:57:56
    Wenn sie angezeigt werden, ist es unfassbar schwierig, anschließend zu so was wie einemRecht zu kommen.
    0:57:56–0:58:00
    Und selbst wenn, hat man meistens dann Jahre von
    0:58:00–0:58:10
    öffentlicher Bloßstellung und ganz fürchterlichen Erfahrungen hinter sich, auf die mansich auch unbedingt irgendwie einlassen möchte.
    0:58:10–0:58:16
    Und dieser Reflex, natürlich ist es wichtig, Menschen nicht vorzuvorurteilen, das ist dochüberhaupt keine Frage.
    0:58:16–0:58:19
    Also das sagt doch schon der gesunde Menschenverstand.
    0:58:19–0:58:27
    Aber dieser Reflex, das wegen mutmaßlichen betroffenen Personen, die sich wirklich zu Wortmelden und die sagen, und das ist mir passiert, immer erst mal zu unterstellen, sie würden
    0:58:27–0:58:29
    Scheiße erzählen.
    0:58:29–0:58:42
    Und selbst wenn sie irgendwelche Beweise irgendwie anbringen, halt zu sagen, ja, das sehenwir irgendwie immer noch nicht als Beweis, weil, keine Ahnung, zwingen uns doch, es ist
    0:58:42–0:58:45
    echt maximal belastend.
    0:58:45–0:58:51
    ich finde halt, ich habe überhaupt keine Lust mehr, öffentlich über solche Einzelfälle zusprechen.
    0:58:51–0:58:53
    Also das sollen wirklich die
    0:58:53–0:59:03
    wenn wir auf der einen Seite eine mutmaßliche Betroffene oder mehrere haben und auf deranderen Seite mutmaßliche Täterpersonen, dann soll diese Einzelgeschichte bitte ...
    0:59:03–0:59:09
    Ja, da sollen sich die Leute drum kümmern, die sich damit auskennen, die da irgendwie diePersonen hoffentlich zu ihrem Recht bringen können.
    0:59:09–0:59:10
    wie auch immer.
    0:59:10–0:59:17
    Aber das, worüber wir doch öffentlich diskutieren müssen, sind die ganzen Strukturen undwarum diese Dinge überhaupt irgendwie so möglich sind.
    0:59:17–0:59:20
    Und das finde ich so nicht nachvollziehbar.
    0:59:20–0:59:24
    Und das betrifft den Fußball, aber es betrifft nicht nur den Fußball.
    0:59:24–0:59:30
    Wenn ein Einzelfall in die Schlagzeilen gerät, dann wird das immer irgendwie aufgebaut.
    0:59:30–0:59:34
    Schon plötzlich gucken da alle drauf und alle haben eine Meinung dazu.
    0:59:34–0:59:36
    Und es ist dann total wichtig.
    0:59:37–0:59:47
    weiß ich nicht, wo kommt irgendwie die mögliche betroffenen Person her und was für einenHintergrund hat eine mögliche Täterperson und so, wo ich mir so denke, das bringt uns aber
    0:59:47–0:59:49
    doch als Gesellschaft nicht weiter.
    0:59:49–0:59:58
    Wir müssen als Gesellschaft über diese Strukturen sprechen und warum diese Strukturen sosind, wie sie sind und ja auch gerade eher wieder schlimmer werden als besser.
    0:59:58–1:00:04
    Und da müssen wir eigentlich ansetzen, diese Einzelsituationen
    1:00:04–1:00:08
    immer so hoch zu jazzen und sich dann wieder nicht mehr für das Thema zu interessieren.
    1:00:08–1:00:13
    Das ist im Fußball und gesamtgesellschaftlich einfach ein Problem.
    1:00:13–1:00:24
    Und ehrlicherweise, da kommen wir zurück zu dem, worüber wir gesprochen haben in Bezug aufRafaela Borggräfe, weil es nämlich scheißegal ist, ob wir über Sexismus sprechen oder über
    1:00:24–1:00:28
    Rassismus oder über Was-Vereinen-ismus, auch immer.
    1:00:28–1:00:32
    Es geht darum, jüngstem Alter an
    1:00:32–1:00:36
    Menschen dafür zu sensibilisieren, was geht und was geht nicht.
    1:00:36–1:00:46
    Und also ich denke mir immer, ich glaube, ich habe das im Podcast schon mal erzählt, inder fünften Klasse im Sozialkundeunterricht haben wir das beigebracht bekommen auf die
    1:00:46–1:00:53
    simpelste Art und Weise, wenn du dich selber malst und machst einen Kreis drumrum undmachst eine andere Person und machst einen Kreis drumrum.
    1:00:53–1:01:00
    Ja, jeder hat seinen Bereich, in dem er sich frei bewegen darf und da, sich die Kreiseanfangen zu treffen.
    1:01:00–1:01:10
    Da muss man Grenzen verhandeln und zwar offen und mit einer guten Kommunikation und miteinem Verständnis dafür, was okay ist, als eine eigene Grenze.
    1:01:10–1:01:12
    Und beides passiert nicht.
    1:01:12–1:01:17
    Frauen in der Regel kriegen nicht beigebracht, wo und wie es okay ist, Grenzen zu ziehen.
    1:01:17–1:01:22
    Und Männer in aller Regel kriegen nicht beigebracht, was es bedeutet, Grenzen zu achten.
    1:01:22–1:01:26
    Und generell, wenn man es dann wiederum größer macht über den Sexismus auf,
    1:01:27–1:01:37
    Menschen in Machtpositionen nicht beigebracht, Grenzen zu achten oder bekommen nichtvermittelt, dass sie sie auch aus der Machtposition heraus achten müssen.
    1:01:37–1:01:44
    Und Menschen in einer Nicht-Machtposition haben oft nicht die Worte und die Mittel, ihreGrenzen zu schützen.
    1:01:44–1:01:48
    Und das ist das, woran wir gesellschaftlich arbeiten müssen.
    1:01:48–1:02:00
    Ja, eigentlich ist es ja sogar so, dass Menschen in Machtpositionen, also finde ichzumindest, in der Verantwortung stehen, den untergeordneten in fetten Anführungszeichen,
    1:02:00–1:02:08
    weil so Hierarchiesachen, also sie kommen vor, ich finde sie aber nicht unbedingt gut,aber diesen Leuten dann dabei zu helfen, ihre Grenzen zu ziehen, indem sie das mit
    1:02:08–1:02:09
    anbieten.
    1:02:09–1:02:14
    So, und das alleine passiert ja auch schon total selten.
    1:02:14–1:02:15
    Und wenn das dann mal passiert,
    1:02:15–1:02:20
    dann ist es ja so was, was einen dann auch positiv überrascht irgendwie.
    1:02:20–1:02:30
    Also ich, es ist ganz simples Beispiel, aber ich denke gerade in einem meiner Studijobs,die ich hatte, wo man, also wo ich immer so bisschen auf Bereitschaft irgendwie zur
    1:02:30–1:02:42
    Verfügung stehen müsste für das, was ich da gemacht habe und wo dann der, der halt so dieganzen Dienste verteilt hat, so von der Personalabteilung so ganz klar gesagt hat so, du
    1:02:42–1:02:43
    schreibst mir jetzt auf,
    1:02:43–1:02:52
    ganz fest die Uhrzeiten, zu denen du auf gar keinen Fall kontaktiert werden willst, egalwas ist, egal wie groß der Notfall vielleicht hier auch sein mag so.
    1:02:52–1:02:58
    Und ja, alleine das schon ist halt leider nicht selbstverständlich, obwohl das so wasSimples ist.
    1:02:58–1:03:09
    Also, als ich 13, 14 war, war ich auf einem Konzert von einer Coverband und hab relativweit vorne gestanden und mich hat von hinten die ganze Zeit ein Typ begrapscht und ich hab
    1:03:09–1:03:17
    mehrfach irgendwie versucht, den loszuwerden und bin und bin und bin ihn nicht losgewordenund dann ist der Sänger von der Coverband von der Bühne gekommen und hat sich den
    1:03:17–1:03:23
    vorgeknöpft und das hab ich nie vergessen, das ist 30 Jahre her oder
    1:03:24–1:03:36
    Aber ich weiß das immer noch, weil das womöglich das erste Erlebnis war, in dem mir ganzklar auch von außen signalisiert wurde, das ist nicht okay und dass ich versuche, mich
    1:03:36–1:03:43
    dagegen zu wehrzusetzen, ist also genau richtig und jemand macht da quasi ein positiveenforcement, ja?
    1:03:43–1:03:45
    Das war also krass.
    1:03:45–1:03:52
    Und dass einem das so hängen bleibt, weil es so selten ist, das zeigt auch das Problemnatürlich.
    1:03:53–1:04:02
    Gut, man, das sind aber wirklich auch Sonnenscheinchen-Themen, die wir heute haben.
    1:04:02–1:04:06
    Apropos Sonnenschein, kommen wir doch mal zu den Blitznews.
    1:04:06–1:04:18
    Du hast aber auch wirklich die wunderbaren Knallerübergänge, die ihr direkt für unserComeback hier rausgesucht.
    1:04:18–1:04:29
    Ja, am Anfang jetzt mal so zwei Sachen, nur ganz kurz, die jetzt vielleicht schon einbisschen her sind vielleicht auch und die wir aber nicht so vom Tisch fallen lassen
    1:04:29–1:04:29
    wollten.
    1:04:29–1:04:32
    Natürlich einmal hat der DFB ...
    1:04:32–1:04:36
    Du bist schon von den Katzen irgendwie angesteckt unter den Tisch fallen.
    1:04:42–1:04:54
    Ja, ich, ja, ja gut, jetzt stelle ich mir gerade bildlich so eine Katze vor, die soPressebeteilungen vom Tisch runterschiebt, damit sie nicht vorgelesen Der DFB hat
    1:04:54–1:05:01
    verlängert mit Christian Wück , Maren Meinert und Saskia Bartusiak bis 2029.
    1:05:01–1:05:07
    Die Verträge gingen ursprünglich bis Ende diesen Jahres, also bis Ende 2026.
    1:05:08–1:05:12
    Ja, und jetzt wurden sie dann eben direkt um so einen großen Zeitraum verlängert.
    1:05:12–1:05:18
    Ist was, was ich gesehen habe, dass durchaus viel diskutiert wurde, also es gibt
    1:05:18–1:05:27
    natürlich Leute, die sagen so, yay, cool, alles super, aber es gibt dann auch dieFraktion, zu der ich mich jetzt selber zählen würde, die so sagt, na ja, warum denn direkt
    1:05:27–1:05:28
    so lange?
    1:05:28–1:05:33
    Also hätte nicht dann irgendwie so bis nach der WM27 eigentlich auch erst mal gereicht.
    1:05:33–1:05:40
    So DFB und Vertragsverlängerung, das ist ja auch immer so eine Geschichte.
    1:05:40–1:05:48
    Aber ich glaube tatsächlich, also weil was ja vorher schon verlängert wurde, war derVertrag von Nia Künzer und der ist, glaube ich, auch bis 2029 verlängert worden.
    1:05:48–1:05:57
    Und das ist eher so eine Personalie, also einfach von der Position her, nicht von derPerson, sondern von der Position her, wo ich sage, klar, das ergibt schon irgendwie Sinn,
    1:05:57–1:06:08
    dass man da langfristig plant, aber bei TrainerInnen verstehe ich es ehrlich gesagt auchnicht, also warum man so weit über das nächste Turnier hinaus verlängert.
    1:06:08–1:06:14
    Klar, kann dann immer sagen, man hat Planungssicherheit, aber wenn es halt nicht so läuft,wie man sich es vorstellt, hat man halt hinterher auch Kosten.
    1:06:15–1:06:26
    Ja, und also es gab jetzt ja sportlich, also sowohl positive Entwicklungen, aber ja auchdurchaus eine Menge an Fragezeichen, dass es jetzt nicht so eindeutig ist.
    1:06:27–1:06:35
    Ja, die andere Nachricht, die mir noch so ein bisschen nachreichen, ist, es gab jetzt jaden ersten FIFA-Meisterinnenpokal der Frauen.
    1:06:35–1:06:40
    Der wurde komplett in London ausgetragen, in zwei verschiedenen Stadien.
    1:06:40–1:06:43
    Und es ist nicht besonders überraschend, dass
    1:06:43–1:06:47
    Arsenal als die großen Favoriten das Ding dann gewonnen haben am Ende.
    1:06:47–1:06:52
    Sie haben dafür allerdings gegen Corinthians Sao Paulo die Verlängerung gebraucht.
    1:06:52–1:06:56
    Es ist dann drei zu zwei geworden am Ende.
    1:06:56–1:07:05
    Interessant ist es so bisschen, weil es einerseits jetzt natürlich zum ersten Malausgetragen wurde und andererseits, es innerhalb des, ich sag mal, offiziellen
    1:07:05–1:07:10
    Verbandsfußballs jetzt mit den größten Preisgeldern in Verbindung gebracht wurde.
    1:07:10–1:07:18
    Ja, dann haben wir zwei Meldungen zum Thema Multiclub Ownership.
    1:07:18–1:07:28
    Also zum einen ist Rosengard zu 49 Prozent an Crux Football verkauft worden, was ja eingroßartiger Name ist.
    1:07:28–1:07:34
    Ihnen gehört seit Oktober 2025 bereits Montpellier und
    1:07:34–1:07:45
    Caroline Seger wird Head of Football von Rosengard und hinter Crux steht mit Rebecca "Bex"Smith, die ehemalige Kapitänin Neuseelands.
    1:07:45–1:07:53
    Die sagt, Strukturen des europäischen Fußballs der Frauen würden für diesen nichtfunktionieren, weil die Abteilungen innerhalb von Männer-Traditions-Clubs oft
    1:07:53–1:07:54
    vernachlässigt werden.
    1:07:55–1:08:00
    will die als eigenständige Vereine führen und eben die Identität beibehalten.
    1:08:00–1:08:05
    Und mit dem gemeinsamen Wissen sollen alle Clubs im Portfolio gestärkt werden.
    1:08:06–1:08:15
    Ja, das ist was, was wir so ähnlich natürlich auch schon von Michele Kang gehört habenoder hören, die mit sehr viel Mehrgeld unterwegs ist und wo es jetzt aber auch schon die
    1:08:15–1:08:19
    ersten Interessenkonflikte zwischen ihren Clubs gab.
    1:08:19–1:08:25
    Und nur mal auch noch so als Nachgedanke zum Thema Multiclub-Ownership.
    1:08:25–1:08:34
    Es gab ja vor der Saison die große Meldung, dass Alisha Lehmann zu Como Women gewechseltist, nach Italien.
    1:08:34–1:08:37
    Und da so das große neue Aushängeschild werden soll.
    1:08:37–1:08:44
    Und aber nicht nur ist die also ja bereits wieder weggewechselt, also war nicht mal einekomplette Saison da.
    1:08:44–1:08:52
    sondern Como hat jetzt auch den Trainer entlassen vor ein paar Tagen, haben auch bisherkeinen Nachfolger.
    1:08:52–1:08:58
    Also ganz so von alleine läuft es dann auch mit Geld nicht ganz überraschend.
    1:08:59–1:09:06
    Ja, dann noch ein etwas anderes Thema, was mir dann doch irgendwie sehr am Herzen liegt.
    1:09:06–1:09:19
    wir haben hier ja auch öfters mal die Seite FBREF erwähnt, wenn es Daten und Statistikenso aus dem Fußball allgemein geht und dann eben vor allem auch aus dem Fußball der Frauen.
    1:09:19–1:09:27
    Die dürfen seit Mitte Januar die Daten von Opta nicht mehr nutzen.
    1:09:27–1:09:28
    Also
    1:09:28–1:09:38
    Das geht dabei jetzt nicht so Sachen wie, also wie viele Tore oder wie viele gelbe Kartenhat jemand, sondern das sind dann so Advanced-Statistiken, mit denen man in der Analyse
    1:09:38–1:09:43
    tatsächlich auch ja schon relativ viel anfangen kann.
    1:09:43–1:09:51
    Und die konnte man sich eben bei FBREF bis jetzt immer anschauen und auch runterladen unddann verschiedene Sachen damit machen und ...
    1:09:51–1:10:04
    Es gibt sehr viele Analyst*innen, die auf diese Art und Weise so learning by doing umsonstan die Daten kommen, ihre Karrieren gestartet haben.
    1:10:04–1:10:12
    Ein paar von denen, ja, haben sich in den letzten Jahren dann dahin entwickelt, dass sieinzwischen in Vereinen arbeiten, aber es kommen natürlich auch immer wieder neue
    1:10:12–1:10:13
    Generationen nach.
    1:10:13–1:10:21
    Und es ist ein Berufsfeld, in dem es wirklich sehr viele, also wenn man nicht in einemVerein ist oder so, sehr viele Freelancer*innen
    1:10:21–1:10:29
    gibt, die dann auch so, ja, das natürlich, ihr kennt das ja, dann auch nicht immer soeinfach haben.
    1:10:29–1:10:39
    Und jetzt können sie eben darauf nicht mehr zurückgreifen und müssten Bezahlmodelle nutzenwie Wyscout Statsbomb oder eben Opta selbst.
    1:10:39–1:10:45
    Und das ist aber, also das sind Preise, das ist für Einzelpersonen halt oft wirklichunerschwinglich.
    1:10:45–1:10:49
    Also ich war da zum Teil auch schon mal im Kontakt und das
    1:10:50–1:10:58
    kann man eigentlich fast vergessen, wenn man nicht irgendwie Nebeneinkünfte hat, mit denenman das wettmachen kann, diese Ausgaben.
    1:10:58–1:11:08
    Und es ist, wenn ich das ganz kurz einwerfen darf, ja sowieso schon so, dassFreelancer*innen an so viele Daten oder Themen nicht oder nur nachgeordnet drankommen,
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    weil es halt auch, ich meine, wir haben auch nicht SID oder DPA oder keine Ahnung was, wiedenn?
    1:11:16–1:11:20
    Ich weiß nicht, ob ihr euch mal damit beschäftigt habt, was in dem Bereich so gezahltwird.
    1:11:20–1:11:27
    wenn man sich diese ganzen, natürlich müssen auch die wiederum bezahlt werden, aber es isthalt nicht so, dass es angepasste Modelle gibt.
    1:11:28–1:11:30
    Das wäre eigentlich mal was, weißt du?
    1:11:30–1:11:36
    Also wie viel Geld macht jemand mit so einem Bereich und daran angepasst, es dannBezahlmodelle, aber so funktioniert es halt nicht.
    1:11:36–1:11:41
    Und man kattert halt den Zugang für ganz viele Leute an der Stelle einfach komplett.
    1:11:42–1:11:53
    Ja, ja, und FBref, muss man jetzt eben auch sagen, hatte als einzige Seite wirklich zuextrem vielen Liegen der Frauenstatistiken.
    1:11:53–1:11:56
    Und halt auch alles an einem Ort.
    1:11:56–1:12:05
    Und das mussten sie jetzt, wie gesagt, vor ein paar Wochen aber alles löschen, dieseganzen Advanced Statistics heißt es dann, weil Stats Perform, das ist die
    1:12:05–1:12:08
    Muttergesellschaft von Opta, eben gesagt hat,
    1:12:08–1:12:20
    FBREF würde die Daten auf eine Weise nutzen, die gegen den bestehenden Vertrag verstoße,was die Leute von FBREF nicht so richtig nachvollziehen können, aber um dann eben nicht
    1:12:20–1:12:27
    rechtliche Konsequenzen zu tragen, sind sie dem nachgekommen und haben das dann gelöscht,das worum es da alles geht.
    1:12:27–1:12:35
    Und ja, von außen ist jetzt nicht klar, was genau dieser Vertragsverstoß beinhaltet, daswill keine der beiden Seiten sagen.
    1:12:36–1:12:40
    Die Berichterstattung, die ich gefunden habe, gibt es eigentlich hauptsächlich imenglischsprachigen Raum.
    1:12:40–1:12:46
    Also so etwas Deutschsprachiges dazu habe ich leider gar nicht gefunden bisher.
    1:12:46–1:12:58
    Aber es gibt eben einen sehr guten Artikel von Catalina Bush, den verlinken wir euch hierbei The Nine Sports, wo es noch mal darum geht, so, also erst mal, es ist für alle, die
    1:12:58–1:13:03
    irgendwie analytisch im Fußball unterwegs sind, keine gute Nachricht, aber für Leute,
    1:13:03–1:13:12
    Im Fußball der Frauen ist es eine besonders schlechte Nachricht und eben auch für Fans,weil die Berichterstattung im Fußball der Frauen darunter besonders leidet.
    1:13:12–1:13:18
    Weil es im Fußball der Männer, da kann man sich dann immer noch über andere Sachenirgendwie relativ viel zusammensuchen.
    1:13:18–1:13:22
    Im Fußball der Frauen ist das halt eben nicht der Fall.
    1:13:22–1:13:30
    es ist dann, wie gesagt, einerseits für die Sportfans nicht gut, aber andererseits auch sofür dieses Berufsfeld der Analysten und Analystinnen.
    1:13:30–1:13:39
    Was ja auch eigentlich ein sehr moderner Job ist und einer, wo so im Fußball der Frauenich das immer so am Rande mitbekomme, dass das so was ist, wo Leute eigentlich sehr
    1:13:39–1:13:41
    interessiert sind, da irgendwie reinzukommen.
    1:13:41–1:13:45
    Und ja, das geht halt eigentlich fast gar nicht anders als mit solchen freien Daten.
    1:13:46–1:13:50
    Ja, keine gute Entwicklung.
    1:13:50–1:13:55
    Und dann reichen wir euch zum Schluss noch rein, dass die nächsten Länderspiele der Frauenterminiert sind.
    1:13:55–1:13:58
    Schon länger steht fest, dass es am 3.3.
    1:13:58–1:14:02
    in Dresden gegen Slowenien gehen wird und am 7.3.
    1:14:02–1:14:05
    auswärts gegen Norwegen.
    1:14:05–1:14:09
    Und jetzt neu festgelegt wurden die Spiele am 14.
    1:14:09–1:14:12
    April in Nürnberg gegen Österreich und am 5.
    1:14:12–1:14:16
    Juni in Köln auch wieder gegen Norwegen.
    1:14:16–1:14:22
    Das heißt freundlicherweise spielen die DFB-Frauen an Annikas Geburtstag.
    1:14:22–1:14:24
    Aber wir verraten nicht welcher dieser Termine es ist.
    1:14:24–1:14:27
    Und die U23 spielt am 6.
    1:14:27–1:14:29
    März in Wattenscheid gegen Belgien.
    1:14:29–1:14:32
    Und Wattenscheid.
    1:14:32–1:14:36
    Und damit kommen wir zu den L-L-Leseempfehlungen.
    1:14:38–1:14:48
    Ja, einmal einen sehr komplexen Artikel von einer Seite, die ich bisher gar nicht sowahrgenommen habe, Play the Game.
    1:14:48–1:15:03
    Da geht es um Fußball vor der möglicherweise nächsten Finanzkrise und ja, diese ganzeStruktur von Private Equity Firmen, die sehr komplexe Strukturen nutzen,
    1:15:03–1:15:06
    Versicherungsgelder in den Fußball zu pumpen und…
    1:15:06–1:15:20
    dass das ein sehr instabiles Konstrukt ist, was man unter anderem daran sieht, dass 777inzwischen ja auch kaputtgegangen ist und dass das starke Auswirkungen auf die Vereine
    1:15:20–1:15:24
    hatte, die mit diesem Unternehmen irgendwie in Verbindung standen.
    1:15:24–1:15:34
    Und es ist jetzt so kein ganz leichter Read, aber einer, der so für den Hintergrund sehr,sehr spannend ist, fand ich von Paul Brown.
    1:15:34–1:15:41
    Und wenn ihr dann auf der Seite seid, play the game, ich finde, die haben auch richtigviele andere coole Hintergrundartikel da.
    1:15:41–1:15:44
    Also, das lohnt sich da mal, sich umzupassen.
    1:15:44–1:15:58
    Und dann hat die liebe Annika schon zweimal dieses Jahr auf der Bolz-Tribüne gezaubert,zuletzt zu den Spielausfällen in der Bundesliga der Frauen, wo eine gewisse
    1:15:58–1:16:01
    Wetterinstabilität herrscht, nenne ich es mal.
    1:16:01–1:16:04
    Auch das legen wir euch sehr ans Herz.
    1:16:04–1:16:18
    Ja, und Mara ist natürlich sowieso sehr, fleißig und hat eben unter anderem, ja, zur CausaKuntz auch geschrieben über das, was wir vorhin hier auch besprochen haben, die
    1:16:18–1:16:28
    verschiedenen strukturellen Probleme, die es so im Fußball mit mutmaßlichem Sexismus undso weiter gibt.
    1:16:29–1:16:35
    nach einer lang lang langen Pause zu unserer Lieblingskategorie.
    1:16:55–1:17:07
    Der Kronenkranich, der allererste des Jahres 2026, geht in eine wunderbare Kampagne, aufdie du zuerst aufmerksam geworden bist, liebe Mara.
    1:17:07–1:17:15
    Es ist eine Kampagne für die amputierten Fußballerinnen unter dem Motto Leidenschaft istnicht amputierbar.
    1:17:15–1:17:20
    Und wir haben euch hier verlinkt eine Spendenkampagne.
    1:17:21–1:17:26
    Da geht es die Teilnahme an der WM 2026 in Costa
    1:17:26–1:17:32
    Und wenn ihr auf dieser Spendenseite seid, dann könnt ihr nicht nur Geld dalassen, sonderneuch eben auch diese tollen Motive angucken.
    1:17:32–1:17:45
    Die zeigen einzelne Spieler*innen beim Spiel und haben fantastische Taglines, wie zumBeispiel "Bei uns gibt es keinen schwachen Fuß" oder mein Liebling, "Reklamierarm, brauche
    1:17:45–1:17:46
    ich nicht."
    1:17:46–1:17:58
    Selten etwas so cool, selbstermächtigendes und selbstironisches gesehen, was eben dannauch gemeinsam mit den Spieler*innen entstanden ist.
    1:17:58–1:18:02
    Also eine wirklich richtig, richtig coole Aktion.
    1:18:03–1:18:04
    Yes.
    1:18:04–1:18:10
    Und damit ist sie im Kasten, die erste Folge des Jahres 2026.
    1:18:10–1:18:23
    We are back hat jetzt gar nicht wehgetan, Also euch vielleicht beim Zuhören, aber für unswar es jetzt eigentlich ganz okay.
    1:18:23–1:18:31
    Genau, also wir wissen, wir kommen in ohnehin schon bewegten Zeiten jetzt nicht gerade mitden lockersten Themen ums Eck.
    1:18:31–1:18:36
    Umso wichtiger war es uns auch heute mit einem Kronenkranich und nicht mit einemKackspecht aus der Sendung zu gehen.
    1:18:36–1:18:47
    Sonst hätten wir vielleicht noch bisschen darüber geredet, wie die Medien mitSportlerinnen umgehen, die sich ertreisten anzutreten, trotz Verletzungen und dann keine
    1:18:47–1:18:49
    Heldinnengeschichte zu schreiben.
    1:18:49–1:18:53
    Aber das lassen wir für heute sein.
    1:18:53–1:18:54
    Wir freuen uns.
    1:18:55–1:18:57
    sehr, dass ihr noch da seid.
    1:18:57–1:19:02
    Wenn ihr noch da seid, werden wir sehen, wenn wir die Abrufzahlen nach dieser Sendungsehen.
    1:19:02–1:19:12
    ja, auch, dass ihr das mitgeht und nachvollziehen könnt, wenn wir hier mal längere Pausenmachen.
    1:19:12–1:19:14
    Vielen, vielen Dank dafür.
    1:19:14–1:19:18
    Und genau, wir hören uns dann tatsächlich in zwei Wochen wieder.
    1:19:19–1:19:21
    Ja, in der Folge 99.
    1:19:21–1:19:29
    Ich finde, dafür, dass es zwei Neunen sind, rastet Mara eigentlich noch nicht genug aus,aber ...
    1:19:29–1:19:32
    Vielleicht kommt das ja noch.
    1:19:32–1:19:36
    Bis dann, ihr Lieben!

    Der Beitrag #98: Einzelfall my ass – Die Strukturen müssen sich ändern erschien zuerst auf Becker & Pfeiffer.

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