Ein Buch wie eine Kompaktkassette: voller Tracks aus einer Stadt, die es so nicht mehr gibt. „1986 – West-Berlin. Originalton.“ begann als persönliches Geschenk von Heiko Mehnert an seine Geburtstagsgäste. Daraus wurde ein Buch – und schließlich dieser Podcast. Als Co-Host konnte Heiko die langjährige Berliner Radiostimme Marion Hanel gewinnen.
In der ersten Folge dreht Marion das Mikrofon zu ihm: Wer ist der Mann hinter dem Buch – und wie wurde er zu dem West-Berliner, der er bis heute geblieben ist?
Heiko erzählt von seiner Kindheit in Friedenau, vom deutsch-amerikanischen Volksfest, vom RIAS unter der Bettdecke und einer Stadt, deren Mauer im Alltag oft unsichtbar blieb – bis man plötzlich vor ihr stand. Er erinnert sich an seine ersten beruflichen Träume, an David Ogilvy, den Einstieg in die Werbung und den ziemlich kühnen Entschluss, sich mit Anfang 20 selbstständig zu machen.
Es geht um viel Selbstbewusstsein, noch mehr Naivität und eine erste Pleite mit 1,5 Millionen Mark Schulden. Um einen Steuerberater, der an ihn glaubte, seine Mutter als „Partner in Crime“ und die Fähigkeit, selbst dann nach vorn zu schauen, wenn der Briefkasten täglich neue schlechte Nachrichten bereithielt.
Natürlich führt die Reise auch durch die West-Berliner Nächte: von Minipizza und Athener Grill über Zinc und Linientreu bis in den Dschungel, die Berlin Bar und den Rum Trader. Heiko erzählt von Miss-Big-Eden-Anzeigen für Rolf Eden, Begegnungen mit Harald Juhnke und Brigitte Mira – und von jenem Abend, an dem Udo Walz ihm ans Ohrläppchen griff und feststellte: „Na, du hast es ja faustdick hinter den Ohren.“
Dann kommt der 9. November 1989. Heiko sieht Walter Momper im Fernsehen, fährt zum Brandenburger Tor, wird auf die Mauer gezogen und steht wenig später auf der anderen Seite. Zum ersten Mal sieht er das Brandenburger Tor ohne Mauer. Gemeinsam mit Ost-Berlinern geht es durch die Dunkelheit zurück in den Westen – und weiter zum Kurfürstendamm. Von einer Sekunde auf die andere ist alles anders.
Eine persönliche Reise durch West-Berlin: zwischen Eingeschlossensein und grenzenloser Freiheit, Größenwahn und Neuanfang, Currywurst und Champagner. Keine nostalgische Rückschau, sondern die Frage, was von diesem Lebensgefühl bis heute in Berlin weiterlebt.
In der nächsten Folge werden die Rollen getauscht: Dann erzählt Marion Hanel von ihrem West-Berlin und von der Berliner Radio- und Fernsehgeschichte.
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