Wenn man weiß, warum Rinder in welcher Situation wie reagieren, kann man bei der täglichen Arbeit nicht nur Stress vermeiden, sondern auch viel Zeit sparen. Darauf baut die Methode des Low Stress Stockmanships auf, mit der sich der Belgier Ronald Rongen umfassend auseinandergesetzt hat. Der Experte stellt sich in der neuen Podcastfolge den teils kritischen Fragen von Laura Schneider, LAND & FORST-Redakteurin für den Bereich Tierhaltung.
Rongen erläutert in dem Gespräch unter anderem, wie seine Aussage „Mach langsam, wir haben keine Zeit“ gemeint ist. Denn wenn man sich mit den Grundlagen des Low Stress Stockmanships (LSS) beschäftigt, braucht man im praktischen Arbeitsalltag zunächst etwas Geduld. Doch die Zeit, die man sich anfangs zum Beispiel beim Training der Kälber nimmt, zahlt sich langfristig aus, ist Rinderexperte Ronald Rongen überzeugt.
Um LSS erfolgreich anwenden zu können, muss man sich in die Wahrnehmung der Tiere hineinversetzen, rät Rongen. So sind Rinder uns etwa in puncto Schnelligkeit überlegen, wie Rongen bei einem Seminar des Netzwerks Fokus Tierwohl in Großefehn verdeutlichte: „Rinder schaffen bis zu 52 km/h – nicht lange, aber länger als wir.“ Die Konsequenz: „Wir müssen das clever angehen, wenn wir mit ihnen arbeiten.“
Das Ziel von LSS ist, die Arbeit mit Rindern sicherer, effizienter und schneller zu machen, indem man das Stresslevel möglichst geringhält. Das gelingt, indem man berücksichtigt, wie Rinder ihre Umgebung wahrnehmen und wie sich das auf ihr Verhalten auswirkt. Wie genau das aussehen kann, schildert Rongen anhand einiger Beispiele eindrücklich in der Podcastfolge.
Welche fünf Regeln im Umgang mit Rindern gilt es zu beachten, um den Stress für Weidetiere und deren Besitzer zu mindern? Dazu gibt Ronald Rongen allen interessierten Tierhaltern im Gespräch - und bei Seminaren - wertvolle Tipps. Darin betont er zum Beispiel auch: „Wichtig ist, dass ich den Druck allein mit meiner Körperhaltung aufbaue. […] Ich benutze meine Hände nicht und ich berühre das Tier nicht.“