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Augsburger Gespräche 2023 zu Literatur, Theater und Engagement
Kreativität. Kunst schafft Frieden?
Gespräch mit Lisa Krusche
Die 1990 in Hildesheim geborene Schriftstellerin Lisa Krusche ist Autorin des Kinderbuchs „Das Universum ist verdammt groß und supermystisch“ (2021) und des Romans „Unsere anarchistischen Herzen“ (2021). Mit schauinsblau spricht sie über das Wegducken vor der eigenen Verantwortung und die Wirkung der Literatur, über Selbstzweifel und die Unkontrollierbarkeit des Schreibens, über das anhaltende Gespräch der Freundschaft und das Leuchten der Freude.
Augsburger Gespräche 2023
Unser Zusammenleben steht weltweit vor großen Herausforderungen: Krieg in Europa und der Welt, Umweltkatastrophen durch Klimawandel, Flucht und Vertreibung, soziale Ungerechtigkeiten, Rassismus und andere Diskriminierungsformen und die weltweite Schwächung der Demokratien lassen sich nicht mit einfachen Antworten und Lösungen verstehen oder klären. Denkmuster der westlichen Wissensgesellschaften sind allerdings häufig immer noch auf eindeutige Kategorien, wie richtig oder falsch, gut oder schlecht ausgerichtet und können dementsprechend nicht auf komplexe Zusammenhänge adäquat reagieren. Resultat sind nicht selten Angst, Verunsicherung und Überforderung, weil alte Norm- und Wertmaßstäbe keine Orientierung mehr zu bieten scheinen.
Der Umgang mit aktuellen Herausforderungen und Problemlagen verlangt daher nach Kulturtechniken, die diese Prozesse begleiten, reflektieren und allererst kenntlich machen. Hier gilt es, Kreativität als wesentliche Schlüsselkompetenz des 21. Jahrhunderts sichtbar zu machen, anzuerkennen und zu stärken. Wesentliches Strukturmerkmal der Kreativität ist es, auf Ambiguitäten der Realität zu reagieren und sie als Formelement in die eigenen künstlerischen Prozesse zu integrieren. Dabei spielen nicht nur inhaltliche Bezugnahmen auf aktuelle gesellschaftliche Prozesse eine Rolle, sondern gerade in den unterschiedlichen (Ausdrucks)Formen von Kunst wird der Umgang mit Mehrdeutigkeit und Ungewissheit erprobt, das Denken von Alternativen eingeübt, bestehende Norm- und Wertmaßstäbe hinterfragt oder unkonventionelle Zusammenhänge hergestellt. Schließlich können auf diese Weise Utopien entwickelt und Haltungen gegenüber der Kunst und gegenüber der Welt herausgefordert werden.
schauinsblau.de
By schauinsblauAugsburger Gespräche 2023 zu Literatur, Theater und Engagement
Kreativität. Kunst schafft Frieden?
Gespräch mit Lisa Krusche
Die 1990 in Hildesheim geborene Schriftstellerin Lisa Krusche ist Autorin des Kinderbuchs „Das Universum ist verdammt groß und supermystisch“ (2021) und des Romans „Unsere anarchistischen Herzen“ (2021). Mit schauinsblau spricht sie über das Wegducken vor der eigenen Verantwortung und die Wirkung der Literatur, über Selbstzweifel und die Unkontrollierbarkeit des Schreibens, über das anhaltende Gespräch der Freundschaft und das Leuchten der Freude.
Augsburger Gespräche 2023
Unser Zusammenleben steht weltweit vor großen Herausforderungen: Krieg in Europa und der Welt, Umweltkatastrophen durch Klimawandel, Flucht und Vertreibung, soziale Ungerechtigkeiten, Rassismus und andere Diskriminierungsformen und die weltweite Schwächung der Demokratien lassen sich nicht mit einfachen Antworten und Lösungen verstehen oder klären. Denkmuster der westlichen Wissensgesellschaften sind allerdings häufig immer noch auf eindeutige Kategorien, wie richtig oder falsch, gut oder schlecht ausgerichtet und können dementsprechend nicht auf komplexe Zusammenhänge adäquat reagieren. Resultat sind nicht selten Angst, Verunsicherung und Überforderung, weil alte Norm- und Wertmaßstäbe keine Orientierung mehr zu bieten scheinen.
Der Umgang mit aktuellen Herausforderungen und Problemlagen verlangt daher nach Kulturtechniken, die diese Prozesse begleiten, reflektieren und allererst kenntlich machen. Hier gilt es, Kreativität als wesentliche Schlüsselkompetenz des 21. Jahrhunderts sichtbar zu machen, anzuerkennen und zu stärken. Wesentliches Strukturmerkmal der Kreativität ist es, auf Ambiguitäten der Realität zu reagieren und sie als Formelement in die eigenen künstlerischen Prozesse zu integrieren. Dabei spielen nicht nur inhaltliche Bezugnahmen auf aktuelle gesellschaftliche Prozesse eine Rolle, sondern gerade in den unterschiedlichen (Ausdrucks)Formen von Kunst wird der Umgang mit Mehrdeutigkeit und Ungewissheit erprobt, das Denken von Alternativen eingeübt, bestehende Norm- und Wertmaßstäbe hinterfragt oder unkonventionelle Zusammenhänge hergestellt. Schließlich können auf diese Weise Utopien entwickelt und Haltungen gegenüber der Kunst und gegenüber der Welt herausgefordert werden.
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