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#34 hörinsblau - Daniel Kahn - Augsburger Gespräche 2024


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Augsburger Gespräche 2024 zu Literatur, Theater und Engagement


Demokratie heute: Chancen, Risiken, Reflexionen


Freedom is a verb.

Daniel Kahns Songs hinterfragen unsere gewohnten Denkordnungen – sie sind unbequem. Sie mahnen, sie verfremden, sie entfremden, sie appellieren, sie provozieren. Sie rufen uns auf: zur Wachsamkeit, zur Offenheit, zum Widerstand, zur Rebellion, zum Austausch, zur Solidarität, zur Haltung, zur Hoffnung. Sie fordern uns auf: hinzusehen, zu urteilen, aktiv zu werden, sich nicht blenden zu lassen. Sie sehen zurück, sie sehen nach vorne, sie sehen ins Jetzt. Sie zeigen die brüchigen Landschaften der Moderne, sie zeichnen Bilder der Ausbeutung, der Tragödie. Sie sind Einladung, sie sind Weckruf – sie machen uns zu Verantwortlichen.



Augsburger Gespräche 2024 zur Demokratie


Demokratien zeichnen sich unter anderem durch Achtung der Menschenrechte, Gewaltenteilung, Unabhängigkeit der Gerichte, ein Mehrparteiensystem sowie freie, gleiche und geheime Wahlen aus. Im Grundgesetz sind die Meinungs- und Pressefreiheit sowie die Freiheit von Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre verankert. Demokratie gilt hierzulande als selbstverständliches Privileg. Dieser Befund täuscht aber darüber hinweg, dass auch demokratische Staatsformen gepflegt, reflektiert und immer wieder hinterfragt werden müssen. Mehr noch, es gehört vielleicht zur Pflicht eines demokratischen Staatsbürgers, diese Pflege und Reflexion aktiv zu betreiben. Welche Rolle dabei die Künste spielen, soll Gegenstand der Diskussionen der Augsburger Gespräche 2024 sein. Hat Kunst nicht nur das Privileg, sondern auch die Aufgabe, sich kritisch mit ihrer Umgebung auseinanderzusetzen und in ihrer Unbestimmtheit zum Nachdenken anzuregen? Dabei geht es nicht um moralische Stellungnahmen, sondern gerade ihr potenziell offener Charakter, der sich in den Formen der Künste zeigt, spielt dabei eine herausgehobene Rolle. Dass diese Formen potenziell als gefährlich eingestuft werden, zeigt nicht nur unsere Vergangenheit, sondern auch gegenwärtige autoritative Systeme versuchen immer wieder diese Offenheit der Kunst zu unterbinden. Freiheit der Kunst bedeutet aber auch, sie von konkreten Zwecken zu entkoppeln. Kunst muss weder gefallen, erklären, noch irgendetwas richten. Nur so kann sie ihren übergeordneten Sinn und ihr demokratieförderndes Potenzial entfalten. Nur so kann sie irritieren, provozieren, kritisieren, Begegnungs- und Gesprächsräume eröffnen. Gerade durch ihr freies Spiel mit der Form fordert sie zu einer Haltung heraus, stößt ethische Aushandlungsprozesse an, ohne dabei moralische Positionierungen vorzunehmen.So gesehen lebt Demokratie vom offenen künstlerischen und kulturellen Diskurs, der auch Gegensätze und Kontroversen aushält. Als Ort des Experimentierens oder Medium der Kommunikation trägt Kunst dazu bei, das Leben in einer Gesellschaft vielfältiger zu machen, Ambiguitäten auszuhalten und Diversität sichtbar zu machen. In diesem Sinne können die Künste als gesellschaftliches Laboratorium verstanden werden.Diese und andere Fragen werden in offener und geschlossener Runde bei den diesjährigen Augsburger Gesprächen zu Literatur, Theater und Engagement diskutiert, die vom 23.-25. Juli 2024 stattfinden. Das Seminar versteht sich als Vorbereitung zu den Gesprächen, deren Mitwirkung ein Pflichtteil des Seminars darstellen. In dem Zusammenhang besteht die Möglichkeit des intensiven Austausches mit den eingeladenen Schriftsteller*innen, Musiker*innen und Theaterschaffenden. Für dieses Jahr haben bereits fest zugesagt: Raphaela Bardutzky, Shida Bazyar, Thomas Brussig, Franz Dobler, Joshua Groß, Michael Jordan, Daniel Kahn, Burhan Quarbani, Barbara Yelin.


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hörinsblauBy schauinsblau