Scheingefechte

#35 - Der Faschismus nach Stanisław Lem


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Nikita und ich sprechen in dieser Folge über Stanisław Lems 1980 erschienenes Buch "Provokation". Es ist ein literarischer Versuch, Gründe für die massenhafte Vernichtung von Menschen seitens der Nationalsozialisten zu finden. Unsere 3 wichtigsten Punkte, die wir daraus entenhmen:

  1. Faschismus kreiert die Illsuion historischer Mission. Diese Idee rechtfertigt jede Gewalt gegenüber denen, die scheinbar ein Hindernis dieses Auftrages sind.
  2. Faschismus bedient sich archetypischer Symbolik. Diese fordert, dass wer einmal als das absolute Böse identifiziert wurde, auch unter grausamen Umständen auszulöschen ist.
  3. Faschismus zelebriert die Rückkehr des Todes in die säkuklarisierte Gesellschaft. Er setzt das 'realistische' Weltbild durch, dass es letztlich nur Freunde und Feinde gibt - dementsprechend gibt es keine Werte und Ideale. Es gilt dieser Logik entssprechend den Tod in seiner Allmacht als den letzten Schiedsrichter anzuerkennen und zu bejahen.
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ScheingefechteBy Robin Sluk, Nikita Siverts