Prof. Dr. Christian Rieck

356. ADAC will höhere Spritpreise. Was steckt dahinter? - Prof Rieck


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Interview mit dem ADAC:

https://www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/sprit-teurer-machen-adac-wirbt-fuer-co2-preis-4965313

Die 36 Strategeme der Krise:

Print: https://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B089CZ3Y6R/ref=nosim/christianriec-21
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WEITERE INFORMATIONEN VON TEAM RIECK:

Die Debatte um die Neupositionierung des ADAC ist ein lehrreiches Beispiel für die spieltheoretische Analyse institutioneller Transformation. Um scheinbar widersprüchliche Positionen zu verstehen, müssen die Anreizstrukturen betrachtet werden, die Mitglieder und Führungseliten steuern.

Exit, Voice und Loyalty

Nach Albert O. Hirschman stehen unzufriedene Mitglieder vor drei Optionen: Exit (Austritt), Voice (interner Widerspruch) und Loyalty (Loyalität). Exit sendet ein starkes Signal, eliminiert aber jeden Einfluss. Voice ist kostspielig, Loyalty stabilisiert bestehende Machtverhältnisse. Strategisch kann eine Führung den Exit unbequemer Kritiker sogar begünstigen, um internen Widerstand zu reduzieren.

Marsch durch die Institutionen

Was als ideologische Unterwanderung erscheint, folgt oft einer Opportunitätslogik: In Institutionen mit fremder Grundausrichtung ist die Konkurrenz um Führungspositionen geringer. So kann mit begrenzten Ressourcen disproportionaler Einfluss gewonnen werden.

Der pivotale Spieler und der Medianwähler

Macht entsteht dort, wo Pattsituationen entschieden werden. Wer sich nahe am gesellschaftlichen Median positioniert, bleibt verhandlungsfähig. Der Wandel des ADAC vom Autoclub zum Mobilitätsakteur folgt genau dieser Logik: Anschlussfähigkeit ist strategisch wertvoller als ideologische Reinheit.

CO₂-Bepreisung als Second-Best-Strategie

Die Unterstützung einer CO₂-Bepreisung ist weniger ideologisch als ökonomisch rational. Preismechanismen minimieren gesamtwirtschaftliche Vermeidungskosten und gelten oft als zweitbeste Lösung, um härtere Verbote zu verhindern und technologische Offenheit zu bewahren.

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