BIGthink

#36 Die persönliche Geschichte der wundervollen Susie Mehler


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Was ist ein Trauma?

  • Trauma kommt aus dem Griechischen und bedeutet Wunde
  • Trauma steht sowohl für körperliche Verletzungen, am bekanntesten ist das Schädel-Hirn-Trauma
  • Trauma kann aber auch eine Verletzung der Psyche sein
  • Unser Gehirn nimmt auf seinem täglichen Spaziergang Erlebnisse und Empfindungen auf und ordnet sie in unserem System ein.

    Vier Bereiche unseres Gehirns arbeiten dort harmonisch zusammen:

    • Thalamust; filtert wichtig von unwichtig
    • Amygdala; kreiert Gefühle zu den Erlebnissen
    • Hippocampus: Ereignisse werden zeitlich und geografisch zugeordnet und die Reize bewertet
    • Großhirnrindet; speichert die Erlebnisse dann im Langzeitgedächtnis ab
    • Bei traumatischen Erlebnissen wird unser Gehirn mit Stresshormonen

      überflutet und quasi überhitzt. Dieses wirkt sich ungünstig vor allem auf
      den Hippocampus aus. Die Zusammenarbeit zwischen der Amygdala und
      dem Hippocampus ist gestört. Gefühlszustände, Bilder und körperliche
      Reaktionen werden in der Amygdala gespeichert, das vollständige
      Zuordnen des Erlebten im Zusammenhang mit der äußeren Realität kann
      im Hippocampus jedoch nicht stattfinden.
      Für die Verarbeitung des Traumas ist es notwendig, dass das traumatische
      Ereignis in einen Gesamtzusammenhang eingeordnet werden kann. Erst
      dann kann sich die Einstellung entwickeln „es ist vorbei und ich habe es
      überlebt.
      Über Wochen nach meinem Trauma konnte ich nur maximal bis zum
      nächsten Tag denken: „Morgen geht die Sonne wieder auf.“ Ohne
      Bewertung, ob das jetzt akut als gut oder schlecht ist. Ich wusste, ich muss
      essen, trinken, atmen. Viel mehr war anfangs nicht drin.
      Laut Studien machen weltweit ungefähr 75% der Bevölkerung im Lauf
      ihres Lebens eine traumatische Erfahrung. Jedoch entwickeln nicht alle,
      die ein traumatisches Ereignis erlebt haben, auch eine
      Traumafolgestörung. Bei nur etwa einem Viertel der Betroffenen tritt nach
      dem traumatischen Ereignis eine Traumafolgestörung

      Tipp von Susie für Außenstehende: Habt nicht die Erwartungshaltung, dass es

      irgendwann wieder „gut“ sein muss – denn das muss es nicht. Das
      Trauma gehört zu dir bis zum Rest deines Lebens. (ich habe nur eine
      Handvoll Leute, bei denen ich weiß, ich kann über den Unfall und
      Olivia früher und jetzt sprechen. Der Rest hat es leider nicht verstanden.

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      BIGthinkBy Berit Becker und Inga-Gesine Horchler

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