Less Of The Same X GGK

#3/8: Kunst, Algorithmen und Authentizität


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Deborah Sengl über Authentizität, Provokation, Kunstfreiheit und warum wir mehr Reibung statt „more of the same“ brauchen.

In dieser Folge von „Less of the Same“ sprechen wir mit der Wiener Künstlerin Deborah Sengl über Kunst, Algorithmen und die gefährliche Monokultur des Immergleichen. Es geht um die Frage, wie Social Media, Plattformisierung und Personalisierung unsere Wahrnehmung glätten – und warum gerade Kunst dieses Gleichförmige radikal durchbrechen muss.

Deborah Sengl arbeitet seit rund 25 Jahren als Künstlerin und ist bekannt für ihren unverwechselbaren Stil zwischen Maskerade, Tierköpfen, scharfem Humor und politischer Schärfe. Sie erzählt, warum sie digitale Plattformen gleichzeitig als Verstärker und Gleichmacher erlebt, wie Algorithmen „Repetition als Innovation verkleiden“ und weshalb sich unsere Feeds oft wie eine visuelle und inhaltliche Monokultur anfühlen.

Wir sprechen über:
  • Authentizität statt Kalkül: Warum sie strikt nur das macht, was sie innerlich für notwendig hält – und nie zuerst an Verkäuflichkeit denkt.
  • Kunst und Marke: Wie man sichtbar wird, ohne sich zur Marke zu verbiegen, und warum Authentizität am Ende selbst zur Marke wird.
  • Social Media für Künstler:innen: Wie sie Instagram pragmatisch und gerne als Marketingtool nutzt und warum sie alles selbst macht.
  • Provokation und Missverständnisse: Vom gekreuzigten Huhn als Kommentar zur Massentierhaltung bis zum „Wolf-Priester“ und den Reaktionen, Shitstorms und Ausladungen, die darauf folgen.
  • Kunstfreiheit und Zensur: Ihre Sorge, dass politischer Druck, Fördereinschnitte und Angst vor Kontroversen die Freiheit der Kunst schrittweise einschränken.
  • Deborah Sengl beschreibt Kunst als „kreative Reaktion“ auf eine Welt, die sie als hart, bedroht und von multiplen Krisen geprägt erlebt. Sie sieht ihre Aufgabe darin, unbequeme Themen sichtbar zu machen – von Krieg über Missbrauch in Institutionen bis hin zu Flucht – und dennoch mit handwerklicher Präzision und einem klaren Sinn für Humor zu arbeiten, damit Menschen überhaupt hinschauen.

    Ein zentrales Motiv der Folge ist Reibung: Warum echter Diskurs, Grautöne und Zuhören immer seltener werden und wie Social Media, Polarisierung und das ständige „Senden ohne Zuhören“ unsere Gesellschaft spalten. Wir sprechen über Aktivismus, Canceln, die Angst vor Missverständnissen und darüber, warum es gefährlich wird, wenn nur noch harmlose, unpolitische Kunst gefördert wird.

    Außerdem geht es um:
    • Neugier als kreative Superkraft und warum Sengl ständig neue Medien, Themen und sogar Sportarten ausprobiert.
    • Unterschied zwischen künstlicher und künstlerischer Intelligenz – und warum sie sich von KI in ihrer Kunst nicht bedroht fühlt.
    • Einsamkeit im Atelier, Selbstzweifel, Perfektionismus und den Moment, in dem ein Bild mit einem Punkt wirklich fertig ist.
    • Mehr zur Reihe „LOTS – Less of the Same“ und weitere Folgen findest du auf der Website.

      **Danke fürs Zuhören! **

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