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#39 hörinsblau - Mateja Meded - Augsburger Gespräche 2025


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Augsburger Gespräche zu Literatur, Theater und Engagement


#Frieden bewahren


Mateja Meded, geboren in Jugoslawien und seit 1992 in Deutschland ist Schauspielerin, Autorin, Regisseurin und Filmemacherin. Bereits während ihres Studiums an der Filmuniversität Babelsberg war sie Teil des Ensembles im Maxim Gorki Theater Berlin und wirkte dort am vielfach ausgezeichneten Stück "Common Ground" mit.
2018 wurde sie als beste Schauspielerin beim Socially Relevant Film Festival in New York nominiert und 2021 wurde eine ihrer Videostallationen auf der Architektur Biennale in Venedig gezeigt. Derzeit arbeitet sie an der Filmtrilogie "Hack the System" und setzt sich in ihrer künstlerischen Arbeit mit Themen wie Flucht, Politik und Migration auseinander.



Augsburger Gespräche 2025

Der Zerfall des Vielvölkerstaats Jugoslawien und die sich anschließenden kriegerischen Auseinandersetzungen im Südosten Europas haben die 1990er Jahre stark geprägt. Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik nahm die Bundeswehr nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder aktiv an einem Krieg teil. Welche Auswirkungen hatte dies auf das gesellschaftspolitische Selbstverständnis des Landes, wie ging und geht man im Zuge dessen mit Fragen der Schuld und Verantwortung um und spiegeln sich diese Fragen in den jeweiligen Künsten wider?30 Jahre nach dem Abkommen von Dayton, der Partnerstadt Augsburgs, sind diese Fragen aktueller denn je. Die schrecklichen kriegerischen Auseinandersetzungen und die damit verbundenen schwersten Menschenrechtsverletzungen scheinen fast in Vergessenheit geraten zu sein. Gerade vor dem Hintergrund aktueller anderer kriegerischer Auseinandersetzungen, muss daher umso mehr gefragt werden, wie kann Frieden nachhaltig gelingen und wie kann produktiv mit einer ethnischen und religiösen Vielfalt umgegangen werden? Welche kulturellen Einflüsse haben Deutschland seit dem Ende des Bosnienkrieges also geprägt, welche Möglichkeiten und Formen des Austauschs wurden gefunden, um mit den Menschen aus so unterschiedlichen Ländern in Verbindung zu treten? Wie sieht vor diesem Hintergrund eine gelungene Integration aus und wo finden sich aber auch Assimilationsprozesse, die die jeweils eigenen Kulturen in den Hintergrund drängen?Welche Folgen haben Flucht und Vertreibung und wie prägen diese die deutsche Gesellschaft seit der Mitte der 1990er Jahre? Und schließlich, welche Idee von Europa wurde seitdem entwickelt, denn während Slowenien und Kroatien den Weg in die Europäische Union gefunden haben, nehmen die Spannungen zwischen Serbien und dem Kosovo wieder zu und auch in Bosnien und Herzegowina steht der gesellschaftliche Frieden erneut auf dem Spiel. Welches Verständnis von gesellschaftlicher Identität prägt sich dadurch aus, wie wird das eigene und das fremde Land wahrgenommen und wo sind die Orte, an denen diese Dinge ausgetragen werden?Diese und andere Fragen stehen im Mittelpunkt der achten Augsburger Gespräche zu Literatur, Theater und Engagement zu der insgesamt zehn Schriftsteller*innen, Theaterleute, Musiker*innen und Künstler*innen eingeladen werden, um sich gemeinsam mit einer Gruppe von Studierenden in geschlossener und offener Runde auszutauschen. Diskutiert wird u.a., inwiefern die jeweiligen nationalen, historischen und kulturellen Hintergründe die eigene künstlerische Position mitgeprägt haben, inwiefern Erfahrungen der Migration, der Fremd- und Andersheit zur Veränderung der eigenen künstlerischen Sichtweise geführt haben und schließlich ob und in welcher Weise die Idee eines Vielvölkerstaates ihren Niederschlag im künstlerischen Schaffensprozess findet.

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hörinsblauBy schauinsblau