Bianca Prommer [00:00:00]:
Vier Check-In Übungen, die ich in keinem Training bzw. Workshop mehr missen möchte. Hör auf jeden Fall in diese Folge rein und hol dir Inspiration für dein nächstes Event. Hallo und herzlich willkommen in einer neuen Folge von Veränderung einfach machen. Ich bin dein Host und deine Gastgeberin Bianca Brommer und ich begleite ja seit vielen, vielen Jahren Unternehmen dabei innovativer, agiler und vor allem veränderungsfähiger zu werden. Und dabei moderiere ich viele Teamklausuren, Workshops, Kreativitätstrainings, also viele Events, wo Menschen zusammenkommen, etwas Neues lernen, sich austauschen und dann neue Ideen entwickeln. Und für mich sind Check-in-Übungen ganz, ganz essentiell. Und heute habe ich dir vier ganz konkrete Check-in Übungen mitgebracht, die auch du sofort im nächsten Meeting, Training oder Workshop anwenden kannst.
Bianca Prommer [00:00:57]:
Ich persönlich, ich mag ja Check-in Übungen. Und ich komme ja gerade aus einem Design Thinking Training, also ich bilde ja gerade intern in einem Unternehmen Design Thinking Moderatorinnen und Moderatoren aus. Und da hatten wir schon das erste Modul, da habe ich ja auch letzte Woche in der Folge KI in Trainings und Workshops schon darüber erzählt. Und jetzt hatten wir auch schon das zweite Modul, wo es wirklich Moderation geht. Und für mich sind diese Check-in-Übungen einfach so wichtig. Ich finde, dass diese Check-in-Übungen nämlich dazu führen, dass sich die Teilnehmenden, finde ich, einfach dann im Workshop oder im Training einfach besser einbringen können. Weil Check-in-Übungen bereiten quasi den Boden vor, die streuen so den Samenkörnchen, damit dann hier wirklich was wachsen kann. Also ohne Check-in-Übung gibt es für mich keinen Workshop und kein Training mehr.
Bianca Prommer [00:02:00]:
Und das hat mehrere Gründe. Eine gute Check-in-Übung sorgt für mehr Offenheit und mehr Vertrauen. Und damit trauen sich Menschen dann ja auch andere Dinge auszusprechen. Gerade wenn es einen Ideen-Workshop geht, dann finde ich es so wichtig, dass da einfach eine Atmosphäre geschaffen wird, wo Menschen das Gefühl haben, auch alle Ideen aussprechen zu dürfen. Ich finde es auch wichtig, Check-in-Übungen zu machen, dass sich Teilnehmer wohlfühlen, dass sie sich aktiv einbringen wollen. Und auch, damit sie sich kennenlernen, auch wenn sie sich schon kennen, dennoch vernetzen, dass einfach die Stimmung besser wird. Und auch wenn es beispielsweise mal angenommen du fangst 10 Uhr an und es war jemand schon zwei Stunden im Unternehmen, hat Telefonate geführt, E-Mails beantwortet, etwas gearbeitet, dann auch im Training anzukommen, diesen Raum zu geben, okay, jetzt bin ich da und jetzt kann ich mich voll und ganz auf diese Inhalte konzentrieren. Und deshalb, ich finde es wirklich so wichtig, dass wir hier den Raum für solche Check-In-Übungen bieten.
Bianca Prommer [00:03:09]:
Und da gibt es hier ganz, ganz viele Möglichkeiten, wie man hier an die Sache rangehen kann. Und ich möchte dir hier heute vier Ideen mitgeben, die ich verwende. Idee Nummer eins ist die Mad Tea Party aus den Liberating Structures. Das ist eine neue im Test befindliche Liberating Structure, die einfach großartig geeignet ist, auch für Check-ins. Die Matty Party, da gibst du quasi verschiedenste Satzanfänge bzw. Fragen rein, die Menschen dann miteinander diskutieren. Und zwar so, dass du zwei Kreise hast. Du hast einen Innenkreis und einen Außenkreis und es stehen sich immer zwei Personen gegenüber.
Bianca Prommer [00:03:57]:
Und dann gibst du einen Satzanfang oder eine Frage rein, gibst Ihnen kurz Zeit, das zu besprechen, zu diskutieren. Dann wechseln die Personen, dann habe ich einen neuen Gesprächspartner, eine neue Gesprächspartnerin, da wird die nächste Frage reingegeben. Da gebe ich dann so Dinge rein, worauf ich heute wirklich stolz bin. Das war das schönste Erlebnis in dieser Woche. Also auch sehr positive Dinge. Du kannst natürlich auch themenspezifische Dinge reingeben, wie zum Beispiel das bedeutet Design Thinking für mich, weil ich gerade über das Design Thinking Training gesprochen habe. Das bedeutet XY für mich. Die Chance, die ich darin sehe, ist, also du kannst so ganz unterschiedliche, auch themenspezifische Phrasen reingeben, aber auch, ich sage dir immer gerne für, ja, auch schöne Momente, also wirklich worauf bist du stolz, was ist dir diese Woche gut gelungen, was war der schönste Moment, wofür möchtest du danke sagen, also da gibt es ganz ganz tolle Möglichkeiten.
Bianca Prommer [00:05:00]:
Möglichkeiten. Die zweite Übung kommt aus Training from the back of the room. Das ist ein Konzept, wo es darum geht, dass du nicht im Frontalvortrag machst, sondern wie du auf eine sehr interaktive, beteiligende Art und Weise Inhalte vermittelst. Und da gibt es die stehende Umfrage. Und die stehende Umfrage führe ich auch regelmäßig durch. Ich habe eine Pinnwand und da sind Moderationskärtchen drauf mit unterschiedlichen Fragen. Also und jeder Teilnehmer nimmt sich eine Frage runter. Da steht zum Beispiel, ich habe ein Training zum Thema Geschäftsmodelle für Firmenkundenberater in einer Bank.
Bianca Prommer [00:05:43]:
Und dort steht zum Beispiel drauf, was verstehst du unter einem Geschäftsmodell. Oder auf einem anderen Kärtchen steht drauf, das ist das verrückteste Geschäftsmodell, das ich jemals gehört habe. Oder dieses Geschäftsmodell eines Firmenkunden ist gescheitert, weil. Also ganz, ganz unterschiedliche Dinge, aber schon auf das Thema bezogen. Und dann schnappt sich jeder so ein Kärtchen mit seiner Frage und sucht sich in den nächsten 12 bis 15 Minuten mindestens drei Personen, die sie diese Frage stellt und merkt sich die Antworten. Ich gehe dann noch einmal kurz in die Reflexion, stelle diese Fragen und höre mir diese Antworten an. Damit erfahre ich nämlich auch schon, welche Erfahrungen haben die Teilnehmenden mit diesem Thema gemacht. Also eine ganz, ganz wunderbare Technik.
Bianca Prommer [00:06:31]:
Ja, damit kommen wir zur Übung Nummer 3 und zwar das Manual Me. Das Manual Me ist eine Vorlage, also quasi die Gebrauchsanleitung, wie du mit mir zusammenarbeiten kannst. Ich drücke das dann meistens in A3 aus und dann kann man dann draufschreiben, hallo ich bin, dann schreibe ich den Namen drauf, dann kann man noch eine Skizze von sich machen und dann schreibt man zum Beispiel, sind dann so Felder drauf wie, was du über mich wissen solltest, mit mir gut zusammenzuarbeiten zu können. Oder da steht so etwas drauf wie, meine drei Stärken im Job sind. Dabei kann ich helfen. Du kannst hier auch wirklich je nach Thema wieder ein bisschen auch spezifischer werden und sagen, okay, zum Beispiel, wenn es Zusammenarbeit geht, das nervt mich in der Zusammenarbeit, zum Beispiel jetzt. Also du kannst dir wirklich eine Gebrauchsanleitung für den Umgang, für die Zusammenarbeit mit dir schreiben lassen. Auch eine schöne Möglichkeit, die ich beispielsweise in Teamklausuren regelmäßig verwende.
Bianca Prommer [00:07:41]:
Und die vierte Technik, die ich dir heute mitgeben möchte, ist das sogenannte Kennenlern-Bingo. Das Kennenlern-Bingo ist auch so ein Worksheet, das ich quasi vorbereite und da sind so Dinge drauf wie, isst lieber Pizza Prosciutto als Pizza Salami oder trägt lieber Turnschuhe als Sneakers oder war schon mal in Paris. Ja, so ganz ganz unterschiedliche Dinge stehen da drauf und dann die Teilnehmenden dürfen dann einfach durch den Raum gehen und finden Personen, wo sie glauben, dass das zutrifft. Also gehe ich dann quasi auf den Max zu und sage, Max, ich glaube, du isst lieber Pizza Prosciutto als Pizza Salami. Und der Max sagt dann entweder ja oder nein. Und dann kann ich dieses Feld mal abhacken. Und im besten Fall, also das mache ich dann mit mehreren Personen, also ich gehe nicht zu einer Person hin und sage, so was stimmt da alles, sondern ich gehe bewusst mit einem Ding hin und sage, ja, das ist quasi das, was ich glaube, dass das auf dich zutrifft. Und wenn dann eine Reihe, eine Diagonale fertig ist, fertig abgehackt ist, dann schreibt man Bingo, dann kann man auch noch einmal einen Preis verlosen, ja, völlig egal.
Bianca Prommer [00:08:57]:
Aber es ist so spannend, immer diese Energie im Raum zu sehen. Egal, was ich von diesen vier Techniken mache, da wird miteinander gesprochen, da wird miteinander gelacht. Also da ist wirklich ein erstes gemeinsames Erlebnis da und das finde ich einfach ganz ganz wunderbar. Also wir hatten jetzt vier ganz konkrete Check-in Übungen. Die Mad Tea Party, die stehende Umfrage, das Manual Me und das Kennenlernen Bingo. Das sind wirklich aktuell meine vier absoluten Lieblingsübungen und ich bin es neugierig, welche dieser Methoden oder Techniken wirst du als nächstes ausprobieren? Schreib mir dazu gerne eine Nachricht auf LinkedIn. Ich bin gespannt, was du ausprobieren wirst und ja dann gibt es es gleich die Ankündigung für nächste Woche. Nächste Woche geht es nämlich die Frage, wie kann ich eine Mitarbeitendeninformation gestalten, wenn ich dort einen anstehenden Transformationsprozess ankündige.
Bianca Prommer [00:10:03]:
Es ist die Frage von einer Hörerin hier aus dem Podcast, die mich gefragt hat, Bianca, wir haben eine Mitarbeiterin-Info, dort geht es einen Change-Prozess. Wie kann ich das gestalten, ohne dass da jemand jetzt einfach nur Informationen bekommt? Und darüber spreche ich in der nächsten Podcast-Folge. Also am besten gleich abonnieren, damit du die Folge nicht versäumst. Und jetzt bleibt mir eigentlich nur noch eins zu sagen, hör auch beim nächsten Mal wieder rein, wenn es darum geht Veränderung einfacher zu machen und vor allem auch in die Umsetzung zu kommen. Ciao, ciao!