Der 6. Mai 2002 bildete für die Niederlande eine Zäsur in der politischen Landschaft unseres Nachbarlandes, mehr noch als die Terror-Anschläge vom 11. September 2001 in den Vereinigten Staaten. Zum ersten Mal nach dem Nationalgründer Willem van Oranien wurde mit Pim Fortuyn ein Politiker Opfer eines Mordanschlags durch einen Umweltaktivisten. Dieses Ereignis hat die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in den Niederlanden nachhaltig verändert. Die wenige Tage später erfolgten Parlamentswahlen ergaben eine erdrutschartige Veränderung in der Zusammenstellung der Zweiten Kammer und in Folge dessen eine neue Regierungskonstellation unter der Führung des Christdemokraten Jan Peter Balkenende, der dann insgesamt acht Jahre in wechselnder Koalitionen Premier der Niederlande war. Es waren turbulente Jahre, in denen Balkenende bemüht war, das Land innen- und außenpolitisch auf Kurs zu halten. Über dieses erste Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts in den Niederlanden und über die Bilanz der Balkenende-Ära hat der Münsteraner Historiker Friso Wielenga ein überaus lesenswertes und aufschlussreiches Buch veröffentlicht. Prof. Dr. Friso Wielenga, war bis vor wenigen Jahren Direktor des Zentrums für Niederlande-Studien der Universität Münster. Friso Wielenga, Auf der Suche nach Stabilität. Die Niederlande während der Balkenende-Jahre 2002-2010. Unter Mitarbeit von Markus Wilp und Kees van Paridon. Aus dem Niederländischen übersetzt von Gerd Busse und Annegret Klinzmann. Münster: Waxmann 2023