Dr. Johannes Hartl, Augsburg.
In Stichworten 7 mögliche Anzeichen, dass man manipuliert wird:
1. Körpersignale
2. Kontrollverlustsgefühl
3. Man lebt nicht nach den eigenen Werten
4. Man kann nicht sagen, wie es einem selbst geht
5. Verlust regelmäßiger spontaner Lebensfreude
6. Gefühl, benutzt zu werden und wertlos zu sein
7. Man sagt nicht mehr, was man wirklich denkt
Kernfrage, um die Quelle der Manipulation zu erkennen:
„Zu wem oder wozu kann ich nicht mehr nein sagen?“
Die Antwort darauf gibt an, wodurch oder von wem man manipuliert wird.
Wahre Freiheit erkennt man daran, ob man noch frei ist, nein zu sagen.
Grundlegend:
Emotionen anderer stecken an und haben manipulatives Potential („emotionale Erpressung“, z. B. auch durch Tränen).
7 Methoden zur Manipulation:
1) Emotionale Erpressung. Emotionale Erpressung kann bewirken, dass man seine Souveränität verliert.
2) Blockieren. Blockade des Gesprächsflusses, weil man zu einem Punkt nicht bereit ist, man keine Argumente hat, man keine Antwort geben will oder den anderen extra nicht verstehen möchte. Man sabotiert damit Gespräche, die immer davon leben, dass man den anderen verstehen möchte.
3) Beschuldigen. Dem Gegenüber ein schlechtes Gewissen machen. Oft durch Beschuldigungen, z. B. „Du bist doch egoistisch“ oder „…klar, Sie sind ja immer gegen alles“ oder „jeder halbwegs Vernünftige sieht doch ein, dass“.
4) Gewalt oder Gewaltandrohung (nicht nur körperlich, sondern auch verbal im Sinne verschiedenster Drohungen etwa).
5) Schmeichelei. Geschenke. Verführendes (auch sexuell zur körperlich-erotischen Bindung einer Person an einen).
6) Autoritätsjoker. Etwa „alle Wissenschaftler sind sich einig, dass“ oder „Der Chef sieht das genauso“ oder „Der Herr hat mir gesagt, dass“ (= geistlicher Machtmissbrauch).
7) Übermäßige Exklusivität. Wenn eine Person exklusiven Anspruch auf einen erhebt, sodass es für sie so ist, als ob man ihr gehöre.
Man kann auch eine Leiterschaftsphobie entwickeln, wenn man einmal manipuliert wurde, sodass man jede legitime Autoritätsausübung als Manipulation wahrnimmt. Offene Kommunikation kann dann helfen.
Wenn man Gott nicht an die erste Stelle setzt, wird man unfrei, weil man sein Herz an etwas Anderes oder jemand Anderen hängt. Kontrolle saugt Leben aus, Freiheit schenkt Leben.
Schritte heraus aus der Manipulation:
1 Die eigene Verantwortung anerkennen, wo man Anteil daran hatte, dass man manipuliert wurde.
2 Grenzen ziehen (anhand eigener Werte) und durchhalten.
3 Klar und ruhig kommunizieren (z. B. auch durch Rückfragen).
4 Sich um das eigene Herz kümmern. Grundbedürfnisse erfüllen.
7 Anzeichen, dass man zu Manipulation neigt
1 Wenn man genießt, Befehle zu erteilen
2 Wenn man davon träumt, andere ändern zu können.
3 Wenn man andere Empfindungen/Meinungen nicht aushält.
4 Wenn man keine starken, selbstsicheren Menschen mag (die man nicht gut manipulieren kann).
5 Wenn man Angst hat, dass die andere Person andere Beziehungen neben der zu einem selbst hat (Freunde von Kindern, Freunde von Beziehungspartnern etc).
6 Wenn man das Gefühl hat, die andere Person schulde einem etwas.
7 Wenn man sich übermäßig für eine andere Person verantwortlich fühlt.
Kontrolle ist eine Illusion.