Warum deine Kursplattform kein perfektes Design braucht
Es gibt diesen einen Moment im Aufbau einer WordPress-Kursplattform, den ich selbst gut kenne. Du sitzt an deiner Startseite, schaust dir eine andere Website an – vielleicht von einem Plugin-Hersteller, vielleicht von einem Kursanbieter, den du schätzt – und denkst: Warum wirkt meine Seite nie so aufgeräumt? So professionell? So fertig?
Ich habe mir diese Frage selbst gestellt. Und ich habe eine Weile gebraucht, bis ich gemerkt habe, dass die Frage selbst das Problem ist.
Der Vergleich, der in die Irre führt
Was wir sehen, wenn wir auf professionell gestaltete Websites schauen, ist immer das Endprodukt. Nie der Weg dahin. Nie, wie viele Anpassungen, wie viel Zeit, wie viele spezialisierte Leute dahinterstecken. Große Unternehmen und Agenturen beschäftigen Menschen, die sich ausschließlich um das Design kümmern – nichts anderes. Wir als Solo-Aufbauer einer Kursplattform machen gleichzeitig Technik, Inhalte, Marketing, Struktur und Design. Das ist ein fundamental anderer Ausgangspunkt.
Dazu kommt: Im Zeitalter von KI und tausenden Templates wirkt fast jede Seite auf den ersten Blick ordentlich. Aber das ist Oberfläche. Was darunterliegt – Struktur, Klarheit, ein System, das funktioniert –, das ist eine andere Frage.
Was Webdesign wirklich ist
Ich habe großen Respekt vor Webdesignern. Wer wirklich im Webdesign arbeitet, denkt in Farbharmonien – nicht einfach in hell und dunkel. Der achtet auf Typografie, auf die Komposition einer Seite, auf die Wirkung von Weißraum an bestimmten Stellen. Der weiß, warum ein Button an einer bestimmten Stelle sitzt und nicht zwei Zentimeter weiter oben. Das ist ein Handwerk, das jahrelange Erfahrung braucht.
Das werden wir nicht in ein paar Monaten adaptieren. Und wir sollten es auch nicht versuchen.
Was ich damit meine: Es gibt einen Unterschied zwischen dem, was ein Webdesigner macht, und dem, was wir für unsere Kursplattform brauchen. Beides ist real. Aber es ist nicht dasselbe.
Was deine Kursplattform wirklich braucht
Denk mal an dein Lieblingsrestaurant. Hat es die schönste Speisekarte der Stadt? Wahrscheinlich nicht. Bei meinem Lieblings-Sushi-Restaurant ist die Karte schlicht, alt, und nicht besonders aufregend. Aber das Essen ist so gut, dass die Karte völlig irrelevant ist. Ich bekomme alle Informationen, die ich brauche – was es gibt, wie viel, was es kostet. Mehr braucht diese Karte nicht zu leisten.
Genauso ist es mit deiner Kursseite. Was sie leisten muss: klar erklären, was du anbietest, den Interessenten mit den richtigen Informationen versorgen, und ihn am Ende zu einer Entscheidung führen – ob das ein Kauf ist, eine Newsletter-Anmeldung oder ein anderer Call-to-Action. Wenn das funktioniert und das Design dabei schlicht und einheitlich ist, schlägt das jede visuell aufwändige Seite mit Scroll-Animationen und Hover-Effekten.
Zugänglichkeit und Lesbarkeit – das ist die Messlatte. Nicht ausgefallene Schönheit.
Das wiederverwendbare System
Ich habe selbst eine Phase gehabt, in der ich unzählige Templates durchgeschaut habe. Hier was herausgezogen, da getestet, dort ein Template gekauft, wieder verworfen. Irgendwann habe ich aufgehört.
Nicht weil ich aufgegeben habe, sondern weil ich die Frage anders gestellt habe: Was brauche ich wirklich, um eine Seite zu bauen, die meinen Besucher gut führt? Ich habe dann meine definierten Klassen und Variablen im Bricks Builder einmal grundlegend aufgeräumt – alles gelöscht, was ich nicht brauche, alles strukturiert, was ich immer wieder verwende.
Was dabei vorgefallen ist: Ich habe aufgehört, bei jeder neuen Seite von vorn anzufangen. Für Landingpages und Anmeldeseiten brauche ich heute ein oder zwei Templates. Die verwende ich immer wieder. Das spart keine Stunden – das spart Tage an wiederholender Arbeit, die für mich selbst und dem Sinn und Zweck meiner Seite keinen Mehrwert im Aufbau bietet – in Relation zu den Aufgaben, wo meine Zeit viel besser investiert ist.
Die eigene Zeit in ein funktionierendes eigenes Template ist eine mehr oder weniger einmalige Investition. Und selbst wenn sie eine oder zwei Wochen dauert: Diese Zeit bekommst du später mehrfach zurück.
Was du dafür wissen musst – und was nicht
Kein tiefes CSS-Wissen. Kein pixelperfektes Designauge. Was du brauchst, ist überschaubar:
Wie du Abstände so definierst, dass eine Seite weder zu eng noch zu luftig wirkt.Wie du eine hierarchische Struktur aufbaust – wichtig für SEO, aber vor allem wichtig dafür, dass ein Besucher versteht, wo er gerade ist und wo er als nächstes hinschaut.Wie du Schriften so einsetzt, dass sie gut lesbar sind – nicht zu klein, nicht zu dekorativ.Und wie du mit maximal zwei Hauptfarben und ein paar Abstufungen ein einheitliches Erscheinungsbild baust.Den Rest nimmt dir ein guter Page-Builder wie der Bricks Builder ab. Du entscheidest mit Logik, nicht mit Code.
Und der Designer?
Die Frage ist nicht, ob du irgendwann einen Designer holst. Die Frage ist eher, wann und wofür du ihn oder sie wirklich brauchst.
Wenn dein System steht, deine Plattform funktioniert, deine Kursteilnehmer gut durch den Kurs geführt werden – dann ist der richtige Moment, jemanden zu holen, der das Ganze mit einem individuellen gestalterischen Stil ausstatten kann. Das ist kein Widerspruch. Das ist eine sinnvolle Reihenfolge.
Tune nicht dein Auto, bevor der Motor läuft.