Agadez war mal ein Traumziel für Touristen: Wüste, Wind und Touareg-Romantik zogen westliche Urlauber in die Stadt im Zentrum des Staates Niger. Dann kamen Toureg-Rebellionen, Entführungen und Lösegelderpressungen. Die Sicherheitslage machte den Tourismus kaputt. Stattdessen wuchs ein neues Geschäft. Agadez ist zur Drehscheibe des Migranten-Transportes durch die Wüste Richtung Europa geworden. Etwa 120.000 Menschen werden pro Jahr durch die Stadt auf die Migranten-Routen geschleust. Die EU möchte das Schlepper-Geschäft eindämmen. Das wollen aber weder die Schlepper noch die Behörden von Agadez. Sie verfolgen ihre eigenen Interessen.