aus dem Gedichtband „V dalekij havani“ (Im fernen Hafen)
Viktoriia Sergiienko liest Gedichte von Ihor Katschurowskyj aus dem Gedichtband „Im fernen Hafen“, der 1956 erschienen ist. In seinen Gedichten erhebt sich der Dichter über den Alltag, rettet sich selbst durch Kunst und Schönheit – durch jenes Geistige, das den Menschen zum Menschen macht.
Ihor Katschurowskyj wurde am 1. September 1918 in der Stadt Nischyn in der Region Tschernihiw geboren. Seine Kindheit verbrachte er im legendären Kruty. Anfang der 1930er Jahre floh die Familie vor den Repressionen nach Kursk in Russland. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, nach einer kurzen Rückkehr nach Kruty, ging er nach Österreich, später nach Argentinien und von dort – gemeinsam mit seiner Frau – nach Deutschland, wo er zu einer der prägenden Stimmen von Radio Freiheit wurde.
In seinen Autorensendungen vermittelte er den Hörer*innen eine echte, unverfälschte Hierarchie der Werte, insbesondere literarischer und künstlerischer. Er bereitete mehr als zweitausend Radiosendungen vor und sprach sie selbst ein.
Ihor Katschurowskyj wurde bekannt als Autor zahlreicher Gedichtbände im neoklassizistischen Stil sowie als produktiver Übersetzer aus vielen Sprachen, darunter ausgewählte Werke von Francesco Petrarca und die Anthologie iberischer und iberoamerikanischer Lyrik „Der goldene Zweig“. Als Prosaautor schuf Ihor Katschurowskyj ebenfalls eine Reihe bedeutender Werke. Dazu zählen die Dilogie „Der Weg des Unbekannten“, der Roman „Das Haus über dem Abgrund“, die Erzählung „Der eiserne Kulak“ und andere. Für das Buch „Strahlende Silhouetten: Vorlesungen, Referate, Artikel, Essays, Studien“ erhielt Katschurowskyj im Jahr 2006 den Taras-Schewtschenko-Preis.
Ihor Katschurowskyj starb im 95. Lebensjahr am 18. Juli 2013 in München. Kurz vor seinem Tod verfasste er einen Testamentbrief, in dem er darum bat, auf dem Gelände des Familienanwesens im Dorf Kruty im Bezirk Nischyn beigesetzt zu werden, wo seine Kinderjahre vergangen waren. Am 22. November 2013 wurde sein letzter Wille erfüllt, und seine Asche feierlich in seinem Heimatdorf beigesetzt.
Moderation und Redaktion: Viktoriia Sergiienko
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