Freitag, 13. Februar
Die Neugier auf das, was sich zeigt, ist eine Grundhaltung des Focusing. Dabei geht es, vereinfacht gesagt, darum, auf die leisen Regungen des Körpers zu achten, die er mir zu einem bestimmten Thema zeigt, das mich bewegt. Mit einigen Freunden, die Focusing betreiben, habe ich mich diese Woche getroffen. „Focusing und christliche Spiritualität“, so hat sich der Kreis genannt. In der Bibel wird viel mit dem Körper gebetet. Da wird auf Herz und Nieren geprüft, der Atem stockt oder die Füße tanzen vor der Bundeslade. Mit dem Körper beten ist eine Form geistlichen Lebens. So wird der Körper zum Tempel, wie Paulus es sagt, zu einem Ort Gottes, HaMakom. So staunt Jakob, als er aufwacht und feststellt, „Hier wohnt Gott und ich wusste es nicht.“
Nicht immer, aber doch manchmal gesellt sich zur Neugierde das Staunen über das, was sich zeigt. Ganz ähnlich wie bei Jakob. Vielleicht magst du heute mit dem Körper beten: Die Schritte des Alltags, eine Bewegung auf Gott zu; der Atem ein Einschwingen in Gegenwart; mit dem Knurren des Magens warten; bewusst etwas verkosten … Auch so kann ein Psalm entstehen, dein Psalm dieses Tages. Nicht sicher, aber vielleicht erlebt er das Staunen über einen Gottesort.