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"Aus der Einsamkeit kommt die Grausamkeit. Alle Desinformationen heutzutrage kommen aus der Richtung, dass wir etwas verloren sind, dass wir unter einer Hypnosedecke liegen. Das alles bedeutet Hypnose. Aber ich wollte über Gutes und Böses, Schönheit und Hässlichkeit schreiben. Aber nicht in dieser schwarz-weißen märchenhaften Art."
Die tschechische Autorin Dora Kaprálová wurde für ihren Roman Die Mariborhypnose mit dem europäischen Literaturpreis 2026 ausgezeichnet. In dem Buch geht es um die Liebesgeschichte des Hypnotiseurs Leo Svengali und seiner Assistentin Elis, in die auch Marschall Tito verschossen ist, und um das 20. Jahrhundert – gesehen mit den Augen einer Stubenfliege in unserer Zeit. Dora Kaprálová nimmt uns mit in ihre Perspektive als mitteleuropäische Schriftstellerin und erzählt, wie ihr "raffiniertes Zeitporträt" (Irmtraut Gutschke, der Freitag) entstanden ist, "eine der originellsten Liebesgeschichten, die ich seit Langem gelesen habe" (Denis Scheck, ARD / Druckfrisch).
Dora Kaprálová wurde 1975 in Brno, Tschechien, geboren und lebt in Berlin. Ihre Arbeiten wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet, davon zweimal mit dem deutsch-tschechischen Journalistenpreis (2016, 2017). Ihr Kinderbuch Herr Niemand und die weiße Finsternis (Balaena-Verlag, 2023) stand auf der Shortlist für das beste tschechische Kinderbuch. Im gleichen Verlag erschienen bisher auch ihr Berliner Notizbuch (2019) und der Erzählband Inseln (2021). Bei mikrotext erhältlich sind Winterbuch der Liebe (2024) und ihr vielfach ausgezeichneter Roman Die Mariborhypnose (2026).
"Ich wusste sofort, dass ich über diesen Ort schreiben musste. Ich wusste, ich muss das auf Deutsch machen. Und es muss in diesem Container-Dorf loslegen: ein Heim an einem Ort, der ein Heim war für nichts, jahrhundertelang, ... ein Ort der machbaren Ideen, die nicht gemacht werden."
Ariel Magnus wurde 1975 als Enkel deutsch-jüdischer Einwanderer in Buenos Aires geboren. Er studierte in Deutschland und schrieb über Literatur und Kultur für verschiedene Medien in Deutschland (taz, Spiegel Online) und Lateinamerika. Zurück in Buenos Aires begann er, als literarischer Übersetzer aus dem Deutschen zu arbeiten und als Autor zu publizieren. Inzwischen hat er mehr als zwanzig Romane veröffentlicht, die zum Teil international ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt wurden, darunter auch ins Deutsche. Seit einigen Jahren lebt er wieder als freier Schriftsteller und literarischer Übersetzer in Berlin. Die Verbliebenen vom Tempelfeld ist der erste Roman, den er direkt auf Deutsch geschrieben hat.
„Christiane Frohmann hat sich einen großartigen feministischen Scherz in Literatur erlaubt.“
Christiane Frohmann, geboren 1969, lebt in Berlin und in Italien. Sie studierte Literaturwissenschaften, Philosophie und Germanistik an der Freien Universität Berlin und an der Yale University, New Haven. Frohmann publiziert plattformübergreifend und vermischt die Rollen von Verlegerin, Autorin und Netzaktivistin. Ihr Stil ist persönlich, analytisch und von Optimismus geprägt. In Vier Wochen unternimmt sie den Versuch, das „instantane Schreiben“, das sie in Social Media entwickelt hat und in dem Leben, Reflexion und Literatur zusammenfließen, offline zu simulieren. Von ihr erschienen zuletzt Präraffaelitische Girls erklären das Internet, Präraffaelitische Girls erklären Hexerei, Präraffaelitische Girls erklären Demokratie (Frohmann Verlag).
„Warum ist auf Zypern der Krieg noch präsent? Es gibt immer noch eine Grenze zwischen der türkischen und griechischen Seite."
Mit der britischen Autorin Katerina Vasililou saß ich in St. Pauli auf einem Sofa und sie erzählte mir von den Prägungen in ihrer frühen Kindheit: Nationalismus und Nachwirkungen von Krieg. Im Sommer war sie oft auf Zypern, wo ihr griechischsprachiger Vater herkommt. Warum sie nun das Memoir Komm, Komm über das Leben in verschiedenen Kulturen geschrieben hat, darüber, wie der Zypernkonflikt ihre Familie geprägt hat, und was eigentlich Staatsbürgerschaften für das eigene Leben bedeuten. „Ich will einen Teil meiner Identität wiederhaben." Katerina Vasiliou
Katerina Vasiliou ist in London aufgewachsen und lebt in Hamburg. Auszeichnungen: Scottish Book Trust New Writers Award (2010), Longlist für den Mslexia Novel Prize (2015). Ihr Debüt, das Memoir Komm, Komm stand auf der Shortlist für den First Pages Prize 2024.
Im Juni läuft eine Crowdfunding-Kampagne für Komm, Komm, wo man unter anderem einen Online-Writing-Workshop zum Memoir-Schreiben buchen kann.
„Vielleicht ist es eine Katastrophe für meine Zukunft, aber ich denke, dass Ironie uns nicht rettet, aber doch etwas Sentimentalität und Pathos."
Einen Winter lang hat die tschechische Autorin Dora Kaprálová einen Text über die Sehnsucht zu einem anderen geschrieben. In Winterbuch der Liebe dreht sie den Blick um, der bei Péter Esterházy in seinem Buch Eine Frau auftaucht, wartet nicht auf die Liebe, sondern schaut mit beiläufiger Sehnsucht auf die Nähe zu anderen, sei es ein Müllmann, Jamie Oliver, eine Jugendliebe ... In gewitzter, liebevoller Sentimentalität entsteht ein Reigen über Vorstellungen von Männlichkeit, Beziehung, Weiblichkeit. Eine fragmentarische Sprache der Liebe.
„Hier schreibt eine Feministin – aber eine, die ihre Position nicht verteidigen muss und deshalb auch Nachsicht üben kann. Und die sich zu wilder Weiblichkeit bekennt: ,Wir sind Sklaven unserer Sehnsucht.’“
Dora Kaprálová wurde 1975 in Brno, Tschechien, geboren, und lebt mit ihren zwei Töchtern in Berlin. Die Journalistin und Autorin studierte Dramaturgie und Drehbuch an der Janáček Akademie für Darstellende Künste in Brno. Ihre Arbeiten wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet, davon zweimal mit dem deutsch-tschechischen Journalistenpreis (2016, 2017). Winterbuch der Liebe (2024) ist ihr Debüt bei mikrotext in der Übersetzung von Nataša von Kopp.
"Alle erleben solche Geschichten und das ist wahrscheinlich gar nichts Neues, dachte ich, aber als es dann hieß, das musst du unbedingt aufschreiben, dachte ich, ok."
Seit Corona ist das Online-Dating mehr in der Mitte der Gesellschaft angekommen, findet die Autorin Isobel Markus. Im mikrotext-Podcast erzählt sie davon, wie ihr ihr Dating-Roman entstanden ist. Wie im 19. Jahrhundert habe man sich während der Pandemie zum Spazierengehen im Park verabredet und es seien auch Freundschaften entstanden. Mit einem "lachenden Augen", sagt Isobel Markus, habe sie die skurrilen und seltsamen Begegnungen in eine Romanform überführt. Das Besondere ist: Der Roman schafft, eine typische Erlebensform des digitalen und analogen Kennenlernens des 21. Jahrhunderts zu erzählen, und dabei neben der Suche nach Liebe, heraus aus der Einsamkeit, auch Freundschaften und erzählte Chats in die Handlung organisch einzubauen.
„Aus glitzernd komischen, dramaturgisch gut getimten Szenen, interessanten Informationen über die Verdauungsprodukte von Wombats und der richtigen Portion Beziehungsphilosophie hat Isobel Markus einen rasant unterhaltsamen Roman gebastelt, der ganz ohne die Klischees des Genres auskommt.“
Isobel Markus ist freie Autorin und lebt in Berlin. Sie schreibt für die Berliner Szenen und weitere Rubriken der taz. Ihre Kurzgeschichten wurden in Literaturzeitschriften und Anthologien veröffentlicht und ins Arabische übersetzt. Bisher erschienen von ihr Stadt der ausgefallenen Leuchtbuchstaben (2021), Der Satz (2022) und Neues aus der Stadt der ausgefallenen Leuchtbuchstaben (2023), alle im Quintus Verlag. Dating-Roman ist ihr zweiter Roman und 2024 bei mikrotext erschienen. In der Lettrétage veranstaltet sie die senatsgeförderte Veranstaltungsreihe Berliner Salonage.
„Egal über welchen Aspekt des Klosters wir sprechen wollen, wir werden immer bei Wertschätzung landen.“ Die Autorin Mely Kiyak hat vor vielen Jahren das Gärtnern bei den Benediktinerinnen der Abtei zur Heiligen Maria in Fulda gelernt. Als Geschenk für ihre Lehrerinnen und mittlerweile Freundinnen, die Schwestern dort, schrieb sie die Geschichte des Klostergartens auf. In ihrem Buch DIESER GARTEN erzählt sie von den unglaublich erfinderischen Nonnen, dem Jahrhunderte alten Klostergarten, dem Beobachten und Aufschreiben, sowie von der Pflege des Diesseitigen. Für Mely Kiyak ist die ökologische Landbewirtschaftung eine der ältesten Kulturtechniken, und einen Garten zu gestalten, ist eine Kunst. Ihr Buch reiht sich ein in die Gartenliteratur, ein moderner Klassiker. Ein Gespräch über das Lernen, das Klosterleben und den Umgang mit der Erde.
Mely Kiyak ist Autorin von Büchern und Theatertexten. Bei Zeit Online erscheint ihre Serie „Gute Momente“, für das Gorki-Theater schreibt sie „Kiyaks Theater Kolumne“. Für ihre Arbeit wurde Mely Kiyak vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Theodor-Wolff-Preis und dem Kurt-Tucholsky-Preis. Zuletzt erschienen bei Hanser Frausein (2020), Werden sie uns mit FlixBus deportieren? (2022) und Herr Kiyak dachte, jetzt fängt der schöne Teil des Lebens an (2024). Dieser Garten (2024) ist ihre aktuelle Neuerscheinung bei mikrotext.
„Das Publikum auf den Veranstaltungen, den Lesungen sehe ich nicht mehr nur als Gäste, sondern als Kumpel. Wir führen Gespräche, reden über unsere Gefühle, unsere Geschichten. Jeder möchte etwas erzählen. Dass Unser Deutschlandmärchen das schafft, macht mich sehr glücklich.“ 2023 erhielt Dinçer Güçyeter den Preis der Leipziger Buchmesse für seinen Roman, der die den türkischen Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter der ersten Generation in Deutschland eine eindringliche, poetische Stimme gibt. Ein Jahr später schauen wir zurück auf die Reise, die das Buch genommen hat, auf die bewegenden Momente, etwa die vielen Nudel-Geschenke an den Autor nach seiner Dankesrede.
"Auch wenn Trauer etwas ganz Eigenes ist und jeder anders trauert, gibt es ein paar Sachen, die alle erleben." Etwa dass man, wenn ein Geliebter, eine Geliebte stirbt, oft selbst nicht mehr weiterleben will ... Die Musikjournalistin Birgit Fuß erzählt davon, wie ihr persönliches Buch über einen solchen großen Verlust Sterben darfst du aber nicht entstanden ist und was ihr geholfen hat. Sie geht der Frage nach, warum das Buch oft zu Tränen rührt und was ihr Schreibtrick sein könnte. Birgit Fuß` wichtigste Erkenntnis ist, dass es einen Weg aus der Traurigkeit heraus gibt, dass die Lebensfreude wiederkommt, auch wenn man die verstorbene Person immer vermissen wird.
Birgit Fuß, 1972 in Fürstenfeldbruck geboren, fing 1993 bei der Hamburger Morgenpost an zu schreiben, ist seit 23 Jahren Redakteurin bei der deutschen Ausgabe des ROLLING STONE und hat Bruce Springsteen, Bono, Sting, Patti Smith und mehr als 400 andere interessante Menschen interviewt. Sie arbeitet auch als Sterbe- und Trauerbegleiterin. Im Mai 2021 erschien ihr Buch 100 Seiten: Jim Morrison, im März 2022 100 Seiten: Die Toten Hosen im Reclam-Verlag, im April 2023 R.E.M. – Life And How To Live it beim Reiffer-Verlag. Nach London, Hamburg und München lebt sie momentan in Berlin. Sterben darfst du aber nicht ist ihr Debüt bei mikrotext. Mehr unter birgitfuss.de.
"Mit Arbeit gestalten wir die Welt, sehr viel mehr als mit unserem Konsumverhalten." Wenn wir alle unsere Arbeit gerne machen würden, würden wir sie mit größer Wahrscheinlichkeit sehr gut machen, sagt Cathy Narriman. Seit 2014 berät die Politikwissenschaflterin mit ihrer Methode "Flipped Job Market" Menschen, die sich beruflich neu und für sich selbst sinnvoller aufstellen wollen. In ihren Räumen auf der Karl-Marx-Straße in Berlin-Neukölln, zwischen Handyshops und Nagelstudios, türkischen Restaurants und arabischen Bäckereien, feierte sie die Buchpremiere ihres Essays Das Gerne-Prinzip vor ordentlich viel Publikum.
Cathy Narriman, geboren 1974, lebt in Berlin. Sie wollte schon laut Abi-Zeitung „Berufsberater“ werden. Das wollten in ihrem Jahrgang zwar alle – eine Anti-Hommage an den unfähigen Berufsberater, von dem man leider nichts lernte. Aber sie ist die Einzige, die es wirklich geworden ist: Nach Stationen als Politikwissenschaftlerin in der politischen Verwaltung, Medienwelt und Bildungslandschaft entwickelte sie 2014 die Methode „Flipped Job Market“. Hier stellt sie mit ihrem Team vermeintlich Unumstößliches in der Arbeitswelt auf den Kopf, als Coach, Autorin und Moderatorin – und zu dritt gründeten sie schließlich das „Flipperium“. Cathy Narriman berät Jobsuchende, Teams und Organisationen für eine gelingende und solidarische Arbeitswelt. Das Gerne-Prinzip ist ihr erstes Buch.
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