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Jakob Leiner fand über die Musik zur Medizin. Der 1992 in Bad Dürkheim geborene Arzt suchte aber weiterhin nach Formen der Expressivität, die ihm erlauben, die existenzielle Dimension seines Tuns in die Sprache zu bringen. Im Jahr 2024 veröffentlichte er die Anthologie "Ach, ein Herz, verstehe," die in Gedichten aus den letzten 500 Jahen das Verhältnis von Heilenden und Kranken auslotet. Im Gespräch berichtet er darüber, dass die moderne Medizin zwar den Menschen umfassend abbildet, aber auch aus dem Auge verlieren kann. Dabei betont er die eminente Rolle von Humor in der Heilkunde wie auch in der Poesie.
"Wer hat die Mauern um Eden gebaut?" Die vielfach ausgezeichnete Lyrikerin und kookbooks-Verlegerin Daniela Seel sucht in ihrem neuen Langgedicht eine Sprache »nach Eden«. Sie lauscht den ausbleibenden Herztönen ihres ungeborenen Kindes und den Gesängen ausgerotteter Wale, betrachtet Goyas Schwarze Gemälde, liest Humboldts amerikanische Reisetagebücher und erzählt, wovon die Wissenschaft wenig weiß: Sterben. Geborenwerden. Verletzlichkeit. Mutterschaft.
Der Debütroman „oft manchmal nie“ von der niederösterreichischen Schriftstellerin Cornelia Hülmbauer eröffnet einen poetischen und zugleich unverblümten Blick auf Kindheit und Jugend in der österreichischen Provinz. In berührenden Momentaufnahmen kommt so häufig das Abnorme des Normalen, das unheimliche am Heimeligen zum Vorschein. Sie geht dabei in kurzen Belichtungszeiten vor, führt an flüchtige Einblicke heran, sodass die lesende Imagination freigesetzt und nicht vom Text verschüttet wird. An diesem Abend sprechen wir mit Cornelia Hülmbauer über ihren Aufenthalt im ehemaligen Koster der Karmelitinnen in Gemunden.
Nicht nur in ihren literarischen Werken erzeugt die Autorin Dominika Meindl widerständige und bissige Blicke auf die Welt, sondern auch in ihrer Kunstfigur „die Präsidentin“ überblendet sich humorvoll wie auch tiefgründig Realität und Imagination. Wir unterhalten uns an diesem Abend über das, was sie antreibt? Wo die Schriftstellerin Energie und Inspiration tankt, sowie über ihren neuesten Roman „Selbe Stadt, anderer Planet,“ der sich dem Thema Overtourism und Authentizität von Lebenswelten widmet.
In Museum des Anfangs unternimmt die Künstlerin und Philosophin Elisabeth von Samsonow eine dreifache Revision bestehender Gewissheiten. Erstens bringt sie das Mädchen als zentrale Figur in die Kunst- und Denkgeschichte ein, verfolgt von neolithischen Kykladenidolen bis in die Gegenwart. Zweitens skizziert sie eine neue Subjektordnung, die eine spezieübergreifende Sicht auf die Erde betont. Drittens fördert sie das kon-fuse Denken, welches hybride Wahrnehmungsformen integriert. Wir sprechen mit Elisabeth von Samsonow über ein Buch, das Essay, Fiktion und Satire verbindet und dabei neue Denkwerkzeuge für zukünftige Herausforderungen fordert.
Der Fotograf Marko Lipuš, der in Wien lebt und arbeitet, schenkt seit Jahren der Öffentlichkeit ein umfangreiches Werk, das vom Porträt über die Videokunst bis zur digitalen Kunst reicht. Der Kärntner Slowene spricht in der sechsten Folge von „ÄNDERN leben“ darüber, wie die Fotografie seinen Blick für die Welt öffnet. „Das ist“, meint der bildende Künstler augenzwinkert, „immer so eine Sache mit den Fotografen.“ So sehr Ironie und Humor eine große Rolle in den narrativen Ausgestaltungen seiner Bild-Arbeiten spielen, so sehr besitzt Marko Lipuš auch ein feines Gespür für die politischen, existenziell erschütternden Augenblicke. Die sechste Folge fragt, wie gewinne ich einen guten Blick für die Dinge?
Die Salzburgerin Katharina J. Ferner, Autorin und Burlesque-Tänzerin, verbindet in ihren Romanen und Gedichten politische wie existenzielle Themen mit Humor und existenzieller Dringlichkeit. Sie kombiniert Tanz und Literatur, um Geschichten körperlich und direkt mit ihrem Publikum zu teilen. Sie erinnert daran, warum die Bereitschaft, offen mitzuerleben, Freunde sowie das Gefühl, beglückt zu werden, essenziell sind, wenn auch komplexe und schwere Sujets auf der Bühne oder im Buch verhandelt werden.
In der vierten Podcast-Folge von „ÄNDERN leben“ gibt Cornelia Dworak Einblick in ihren Weg zum Film: Nach einem Studium der Biologie, das sie mit einer Arbeit über das Sozialverhalten von Gorillas abschloss, arbeitete sie als Stuntfrau, unterrichtete Tanz, Thai-Yoga-Bodywork und beschäftigte sich mit sämtlichen Aspekten von körperlicher Expressivität und dem Erleben. Gerade das Embodiment empfindet die Österreicherin als eine intensive Berufung.
Mario Krankl aus Salzburg spaltet mit seiner avantgardistischen Kunst am Kopf den Geschmack des Publikums. Früh in seiner Laufbahn gewann er bedeutende Frisierwettbewerbe, wie etwa der Grand Prix in Frankreich. Später kürte man ihn zum Friseurweltmeister. „ÄNDERN leben“ besuchte ihn in seinem Salon in der Salzburger Judengasse 11, wo er faszinierende Einblicke in seine Kreationen gibt, die er in aufwendigen Bühnen-Shows präsentiert. Neben „Squares & Cubes“ oder „Cybermonks,“ entwickelte er die Kollektion „Anonymous Brides,“ die die kulturelle Vielfalt von Hochzeitstrachten thematisiert: „Das beginnt mit dem Haar,“ sagt Mario Krankl im Gespräch, „aber dann, welche Kleider machen wir dazu? Welche Musik produzieren wir dazu? Welche Visuals sollen dann dazu entstehen? Letztendlich entstand ein Mosaik aus zahlreichen Hochzeitsmoden in den Kulturen. Zentral dabei war auch die Idee vom Feiern.“
Der Haubenkoch Konstantin Filippou mit griechisch-österreichischen Wurzeln und seine Frau Manuela sind ein Power-Couple der internationalen Gastronomie. In ihrem auf Fine Dining spezialisierten „Restaurant Konstantin Filippou“ sowie dem Bistro „o boufés“ in Wien erfreuen sie seit nunmehr zehn Jahre ihre Gäste. Auch ihr neuestes Gastroprojekt, die traditionelle „Mama Konstantina“ zeigt, dass Schlemmen und Genießen stets auch eine Frage von Kultur und Haltung mit sich bringen. In der zweiten Podcast-Folge von „ÄNDERN leben“ wird deutlich, wie wichtig es ist, nicht irgendeine Geschichte zu erzählen, sondern die eigene beständig weiterzuschreiben. Konstantin und Manuela Filippou erzählen darin, wie handwerkliche Virtuosität in der Küche und warmherzige Zugewandtheit in der Gastfreundschaft entstehen, wie man sich selbst treu bleibt und wie man durch das Leben der eigenen Berufung hohe Exzellenz, Offenheit und Authentizität gewinnt und auch bewahrt.
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